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Dieses Thema hat 339 Antworten
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 Allgemeines
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berti


Beiträge: 14.239

03.12.2006 21:09
Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten
In diesem Thread können mal alle nach Herzenslust auf die Synchros schimpfen, die ihnen einen ganzen Film versaut haben, warum auch immer (schlechtes Dialogbuch, Fehlbesetzungen, ausgetauschte Musik). Stefan hat ja seine drei "Favoriten" unter den Dialogregisseuren und -autoren (Wolfgang Schick, Eberhard Storeck und Michael Richter) schon anderwertig genannt und wird sicher einiges von diesen zusammentragen. Andere werden wohl manche in den letzten Jahren (z. B. wegen 5.1) entstandenen Neusynchros ("Flammendes Inferno", "Robin Hood-König der Diebe", "Der weiße Hai" etc.) oder gewisse Klamaukfassungen (Richter, Brandt, Brunnemann) nennen.

Ich mache mal den Anfang: Mein erstes "Erlebnis" in dieser Hinsicht war Hitchcocks "North by northwest" (schon der deutsche Titel "Der unsichtbare Dritte" ist mir bis heute ein Rätsel geblieben). Erik Ode auf Cary Grant war das erste Mal, das mir eine Synchronstimme in einem Spielfilm als absolute Fehlbesetzung erschien (ich war damals zwölf). Jahrelang (DVDs gab´s damals noch nicht) hoffte ich darauf, dass irgendein Sender den Film im O-Ton ausstrahlen würde. Überall las ich nur Lobeshymnen auf den Film, der mir auf Deutsch schlichtweg ungenießbar erschien. Durch Odes Stimme wurde aus dem weltgewandten Gentleman Roger Thornhill in meinen Augen ein plärrender, gleichzeitig senil und infantil wirkender Trottel (das heißt nicht, dass ich ihn als Sprecher grundsätzlich nicht mag). Daneben wirkt die ganze Synchro auf mich irgenwie etwas steif und altbacken, ich weiß selbst nicht, warum. Als vor ein paar Jahren Bräutigams Lexikon erschien, stellte ich fest, dass die meisten alten Synchros, die schon lange auf mich ähnlich gewirkt hatten, bei der MGM entstanden waren.
(Überdurchschnittlich viele mir vorher schon positiv aufgefallenen Bearbeitungen stammten übrigens von der Ultra.)

Tamer_of_Astamon



Beiträge: 885

03.12.2006 23:30
#2 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten
Mir fällt auf die schnelle nur ein Film ein. Ich weiss nicht, ob ihn wer kennt. Er heisst "Einmal Zukunft und zurück". Im Grunde ist er inhaltlich eigentlich ein blöder Film, der (anscheinend) nichtmal im IMDB drinn steht.^^ Die Synchro ist miserabel. Ich weiss net, aus welcher Stadt die Synchro ist, aber jedenfalls hatten die Sprecher absolut null Talent. Vorallem die Sprecherin von dem einen Mädchen da, für die Lippensynchron ein unbekanntes Wort gewesen sein muss. Ich möcht den Film eigentlich wieder mal sehen, weil er mich interessiert, hab ihn sogar vor Jahren mal auf Video aufgenommen, aber ich kann nicht, wiel mich diese grauenhafte Synchro vollkommen abstosst. XD Den Film solltet ihr euch mal ankucken, wenn ihr mal eine echt grauenhafte Synchro hören wollt.
Ich frag mich, was eigentlich aus dieser untalentierten Synchronsprecherin von dem einen Mädchen da wurde. XD


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Matthias Klie - Er ist cooler als der teuerste Rolls Roice! :D
"Gott hat die einfachen Menschen offenbar geliebt, denn er hat so viele von ihnen gemacht."

S.B.


Beiträge: 112

04.12.2006 09:38
#3 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Ich habe zwar keine Ahnung wer den Film synchronisiert hat und kenne ihn auch nicht, würde aber gerne allgemein etwas erklären. Wenn ein Sprecher nicht Lippensynchron ist, trifft ihn die Schuld nicht immer alleine. Wenn der Text nicht passt, also z. B. grace mit Anmut übersetzt wird, kann der Sprecher machen was er will, bei grace bleibt der Mund einfach offen, während er bei dem m von Anmut zu geht. Außerdem gibt es einen zuständigen Cutter, dessen Job es ist den Sprecher den Take so oft machen zu lassen bis er gut aussieht, oder er ihn da hin ziehen kann, wo er hin gehört. Die meisten Regisseure achten übrigens auch noch darauf.


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.842

04.12.2006 11:53
#4 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Zitat von berti
Stefan hat ja seine drei "Favoriten" unter den Dialogregisseuren und -autoren (Wolfgang Schick, Eberhard Storeck und Michael Richter) schon anderwertig genannt und wird sicher einiges von diesen zusammentragen.


Na wenn ich schon so explizit aufgefordert werde:
Ganz schlimm ist für mich "Die vier Musketiere der Königin" - fabelhafte Besetzung (wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig - Jerschke für Cassel z.B.), aber strunzdämliche Dialoge. Welcher Hornochse kommt auf die Idee, Porthos "Hänschenklein" singen zu lassen, während er auf einem Balken über loderndem Feuer balanciert? Ich persönlich habe alles, was ich nur rausschmeißen konnte, in meiner privaten Fassung auch rausgeworfen und durch "sprachlose" Fragmente aus der italienischen Fassung ersetzt (ein Hoch auf die DVD).
Zustände kriege ich auch bei "Mit Django kam der Tod" - Prosper Merimes "Carmen" zum Django-Film umgewurstelt - auweia! Der weichherzige José ist das glatte Gegenteil zum kalten Django - schlimm genug. Aber dann auch noch diese grottendämlichen Dialoge. Okay, Wolfgang Krügers Übersetzung für die DEFA-Fassung war auch nicht der Weisheit letzter Schluß, aber sie waren dem Original verpflichtet - aber was sich Brandt/Brunnemann geleistet haben, gehört ganz tief in die Kiste.
Stichwort Musik: "Die Spur des Falken/Der Malteserfalke" ist in der deutschen Fassung ungenießbar. Abgesehen von befremdlichen Besetzungen wie Elisabeth Ried und K.E.Ludwig (für Elisha Cook!!) - da herrschte wohl gewaltige Langeweile unter den Schauspielern, ich habe sie selten so gleichgültig erlebt. Absolute Katastrophe allerdings ist die Musikuntermalung, die sich weitestmöglich vom Original entfernt und in vielen Passagen einfach nur schrill und zerrig ist.

Gruß
Stefan

P.S.: Tolle Rubrik, hier werde ich bestimmt noch manches Mal Dampf ablassen.


Tamer_of_Astamon



Beiträge: 885

04.12.2006 12:11
#5 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Wenn ein Sprecher nicht Lippensynchron ist, trifft ihn die Schuld nicht immer alleine. Wenn der Text nicht passt, also z. B. grace mit Anmut übersetzt wird, kann der Sprecher machen was er will,

Ja das is schon klar. 100% Lippensynchron kann bei einem fremdsprachigen Film ja nicht sein.
Bei "Einmal Zukunft und zurück" jedoch, war fast kein Lippensynchron zu sehen. Nichtmal bei einem Wort. Man könnt richtig sagen, es war nicht synchron. Das zerrt voll an der Wahrnehmungs-Perspektive.
(Ich muss immer noch an das Mädchen mit dieser unsynchronen Synchronsprecherin denken XD)


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Matthias Klie - Er ist cooler als der teuerste Rolls Roice! :D
"Gott hat die einfachen Menschen offenbar geliebt, denn er hat so viele von ihnen gemacht."


Donnie Darko
Moderator


Beiträge: 7.273

04.12.2006 12:44
#6 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Ich muss immer noch an das Mädchen mit dieser unsynchronen Synchronsprecherin denken XD

Da gibbet sogar ein Wort dafür *lol*: "asynchron" ist das dann... Was das betrifft, hab' ich auch schon den einen oder anderen Film erlebt, wo es teilweise recht extrem ist und einen dadurch auch richtig "raus" bringt. ;-) Mir fällt da zum Beispiel grad "Die Besucher" mit Christopher Walken ein (hatten den erst vor ein paar Tagen mal wieder gesehen, zum 326. Mal, glaub' ich *lool*); an sich meiner Meinung nach ein guter Film mit guter Synchronbesetzung. Nur die Synchronität lässt an einigen Stellen echt zu wünschen übrig. Nun kann das ja vielleicht auch spezielle technische Ursachen haben, denke ich, und muss auch nicht nur einem schlechten Schnitt zuzuschreiben sein. Wer weiß, so extrem gut kenn' ich mich technisch da nicht aus... Die Synchro würde ich dennoch keinesfalls zu meinen Hass-Synchros zählen, insofern auch nicht wirklich passend. ;-)

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"Es ist faszinierend, Molly... Die Liebe im Innern, die nimmt man mit."
(Ulrich Gressieker in "Ghost - Nachricht von Sam")


Lammers


Beiträge: 3.517

04.12.2006 13:03
#7 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten
Ja, da gibt es ein paar Filme:

Die Spur des Falken

Ein großartiger Film, allerdings nur im Original. In deutschen Fassung hat man a) die Musikspur ausgetauscht, d.h. man bekommt nicht den großartigen Orchester-Soundtrack sondern Jazzmusik zu hören (ich habe prinzipiell nichts gegen Jazz, im Gegenteil), wobei es sich dort um 2-3 wiederkehrende Themen handelt. Ganz besonders stört das bei einer Schlüsselszene, wo ein entscheidende Aktion passiert. Dort hat man eines dieser Jazzthemen genommen. Im Original hingegen hört man spannende Musik, die sich stets steigert und in einem fanfarenartigen Bläsersatz endet.

Hier die Soundbeispiele:
http://www.koolfiles.com/files/falcon-german.mp3
http://www.koolfiles.com/files/falcon-english.mp3


Auch dialogtechnisch ist der Film in der deutschen Fassung furchtbar, weil Wolfgang Schick (jawohl, der ist für diesen Film verantwortlich !) offenbar versucht hat, den Film auf cool zu trimmen, was gründlich misslingt. Mit der Musik zusammen wirkt der Film teilweise wie eine unfreiwillige Parodie auf die Originalfassung.

Die Ritter der Kokosnuss

Auch dieser Film wurde total verkalauert, was damals (1974) leider in Mode war. Im Original hat dieser Film auch wieder den typischen Humor a la Monty Python, der in der deutschen Fassung leider durch dümmliche Sprüche ersetzt wurde. Außerdem wird auch viel hinzugedichtet, wie z.B. die Geschichte mit Sir Robin und dem dreiköpfigen Ritter. Das Radio mit Wackelkontakt taucht dort z.B. gar nicht auf, sondern der Sänger singt ein Lied mit markaberem Text, das aber viel lustiger ist, als die o.g. Geschichte, die der Erzähler in der dt. Fassung noch dazudichtet. Kurzgesagt, bei der dt. Fassung dieses Films kriege ich immer zuviel.

derDivisor47



Beiträge: 2.087

04.12.2006 13:22
#8 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Es gab zwar einige Syncros, wo ich mich persöhnlcih vielleicht ein bischen aufrege - vor allem bei Knotinuitätsbrüchen.
Aber ich hasse keine Synchro, die ich bischer gehöhrt habe. Vermutlich, weil ich immer glaube, doch etwas Gutes oder zumindest eine Rechtfertigung zu erkennnen.


Fierstein


Beiträge: 651

04.12.2006 13:54
#9 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

8 Frauen
Durch die "promi"-besetzung wurde dieser wunderbare film total verhunzt.
Grüße
Fierstein


filmclue


Beiträge: 38

04.12.2006 14:02
#10 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

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Ich mache mal den Anfang: Mein erstes "Erlebnis" in dieser Hinsicht war Hitchcocks "North by northwest" (schon der deutsche Titel "Der unsichtbare Dritte" ist mir bis heute ein Rätsel geblieben).
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ich finde die Stimme von Cary Grant auch nicht überragend, hasse die Synchro aber nicht. den deutschen Titel finde ich übrigens nicht schlecht. den Originaltitel hätte man IMO nicht adäquat wiedergeben können.


berti


Beiträge: 14.239

04.12.2006 14:12
#11 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Dass der Originaltitel (ein Zitat aus Hamlet) nicht ohne Schwierigkeiten direkt hätte übersetzt werden können, ist mir schon klar. Bei Hitchcock kam es ja häufiger zu wenig geglückten (oder sogar unfreiwillig komischen) Titel, z. B. wurde "Under Capricorn" zu "Sklavin des Herzens" oder "Spellbound" zu "Ich kämpfe um Dich".
Ein schwacher Titel kann natürlich trotzdem mit einer einigermaßen gelungenen Synchro verbunden sein.


Lammers


Beiträge: 3.517

04.12.2006 14:20
#12 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

In Antwort auf:
8 Frauen
Durch die "promi"-besetzung wurde dieser wunderbare film total verhunzt.


Stimmt, das ging schief. Das habe ich vor kurzem in einem Radiobeitrag vom DLF gehört. War auch, glaube ich, das einzige Mal, dass man bei einem Realfilm so viele bekannte Schauspieler bzw. -innen für die Synchro besetzt hat. Allerdings hat zumindest Hannelore Elsner schon mal synchronisiert und zwar Liza Minelli in "Cabaret".


Schöni


Beiträge: 82

07.12.2006 22:39
#13 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Ganz klar Clever & Smart. Mit John "Erkan Maria Moosleitner" Friedmann und Florian "Stefan Lust" Simbeck.
Ich habe die Comics sehr gerne gelesen und wollte mir auch den Film angucken, musste aber leider nach 20 Minuten aufgeben da ich mir diese grässlichen Stimmen nicht anhören konnte.

Aber eines muss ich sagen, ich fand die Filme von denen, außer dem 2ten, recht ansehbar...


AMK


Beiträge: 1.027

11.12.2006 17:01
#14 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

In Antwort auf:
Allerdings hat zumindest Hannelore Elsner schon mal synchronisiert
und zwar - wenn ich das in "jungen Jahren" richtig erkannt habe - Renée Soutendijk ("Marion") im Spielfilm "Abwärts" (BRD, 1984).

Gruß - Andreas


Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.842

12.12.2006 11:19
#15 RE: Eure ganz speziellen Hass-Synchros Zitat · antworten

Auch in noch jüngeren Jahren Shirley MacLaine ("Das Mädchen Irma LaDouce") und LIza Minelli ("Cabaret").

Gruß
Stefan


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