Netflix hat wenigstens Gespräche geführt und wohl einen Vertrag verabschiedet während Amazon und Co. Gar nicht erst verhandeln wollen. Da hat Netflix wenigstens einen Schritt gemacht.
Ich habe im Chat mich beschwert. Wie ich es von meiner Firma kenne, werden Suchanfragen sehr wohl ausgewertet. Also schaden kann es nicht.
Angefügte Bilder:
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Solidarität hat es in der Synchronbranche leider noch nie gegeben, bis auf wenige Ausnahmen.Aber dass jetzt Berlin den Münchenern in den Arsch Tritt ist allerdings der Gipfel.
Auch wenn jetzt manche den Wind aus den Segeln nehmen oder gar widersprechen wollen - Genau so ist es leider. Vor allem in Bezug auf die nicht vorhandene Solidarität in der Branche. Da ist man Einzelkämpfer und das macht über die Jahre mit den Leuten was. Die Sache mit den Berlinern, die den Münchnern jetzt in den Arsch treten, ist zwar sehr provokant-plakativ ausgedrückt, im Kern aber wahr.
Mein weiß nie in welcher Lebensituation einzelne Sprecher*innen sind. Netflix bedient ja etwa 20% der Branche, das ist nicht wenig und manche können sich das nicht leisten darauf zu verzichten . München, Berlin oder auch Köln sind keine günstigen Gegenden wenn man dort lebt. Ich finde es falsch Jetzt auf einzelne Leute rumzuhacken weil sie sich eben dazu entschlossen haben den Vertrag doch zu unterschreiben und eben die Aufträge anzunehmen.
Netflix ist ein Erpresser und durch ihre Markt macht können sie das durch drücken.
Auch wenn ich den Kontext nicht kenne, weil ich nicht über eine Netflix-Verbindung verfüge:
Bei allem Konkurenzdenken zwischen Berlin und München: Ich finde, so sollte man nicht miteinander umgehen. Man sollte sich wie Konkurrenten, nicht wie Feinde benehmen... Ich bin sicher, viele Sprecherinnen und Sprecher aus beiden Städten (inkl. ehemalige Münchner Stimmen) sehen das genau so.
Ich möchte hier mal kurz einhacken. Raphael Galuska, Sprecher seit 2 Jahren in Berlin. Es herrscht eine gewaltige Solidarität. Es stimmt, dass München still steht und in Berlin gerade noch genug Leute arbeiten, um alles irgendwie durchzukriegen. Allerdings blockiert auch hier eine gewaltige Mehrheit die Arbeit mit Netflix und sucht Möglichkeiten, die Sache voranzutreiben. Diesen Freitag ist z.B. wieder eine Demo in Kooperation mit "Fairness Jetzt" Wir sind gerade dabei, eine Solidaritätskasse für Kollegen in finanzieller Notlage zu errichten und sind besser vernetzt denn je. Die Aussage, es gäbe keine Solidarität, ist völliger Quatsch.
Stimmt, Raphael! Seit den Umständen mit Netflix erlebe ich eine geile Solidarität, die ich so nicht erwartet hätte. Allerdings geht es dabei auch um ein immenses Gesamtinteresse.
Ich hab’ das viel allgemeiner und bezüglich meiner Beobachtungen über viele Jahre gemeint. Klar gibt es auch „Freundschaften“ in der Branche, bei denen man sich beratend oder in Sachen Akquise zur Seite steht. Aber de facto sind die Freischaffenden allesamt Konkurrenten und auch der jeweiligen Gunst bestimmter Leute ausgesetzt. Das ist zwar Typsache, kann mit der Zeit aber ganz schön an den Nerven nagen. So war das „Das macht was mit einem“ zu verstehen. Und aus diesem Standing heraus kommt es eben nicht selten vor, dass mancher seine Chance ergreift und egoistisch - oder eben einzelkämpferisch handelt. Das bringen Mensch und derartige Strukturen leider zwangsläufig mit sich.
Zitat von Raphael.Galuska im Beitrag #249 Es herrscht eine gewaltige Solidarität. Es stimmt, dass München still steht und in Berlin gerade noch genug Leute arbeiten, um alles irgendwie durchzukriegen. Allerdings blockiert auch hier eine gewaltige Mehrheit die Arbeit mit Netflix und sucht Möglichkeiten, die Sache voranzutreiben.
Ich glaube das bezweifelt hier auch niemand. Nur gibt es immer Sprecher die es sich nicht finanziell leisten können einem großen Auftraggeber „Nein“ zu sagen. Einige haben bestimmt finanzielle oder familiäre Verpflichtungen und da kann es durchaus Unterschiede machen, ob man Netflix boykottiert oder nicht. Auch wenn es natürlich „unsolidarisch“ rüberkommen kann. Ich persönlich würde lieber Netflix den schwarzen Peter zuschieben als irgendwelchen Sprechern.
Und ich vermute… auch wenn es sehr pessimistisch ist… Netflix hat genügend Geld und Geduld um notfalls den Boykott zu überstehen. Und je länger das geht, desto mehr Sprecher werden dann doch für Netflix sprechen. Man sieht ja bereits jetzt was passiert: Neubesetzungen, Studiowechsel (Stadtwechsel). Und all das oft zum Preis einer gesunkenen Qualität. Selbst die letzte „Karin Lehmann-Synchro“ klang deutlich schlechter, weil sie offenbar sehr improvisieren mussten um Sprecher besetzt zu bekommen.
Wahrscheinlich hilft da wirklich nur eine Klage gegen Netflix, damit diese Verträge gerichtlich „sittenwidrig“ erklärt werden.
Da hast du völlig recht, das Problem ist Netflix, nicht die Kollegen. Unser Hebel wäre natürlich noch höher, wenn noch mehr, vor allem bekannte Kollegen, nicht arbeiten würden. Aber wir versuchen für alle Seiten Verständnis zu haben und z.B. bei finanziellen Sorgen jetzt auch zu helfen. Ich vermute persönlich, dass wir nur etwas über den öffentlichen Druck erreichen können. Schaut euch gerne mal die "Nicht-Nett-Flix" Kampagne an. Sonst ist der VDS immer eine gute Infoquelle, was wir gerade versuchen.
Der öffentliche Druck wird dann wohl kommen, wenn die ersten Filme und Serien mit bekannten Leuten umbesetzt werden. Ich hoffe da vor allem auf die zweite Avatar Staffel. Aktuell betrifft es ja eher Projekte, die in der großen Öffentlichkeit wenig Ansehen haben.
Natürlich kennt man nie die Hintergründe der einzelnen Personen, aber einige Namen machen mich durchaus sauer, dass sie bei dem Kram mitmachen. Leute, denen es wirklich nur egal sein kann. Das ist für mich auf einer Stufe mit Personen, die die Branche abschaffen wollen, weil die Qualität nicht mehr so gut wie früher ist, ohne der neuen Generation überhaupt eine Chance zu geben, es besser zu machen.
Zitat von CrimeFan im Beitrag #253 Natürlich kennt man nie die Hintergründe der einzelnen Personen, aber einige Namen machen mich durchaus sauer, dass sie bei dem Kram mitmachen. Leute, denen es wirklich nur egal sein kann. Das ist für mich auf einer Stufe mit Personen, die die Branche abschaffen wollen, weil die Qualität nicht mehr so gut wie früher ist, ohne der neuen Generation überhaupt eine Chance zu geben, es besser zu machen.