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Dieses Thema hat 210 Antworten
und wurde 8.125 mal aufgerufen
 Off-Topic
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Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

27.03.2015 01:21
Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Und hier kommt er: Der Alptraum aller Synchron-Ultras. Der von mir bereits angedrohte Filmbesprechungsthread, in dem es um alles geht - außer Synchronisation(en). Wer Lust hat sich hier zur Abwechslung mal über den Inhalt eines Films auszutauschen, ist hier herzlich willkommen!

Ich komme gerade aus dem Kino und habe gedacht, fange doch einfach mal an.

Verstehen Sie die Béliers? (F, 2014)
Tja, was soll ich sagen? Ein Film der meine Faibles für Jugendgeschichten, starke Vater-Tochter-Beziehungen, schöne, aber nicht verklärende Landwelt und Gehörlose bedient, kann bei mir eigentlich nur gewinnen. Wenn es dann auch noch um Schule und Musik geht, scheint der Film gerade auf mich zugeschnitten zu sein. Insofern bin ich auch gerne bereit über die ein oder andere

Dass der Vater laut den Fotos im Abspann, dann doch Bürgermeister wird, obwohl er zuvor seine Wähler beleidigt hat, scheint mir dann doch arg unglaubwürdig. Genauso wie die Heirat Thomassons und die angedeuteten Beziehungen zwischen Quentin und Mathilde, sowie Paula und Gabriel etwas "too much" sind.
Die Charakterisierung des Musiklehrers scheint mir leider einerseits erschreckend real, andererseits auch positiv idealisiert. So manchem Kollegen würde seine Aufopferungsgabe sicherlich nicht schaden. In seiner Figur und seinen Liedern fand ich dann auch den von mir geliebten unterschwelligen Humor, dessen sonstige Seltenheit ich aber überraschenderweise sonst nicht weiter beklagenswert fand, da ich ausnahmweise mal auch mit den offensiven Gags etwas anfangen konnte - ja sogar die Zoten haben mich nicht gestört, weil sie so formidable durch einen
So machten die Erwähnung von Scheidenpilz und die Latexallergie den angenehmen Unterschied zu albernen Teenie-Movie-Zoten aus
gebrochen wurden. Einzig wirklicher Kritikpunkt ist für mich die etwas übertriebene Darstellung der Mutter von Karin Viard. Die Unaufgeregtheit der Tochter war da ein angenehmer Gegenpol. Insgesamt ein wirklich lustiger Film (was ich nicht oft über Komödien sage) mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin!


"Heiliger Quackstrudel!"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

27.03.2015 09:46
#2 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gerade gesehen trifft's nicht, aber neulich - "Der Vampir auf der Couch".

Wer sich denkt, dass ein österreichischer Vampirfilm nur schrecklich sein kann, dem sei gesagt: dieses Vorurteil stimmt absolut!

Ich erwartete mir wenig, aber auch das wurde nicht erfüllt. Inhaltlich geht es um einen Vampir, der seines Untotseins und seiner Partnerin überdrüssig ist und Sigmund Freud aufsucht.

So weit, so gut. Der Film hätte das Zeug gehabt zum gepflegten, satirischen Spiel mit Psychoanalyse und Vampirismus. Am Besten ein kleiner französischer oder englischer Film ohne große Stars.

Das Resultat konnte sich nicht entscheiden, ob es Komödie sein will oder eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Betreffend Vampiren bin ich etwas puritanisch, aber Tobias Moretti in überzeichneter Bela Lugosi-Aufmachung war dann doch zuviel des Guten. Apropos Moretti: dessen Kunstsprache ist sehr störend. Seine Tiroler Wurzeln unterdrückt er mit künstlichen Sprachmanierismen und das wirkt alles noch unnatürlicher. Schauspielerisch kann er gut sein, aber hier war scheinbar von Vornherein alles im Argen - da wäre auch jemand von anderem Format gescheitert. Moretti ist ein Schauspieler für bodennahe Menschen und keiner, dem man einen Vampir abnimmt.

Die Dialoge sind selbstverliebt, aber selten erheiternd. Die Besetzung ist insgesamt ok, aber im Dahintümpeln des Filmes schwer über Wasser zu halten. Die Szenen mit dem Vampir und Sigmund Freud sind in einigen Momenten ganz witzig, allerdings ist der Reiz bald dahin.

Einen eigenen visuellen Stil bietet der Film nicht. Er verzichtet zwar auf Zooms, Flackerbilder und zu hysterische Schnitte, bemüht sich aber um Blockbusterästhetik. Auch investierte man für hiesige Verhältnisse viel in Effekte. Die wirken so künstlich und übertrieben wie nahezu alle Digitaleffekte, nur nerven sie hier noch mehr - weil sie deplaziert sind und für die Handlung im Prinzip unwichtig. Da ging es wohl nur um ein "Das können wir auch!".

Als dialogstarkes satirisches Kammerspiel hätte einiges daraus werden können. So ist es ein zäher Kaugummi, ohne künstlerische oder regionale Identität und auch ohne klare Linie. Für jeden soll etwas dabei sein - aber das geht nun mal nicht...

Die erhofften hohen Einspielergebnisse sind übrigens bis dato ausgeblieben. Die "Twilight"-geilen Youngsters machen um so was einen großen Bogen und die traditionelleren Genre-Fans sollten die Publicity-Beiträge ebenso verschreckt haben...


"Ich brauche einen Ausweis, der ausweist, daß der Ausweis mich anweist Ihnen die Schlüssel zu geben."

Klaus W. Krause für Gabriel Gemenez in "Percy Stuart"

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.618

27.03.2015 17:43
#3 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gerade trifft es weniger, gestern dann eher: DIE MIT DER LIEBE SPIELEN (1960), das wohl kühnste Werk von Michelangelo Antonioni.

Grob: Eine kleine Gruppe der italienischen Oberschicht begibt sich auf einen Inselausflug. Unter ihnen der junge Architekt Sandro (Gabriele Ferzetti), seine Freundin Anna (Lea Massari) und deren Freundin Claudia (Monica Vitti). Mit Anna führte Antonioni scheinbar die Heldin des Films ein. An einem Halt an einer Insel lässt er sie plötzlich verschwinden. Aus den Augen ihrer Freunde und den Rest des Films. Hitchcock tat etwas ähnliches mit Janet Leigh in PSYCHO. Aber anders als Hitchock gab sich Antonioni keinerlei Mühe zu erklären, was aus Anna geworden war. Sandro und Claudia begeben sich auf die Suche nach Anna (später nur noch halbherzig) und kommen sich naturgemäß dabei näher. Doch allmählich vergessen sie Anna, der Zuschauer selbst tut das interessanterweise ebenso...


Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

28.03.2015 19:23
#4 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Hab den Threadnamen jetzt mal angepasst.
Danke für eure Kritiken. Sehr spannend zu lesen, auch wenn man die Filme nicht gesehen hat. Und vielleicht ergibt sich hieraus ja auch der ein oder andere Anschau-Tipp. Für solche bin ich immer dankbar.


"Heiliger Quackstrudel!"

Wilkins


Beiträge: 1.823

29.03.2015 22:41
#5 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gerade eben auf RTL2: Die Goonies.

... Man, das ist bestimmt zehn Jahre her, dass ich den zuletzt gesehen habe. Und trotz seiner 30 Jahre macht er heute auch noch ordentlich Spaß. Eben eine witzige, spannende und charmante Abenteuergeschichte für die ganze Familie. Obwohl man sagen muss, dass ein bisschen weniger Hektik und Überdrehtheit gutgetan hätte, weil man kaum zu Atem kommt.

Dennoch sehr sehenswert. Kino, wie es heute nicht mehr gemacht wird! :)


dlh


Beiträge: 10.285

30.03.2015 21:35
#6 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Da ich die Blu-Rays günstig bekommen habe, habe ich die letzten Tage damit verbracht, mir die Endlos-Reihe "Saw" anzutun, um zu sehen, ob meine Vorurteile all die Jahre lang berechtigt waren. Direkt vorweg: Ja, waren sie leider.

Beim damaligen Erscheinen hatte ich lediglich die ersten drei Teile gesehen, ab Teil drei wurde es mir aber zu verworren und ich habe die Serie abgehakt. Das ist aber nun schon gut zehn Jahre her, also konnte man ja noch einmal einen Versuch wagen. Doch, besser wurde es nach der zweiten Fortsetzung nicht. Der erste Teil hat mich damals beim Gucken sehr beeindruckt. Er hat eine clever konstruierte Story, eine sehr dichte und unangenehme Atmosphäre und vermutlich eines der überraschendsten Enden der Filmgeschichte. Die Meinung vertrete ich auch heute noch. Der Film hat so gar nichts mit seinen Nachfolgern gemein. Sicher, fiese Fallen und einige Gewaltspitzen sind auch hier vorhanden. Allerdings stehen diese nicht im Vordergrund, werden nicht selbstzweckhaft eingesetzt und dienen schon gar nicht der Unterhaltung des Zuschauers. Im Gegenteil, viel mehr sollen sie dessen Unbehagen vergrößern. Schauspielerisch wird hier dank Danny Glover, Cary Elwes und Co. auch Einiges geboten - die Fortsetzungen setzten dann irgendwann nur noch auf No-Names. Ein Film wie ein Puzzle. Zu Beginn ist man genauso ratlos, wie die Hauptfiguren, wird immer wieder auf falsche Spuren gelockt und freut sich am Ende, wenn alles plausibel zusammenpasst.

Mit dem zweiten Teil kam ein neuer Regisseur und ein neuer Stil, was man sofort merkt. Der Gewaltgrad wird deutlich angezogen, die Tötungsszenen sind plakativer, allerdings schafft es der Teil auch noch, eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen. Ein paar Situationen aus dem Vorgänger werden aufgegriffen und ein wenig näher erläutert. Ob das jetzt nötig war, darüber kann man geteilter Meinung sein. Zumindest wirkt es nicht aufdringlich wie in den weiteren Fortsetzungen.

Tja, und ab Teil drei beginnt der rasante Abstieg. Die Produzenten wollte noch einmal einen drauflegen und haben den Gewaltgrad abermals erhöht, so dass es schon beinahe lächerlich wird. Storymäßig konnte man dem Ganzen auch noch was Neues abgewinnen, also bestehen die Filme ab Teil drei jeweils zu knapp 50% aus irgendwelchen Rückblenden, die Fragen beantworten wollen, die man sich als Zuschauer gar nicht gestellt hat. Irgendwann sterben die Täter dann auch, aber die "schlauen" (neuen) Drehbuchautoren ziehen immer wieder weitere Komplizen aus dem Hut - ich fühlte mich teilweise an den Gag aus "Jay und Silent Bob schlagen zurück" einnert, indem man "Scream Teil XY" parodiert und als Mörder einen Schimpansen präsentiert -, zaubern immer abstrusere Verbindungen zwischen Opfern und Tätern herbei - ein neuer Teil ist in der Mache, da wird bestimmt "Jigsaws" Postbote dran glauben müssen, weil er einen Brief nicht rechtzeitig geliefert hatte - und konzentrieren sich eigentlich bloß noch auf die immer schlimmere Tötungsmethoden. Nett sind dann bloß hier und da mal kurz eingestreute Referenzen an hochwertigere Horrorfilme wie "Das Schreckenscabinett des Dr. Phibes". Und die Filmmusik. Aber das zusammen macht noch keinen guten Film.

Man kann sagen, dass "Saw" vieles mit der "Robocop"-Reihe gemein hat. Es gibt einen genialen Erstling, eine immer noch überdurchschnittlich gute Fortsetzung und alles, was danach kam, hat dem Ruf der Reihe extrem geschadet.

Mein Tipp: Zumindest mal eventuelle Vorurteile gegenüber dem Erstling ausblenden und sich zumindest dieses spannend inszenierte Kammerspiel ansehen, das sich sehr von seinen Nachfolgern unterscheidet und eben wirkich eine Geschichte erzählt. Zudem funktioniert der erste Teil auch als abgeschlossener Film, die ganzen Nachfolger dienen aufgrund ihrer endlosen Referenzen eigentlich bloß als "Fußnoten", funktionieren aber nicht als eigenständige Werke.

(Geguckt wurde übrigens im Original-Ton .)


Vielen Dank für Ergänzungen, Korrekturen und sonstige Informationen.
"Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie dort. Im Kopf dieses Mannes." (Michael Telloke in "MillenniuM")

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

31.03.2015 12:08
#7 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gestern abend habe ich nach etwa 10 Jahren nun zum zweiten Mal
Aus dem Reich der Toten (USA, 1958)
gesehen, und war überrascht, an wie wenig ich mich noch erinnern konnte - nämlich an fast gar nichts. Lediglich die berühmte Kameraeinstellung,
als Scottie das Treppenhaus herab sieht, war mir noch im Gedächntis. Vielleicht gerade deshalb fand ich den Film aber auch (trotz einiger Längen)
sehr spannend und gut inszeniert. Allerdings sind mir einige Drehbuchschwächen aufgefallen:
1. Die Funktion der Figur "Midge" erschließt sich mir nicht wirklich. Sie dient quasi nur als Bezugsperson Scotties und ist damit in meinen
Augen eigentlich überflüssig.

2. Auf Wikipedia steht, dass die Auflösung für den Zuschauer ursprünglich in einer Szene gedacht war, in der sich Judy und Elster über die Zukunft unterhalten. Dies hätte auf mich weit "natürlicher" gewirkt, als die ziemlich "konstruierte" Szene, in der Judy den Brief schreibt und wieder wegwirft.
3. Die Motivation mit der Scottie Judy ummodelt ist nicht so ganz eindeutig. Mir schien es beim anschauen vor allem so, als ob Scottie die Turm-Szene
nachstellen wollte um sich von seiner Akrophobie zu kurieren. Die zusammengetragenen Stimmen auf Wikipedia deuten aber alle mehr in die Richtung, dass Scottie Madeleine wieder auferstehen lassen wollte, bzw. später Judy zu enttarnen.
4. Noch weniger war mir klar weshalb Judy die ganze Ummodelung über sich ergehen lässt. Ihr ist doch klar, dass es ihm nicht um sie, sondern um Madeleine geht.
5. Der eindeuttigste Schwachpunkt ist für mich, wieso Scottie der Trug gerade anhand der Kette auffällt. Es hätte hunderte von Gründen geben können, weshalb Judy diese Kette - oder auch nur eine ähnliche Kette besitzt.


Was meint ihr zu diesen Punkten im Speziellen und dem Film im allgemeinen?


"Heiliger Quackstrudel!"

berti


Beiträge: 14.230

31.03.2015 12:18
#8 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Theoretisch ließen sich diese Fragen natürlich auch im Thread über den Film diskutieren, aber ich kann auch hier etwas dazu schreiben, soweit mir etwas dazu einfällt.
Midge war dramaturgisch notwendig, da er für einige Szenen einen Stichwortgeber brauchte und man wohl zusätzlich meinte, eine betont "normale" Figur würde Fergusons Besessenheit besonders hervorheben.
Zu den im Spoiler-Bereich aufgezählten Punkten:
Wie sowohl von Hitchcock als auch öfter in der Fachliteratur beschrieben, will Scottie Judy in Madeleine verwandeln, um zum einen von seinen Schuldgefühlen befreit zu sein und zum anderen, um sich wieder die Frau zu schaffen, der er verfallen ist. Judy spricht am Ende selbst aus, dass sie sich aus Liebe wieder umwandeln ließ, um bei ihm sein zu können. Daneben kann es auch sein, dass sie hoffte, ihn auf diese Weise von seiner Traumatisierrung heilen zu können.
Bei der Kette handelte es sich immerhin um ein besonders altes und wertvolles Familienerbstück, von dem es nicht unbedingt ein zweites Exemplar geben dürfte. Und selbst wenn, wäre es wohl zuviel des Guten, wenn ausgerechnet Madeleines Doppelgängerin zufällig ein solches besäße.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

31.03.2015 12:21
#9 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Falls hier jetzt diskutiert wird, sind dann da auch stets schwarze Balken über den Antworten? Auch wenn man die wegklicken kann, es ist echt lästig. Aber darüber schimpfe ich ja genausogern wie über Andreas Neumann als Ersatz für GGH. Einen normal leserlichen Texyt, über den man vielleicht einfach in dickem Rot schreibt "Achtung, Spoiler" sollte doch auch genügen...

Noch ein kurzer Nachsatz zu Ischs Motivation für diesen Thread: ich finde es auch sehr schade, dass Austausch über Filme/Schauspieler selbst und die Freude daran oft nur eine sehr untergeordnete Rolle im Forum spielt und mitunter viel zu einseitig nur das Synchronthema dominiert. Klar, wir sind im Synchron-Forum und ich liebe das Thema heiß und innig. Aber ohne die Vorlagen gäbe es das einfach nicht...

In Anbetracht dessen, wie viele echte Filmfreaks hier sind, ist es erstaunlich, wie wenig über Filme und Schauspieler selbst gesprochen wird.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

31.03.2015 12:22
#10 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Na, hab ich's nicht gesagt...schon ist die Antwort geschwärzt.

Warum Isch das hier postet, hat er wohl zu Beginn schon klargestellt. Ich finde es auch schade, dass so getrennt werden muss.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

berti


Beiträge: 14.230

31.03.2015 12:25
#11 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #9
ich finde es auch sehr schade, dass Austausch über Filme/Schauspieler selbst und die Freude daran oft nur eine sehr untergeordnete Rolle im Forum spielt und mitunter viel zu einseitig nur das Synchronthema dominiert. Klar, wir sind im Synchron-Forum und ich liebe das Thema heiß und innig. Aber ohne die Vorlagen gäbe es das einfach nicht...

In Anbetracht dessen, wie viele echte Filmfreaks hier sind, ist es erstaunlich, wie wenig über Filme und Schauspieler selbst gesprochen wird.

Wenn es mit dem Synchronthema nichts mehr zu tun hat, tue ich persönlich mich mit solchen Diskussionen an dieser Stelle oft sehr schwer.

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

31.03.2015 12:31
#12 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #9
Falls hier jetzt diskutiert wird, sind dann da auch stets schwarze Balken über den Antworten? Auch wenn man die wegklicken kann, es ist echt lästig. Aber darüber schimpfe ich ja genausogern wie über Andreas Neumann als Ersatz für GGH. Einen normal leserlichen Texyt, über den man vielleicht einfach in dickem Rot schreibt "Achtung, Spoiler" sollte doch auch genügen...

Ich finde diese Lösung auch "suboptimal", aber sie ist nun mal die gegebene Spoiler-Warnung und die sollte schon sein, gerade wenn man diesen Thread auch (wie ich) dazu liest um Anschau-Tipps zu bekommen. Aber deinen Vorschlag finde ich allein aus optischen Gründen schon nicht schlecht. Wenn das allgemein akzeptiert wird, bin ich gerne bereit meine Beiträge dahingehend zu ändern.

Zitat
In Anbetracht dessen, wie viele echte Filmfreaks hier sind, ist es erstaunlich, wie wenig über Filme und Schauspieler selbst gesprochen wird.


Einrahmen und Aufhängen!


"Heiliger Quackstrudel!"

Lammers


Beiträge: 3.515

31.03.2015 12:31
#13 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Isch im Beitrag #7
1. Die Funktion der Figur "Midge" erschließt sich mir nicht wirklich. Sie dient quasi nur als Bezugsperson Scotties und ist damit in meinen
Augen eigentlich überflüssig.


So halb und halb. Sie ist ja quasi Scotties Jugendliebe gewesen und da er nicht verheiratet ist (zum damaligen Zeitpunkt höchst ungewöhnlich) und auch sonst keine Partnerin hat, hat man quasi gedacht, dass er vielleicht eine Frau an seiner Seite braucht und so diese Figur entworfen, die im Innern wahrscheinlich immer noch enttäuscht ist, dass aus ihnen nichts geworden ist. Aber eine wirklich tiefergehende Funktion hat sie nicht, das stimmt.


3. Die Motivation mit der Scottie Judy ummodelt ist nicht so ganz eindeutig. Mir schien es beim anschauen vor allem so, als ob Scottie die Turm-Szene
nachstellen wollte um sich von seiner Akrophobie zu kurieren. Die zusammengetragenen Stimmen auf Wikipedia deuten aber alle mehr in die Richtung, dass Scottie Madeleine wieder auferstehen lassen wollte, bzw. später Judy zu enttarnen.
4. Noch weniger war mir klar weshalb Judy die ganze Ummodelung über sich ergehen lässt. Ihr ist doch klar, dass es ihm nicht um sie, sondern um Madeleine geht.


Letzteres scheint auf jedenfalls logischer. Jedenfalls könnte sich theoretisch dagegen wehren, aber da Scottie ja geradezu besessen ist, Madeleine (wie du schreibst) wieder auferstehen zu lassen, lässt sie es aus Liebe zu ihm geschehen.

Bei der Kette handelte es sich immerhin um ein besonders altes und wertvolles Familienerbstück, von dem es nicht unbedingt ein zweites Eexemplar geben dürfte. Und selbst wenn, wäre es wohl zuviel des Guten, wenn ausgerechnet Madeleines Doppelgängerin zufällig ein solches besäße.
Zumal diese Kette sehr auffällig ist und er nachts auch davon träumt. Insofern kann er ja auch nicht drumrum.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

31.03.2015 13:34
#14 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

"Vertigo" ist vielleicht Hitchcocks düsterster Film und auch ein sehr reifes Werk. Ich sehe ihn aber wenigar als Psychothriller, er ist für mich eher ein Nachzügler des "Film Noir"-Subgenres.

Auf meiner persönlichen Hitliste der Filmes des Meisters ist "Vertigo" aber nur im Mittelfeld platziert. Wenn man den ganzen psychoanalytischen Ballast an Deutungen und Interpretationen wegblendet, ist der Film ein kompetent gemachtes Psychodrama mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen, einer suggestiven Atmosphäre und von visueller Schönheit. Nur war selbst 1958 vieles von dem nicht so neu, wie behauptet.

Mir ist der Film zu langsam, bisweilen zu langatmig. Sicherlich braucht die Geschichte die Zeit, um sich zu entfalten - aber der Film hat für die äußerlich simple Kriminalgeschichte einfach Überlänge. Das ist Stoff für 90 Minuten.

"Vertigo" ist für mich im Unterschied zu anderen Hitchcock-Werken bei mehrfachem Ansehen nicht mehr unterhaltend oder spannend. Ich entdecke in dem Film nichts Neues. Er konzentriert sich auf die gewaltige Conclusio und schwupp - der Effekt ist so stark, dass damit die Luft aus allem raus ist und ich zumindest beim erneuten Ansehen kaum mehr Interessantes finde. Ich kann "Psycho", "Marnie" oder "Das Fenster zum Hof" zig mal ansehen und mir wird nie fade dabei. "Vertigo" hat für mich keinen Unterhaltungswert im üblichen Sinn. Muss er auch nicht haben, der Film ist gut so, wie er nun mal ist. Und er ist mir noch immer lieber als "Verdacht" oder der an schwülstiger Süßlichkeit erstickende "Rebecca", wo man sich vor Lachen biegen muß, wenn Joan Fontaine hilfesuchend voll Leid um sich blickt. Mrs. Danvers hätte Manderlay abfackeln sollen, ehe die neue Mrs. de Winter das altehrwürdige Gebäude betritt...


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

31.03.2015 15:24
#15 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #14

Mir ist der Film zu langsam, bisweilen zu langatmig. Sicherlich braucht die Geschichte die Zeit, um sich zu entfalten - aber der Film hat für die äußerlich simple Kriminalgeschichte einfach Überlänge. Das ist Stoff für 90 Minuten.

Der Gedanke ging mir auch schon durch den Kopf. Um ehrlich zu sein, schon bei vielen Filmen...

Von mir gibt es jetzt noch keine Hitliste; ich bin gerade mitten in einer kleinen "Hitchcock-Retrospektive", die zugegebenermaßen aber nur die großen Hollywoodstreifen umfasst. Aber ich finde man muss erstmal die alle kennen, bevor man sich den Kleinoden widmet. Bisher hab ich mir dazu angesehen:
"Mr. & Mrs. Smith" (war schon das zweite Mal), "Das Rettungsboot" (Premiere für mich), "Cocktail für eine Leiche" (dito), "Das Fenster zum Hof" (war schon das zweite Mal), "Über den Dächern von Nizza" (Premiere für mich), "Immer Ärger mit Harry" (hatte ich auch schon mal gesehen), "Der Mann, der zu viel wusste" (Premiere für mich) und jetzt eben "Aus dem Reich der Toten" (auch den hatte ich, wie gesagt, schon mal gesehen). Es folgen noch "Der unsichtbare Dritte" (Kenne ich zwar schon, aber kann mich kaum dran erinnern), "Psycho" und "Die Vögel" (die ich beide noch nicht gesehen habe).

Wahrscheinlich bomabadiert ich mich jetzt mit Filmen, die eurer Meinung nach viel besser sind, als diese "Hollywood-Schinken"


"Heiliger Quackstrudel!"

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