Alexander Herzog - ok, er war eh immer in der "zweiten Reihe" präsent, aber ich finde seine Stimme als äußerst unangenehm anzuhören. Auf mich wirkt er immer wie jemand, der krampfhaft versucht kratzig, tief und verbraucht zu klingen, obwohl er es eigentlich nicht ist. Ich weiß, dass das nicht stimmt und vielleicht auch etwas gemein ist, aber das ist immer mein Eindruck bei ihm. Und sein Spiel ist - zumindest das, was ich von ihm kenne - aus meiner Sicht auch eher mit "ausreichend" zu bewerten.
Wirklich? Den höre ich so gern, dass ich mich immer, wenn ich ihn höre, frage, warum er nie in die erste Liga aufgestiegen ist. Krampfhaft klingt er für mich nicht, sondern sogar im Gegenteil sehr natürlich.
Nun ja - in die erste Liga ist er wohl nie aufgestiegen, weil seine Stimme schon „extrem“ war. Auch im positiven Sinne - auf sehr markanten Nebenrollen äußerst passend. Seine Artikulation und sein Stimmsitz waren echt hart.
Ich kann verstehen, dass man das als unangenehm empfindet, tue dies aber persönlich nicht. Im Gegenteil - für mich ist diese Stimme Kult. Und das mit dem natürlichen Schauspiel sehe ich auch so. Sehr natürlich, aber eben auch „einfach“.
Nicht gerne trifft es nicht ganz, aber mittlerweile ist Jan-David Rönfeldt teilweise anstrengend geworden. Was besonders daran liegt, dass er einfach nur noch sein Programm abspult und leider sehr oft in absolutem Overacting abdriftet. Ich frage mich, warum er das mittlerweile so macht. Klar, er war schon immer der Böse vom Dienst und wird auch oft auf den Typ besetzt. Aber selbst da war er früher viel cooler. Denkt man an Kenny Hotz.
Bei Herzog ist es in meinen Augen einfach diese "unangenehme" Kombination aus sehr extrem verkratzter Stimmlage und geringem Modulationsspielraum. Es gibt Sprecher wie Helmut Müller-Lankow oder zu einem gewissen Grad auch Thomas Wolff, die in eine ähnlich krampfig-kratzige Knurr-Richtung gehen, die aber in meinen Augen eine wesentlich größere Bandbreite abrufen konnten und deswegen auch deutlich angenehmer zu hören sind.
Bei Alexander Herzog kann ich nur zustimmen, sowohl als Synchron- als auch als Hörspielsprecher habe ich ihn auch nie wirklich gerne gehört. Mag wohl an seiner "extremen" Stimme gelegen haben, aber auch an seiner Diktion, die - obwohl er laut Wikipedia Berliner gewesen ist - bisweilen irgendwie einen gewissen sächsischen Einschlag erkennen ließ - so was in Richtung "Wörtor" statt "Wörter".
Bei so viel Negativität muss auch ich mal eine Lanze für Alexander Herzog brechen: Ich mochte seine Stimme immer sehr und hätte ihm zu Lebzeiten sehr viel mehr größere Rollen gewünscht. Besonders in Erinnerung geblieben ist er mir als Belles erfinderischer Vater Maurice in Disneys "Die Schöne und das Biest" von 1992. Ein langjähriger Kollege, der mit Alexander Herzog viel Menge/Ensemble gemacht hatte, hatte mir mal über ihn erzählt, dass Herzog ein sehr netter Kollege war, allerdings wurde er bei der Arbeit am Mikro wohl schnell nervös und aufgeregt. Möglicherweise einer der Gründe, warum er nur selten über kleine Rollen hinauskam? Für mich auf jeden Fall eine der markantesten Stimmen aus der guten alten Zeit.