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Dieses Thema hat 210 Antworten
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 Off-Topic
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Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

02.04.2015 21:58
#31 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Na toll jetzt hast du mir was gespoilert. "Psycho" steht als nächstes auf meiner Liste!

Aber danke für die Erklärung.


"Heiliger Quackstrudel!"

Mein Name ist Hase


Beiträge: 885

02.04.2015 22:12
#32 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Oh, sorry! Das kommt davon, wenn man mal keine Spoiler einsetzt! Ich dachte, den kennt nun wirklich jeder... Ich hoffe, dass Dir Dein Filmgenuss dennoch nicht getrübt wird! EDIT: Hab's jetzt zumindest für die weiteren Leser geändert.

Gruß
Hase


"Steed! Ich dachte, Sie wären eine alte Dame mit einem Haufen Stricknadeln!"
"Man sagt mir eine gewisse Ähnlichkeit mit Omi nach."

Katrin Fröhlich und Gert Günther Hoffmann in "Mit Schirm, Charme und Melone"

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 25.841

02.04.2015 22:21
#33 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Dann jetzt mal, weil ich es just vor auf den Tag genau zwei Jahren erstmals anderswo gepostet habe, hier ein kleiner Nicht-Spoiler für nicht Star Wars!

NichtVader.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

"Look, I'm not your father."


"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

02.04.2015 23:30
#34 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Du wirst es kaum glauben, aber ich habe tatsächlich noch nie den "Krieg der Sterne" gesehen. Den Satz kenne ich allerdings trotzdem.


"Heiliger Quackstrudel!"

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

05.04.2015 15:41
#35 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Meiner Tradition folgend, an Karfreitag Filme religiösen Inhalts zu schauen, habe ich dieses Jahr (zugegebenermaßen in 2 Etappen)

Die größte Geschichte aller Zeiten (USA, 1965)
geschaut. Solche Monumentalschinken haben ja durchaus was für sich, wenn man, wie ich, mit der Lebenswelt der Antike etwas anzufangen weiß. In diesem Film traten jedoch der sonst übliche "Bombast" solcher Filme zugunsten einer ruhigen, spirituellen Inszenierung zurück, die sich einerseits zwar wohltuend vom lauten Pathos vergleichbarer Filme abhebt, andererseits gerade in Massenszenen aufgesetzt wirkt. Die Handlung ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr vorlagengetreu, wodurch es ein wenig so wirkt, als ginge es vor allem darum, die wichtigsten Stellen "abzuhaken". Unterstützt wird dies auch dadurch, dass auch so ziemlich alle bekannten Bibelsprüche nahezu wörtlich vorkommen. Dennoch gelingt es ihm eine gewisse Spannung aufzubauen. All dies macht den Film irgendwie "unauffällig" und so weiß auch weder das Filmlexikon noch Wikipedia besonders Negatives oder Positives zu ihm zu berichten. Er könnte gewissermaßen als Anti-Beispiel für all jene dienen, die der Meinung sind, ein Film müsse anecken um wahrgenommen zu werden (In der Richtung wünsche ich mir mal eine historisch-kritische Bibelverfilmung - quasi eine Biografie "Jesus von Nazarets", statt einer von "Jesus Christus"). Mir persönlich sind daher nur Marginalien aufgefallen: Die Rolle von Johannes dem Täufer wirkt etwas zu groß - wahrscheinlich weil sich Charlton Heston unbedingt in den Film miteinbringen wollte. Seine Darstellung gleitet ins Peinliche ab, allein schon durch sein Barbaren-Outfit. Telly Savalas fand ich unpassend für die Rolle des Pilatus, lag aber wohl vor allem an seiner Optik. Alfred Newman bemüht in zentrlalen Szenen Händels "Messias". Das verstärkt den Eindruck des "Abhakens" noch mehr und die Wirkung liegt irgendwo zwischen nervig und parodistisch (Übrigens musste ich feststellen, dass das "Herr-der-Ringe"-Thema offenbar aus diesem Soundtrack geklaut ist). Der Gipfel des "Abhakens" ist allerdings die Abendmahlsszene: Hier wurde das berühmte Gemälde 1:1 nachgestellt. Gefallen hat mir hingegen sehr, das auch schwarze Darsteller im Film mitwirkten - "most notably" Sidney Poitier als Simon von Zyräne. Bei alldem ist den Machern auch nicht der gute Humor abhanden gekommen: Mitten in einer religiösen Diskussion fragt ein Jünger Jesus, wie der denn eigentlich heiße. Der nennt ihm seinen Namen. "Ein schöner Name." - Jesus: "Danke" . Außerdem heißt es im Vorspann (sinngemäß): Basierend auf dem gleichnamigen Roman, den Evangelien und "some antique scriptures" .


"Heiliger Quackstrudel!"

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 25.841

05.04.2015 21:04
#36 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Für mich gehören die klassischen Bibelverfilmungen auch zu Ostern dazu und ich ich muss zugeben, dass sie mir in den letzten Jahren doch fehlen.

Dieses Jahr stand mangels anderem Aufgebot im Programm

Die Zehn Gebote (USA 1956)
Da du vom "Abhaken" geredet hast: Bemerkenswert ist, dass die "typischen" Szenen alle erst relativ spät, fast schon gerafft zum Ende des Films hin stattfinden.
Das schafft viel Raum für durchaus ernstes Familien- und Dynastie-Drama, in dem mehrere Seiten gut beleuchtet und nachvollziehbar charakterisiert werden.
Moses selber wird - schon wieder könnte man denken, Heston wolle herausgeputzt werden - als großartiger Wundertäter von geradezu herkulischem Ausmaße gezeichnet.
Die ganze Geschichte hat also einen sehr großen Anlauf, wie das bei monumentalen Epen nun einmal üblich ist, aber es ist auch irgendwie die Sache total wert.
Sehr auffällig und geradezu notorisch ist, wie alles so erklärt und aufgezeigt wird, dass es auch wirklich jeder versteht. "Seht mal, das Waser wird zu Blut!" Ist dieser Hinweis aus der Menge nun für Blinde, S/W-Zuschauer oder solche, die von der Geschichte noch nie zuvor gehört haben eingeflochten? Es erinnert am ehesten ans Theater, wo solche Bemerkungen fielen, weil sie aus den hinteren Reihen nicht erkennbar waren oder schlicht technisch nicht durchführbar. Hier wirkt es auf Dauer eher albern ...

Apropos albern: Schmunzeln musste ich auch hin und wieder über die Aussprache einiger Wörter, wie es sie heutzutage kaum noch geben würde. Ursula Krieg spricht von der "Mudda", Siegfried Schürenberg - gleichermaßen sächselnd wie in ASTERIX EROBERT ROM - von "Gödda"n. Klaus Miedel wendet ein: "Aber Dadsache ist" und einer der jungen Frauen um Moses meint einmal: "Eine Scharfschurfest könnte es von mir aus jeden Tach geben."
Sorry für die On-Topic-Kurve. :)

Nachdem die Vorgeschichte aus religiöser Sicht eher etwas ausgebreitet und umherschweifend wirkt, ist die zweite Hälfte also um so zielgerichteter: die Plagen (von denen die umgehende Pest unfreiwillig komisch wirkt), das Mahl als Ursprung des Pessach-Festes, der eigentliche Exodus, das Teilen des Meeres und schließlich als Höhepunkt die Verkündung der titelgebenden Zehn Gebote. Der Spruch "So steht es geschrieben ... und so soll es geschehen" wurde in der ersten Hälfte überdeutlich fast schon wie ein Running-Gag als typische Phrase des pharonisch-ägyptisch-weltlichen Unrechtssystems eingeführt, das nun durch das göttliche Recht ersetzt wird ... Ich habe es verstanden ...
Ach ja, und Miedel darf zu der Erkenntnis kommen: "Ihr Gott ... IST Gott."

Auffällig und nicht unkritisch zu beurteilen, dass dieser Gott noch als drohend und strafend gezeichnet ist, ganz nach dem Alten Testament eben. Es sei gut und nötig, dass Menschen nicht nur bestraft werden, sondern auch und insbesondere die unschuldigen Kinder der Ägypter. Besonders bemerkenswert erscheint mir dies, da Jesus und das Neue Testament ja nun gerade eine Abkehr von diesem Bild des Strafer-Gottes war. Eine frohe Botschaft eben. Dass die Väter der katholische Kirche es dann aber schon sehr früh besser zu wissen meinten als ihr eigener Glaubensbegründer und das AT ohne jede kritische Einstufung als absolut gleichwertig zum NT mit übernommen haben, ist eine wirklich geradezu fatale Entscheidung, welche die literarische Grundlage des christlichen Glaubens nicht weniger heikel macht als so manche Suren der muslimischen Koranausdeutung, sondern zu einer gefährlich und unsinnigen Mischinterpretation führt. Aber das ist eine andere Baustelle. Trotzdem auffällig, da der Film ja nun gerade zu Ostern läuft.

Also. What you see is what you get. Der Film funktioniert aus Tradition, die Trickszenen und die Ausstattung sind immer noch spektakulär. Er füllt den Abend und irgendwie das Herz. Aber er ist alles andere als unheikel in bestimmten Punkten.

Sehr gerne würde ich mal wieder KÖNIG DER KÖNIGE sehen, aber der scheint leider seit Jahren nicht mehr gesendet zu werden.

Gruß,
Tobias

"Ich glaube, dass mir damit eine Lektion erteilt werden sollte. ... Gott ist rachsüchtig!"
(Norbert Gastell in DIE SIMPSONS)


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Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

05.04.2015 22:19
#37 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Schöner Kommentar. Obwohl der Film so lang ist (das war glaube ich der erste Film, den ich jemals in zwei Etappen geschaut habe) kann ich mich irgendwie an fast nichts mehr erinnern. Außer, dass ich glaub ich Yul Brunner ganz gut fand und Edward G. Robinson (durch den ich Alfred Balthoff "erlernt" habe).

"König der Könige" ist auch einer der nächsten auf meiner Liste für zukünftige Karfreitage. Bisher habe ich gesehen: "Ben Hur", "Die zehn Gebote", "Luther", "Dogma" und eben "Die größte Geschichte aller Zeiten". Da bleibt ja schließlich nicht mehr viel übrig...
...außer "Die letzte Versuchung Christi" und dem Mel-Gibson-Film. Aber irgendwie reizen mich die nicht so.

PS: Das "Besserwissen" beginnt meines Erachtens schon bei Paulus. Bereits dessen Schriften sind problematisch, v.a. in bezug auf die Sklaverei.


"Heiliger Quackstrudel!"

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 25.841

05.04.2015 22:37
#38 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Isch im Beitrag #37
Schöner Kommentar. Obwohl der Film so lang ist (das war glaube ich der erste Film, den ich jemals in zwei Etappen geschaut habe) kann ich mich irgendwie an fast nichts mehr erinnern. Außer, dass ich glaub ich Yul Brunner ganz gut fand und Edward G. Robinson (durch den ich Alfred Balthoff "erlernt" habe).


Yul Brunner ist auch toll, vor allem mit einem meiner Allzeit-Lieblinge Klaus Miedel. Sollte ich irgendwann noch einmal deinen Fragebogen ernsthaft beantworten, müsste der da draufgehören ;-)

Edward G. Robinson hingegen macht zwar Spaß anzuschauen, aber er hat schon und gerade auch hier was von einem Schmierenkomödianten ... Er ist in dem Film so ein bisschen der vermutlich unbeabsichtigte comic relief.

Überhaupt ist der Film besetzungstechnisch natürlich eine Wucht, sowohl was die Darsteller angeht als auch die herrliche Besetzung mit all den Klassikstars. ... Ich überlegte am Freitag schon, als Challenge für das Forum eine Neusynchrobesetzung vorschlagen zu lassen.


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Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.207

05.04.2015 23:18
#39 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

"Die zehn Gebote" ... ich bin kein allzu großer Fan dieser amerikanischen Monumentalfilme, aber den find ich wirklich gut. Am nachhaltigsten sind für mich die lebendigen Bilder. Die Farben, das traumhafte der Szenerie und natürlich die Spezialeffekte.

Insgesamt gesehen mag ich aber wohl Pier Paolo Pasolinis Werk "Das 1. Evangelium - Matthäus" am liebsten. Ein Film, der ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht ist, aus Laiendarstellern bestand und Jesus mal als ärmlichen, einfachen Mensch zeigt. Unterlegt wird das ganze durch überwiegend klassische Musik z.B. Mozart, Vivaldi oder Bach.

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 25.841

06.04.2015 00:21
#40 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Ich muss zugeben, ich kenne außer den bekannteren alten Monumentalschinken gar nicht viel und will es eigentlich auch gar nicht ...

Und ich muss noch mehr zugeben, dass mir hier die über weite Strecken doch recht künstliche Szenerie gut gefällt. Es wirkt sehr theaterhaft, der Realität enthoben und damit wie aus der 'guten alten Zeit' stammend.


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Klaus



Beiträge: 713

06.04.2015 09:22
#41 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Auf derselben Umlaufbahn wie die Erde entdeckt die europäische Weltraumbehörde "Eurosec" auf Satellitenbildern einen bisher unbekannten Planeten. Nach einigen schwierigen Überlegungen zur Finanzierung des Projekts startet man einen Versuch und schickt zwei Männer dorthin: Colonel Glenn Ross und Astrophysiker John Kane. Letzterer stirbt an den Folgen einer Bruchlandung, während Kollege Ross zu seinem Erstaunen in der Zentrale von "Eurosec" zu sich kommt. Man verlangt nun nach einer Erklärung, warum er seine Mission abgebrochen habe und zurückgekehrt sei, doch Ross beteuert immer wieder, dass dem nicht so ist. Und bald darauf merkt er, dass alles um ihn herum spiegelverkehrt zu sein scheint, sogar seine eigene Frau. Die Lösung ist für ihn klar: auf dem anderen Planeten, einer Gegenerde, existieren Doppelgänger von ihnen. Und während er zu diesem Planeten gereist ist, ist ein anderer Colonel Glenn Ross von dort auf die Erde gekommen, so dass alles um ihn herum nur Spiegelbilder ihrer selbst sind. Seine Idee, ihn zur Erde zurückzuschicken, weil dann ja auch sein Spiegelbild zurückkehren müsse, erweist sich als fatal...

Dieser Spielfilm von Gerry und Sylvia Anderson mit einer sehr interessanten Grundidee und einem eher enttäuschenden Ende ist zwar nicht sehr bekannt, besticht aber durch hervorragende Spezialeffekte und viele Schauspieler, die später auch in der SciFi-Kultserie UFO zu sehen waren. Unter anderem konnte man Ed Bishop hier noch mit seiner echten dunklen Haarpracht bewundern (als Commander Straker in UFO trug er dagegen immer eine blonde Perücke). Ein Film mit einigen Logiklöchern, der jedoch einen SciFi-Nostalgiker wie mich sehr gut unterhalten hat.

Gruß
Klaus


"Diejenigen, die ihre Worte achtlos aussprechen, seien gewarnt: man weiß nie, wer zuhört!"

Joachim Kerzel in "The Outer Limits" (Episode 30: Die Feuerprobe)

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2015 14:03
#42 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zu Isch und "Die größte Geschichte aller Zeiten":

Dein subjektiver Einblick war sehr schön zu lesen und in einigen Punkten teile ich deine Meinung absolut - so u.a. zu Telly Savalas, der mich hier immer störte.

Kurz aber eine Bemerkung zur Musik, die hoffentlich nicht schulmeisterlich klingt - mit der Materie befasst sich nur logischerweise nicht jeder:

Alfred Newman war auf den Score zu diesem Film sehr stolz, auch weil er hier nach eigenem Gutdünken komponieren und auf den typischen Monumentalfilm-Klang verzichten konnte. Es schwebte ihm eine eher stille, feierliche Musik vor, die der Geschichte und dem Film gerecht wurde.

Bei der Premiere war er allerdings von Zorn gepackt, weil man hinter seinem Rücken genau das tat, wovor er gewarnt hatte: keine musikalischen Zitate zu benutzen, die populär sind. Man hatte seine eigene Komposition mit Händels "Hallelujah!" ausgetauscht. Newmans Meinung nach machte das die Szenen absolut lächerlich.

Er selbst hatte auch feierlich-fröhliche Chormusik geschrieben, die sich jedoch stilistisch vollkommen von Händel unterschied.

Newmans Musik wurde später auch konzertant aufgeführt und mehrfach in unterschiedlichem Umfang auf Tonträger veröffentlicht. Etwa auf der SilvaScreen-Doppel CD "The Filmmusic of Alfred Newman" kann man die originale Musik für diese Szenen hören.

Es gab übrigens durchaus Bestrebungen, die Musik später auszuwechseln - allerdings stellte sich dann heraus, dass George Stevens selbst Händel wollte und vor den Entscheidungen dieses Regie-Monumentes verbeugte man sich in aller Demut.


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

06.04.2015 20:08
#43 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Danke für die Aufklärung. Jetzt ist mein guter Eindruck, den ich von Alfred Newman seit dem großartigen "Das war der Wilde Westen" habe wiederhergestellt. Newmans Meinung zum Wechsel teile ich vollständig. Nochmal danke.


"Heiliger Quackstrudel!"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

07.04.2015 16:04
#44 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Nachdem ein Freund von mir kürzlich in Amsterdam war und das Anne Frank-Haus besuchte, wollte er sich mit mir gestern die klassische Hollywood-Verfilmung von 1959 ansehen. Den Film habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen und tatsächlich: er war viel schlimmer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Es ist ja beinahe ein Tabu, Filme mit Holocaust-Thematik zu kritisieren, vor allem wenn auch vor dem NS-Regime geflohene Schauspieler darin mitwirken. Aber da ich "Political Correchtness" verabscheue und lieber die Wahrheit sage...

Am Leben und der Situation von Anne Frank ist im Grunde nichts Besonderes im Kontext der NS-Geschichte. Einmalig daran ist, dass ein Dokument dazu in Form eines Tagebuchs übrig blieb, das auch wunderbar den Mikrokosmos beschreibt, der im Versteck Platz gefunden hat.

Daraus machte man ein erfolgreiches Theaterstück, das vom Broadway aus um die Welt ging. Bei uns wollte man es nicht unbedingt so gerne sehen, aber es war sicher kein Schaden, hier Schulklassen in die Theater zu stopfen.

Natürlich war auch das Stück ein wenig rührseliger als das Tagebuch, aber der Film schlägt alles. "Das Tagebuch der Anne Frank" von George Stevens ist ein Paradebeispiel, warum Hollywood niemals solche Stoffe verfilmen sollte. Zusammen mit "Schindlers Liste" vermutlich der unerträglichste Kitsch, den Hollywood je zum Thema Holocaust lieferte und Rührseligkeit ist etwas, das bei diesem Thema nichts verloren hat.

Formell ist der Film gut inszeniert und nutzt die engen Räumlichkeiten gut aus, die Schauspielerführung setzt eben schon mal auf reine Theatralik. Die Darstellerin der Anne Frank, ich hab jetzt den Namen vergessen, ist sichtlich zu alt für die Rolle. Das kam (und kommt) öfters vor, aber hier ist es so offensichtlich, dass es weh tut. Da nutzt es auch nichts, optisch nachzuhelfen durch Kinderbuch-Aussehen. Die Nebencharaktere sind eigentlich interessanter gestaltet als die Hauptfiguren, was auch an den Schauspielern selbst liegt.

Der Film trieft in seinem Leid und Schmerz dahin, es fehlen alle Ecken und Kanten und selbstverständlich wird Annes alterbedingte Schwärmerei für einen Mitbewohner ausgekostet, um Hollywoodschmalz in Reinkultur zu bilden. Spannend ist der Film nie, weder als dokumentarischer Spielfilm, noch als kammerspielartiges Drama. Die Zeit vergeht nicht, der Film ergötzt sich an seiner eigenen Rührseligkeit und Bedeutungsschwere. Alfred Newman ist ein Komponist, den ich sehr schätze, allerdings war er für rührselige Dramen niemals geeignet: was er hier an schmalzigem Geigengefidel bietet, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Musik treibt es bis zur Spitze.

"Das Tagebuch der Anne Frank" ist aus meiner Sicht ein überflüssiger Film. Wer sich für Anne Frank und ihr Schicksal interessiert, hat einerseits jede Menge passender Literatur zur Auswahl und andererseits einige hervorragende Fernsehproduktionen. Wie meistens in solchen Fällen ist es immer am Besten, sich eine positiv nüchterne britische Adaption anzusehen - wie jene der BBC.

Mein erwähnter Freund hat sich den Film ausgeborgt und war ziemlich enttäuscht davon, weil er so gar nichts Substanzielles zu bieten hatte. Er nannte es sarkastisch einen "Heimatfilm in einer einzigen Kulisse".


"Körper sind leicht zu beschaffen, Seelen aber nicht!"

Friedrich Schoenfelder für Peter Cushing in "Frankenstein schuf ein Weib"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

16.04.2015 22:50
#45 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Hoffentlich führe ich den Thread jetzt nicht allein mit mir weiter...aber ich setze ihn mal fort:

"Uneasy Rider" (Frankreich, 1999)

Ein ausgesprochen unkonventioneller, ungekünstelter und natürlicher Film. Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, dass der Film wie ein Homemovie gedreht ist, aber schon nach ein paar Minuten ist gerade das der Grund, warum man sich so mitten im Geschehen fühlt.

Jean Pierre Sinapis preisgekrönter, aber leider sehr unbekannter Film ist eine von echtem Leben pralle schwarze Komödie, die nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde und sich um jegliche "Political Correctness" einen Dreck kümmert.

Handlungsort ist ein Pflegeheim in Frankreich. Erzählt wird alles ein wenig aus der Perspektive einer Psychotherapeutin, die neu an diesen Ort kommt, an dem alles erstarrt ist. Sie ist bemüht darum, die Wünsche der Bewohner/innen umzusetzen, da diese erwachsene Menschen sind und nicht wie Kleinkinder behandelt werden sollen. Bewohner/innen wie Pflegepersonal werden sehr naturalistisch gezeigt. Die wohl wichtigste Hauptfigur ist der stets übelgelaunte Rene, Anfang 40, an MS erkrankt. Sein Zimmer ist vollgestopft mit Pornofilmen und Postern. Er belästigt auch das weibliche Personal. Er hat nur mehr wenig Zeit, um nochmal Sex haben zu können und deshalb will er so lange Terror machen, bis man ihn zu einer Prostituierten führt.

Im katholisch geführten Heim werden generell alle Kontakte zwischen den Geschlechtern unterbunden. Für den Rollstuhlfahrer Rabah aber kein Problem: er ist schwul und kann mit seinem im Heim gefundenen Partner problemlos das Zimmer teilen. Die Schwestern schieben immer heimlich die Betten zusammen. Nebenbei ist der Muslime ein großer Fan von Johnny Hallyday und will zur katholischen Kirche konvertieren, um sich auf den Namen Johnny taufen zu lassen. Dem Pfarrer erscheint das nicht als bedeutsam genug, ihn aufzunehmen...

Die Psychotherapeutin findet tatsächlich eine Prostituierte, zu der man Rene bringen kann. Doch dann wollen nach und nach andere Heimbewohner auch und allen Protesten zum Trotz wird es den behinderten Bewohnern des Heimes ermöglicht, auf ihre Kosten zu kommen.

Der Originaltitel "Nationale 7" bezieht sich auf die reale Straße, an der ein reges Prostituiertentreiben stattfindet und die behinderten Menschen hingebracht werden.

Ein lebensbejahender, ebenso berührender wie herrlich komischer Film, der ohne Moralisieren und Bedeutungsschwere ein nach wie vor gesellschaftlich weitgehend tabuisiertes Thema aufgreift: Menschen mit Behinderung und Sexualität.

Diesen herrlichen Film hat mir ein Freund empfohlen, der ihn als Praxisanleiter einer Pflegedienstorganisation regelmäßig dem Nachwuchs zeigt. Das Thema selbst wird übrigens in Österreich nach wie vor in der Ausbildung diverser Pflegeberufe nicht thematisiert, eine kirchlich getragene Organisation hat es in der internen Ausbildungsstätte sogar ausdrücklich untersagt. In der realen Welt treffen aber Menschen in Pflegeberufen häufiger auf dieses Thema, als man denkt: auch Menschen mit Behinderung oder in fortgeschrittenem Alter haben eine Sexualität, wenngleich sie teilweise anders abläuft als gewohnt. Und damit sind nicht irgendwelche Lustgreise gemeint, die sabbernd der Schwester in den Popsch zwicken.

"Uneasy Rider" möchte ich jedem empfehlen, der keine Berührungsängste hat und dem es nichts ausmacht, dass man drastisch und deftig-direkt einfach ohne große Vorbereitung hineingeworfen wird in die Materie.


"Man fasst es nicht!" (Hansi Kraus als Pepe Nietnagel)

http://www.ruine.at

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