Zitat von Dennie03 im Beitrag #56Ich finds btw einfach so krank, dass der Schauspieler Paapa Essidou jetzt Morddrohungen kriegt, weil die Leute nicht drauf klar kommen, dass Snape von einem Schwarzen gespielt wird. Es ist einfach so krass, wie desillusioniert diese Menschen sind, dass sie wegen so ner Trivialität den Tod von einem Menschen wollen.
Ich finde das auch widerwärtig. Wie auch schon bei Star Wars, als einige Darstellerinnen aufgrund des Hasses ihre Social-Media-Konten gelöscht haben. Für mich ist das Casting auch fragwürdig, aber der Schauspieler kann nichts dafür. Er hat einfach einen Job angenommen, der ihm angeboten wurde. Und ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten wussten, was sie da tun. Das Studio, das ein Blackwashing-Casting forciert hat, die Produzenten, die es umgesetzt haben, und die Casting-Agenten, die nach Schauspielern gesucht haben, können mir nicht erzählen, dass sie von der Reaktion überrascht sind – so krank, wie die Menschheit auch ist. Nicht heutzutage und nicht mit der ekelhaften Hasskultur, die sich online gebildet hat. Der Mann wird hoffentlich, falls er zu blauäugig war, um die Reaktionen vorherzusehen, ein ordentliches Briefing bekommen haben, was auf ihn zukommt. Was es natürlich nicht besser macht. Nichtsdestotrotz finde ich dieses forcierte Casting bei einem Charakter, dessen Aussehen nicht nur beschrieben ist, sondern essenziell für seine Rolle ist, bescheuert, da sie damit das Original verändern, obwohl sie die Serie damit rechtfertigen wollen, sich mehr ans Original zu halten. Dabei hätte es andere Charaktere gegeben, bei denen es kein Problem gewesen wäre, wenn man sie dunkelhäutig dargestellt hätte, da ihr Aussehen nicht wichtig für die Handlung ist. Aber ausgerechnet diesen einen Charakter, der bis ins Detail beschrieben ist, nehmen sie sich ... Hach ... wir leben in seltsamen Zeiten. (Und trotzdem hat der Darsteller den Hass nicht verdient ...)
Ganz ehrlich. Mir es wirklich egal ob Snape jetzt schwarz, weiß, latino oder asiatisch ist. Solange er die Art dieses Characters trifft, ist es sowas von unwichtig welche Hautfarbe der Schauspieler jetzt hat oder welche Nationalität.
Zitat von jjbgood im Beitrag #61Nichtsdestotrotz finde ich dieses forcierte Casting bei einem Charakter, dessen Aussehen nicht nur beschrieben ist, sondern essenziell für seine Rolle ist
Was aber voraussetzt, dass man eine Verfilmung NICHT als eigenständiges Kunsterzeugnis anerkennt. Wer will das entscheiden?
Also - Morddrohungen gegen Paapa Essidou sind völlig inakzeptabel. Egal, wer jetzt derjenige war, der Snape als schwarze Figur besetzt hat, einen Schauspieler so dafür anzugreifen (und zwar so massivst) eine Rolle angenommen zu haben, ist echt beschämend, aber leider wieder typisch für die aktuelle toxische Internetgemeinde. So etwas wie Hautfarbe sollte im Jahr 2026 einfach keine Rolle mehr spielen.
Ja, Snape wird in den Büchern als fahler, dünner Mann beschrieben, aber sein Aussehen is mW nie handlungstragend. Buchvorlagen sind ja meist nur "Anhaltspunkte". Wie ich schon vor einem Jahr hier schrieb, wird in Psycho aus dem dicken, unsympathischen und älteren Säufer der Romanvorlage, ein schüchterner aber sehr attraktiver, junger Mann - eine deutliche optische Änderung, aber die Essenz der Figur wird immer noch gewahrt und trägt in der filmischen Adaption sogar noch dazu bei, die weitere Handlung im Ungewissen zu lassen, denn einem unansehnlichen Trinker traut man eine Mordtat im ersten Moment eher zu, als einem ansehnlichen "Nice Guy". Und um im "Psycho-Aspekt" bei Harry Potter zu bleiben: das Aussehen von Hermine und Umbridge wird in den Büchern auch viel "unansehnlicher" beschrieben, als es Emma Watson und Imelda Staunton im Film letztendlich sind. Von der Wandlung des "frech-rebellischen" Harrys in den Büchern zum eher "betroffend-leidenden" Harry in den Filmen mal ganz zu schweigen (beispielhaft sei die Umsetzung der Denkarium-Situation in Teil 5) Und um den Bogen zu Snape zurückzuschlagen (auch wenn ich weiß, dass er Wunsch von Rowling war): wenn man ehrlich ist, war Snape auch viel zu alt besetzt, vorallem wenn man bedenkt, dass er in der Buchvorlage 1998 stirbt (also mit 38, was Alan Rickman im Übrigen im Jahre 1984 war - ergo 17 Jahre vor Drehbeginn von Teil 1). Von den weiteren Auslassungen relevanter Stellen in den Büchern seitens der Filme ganz zu schweigen. Von daher ist es sachlich durchaus möglich, Snape anders zu interpretieren.
Mein Hauptkritikpunkt liegt in der Art und Weise, wie die Serie daherkommt. Erstens: Ich bin voll und ganz bei VanToby, denn es stört mich auch, dass die Serie die "bekannten" Filme optisch fast unverändert reproduziert, statt etwas Eigenständiges zu schaffen. Eine neue Ästhetik, ein frischer Look hätten der Serie gutgetan. Momentan wirkt es eher wie eine ordinäre Computerspiel-Version des ersten Teils, mit einigen Ausreißern nach rechts und links. Da hätte ich mir deutlich mehr kreative Eigenständigkeit erhofft. Das liegt aber auch daran, dass die Serie meiner Meinung nach mindestens zehn, wenn nicht sogar zwanzig Jahre zu früh erscheint: Die Originalfilme sind noch fest im kollektiven Gedächtnis verankert und jede Abweichung wird sofort kritisch bemerkt und moniert. Das erklärt teilweise, warum man sich optisch so stark an die alte Filmreihe gehalten hat – und gleichzeitig zeigt es, wie stark solche kreative Freiheiten eingeschränkt werden, weil die Erwartungen der Fans und des Mainstreampublikums noch sehr präsent sind (der letzte Film ist gerade einmal 15 Jahre her). Man will mit aller Kraft was "Neues" schaffen, aber auch die ikonischen Bilder behalten, weil man "niemanden vergraulen" will.
Zitat von Ludo im Beitrag #65Ja, Snape wird in den Büchern als fahler, dünner Mann beschrieben, aber sein Aussehen is mW nie handlungstragend. Buchvorlagen sind ja meist nur "Anhaltspunkte". Wie ich schon vor einem Jahr hier schrieb, wird in Psycho aus dem dicken, unsympathischen und älteren Säufer der Romanvorlage, ein schüchterner aber sehr attraktiver, junger Mann - eine deutliche optische Änderung, aber die Essenz der Figur wird immer noch gewahrt und trägt in der filmischen Adaption sogar noch dazu bei, die weitere Handlung im Ungewissen zu lassen, denn einem unansehnlichen Trinker traut man eine Mordtat im ersten Moment eher zu, als einem ansehnlichen "Nice Guy".
Wurde Psycho auch damit beworben sich viel mehr an die Vorlage zu halten, als es andere Adaptionen getan haben? Das ist ja das was mich am meisten stört. Ich bewerte ja in keinster Weise die Leistung oder Qualität, ich bewerte nur, dass hier ein Charakter komplett verändert wird, optisch und dadurch auch von seiner Originstory, während man behauptet, sich mehr als Original halten zu wollen. Ein anderes Beispiel wäre beispielsweise die neue Interview mit einem Vampir Serie. Dort wurde Louis auch zu einem jungen schwarzen Mann geändert und deswegen haben sie auch seine komplette Origin Story und den Handlungsort verändert - es aber auch angekündigt und erklärt und nicht gesagt "Das ist viel näher am Original, als der damalige Film"... ich hasse es einfach, wenn mir ins Gesicht gelogen wird, wenn doch klar ist, dass das hier ein reines PR-Casting und eine Agenda-Checkliste ist, mehr nicht.
Zitat von Insomnio im Beitrag #63Was aber voraussetzt, dass man eine Verfilmung NICHT als eigenständiges Kunsterzeugnis anerkennt. Wer will das entscheiden?
Muss niemand entscheiden, da ich ja nur gesagt habe, wie ich es persönlich empfinde. Das muss keine allgemeingültige Aussage sein.
Die Darsteller können noch so akkurat sein oder auch nicht - am Ende ändert das wenig an der Inszenierung, der Ausstattung, dem Look and Feel. Das sieht aus wie ne 08/15-TV-Serie. Steriler, digitaler Look ohne Leben, vor allem ohne Farben. Was hat Hollywood nur gegen Farben? Seit über einer Dekade der gleiche klinische Look überall.. Kein Hauch von Magie oder gar Epik entsteht, da alles in Nahaufnahmen gedreht wird. Es fehlt die Weite, es fehlt Gravitas. Nichts darf wirken oder lädt zum eintauchen ein. Die Sets sehen nach Sets aus, künstlich. Die Darsteller wirken wie Cosplayer. Es ist eine Serie, ja, aber es muss nicht nach TV ausschauen. Tut es aber. Das stößt mich persönlich direkt ab. Leider ist die Produktion damit aber auch ein Kind ihrer Zeit, denn das durchzieht sich durch so viele Streaming-Produktionen. Ob Film oder Serie.
Für diese Dinge gibt der Teaser leider schon genug Aufschlüsse.
Morddrohungen gegenüber einem Menschen sind grundsätzlich verachtenswert.
Was ich aber nicht verstehe ist, dass mit dem Cast hier vorliegend eine Wahl mit fiesem Geschmäckle getroffen wurde. Severus Snape wurde von Harrys Vater und seinen Freunden gemobbt und fertig gemacht. In "Harry Potter und der Stein der Weisen" verdächtigt Harry Snape pauschal die ganze Handlung hindurch, weil er unsympathisch, unfair und streng ist. Dies in Kombination damit, dass Snape nun von einem schwarzen Schauspieler dargestellt wird, verleiht der ganzen Geschichte eine bedenkliche, sogar rassistische Note, die es in der Buchvorlage nicht gibt. Selbst wenn in der Serie nichts dergleichen erwähnt wird, entsprechende Verbindungen werden Zuschauer schon ziehen und das finde ich absolut nicht okay.
Da es in Hogwarts echte Gespenster gibt, wäre das wohl auch rassistisch... also fernab von dem normalen Rassismus... also... wo sind wir denn jetzt hier gelandet? xD
Ich finde die Bedenken berechtigt und in den sozialen Medien macht man sich auch schon darüber lustig, welche Situationen man hier durch den Cast schafft.
Zitat von Begas im Beitrag #73Ich finde die Bedenken berechtigt und in den sozialen Medien macht man sich auch schon darüber lustig, welche Situationen man hier durch den Cast schafft.
Diskussionen in den asozialen Medien sollten nun wirklich kein Gradmesser sein für Richtig oder Falsch - zumal sie bei der Thematik ohnehin fleißig von bestimmten Interessengruppen orchestriert werden.
Den Hauttypen eines Menschen hier überhaupt ins Spiel zu bringen, zu behaupten, eine negativ gezeichnete Rolle dürfe nicht "schwarz" sein, weil es ansonsten Rassismusassoziationen auslösen würde, ist schlicht die Definition von Rassismus. Denkt man das zuende, dürften bestimmte Darsteller gar keine Rollen mehr übernehmen, die mit negativen Attributen in Verbindung gebracht werden könnten. Tatsächlich ist die Figur ja nicht zwielichtig aufgrund ihres Hauttons, sondern weil sie sich entsprechend verhält.
Um sich das vor Augen zu führen, müsste man sich einfach vorstellen, ein "etabliertes Gesicht" würde eine derartige Rolle spielen. Würden beispielsweise Morgan Freeman oder Denzel Washington Figuren verkörpern, die vom Rest des Essembles als zwielichtig wahrgenommen würden, käme wohl kaum einer auf die Idee, das hätte mit deren "Hautfarbe" (ein schreckliches Wort für so etwas!) zu tun.