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Dieses Thema hat 80 Antworten
und wurde 3.806 mal aufgerufen
 Synchronschaffende
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John Connor



Beiträge: 4.883

21.01.2014 23:19
#16 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Ich hatte noch nie Probleme mit Ode auf Grant - obwohl für mich, wie gewiss auch für viele andere, Ackermann der ultimative Grant-Sprecher ist und sowohl Ackermann als auch Grant jeweils zu meinen absoluten Lieblings (Synchron-)Schauspielern gehören.
Die Synchrongeschichte ist voll von bedauerlichen Abweichungen von wunderbaren Sprecher/Star-Paarungen - aber DER UNSICHTBARE DRITTE gehört ganz und gar nicht dazu. Ich finde Ode großartig in dieser Rolle, seine Stimme passt zu dem schusseligen Muttersöhnchen und dem eleganten Werbefachmann.

Mit nahezu allen Grant-Sprechern außer Ackermann kann ich mich bis heute nicht anfreunden, auch nicht mit Klinger. Aber Ode habe ich beim ersten Sehen des Films, obwohl Ackermann gewöhnt, kein bisschen als störend empfunden. Die Leichtigkeit in seiner Stimme passt wunderbar zur Leichtigkeit des Films. Auch wenn ich Ode nie zu den Top-Sprechern der Klassik-Ära zählen würde, so gibt es doch keine einzige Synchronrolle von ihm, die mir nicht gefallen hätte. Ode ist für mich auch untrennbar mit der guten alten Hollywood-Zeit verbunden, wie z.B. auch Axel Monje, weil er ab den 60ern, als Hollywoods Profil sich merklich zu verändern begann, nicht mehr als Sprecher wirkte (und es war schon ein kleiner Schock für mich, als ich den leichtfüßigen, immer gut gelaunten Ode des Synchrons das erste Mal als schwerfälligen, mausgrauen, autoritären KOMMISSAR erlebte - mehr als eine halbe Stunde habe ich nicht ausgehalten damals und bis heute auch keine einzige Episode zu Ende gesehen).

Was die Qualität des Films im Hitchock'schen Oeuvre angeht, so stimme ich S.T.O.F.F.E.L ohne Vorbehalte zu. Ich finde den UNSICHTBAREN auch ziemlich überbewertet! Es ist schon so bei mir: Cary Grant ist einer der besten und leider auch einer der am meisten unterschätzten US-Schauspieler, James Stewart dagegen halte ich insgesamt für eher überbewertet (in seinen 1950er-Filmen (unter Hitch und Anthony Mann) war er ausnahmslos phantastisch, davor und danach aber nicht unbedingt), aaaaber: Stewarts Hitchcock-Filme gehören zu den besten des Meisters, diese vier Klassiker kann ich immer wieder schauen, ohne dass mir langweilig wird. Grants Hitchcock-Filme dagegen fallen nicht nur im Vergleich mit den Stewarts merklich ab, sondern auch mit anderen ähnlich gelagerten Filmen (auch von Hitchcock): REBECCA ist ein viel besserer und atmosphärisch dichterer Psychothriller als VERDACHT, SABOTEURE ist ein spannenderer, temporeicherer und kurzweiligerer Agenten-Film als UNSICHTBARE, und ich ziehe CHARADE (der ständig mit dem etwas unhöflichen Lob bedacht wird, der beste Hitchcock-Film zu sein, den Hitchcock nicht gedreht hat), dem ironischen Champagner-Thriller ÜBER DEN DÄCHERN VON NIZZA vor. Insbesondere in CHARADE, einem meiner absoluten all time favorites, kann ich mir keinen anderen als Ackermann vorstellen.

Daher: bloooooß keine Neusynchro!!!

berti


Beiträge: 17.484

21.01.2014 23:25
#17 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Ich finde Ode großartig in dieser Rolle, seine Stimme passt zu dem schusseligen Muttersöhnchen und dem eleganten Werbefachmann.

Wie ein "schusseliges Muttersöhnchen" wirkt Thornhill für mich mit Odes Stimme durchaus - im Original allerdings nicht.
Auch deswegen kann ich mich mit seiner Stimme nicht so recht anfreunden.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

21.01.2014 23:31
#18 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Das ist absolut irre!

Über 220 Zugriffe und 15 Beiträge innerhalb nur weniger Stunden. Das hat noch absolut keiner Meiner Threads geschafft!

Dabei ist es ein Thema, zu dem schon x-mal diskutiert wurde in zig Threads.

Eine kleine witzige Bemerkung heute andernorts und schon ging's los! Und kaum ist der Thread hier aktiviert, geht's weiter.

Ist kein Scherz-aber wenn mal wer über das Polarisieren an sich eine wissenschaftliche Studie verfassen möchte, wäre er hier absolut am richtigen Platz!

Ich habe gegen Ode für Grant absolut nichts. Das ist ausgesprochen originell! Den Film selbst halte ich durchaus für etwas überinterpretiert. Sicherlich ist er einer von Hitchcocks unterhaltsamsten Filmen, aber sicher keines der Top-Werke. Vielleicht muß man wegen dem reinen Unterhaltungsfaktor seit Jahrzehnten mit pseudo-analytischen Deutungen jeder Art den Film "aufwerten".

John Connor



Beiträge: 4.883

21.01.2014 23:36
#19 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Aber bitte keine analogen Threads zu Clooney/Umbach oder Depp/Off starten. Die Qualität vom UNSICHTBAREN hin oder her - aber zwischen Grant und den beiden erstgenannten Herrschaften sind doch Welten!

Silenzio
Moderator

Beiträge: 20.429

22.01.2014 00:05
#20 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Deine Ausführungen stimme ich größtenteils zu, Fehmi. Aber ich fürchte du wirst den Tag verfluchen, an dem du dich zu Erik Odes Anwalt aufgeschwungen hast!

Heiko


Beiträge: 243

22.01.2014 08:35
#21 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zugegeben, die Rolle bietet unterschiedliche Facetten. Einerseits ist er der Geschäftsmann, der scheinbar nichts anderes als sein Business kennt und sich ab und an mit Frauen abgibt, dabei aber nie seine Mutter vergisst... Aber er spielt jetzt nicht unbedingt den Ladykiller, sondern ist sich lediglich seiner Wirkung auf Frauen bewusst, mit denen er ihnen, meinem Eindruck nach, höflich begegnet. Ackermanns Interpretation der Rolle hätte dagegen leicht ins Überhebliche gleiten können. Und da ich den Film auch schon oft im Original gesehen habe, kann ich so gut wie keine Abweichung von Grants zu Odes Interpretation feststellen. Ich werde ihn mir aber in Kürze im Original noch einmal ansehen, nachdem ich mir die bereits darüber geführte Diskussion im Forum nochmals zu Gemüte geführt habe.

Über Klinger habe ich mir zu diesem Film bislang noch keine Gedanken gemacht. Ich könnte mir ihn aber auch sehr gut vorstellen. Gerade in der Interaktion mit J.R. Landis wäre er sicherlich sogar noch besser als Ode gewesen.

Zudem habe ich an Pflug und Joloff überhaupt nichts auszusetzen. Klar, die Leonard kann ich mir im Nachhinein auch vorstellen, nur war sie schon Ende der 50er sehr präsent, aber in der Mehrzahl auf die Bardot und Monroe abonniert. Meines Erachtens änderte sich das erst, als sie Janet Leigh in "Psycho" synchronisierte, da diese Rolle bekanntlich schwerer oder auch ernster angelegt war.

Lammers


Beiträge: 4.067

22.01.2014 08:37
#22 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Ode ist für mich auch untrennbar mit der guten alten Hollywood-Zeit verbunden, wie z.B. auch Axel Monje, weil er ab den 60ern, als Hollywoods Profil sich merklich zu verändern begann, nicht mehr als Sprecher wirkte


Sicherlich ist daran auch "Der unsichtbare Dritte" schuld, wobei ich mich da jetzt nicht weiter auslassen werden, da hier schon genug gesagt wurde. Für mich steht Ode aber generell für die Steifheit mancher Synchros aus der Zeit, wo das Original wesentlich lockerer wirkt (siehe "Singin' in the rain") und deswegen kann ich mich auch mit seiner Stimme nicht so recht anfreunden.

Zitat von smeagol
Und ja - ich bin 100% davon überzeugt, dass Ackermann das viel, viel besser gemacht hätte, denn dann wäre die Rolle auch in der Synchro so rübergekommen, wie sich Hitchcock das gedacht hat.



Und das Ackermann auch anders als "schwer" konnte und durchaus auch jede Art von Emotion in die Rolle bringen konnte, hat er in "Schwarze Geschichten" auf Vincent Price beweisen können. Ich denke, dass er auf jeden Fall auch Roger (O.) Thornhill hätte meistern können und hätte ihn gerne in dieser Rolle gehört, auch wenn ich die gewünschte Alternative von einigen, Paul Klinger zu nehmen, gut nachvollziehen kann.

Zitat von Silenzio
Was jetzt an der Besetzung von Eva Pflug so schlimm sein, ist mir schleierhaft. Passt doch gut.



Ja, aber der Sexappeal der Rolle geht völlig verloren. Das fiel mir mal bei einer Stichprobe der Speisewagenszene auf. Eva Marie Saint schafft das aber auf jeden Fall im Original.

smeagol



Beiträge: 3.901

22.01.2014 08:57
#23 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #17
Wie ein "schusseliges Muttersöhnchen" wirkt Thornhill für mich mit Odes Stimme durchaus - im Original allerdings nicht. Auch deswegen kann ich mich mit seiner Stimme nicht so recht anfreunden.

Ich kann mich Berti nur anschließen: Genau DAS macht die deutsche Fassung komplett falsch und dreht die Figur durch den Fleischwolf. Die Sache mit der Mutter und alles, was Roger Thornhill so passiert steht in starkem Kontrast zu der Figur, die Grant darstellen soll. Man kann sagen, dass Cary Grant sich in gewisser Weise selbst spielt (wie auch in anderen Filmen) und dieses weltmännisch-elegante geht der Figur in der Synchro vollkommen ab. Im O-Ton kann man merken, was Hitchcock wollte, denn da funktioniert es. Und Curt Ackermann wäre in der Synchro eben genau so perfekt gewesen, wie es hätte sein sollen.

Zitat von Silenzio im Beitrag #15
Was jetzt an der Besetzung von Eva Pflug so schlimm sein, ist mir schleierhaft. Passt doch gut. So viel passender wäre da nun Margot Leonard auch nicht gewesen. Aber gut, deine Meinung.

Ich glaube, ich mag ihre Stimme einfach nicht oder sie spielt "seltsam" in dieser Synchro. Ich empfinde ihre Stimme als sehr unsympathisch - deshalb und in Verbindung mit Ode ist mir vollkommen schleierhaft, was die Figuren in die jeweiligen Arme treibt. Ich finde es schlichtweg grausam.

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Die Synchrongeschichte ist voll von bedauerlichen Abweichungen von wunderbaren Sprecher/Star-Paarungen - aber DER UNSICHTBARE DRITTE gehört ganz und gar nicht dazu.

Das sehe ich - wer hätte das gedacht(!) - vollkommen anders. Natürlich gibt es bedauerliche Abweichungen - dieses Forum ist voll von solchen Fällen. Die meisten aber betreffen (ohne das in irgendeiner Form abwertend zu meinen!) "kleine" oder "kleinere" Filme im Sinne von Publikumsinteresse oder allgemeiner Beliebtheit. "Der unsichtbare Dritte" jedoch ist für viele eines der Schlüsselwerke in Hitchcocks Filmen (in Hollywood und auch England), da es quasi eine Zusammenfassung seines Schaffens und einer Grundthematik in vielen Hitchcockfilmen ist. Ich will überhaupt nicht zu weit ausholen - es gibt unglaublich viel Literatur darüber und vielem davon schließe ich mich persönlich an, da ich es nachvollziehen kann. Und eben aufgrund der "Wertigkeit" dieses Films ist es furchtbar schade, dass dieser in die Hände der MGM und damit auch in deren Synchronabteilung geraten musste. Es wäre sehr schön gewesen, wäre dieser Film für Paramount entstanden - es hätte eine Synchro bei der BSG gegeben mit Ackermann für Cary Grant und ein weniger angestaubtes Dialogbuch sicherlich auch. Friedel Schuster hätte man bestimmt ebenso geholt wie vielleicht sogar Joloff. Mit diesen beiden Besetzungen hätte man dann schon alles Positive aus der jetzigen Synchro rausgeholt.

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Mit nahezu allen Grant-Sprechern außer Ackermann kann ich mich bis heute nicht anfreunden, auch nicht mit Klinger.

Ich tat mich immer schwer mit Grantfilmen, in denen nicht Ackermann zu hören ist. Mit der Zeit aber differenziere ich jedoch stark nach Alter und damit Aussehen von Grant. Nach seiner "Rückkehr" zum Film 1955 sehe ich nur noch Ackermann als wirkich 100% passend an. In den Filmen davor variiert es sehr. Klinger funktioniert für mich noch am besten in "Liebling ich werde jünger" - ideal ist aber weder er noch Lukschy noch Nielsen. In "Jedes Mädchen müsste heiraten" (den ich am vergangenen Wochenende zum ersten Mal in der Synchro sehen konnte) passte Ackermann sehr gut, in "Ich war eine männliche Kriegsbraut" oder "Die Nacht vor der Hochzeit" kann ich teilweise nachvollziehen, was andere an der Besetzung stört (ohne das mich Ackermann je für Grant gestört hätte, das nur der Vollständigkeit wegen).

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Ich finde den UNSICHTBAREN auch ziemlich überbewertet!

Bei Hitchcock scheiden sich überhaupt viele Geister - sein Gesamtwerk besitzt aber viele unterschiedliche Facetten. Der von mir geliebte "Über den Dächern von Nizza" ist vielen zu leicht geraten - für mich rangiert er direkt hinter "Das Fenser zum Hof" und noch vor Vertigo und auch "Der unsichtbare Dritte". Ich halte dagegen "Frenzy" für total überbewertet - da werden mit Sicherheit einige anderer Meinung sein. Und das ist ja auch gut so. Zu den weiteren Filmen, die für mich persönlich belanglos sind zählen auch noch "Harry", "Saboteure", "Der falsche Mann" z.B.. Sie fallen alle ziemlich ab im Vergleich zu "Im Schatten des Zweifels" oder "Der Fremde im Zug".

Zitat von John Connor im Beitrag #16
James Stewart dagegen halte ich insgesamt für eher überbewertet (in seinen 1950er-Filmen (unter Hitch und Anthony Mann) war er ausnahmslos phantastisch, davor und danach aber nicht unbedingt), aaaaber: Stewarts Hitchcock-Filme gehören zu den besten des Meisters, diese vier Klassiker kann ich immer wieder schauen, ohne dass mir langweilig wird.

100%ige Zustimmung - das sehe ich ähnlich, wobei "Cocktail für eine Leiche" aufgrund seiner Inszenierung für mich an letzter Stelle rangiert. Aber "Das Fenster zum Hof" (mein absoluter Lieblingsfilm über alle Genres hinweg), "Vertigo" und "Der Mann, der zuviel wusste" sind absolut zeitlos und gehen auch für mich immer und immer wieder, ohne zu langweilen.

Zitat von John Connor im Beitrag #16
Grants Hitchcock-Filme dagegen fallen nicht nur im Vergleich mit den Stewarts merklich ab, sondern auch mit anderen ähnlich gelagerten Filmen

Jein - ich stimme zu, dass REBECCA deutlich besser ist als VERDACHT aber SABOTEURE hat meiner Meinung nach Null Punkte im Vergleich zu "Der unsichtbare Dritte". Letzterer ist insgesamt stimmiger und kurzweiliger sowieso.

Zitat von John Connor im Beitrag #16
dem ironischen Champagner-Thriller ÜBER DEN DÄCHERN VON NIZZA vor. Insbesondere in CHARADE, einem meiner absoluten all time favorites, kann ich mir keinen anderen als Ackermann vorstellen.

Wie schon zigmal geschrieben finde ich "Über den Dächern von Nizza" unglaublich gut, wobei mir auch Charade sehr gut gefällt - im direkten Vergleich für mich aber verliert

Zitat von Heiko im Beitrag #21
ZAckermanns Interpretation der Rolle hätte dagegen leicht ins Überhebliche gleiten können.

Finde ich nicht. Siehe "Über den Dächern von Nizza" oder auch "Charade". Ackermanns Stimme "steht" Grant einfach perfekt in diesen Filmen und das ist es, was der jetzigen Synchro mit Ode fehlt.

Zitat von Heiko im Beitrag #21
Und da ich den Film auch schon oft im Original gesehen habe, kann ich so gut wie keine Abweichung von Grants zu Odes Interpretation feststellen.

Diese Aussage hinterlässt mich beinahe sprachlos Im Ernst: Ich finde es sogar gravierend anders, wie die Figur in der Synchro wirkt.

Zitat von Lammers im Beitrag #22
Ja, aber der Sexappeal der Rolle geht völlig verloren. Das fiel mir mal bei einer Stichprobe der Speisewagenszene auf. Eva Marie Saint schafft das aber auf jeden Fall im Original.

Exakt so sehe ich das auch.

Zitat von fortinbras im Beitrag #18
Über 220 Zugriffe und 15 Beiträge innerhalb nur weniger Stunden. Das hat noch absolut keiner Meiner Threads geschafft!

Ich denke, das zeigt in gewisser Weise, das dieser Film durchaus aus der "Masse" heraussticht - und hier natürlich sowieso, weil seine Synchronfassung so lebhaft diskutiert wird. Ich möchte den Film nicht überhöhen - das wäre deutlich zuviel des Guten. Aber eine gewisse Relevanz in der Filmgeschichte möchte ich ihm schon attestieren - nicht zuletzt diente er in gewisser Weise als Schablone für viele andere Agententhriller mit Humorelementen - quasi ein Pendant zur Mutter aller Horrorfilme ("Psycho") und der "kultivierten Thriller-Romanze" ("Über den Dächern von Nizza").

Ich stelle hier (in Bezug auf die kontrovers und lebhaft diskutierte Synchronfassung) oft den Vergleich mit "Stirb Langsam 3" an, welcher für mich sowas wie die "moderne" Variante dieser Thematik darstellt ... ohne dabei an die Stellung eines Films wie "Der unsichtbare Dritte" heranzureichen. Bei "Stirb langsam 3" zerschießt die vorliegende Synchro auf eine ähnliche Art und Weise den ganzen Film wie bei "Unsichtbare": Durch die Besetzung der Hauptfigur als auch das teilweise unpassende Dialogbuch. Auch in "SL3" gibt es analog zu "Der unsichtbare Dritte" aber auch positive Elemente in der Besetzung: Sei es EvN für Samuel L. Jackson als auch Thomas Fritsch für Jeremy Irons. Im Gegensatz zu "Der unsichtbare Dritte" könnte man die (sehr beliebte) Filmreihe noch retten durch eine Neusynchro. Die Hoffnung gebe ich da noch nicht auf, da noch weiterhin Filme in der Reihe produziert werden und vielleicht bei Film 6 jemand im Sinne einer Gesamtbox Teil 3 neu auflegen will. Das ist zumindest dort mein Hoffnungsschimmer - über "Der unsichtbare Dritte" werden sich meine Kinder und deren Kinder noch aufregen müssen ...

Lammers


Beiträge: 4.067

22.01.2014 09:20
#24 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von smeagol
Es wäre sehr schön gewesen, wäre dieser Film für Paramount entstanden - es hätte eine Synchro bei der BSG gegeben mit Ackermann für Cary Grant und ein weniger angestaubtes Dialogbuch sicherlich auch. Friedel Schuster hätte man bestimmt ebenso geholt wie vielleicht sogar Joloff. Mit diesen beiden Besetzungen hätte man dann schon alles Positive aus der jetzigen Synchro rausgeholt.



Idealerweise hätten dann auch Klaus von Wahl und Fritz A. Koeniger zum Zuge kommen müssen, die aus dem Film sicherlich viel rausgeholt hätten und ihm sicherlich lockere Dialoge verpasst hätten, wie in etwa bei "Arsen und Spitzenhäubchen. Es wäre dann erstens nicht so steif gewesen, zweitens hätte man dann entweder Ackermann oder Klinger engagiert, wobei Ackermann wahrscheinlicher gewesen wäre, da er Grant schon in anderen Paramount-Produktionen gesprochen hatte, wie z.B. "Über den Dächern von Nizza". Da hätte man neben Cary Grant auch noch gut bei Eva Marie Saint was rausholen und ihr eine "passendere" Stimme verpassen können.

smeagol



Beiträge: 3.901

22.01.2014 09:29
#25 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von Lammers im Beitrag #24
Idealerweise hätten dann auch Klaus von Wahl und Fritz A. Koeniger zum Zuge kommen müssen, die aus dem Film sicherlich viel rausgeholt hätten und ihm sicherlich lockere Dialoge verpasst hätten, wie in etwa bei "Arsen und Spitzenhäubchen. Es wäre dann erstens nicht so steif gewesen, zweitens hätte man dann entweder Ackermann oder Klinger engagiert, wobei Ackermann wahrscheinlicher gewesen wäre, da er Grant schon in anderen Paramount-Produktionen gesprochen hatte, wie z.B. "Über den Dächern von Nizza". Da hätte man neben Cary Grant auch noch gut bei Eva Marie Saint was rausholen und ihr eine "passendere" Stimme verpassen können.

Ich hätte auf Koeniger getippt und ich stimme dir in allem zu - das wäre genau das geworden, was ich mir für den Film wünschte. Ackermann wäre sehr wahrscheinlich gewesen - aus den von dir schon genannten Gründen.

Lars


Beiträge: 478

22.01.2014 09:34
#26 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Nur am Rande: Hat sich jemand mal die Frage gestellt, ob sich Ackermann die Rolle von Leo G. Carroll vielleicht selber ausgesucht haben könnte und nicht von Ode umbesetzt wurde?

Gruß,

Lars

http://www.bluesmissiles.de

smeagol



Beiträge: 3.901

22.01.2014 09:53
#27 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von Lars im Beitrag #26
Nur am Rande: Hat sich jemand mal die Frage gestellt, ob sich Ackermann die Rolle von Leo G. Carroll vielleicht selber ausgesucht haben könnte und nicht von Ode umbesetzt wurde?

Dafür gibt es meiner Meinung nach keinerlei Grund: Erstens ist es keine Haupt- sondern nur eine Nebenrolle (= weniger Geld). Zweitens hat Ackermann Grant bereits in einem großen Hitchcockfilm sowie in einigen anderen Filmen gesprochen - Ode aber noch nie. Aus meiner Sicht gibt es dafür überhaupt keinen Grund - weder monetär für Ackermann noch aus künsterischer Sicht oder weil er für Leo G. Carrol irgendwie "unentbehrlich" gewesen wäre (keinesfalls eine Situation wie Bale und Depp in "Public Enemies"). Ich glaube auch kaum, dass Ackermann die "überdrehten" Szenen nicht spielen konnte (sowas konnte er durchaus, wie wir aus anderen Filmen wissen und der Mann war schließlich Schauspieler).

Es ist eher so, dass Ackermann (meiner Kenntnis nach!) nicht gerade zum "Sprecherpool" der MGM Synchronabteilung gehörte und die Tatsache, dass man ihn geholt hat deutet für mich eher darauf hin, dass er zunächst für Grant vorgesehen war. Vielleicht gefiel Herrn Ode Curt Ackermann nicht in der Rolle und besetzte sich daraufhin selbst und Ackermann um. Ich glaube aber mal gelesen zu haben, dass er das zusätzliche Geld zu jener Zeit gut brauchen konnte - ich vermute daher, dass er da den Vorteil der Verantwortlichkeit zu seinen Gunsten nutzte. Dies ist nicht so böse gemeint, wie es vielleicht klingt - ich gebe nur mein Gefühl zu dieser Situation wieder.

berti


Beiträge: 17.484

22.01.2014 10:10
#28 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von smeagol im Beitrag #27
Ich glaube aber mal gelesen zu haben, dass er das zusätzliche Geld zu jener Zeit gut brauchen konnte - ich vermute daher, dass er da den Vorteil der Verantwortlichkeit zu seinen Gunsten nutzte. Dies ist nicht so böse gemeint, wie es vielleicht klingt - ich gebe nur mein Gefühl zu dieser Situation wieder.

Zumindest schreibt er in seinen Memoiren (aus denen ich mal zitiert hatte), dass er wegen seines Hause Geld brauchte und sie daher wieder der Synchronarbeit zuwandte. Da er diesen Umzug auf die Zeit um 1960 datiert, käme es hin. Allerdings schreibt er in diesem Zusammenhang auch (Entschuldigung wegen des Herumreitens!), dass er zu dieser Zeit nicht mehr Regie geführt hätte.

Dass Ackermann von der MGM vergleichsweise selten in Hauptrollen besetzt wurde, war Mücke früher schonmal aufgefallen; er schreib damals, die MGM habe ihn offenbar zeitweise gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Als Beispiele nannte er neben dem "Dritten" noch Robert Mitchum (wo einmal Wolfgang Kieling und einmal Klaus Schwarzkopf zum Zuge kam) und Schauspieler wie Victor Mature und Jeff Chandler, die in den Fünfzigern eigentlich zu seinen Stammkunden zählten.
Allerdings wies er darauf hin, dass die MGM umgekehrt bei David Niven mehrmals Ackermann nahm.

smeagol



Beiträge: 3.901

22.01.2014 10:34
#29 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #28
Zumindest schreibt er in seinen Memoiren (aus denen ich mal zitiert hatte), dass er wegen seines Hause Geld brauchte und sie daher wieder der Synchronarbeit zuwandte. Da er diesen Umzug auf die Zeit um 1960 datiert, käme es hin. Allerdings schreibt er in diesem Zusammenhang auch (Entschuldigung wegen des Herumreitens!), dass er zu dieser Zeit nicht mehr Regie geführt hätte.

Dass Ackermann von der MGM vergleichsweise selten in Hauptrollen besetzt wurde, war Mücke früher schonmal aufgefallen; er schreib damals, die MGM habe ihn offenbar zeitweise gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Als Beispile nannte er neben dem "Dritten" noch Robert Mitchum (wo einmal Wolfgang Kieling und einmal Klaus Schwarzkopf zum Zuge kam) und Schauspieler wie Victor Mature und Jeff Chandler, die in den Fünfzigern eigentlich zu seinen Stammkunden zählten.
Allerdings wies er darauf hin, dass die MGM umgekehrt bei David Niven mehrmals Ackermann nahm.

Genau diese Dinge bewegen mich zu der Annahme, dass man Ackermann ursprünglich für Grant holte und Ode ihn dann umbesetzte. Ob nun aus "monetären" oder eben aus "künstlerischen" Gründen wird wohl nicht mehr zu klären sein. Ich gehe aber genau von diesem Szenario aus.

Lammers


Beiträge: 4.067

22.01.2014 10:50
#30 RE: Ist ja irre - Aus dem Cary spricht der Ode (1959) Zitat · antworten

Zitat von smeagol im Beitrag #27
Ich glaube aber mal gelesen zu haben, dass er das zusätzliche Geld zu jener Zeit gut brauchen konnte - ich vermute daher, dass er da den Vorteil der Verantwortlichkeit zu seinen Gunsten nutzte. Dies ist nicht so böse gemeint, wie es vielleicht klingt - ich gebe nur mein Gefühl zu dieser Situation wieder.


Wobei Ode in der Zeit auch verstärkt als Regisseur tätig war. Lt. IMDb hat er etwa in der Zeit bei ca. 2-3 Filmen pro Jahr Regie geführt. Zwar zumeist Unterhaltungs- und Musikfilme, aber damit konnte man ja zu der Zeit (etwa 1957-59) gut Geld machen.

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