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Dieses Thema hat 210 Antworten
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 Off-Topic
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kogenta



Beiträge: 1.479

17.04.2015 00:44
#46 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Den Anne-Frank-Film habe ich auch in unangenehmer Erinnerung - ist allerdings viele Jahre her. Erfreulich auch zu lesen, dass ich nicht der Einzige bin, der Spielbergs Schindler-Film als miserabel empfunden hat!

Es gibt einen neueren Anne-Frank-Film von 2009 mit dem Titel 'Mi ricordo Anna Frank' - hat den jemand gesehen? Schrecke noch davor zurück, da der Regisseur Alberto Negrin immer so schlechte Filme dreht, dass ich auch hier nicht so recht an einen sehenswerten Film glauben kann. Musik von Ennio Morricone - da sehe ich mir im allgemeinen alles an. Aber in diesem Falle...

Habe kürzlich aber gesehen:

Eine vielversprechende Pre-Titel-Sequenz: Kinder spielen am Strand, finden einen offenbar angespülten Mann; rätseln, ob er noch lebt; rütteln ihn schließlich wach, laufen - als er aufsteht - erschrocken davon; der Mann hinterher; Soldaten lauern in den Dünen, die Kinder werden erschossen. Das alles poetisch und nicht spekulativ gefilmt.

Titelsequenz: Schwenks über Plätze und Straßen, überall liegen Leichen herum, ein greller Titelsong über Kannibalen ist zu hören. Filmtitel: I CANNIBALI (Die Kannibalen)

Alltägliche Straßenszenen; Andrang in einem Cafe und in einer U-Bahn-Station. Auch hier liegen überall Leichen, sogar in der fahrenden U-Bahn. Niemand scheint Notiz davon zu nehmen. Später sehen wir Plakate: es ist unter Androhung der Todesstrafe verboten, sich um die Toten zu kümmern. Aha, womöglich normaler Alltag in einem totalitären Staat.

Wie geht's weiter: Dem Film liegt Sophokles 'Antigone' zugrunde, dass in die heutige Zeit verlegt wurde. Regie führte Liliana Cavani, der Film entstand 1969 zu einer Zeit, als viele neue europäische Regisseure in Erscheinung traten. In den Hauptrollen sehen wir Pierre Clementi, der im selben Jahr auch in Bertoluccis 'Konformist' zu sehen war, sowie Tomas Milian, der zu dieser Zeit eigentlich ein Star im Italo-Western war und nur selten in 'anspruchsvolleren' Filmen auftrat.

Tja, anspruchsvollere Filme. Einige Regisseure können das (wie Bertolucci im erwähnten 'Konformist'), andere nicht. In diesem Falle bin ich trotz des superben Beginns leider nicht so ganz begeistert, obwohl ich den Film jetzt nicht als schlecht niedermachen möchte. Aber mir ist das alles viel zu kopflastig, da wird man nicht mitgerissen; weder von der abstrusen Story noch von der Inszenierung. Auch seinerzeit tabubrechende Sequenzen können ihre Wirkung heute nicht mehr entfalten. Und in einen Film etwas herein interpretieren, das sich nicht zwingend mitteilt, ist meine Sache nicht.

Die Musik von Ennio Morricone - deswegen hatte ich mir den Film hauptsächlich angesehen - kann diesmal auch nicht wirklich überzeugen. Neben dem schon erwähnten grellen Titelsong hören wir ein zwar tolles Chor-Thema, dass aber nur eine Variation ist zu Morricones Musik zum ungleich besseren 'Queimada' mit Marlon Brando. Resteverwertung? Auch die andere Musik hört sich an wie an einem freien Wochenende auf die Schnelle zusammenkomponiert. Dass es dennoch - gemessen an den meisten anderen Komponisten - punktgenau die Atmosphäre trifft und sogar erzeugt, ist erstaunlich und belegt die Genialität des Komponisten, der sowas offenbar mit dem kleinen Finger der linken Hand zustande bringt.

Fazit: Ein nicht uninteressanter, aber auch nicht wirklich überzeugender Film aus der Möchtegern-anspruchsvollen Schublade.

Gruß, kogenta


Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

18.04.2015 05:18
#47 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Ich hab noch gar nichts über den letzten Film geschrieben, den ich gesehen habe.

Nach eingen Jahren hab ich mal wieder meine DVD mit
Die oberen Zehntausend (USA, 1956)
rausgeholt und musste feststellen: Der ist wirklich witzig. Eigentlich sollte man meinen, was soll ein Film über ein paar verrückte Reiche, der kaum zehn Jahre nach dem Krieg herauskam schon bieten können außer Dekadenz? Nichts! Genau das haben sich die Macher wohl auch gesagt und darum angenehm selbstironisch aus den Vollen geschöpft. Wenn schon, dan richtig! Und so ist der Film nicht nur ein Schaulaufen (meiner) größten Stars (Louis Armstrong, Grace Kelly, Frank Sinatra und The Godfather of Crooning Bing Crosby), sondern auch durchaus unterhaltsam. Ganz zu schweigen von Cole Porters Songs. Normalerweise entdecke ich die schöner alter Musical-Nummern immer erst, wenn ich sie selbst spiele, weil sie in den zeitgenössischen Orchester-Arrangements irgendwie alle gleich klingen. In diesem Film werden sie aber alle so schmissig dargeboten, dass sie sofort gefallen - allen voran "Well did you evah?", den die meisten (mich eingeschlossen) wahrscheinlich von Robbie Williams' legendärer Platte "Swing when you're winnig" kennen. In diesem Film jedoch das DueTT der Giganten: Crosby und Sinatra. Sowas wie die Stabsübergabe der beiden größten Crooner des 20. Jahrhunderts.

Im Gegensatz zum ersten Mal habe ich ihn dieses Mal auch in deutsch gesehen und war entsetzt darüber, dass Satchmo von einem amerikanischen Schauspieler synchronisiert wurde. Nicht weil dessen Stimme noch eine gefühlte Oktave tiefer war als die von Pops selbst, sondern weil dieser ihn mit einem so breiten Akzent sprach, der den Eindruck erweckte, als würde Armstrong seine eigene Muttersprache nicht beherrschen. Hier wurde mal wieder bewusst das Bild vom "dummen Neger" geschürt. Vielleicht noch nicht einmal böse gemeint, aber dafür nichtsdestoweniger skandalös!
Interessant fand ich hingegen Wolfgang Kieling für Sinatra. Vor ein paar Monaten hab ich mir auch mal "Frankie und seine Spießgesellen" auf deutsch angesehen und fand GGH sehr passend. Kielings Stimme kam diesem recht nahe, war aber trotzdem eben nicht GGH, der damals einfach überbesetzt war und dadurch eine gute Alternative (Obwohl "Ocean's 11" jüngeren Datums ist).


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Lammers


Beiträge: 3.481

18.04.2015 10:00
#48 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Das mit der Synchronstimme von Louis Armstrong fand ich auch irritierend, als ich den Film mal ausschnittweise gesehen habe. Geliehen hat ihm die Stimme der amerikanische Bassbariton Kenneth Spencer, der seinerzeit hierzulande mit diversen Songs erfolgreich war. Das mit dem rassistischen Klischee würde ich jetzt nicht unbedingt so sehen, auch wenn man es vielleicht so verstehen könnte. Ich würde eher denken, dass man Armstrong so authentisch wie möglich klingen lassen wollte. Vielleicht reichte Wandrey für Armstrong nicht, wenngleich ich ihn mir gut vorstellen kann; auch in diesem Film.

Den Film selbst fand ich eher mäßig. Ich habe ihn vor ein paar Jahren vollständig im Original gesehen. Die Musiknummern sind schon wirklich schön; "True Love" erschien damals sogar auf Platte und wurde 1993 von Kiki Dee und Elton John gecovert. Dennoch fand ich den Film, der ja ein Remake von "Die Nacht vor der Hochzeit" ist, gegenüber dem Original eher schwach und auch wenn die musikalischen Nummern etwas rausreißen und wenn die Besetzung auch sonst gut ist, habe ich bei dem Film die gepfefferten Dialoge und die Atmosphäre des Originals vermisst. In "Die oberen Zehntausend" war das Ganze doch eher gediegener und ließ den Screwball-Charakter vermissen, der im Original, sicherlich auch durch Katherine Hepburn, vorhanden ist.

John Connor



Beiträge: 4.715

01.05.2015 00:06
#49 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Am Dienstag im Kino: EX MACHINA. Eigentlich eher ein spontaner Entschluss (mache ich so gut wie nie), ursprünglich stand ein anderer Film auf dem Plan, ich wurde aber von meiner Begleitung subtil zu diesem überredet, zumal ich auf Downey jr. irgendwie doch keinen Bock hatte. Ich wusste so gut wie gar nichts über den Film, er (genauer: der Filmtitel) war mir nur aufgefallen, als ich letzten Sonntag kurz die imdb-Kinocharts für die USA überflog. So ganz planlos wollte ich mich aber auch nicht auf den Film einlassen - auf dem Handy schnell bei imdb nach den User-Bewertungen geschaut: 8,1 - ein User schwärmte gar von einem künftigen SF-Klssiker. Das Fehlen von Starnamen behagte mir zwar nicht, aber die story klang nicht uninteressant. Ich erwartete einen einigermaßen intelligenten Film mit interessanter Handlung - einen typischen Geheimtipp. Die erste Überraschung erlebte ich, als der recht große Kinosaal immer voller und voller wurde. Vielleicht doch ein typischer Blockbuster-Film, der irgendwie durch mein Raster gefallen war?

Der Film fing auch sehr interessant an, die Kameraführung war ansprechend, die Dialoge nicht dumm - ein psychlogisches Kammerspiel mit philosophischen Untertönen? Warum nicht. Die beiden Hauptdarsteller waren auch nicht übel, über einige seltsame Details sieht man erstmal hinweg (Identitätskarten als Türöffner?) - langweilig war der Film erstmal jedenfalls nicht; man legt sich eben Hypothesen zurecht, auf was für eine Pointe der Film zusteuern könnte. Alles in Ordnung bis jetzt. Dann aber, im letzten Drittel, dreht der Film völlig durch, reiht eine unmotivierte Volte an die andere und präsentiert dem Zuschauer eine völlig an den Haaren herbeigezogene idiotische Auflösung. Dann ärgert man sich über einen weiteren Film, dem es wieder nicht gelungen ist, aus einer interessanten Prämisse einen guten, wohlkonstruierten Film zu machen. Dann ärgert man sich noch mehr, weil der Film intelligenter erscheinen will als er es sein kann. Prätentiöser Schmarrn usw. Man hört aus den vorderen und hinteren Reihen: "Was für eine Scheiße!".
Tja, und zwei Tage später denke ich überhaupt nicht an den Film - ein nachhaltiger Film ist was anderes.


"Ich habe keinen Bond-Film mehr gesehen, seit Sean Connery aufgehört hat!"
(Niels Clausnitzer in LAW & ORDER)

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

11.05.2015 23:00
#50 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gestern abend habe ich den 500. Film meines Lebens geguckt. Dafür habe ich mir natürlich ein besonderes Highlight aufgebhoben, und so handelte es sich dabei um
Make Mine Music (USA, 1946)
das einzige Disney-Meisterwerk, das nie in dieser Form in Deutschland erschien. Es handelt sich hierbei um einen Episodenfilm im Stile von "Fantasia", für den allerdings nicht nur klassische Literaturmusik verwendet wurde, sondern eine sehr ausgewogene Mischung aus Schlagern, Jazz, Folk Songs und Literatur. Viele der einzelnen Episoden verstehen sich überdies als "tone poem" und werden von einem Erzähler begleitet. Auch inhaltlich und grafisch sind diese vielfältig gestaltet und geben einen bunten Strauß von Trends und Möglichkeiten der damaligen Trickfilmkunst wieder (Von surrealen Bilderwelten bis hin zu "typisch Cartoonigem"). Die bekanntesten Erzählungen sind sicherlich die von "Willi, dem singendem Wal" und Prokofjevs "Peter und der Wolf", die aber meines Erachtens nicht unbedingt zu den besten gehören. Wer wie ich mit Disneys weniger bekannten "Package-Filmen" der 40er-Jahre was anfangen kann, wird sich über dieses Kleinod sicherlich freuen; ebenso diejenigen, denen "Fantasia" zu "elitär" war. Dirigent und Überlänge verschwanden hierin zugunsten populärer Namen, wie Dinah Shore, Benny Goodman und den Andrews Sisters. Künstlerisch und handwerklich besser als "Drei Caballeros"; von den Ideen her weniger einfallsreich als "Fantasia" präsentiert sich "Make Mine Music" auf einer Stufe mit dem zwei Jahre später entstandenen "Musik, Tanz und Rhythmus". Jüngere Zuschauer werden sich vielleicht stellenweise langweilen, jedoch zeigen auch manche Gags, dass der Film auch eher auf ein erwachsenes Publikum abzielt. Schöne Bilder und schmissige Musik (U.a. der Klassiker "All the cats join in") bilden eine herrliche Symbiose, die diesen Film, zu einem wahren "Meisterwerk" abseits der typischen Disney-Konvention werden lässt.


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fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

12.05.2015 10:32
#51 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Dein 500. Filmerlebnis? Du führst Buch darüber??? Interessant!!!

Mein letztes Filmerlebnis war weniger beeindruckend, habe mit einem Freund den Horror-Meilenstein "Lady Frankenstein" angesehen.

Grundsätzlich ein Drehbuch, das genremäßig absolut in Ordnung ist und sogar eine Nuance an Neuem bietet: Frankensteins Tochter ist eine emanzipierte junge Frau, die ein Medizinstudium abgeschlossen hat und sich in der Männerwelt gut behauptet.

Dem Film wurde mal nationalsozialistisches Gedankengut vorgeworfen, weil er lebensunwertes Leben ausmerze. Das ist weit überzogen, es ist ja nur ein Horrorfilmchen ohne politische Ambitionen. Der geistig behinderte Thomas ist attraktiv, Dr. Marshall aber hässlich, dafür klug. Lady F pflanzt Marshalls Hirn in Thomas' Körper, da dieser dadurch nun egehrenswert wird. Dass Thomas ausgerechnet beim Sex ermordet wird, ist durchaus geschmacklos. Eine politische Aussage ist da nicht drin. Eher hatten vielleicht manche das Problem damit, dass sich eine Frau den perfekten Mann kreiert, obwohl doch aus männlicher Sicht jeder Kerl perfekt ist, wie er ist.

Der ausgesprochen hübsch ausgestattete Film, der eine Symbiose von Hammer und Universal darstellt, macht aber zwei folgenschwere Fehler, die ihn daran hindern, ein sehenswert guter B-Movie zu sein: das Monster soll wieder mal besonders furchterregend sein und ist dermaßen unnötig übertrieben in der Maske, dass es unfreiwillig komisch ist - die besten Frankensteinmonster sahen selten wie solche aus und Karloffs Elektrodenhüne war ohnehin nicht kopierbar, bzw hätte keinen Grusel mehr erzeugt. Weiterer, noch größerer Minuspunkt: die für die frühen 70er Jahre obligatorischen Sexszenen. Unmotiviert, zu aufdringlich und übertrieben. Das macht den Film billig und stört den Unterhaltungswert.

Joseph Cotten ist eine interessante Besetzung als Baron Frankenstein, aber er hat bei weitem nicht die Gabe, die Peter Cushing hatte: Nonsens dermaßen glaubwürdig zu sprechen, dass man jedes Wort für bare Münze hält.

Jedenfalls auch für Genrefreunde kein Film, den man gesehen haben muss.


"Junges Blut ist ungeduldig, aber voller Kraft und Stärke!"

(Marianne Kehlau als Gräfin Dracula)

http://www.ruine.at

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

12.05.2015 10:57
#52 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #51
Dein 500. Filmerlebnis? Du führst Buch darüber??? Interessant!!!

Ja, glücklicherweise habe ich damit früh genug angefangen (oder sollte ich schreiben gerade noch rechtzeitig begonnen?), als ich mich noch an jeden Film erinnern konnte, den ich mal gesehen habe. In Stein gemeißelt ist dies allerdings nicht; es kann durchaus sein, dass ich noch einen Edgar-Wallace- oder Laurel-und-Hardy-Film mehr gesehen habe. Fernseh- und Direct-to-Video-Filme liste ich übrigens nicht mit, sondern nur welche, die bei uns oder in ihrem Ursprungsland im Kino liefen.
Momentan liest sich die Liste aber hauptsächlich wie ein Kanon von Filmklassikern. Ich habe noch nicht damit begonnen, mich zu spezialisieren, sondern arbeite hauptsächlich die kleinen und großen Meilensteine der Filmgeschichte ab. Insofern mag es dem ein oder anderem verwunderlich erscheinen, dass bisher kein einziger "Krieg-der-Sterne"- oder "Pate"-Film darin vorkommt.


TJ: "Hey Leute, denkt ihr, was ich denke?"
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John Connor



Beiträge: 4.715

16.05.2015 22:28
#53 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

MAD MAX: FURY ROAD. Eine monotone Action-Orgie? Könnte man so sehen. Ich habe mich aber großartig unterhalten. Ein ultraharter Non-Stop-Actioner, der als eine Antithese zum gegenwärtigen Action-Kino daherkommt: Kein kindischer Humor mit einem albernen Quatschkopf als Helden wie bei IRON MAN, keine Küchenpsychologie wie bei DARK KNIGHT RISES oder SKYFALL, keine hektischen Schnitte und Bilder im Halbdunkeln, damit einem nicht auffällt, dass die Action erst im Schneideraum produziert wurde (wie in gefühlten 80% der aktuellen Action-Filme).
Allerdings dauert es ziemlich lange, bis man vom distanzierten Überwältigtwerden in den mitfiebernden Spannungsmodus switchen kann - dafür bleiben einem die Hauptfiguren bis zum Finale merkwürdig fremd. Die Bösen hätte man auch ruhig etwas weniger karikaturesk zeichnen können.
Unterm Strich aber definitiv ein sehr guter Film, den man unbedingt im Kino gesehen haben muss (allerdings habe ich ihn in 2D gesehen).

Über Tom Hardys (künftige) Sprecher muss man sich aber doch nicht so viele Gedanken machen, oder? Er sagt ja in keinem seiner Filme mehr als drei-vier Sätze, so auch hier. Die eigentliche Hauptrolle spielt eigentlich hier sowieso Charlize Theron - und sie ist phantastisch!


"Ich habe keinen Bond-Film mehr gesehen, seit Sean Connery aufgehört hat!"
(Niels Clausnitzer in LAW & ORDER)

JamesWhiteu


Beiträge: 178

18.05.2015 14:15
#54 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Dogma:
Obwohl ich bekennender Christ bin schaue ich diesen teilweise sehr blasphemischen film nur zu gerne.
Das Drehbuch habe ich auch so gelesen, man könnte es auch in Romanform verkaufen. kevin smith macht sowohl mit film als auch Drehbuch zwei Meisterwerke.

#Regie
Kevin Smith leitet sich und die Schauspieler sehr gut an und setzt alles sehr schön in Szene. Gefallen tut vor allen Dingen die Inszenierung der blasphemischen Sequenzen, die m.M. sehr gut auf den Punkt gebracht sind. Zweifelsohne kommt der Film nicht ohne Spezialeffekte aus, die zwar nicht erste Sahne sind, dennoch gut ankommen.

#Schauspieler
Ich wusste vor dem Ansehen, dass Alan Rickman mitspielt jedoch nicht, dass der Film fast nur von hochkarätigen Schauspielern besteht. Es war witzig Rickman in seiner Snape Ich - hab - kein - Bock - auf - gar nichts - Miene zu sehen, wobei er auch sein komödiantisches Talent beweist. Als Synchronsprecher fungiert Michael Telloke, der nicht besonders auf Rickman passt und auch nicht so komisch wirkt, wie Alan im Original.
Hauptdarstellerin Linda Fiorentino, die früher als Sexsymbol galt spielt zwischen den großartigen männlichen kollegeb recht blass auf. Ich habe mich gefragt, ob sie nicht allzu motiviert war in ihrer Rolle. Einigen wichtigen Szenen fehlt der Glanz.
In der deutschen Fassung spricht Martina Traeger, die eigentlichen gut zu Linda passt, sich jedoch nicht gerade ansteckt.
Als zwei "Bösewichter" agieren die damaligen Jungstars Ben Affleck, Matt Damon die für mich als Prunkstücke des Films gelten. Beide scheinen sich anzuspornen nicht gerade Oscarreife aber frei und umbeschwert aufzuspielen, was Angesichts ihrer Rollen würdig zu ehren ist. auch gefallen mir die synchronsprecher der beiden. Besonders Hinze passt auf Damon sehr gut, gefallen tut ebenso Berenz auf Affleck eine schöne stimme, die ich mittlerweile mit dem Gesicht des jungen Ben affleck assoziiere.
Ein weiteres Duo auf Leinwand sind Jason Mewes und Kevin Smith alias "Jay & Silent Bob" Vielleicht liegt es daran, dass Jason Mewes selbsr mit Drogen in Kontaktgeraten ist, dich gefällt mir seine Darbietung sehr al Prophet in der Form eines nymphomanischen Drogendealers. Neben ihm spielt Regisseur Smit, der weniger spricht, als Jaxs ununterbrochenen Redeschwall, mit ausdrucksstarken Gesten zu unterstreichen. Das führt zu einigen komischen. Szenen. Interessnteeweise spricht der derzeitige Sprecher von Matt Damon
Simon Jäger Mewes in seiner Rolle, was er sehr gut macht und dabei genauso cool wirkt wie Mewes in seiner Darstellung .
Ein weiterer auftritt hat Chris Rock als toter Märtyrer, was ihm ohne Makel gelingt, er spielt frisch und scheint Laune zu haben. Sehr erfreut hat mich auch Dietmar Wunder, der ihn in der deutschen Fassung spricht, obwohl man Dietmar Wunder sicherlich nicht mit Chris Rock verglrichen kann, macht es Spaß Bonds Stimme in verschiedenen Facetten zu erleben.
Als weibliche Unterstützung bekommt das Starembsemble Salma Hayek, die eine Art Engel verkörpert. Sie macht ihren Job gut, besonders, weil sie ihrer leicht unterforderten Rolle. viel Charisma verleiht.
Ihre Synchronsprecherin ist Anke Reitzenstein, die m.M. nach gut auf Hayek passt.
Zu guter Letzt und ein Grund für das mehrmaligen Anschauen ist Jason Lee als Dämon. Eine Szene von ihm reicht schon, um sein schauspielerisches Talent zu beweisen. Das hämische Lachen geht jedoch auf Udo Schenks Kappe, der indirekt mal wieder etwas schlangiges spricht

berti


Beiträge: 14.054

21.05.2015 19:07
#55 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

gelöscht


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.207

21.05.2015 21:56
#56 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN (1978)

Objektiv betrachtet einer von vielen Antikriegsfilmen, die sich mit dem Vietnamkrieg beschäftigen. Und obwohl Vietnam nur eine sehr untergeordnete Rolle einnimmt (von den knapp drei Stunden nur um die 25 Minuten), gehören diese Szenen zu den eindringlichsten die je über den Vietnamkrieg gezeigt wurden. Der Höhepunkt bildet zweifellos die Szene in der Robert de Niro, Christopher Walken und John Savage vom Vietkong gezwungen werden, gegenseitig Russisches Roulette zu spielen. Und man kann über De Niro sagen was man will, aber 'Michael' gehört wohl zu seinen intensivsten Rollen überhaupt.

JamesWhiteu


Beiträge: 178

25.05.2015 11:26
#57 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #55
gelöscht


?

berti


Beiträge: 14.054

25.05.2015 11:56
#58 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von JamesWhiteu im Beitrag #57
Zitat von berti im Beitrag #55
gelöscht


?


Die gestellte Frage wurde in der Zwischenzeit durch eine Mail beantwortet.

JamesWhiteu


Beiträge: 178

25.05.2015 13:20
#59 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Oha

Isch
Listenpfleger

Beiträge: 3.402

25.05.2015 14:15
#60 RE: [Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Da ich "North by Northwest" leider nicht auftreiben konnte, habe ich letzte Woche Sonntag nun
Psycho (USA, 1960)
geguckt. Ich fand ihn sehr gelungen, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, hier nun keinen klassischen Hitchcock-Thriller zu sehen, sondern einen typischen Horrorfilm. Von daher bin ich auch bereit, die wenig ausgearbeiteten Charaktere und den prägnanten Plot zu vergeben, ebenso, wie die Verwendung eines Krankheitsbildes, das es meines Wissens so nicht gibt, sondern eher wie aus Schizophrenie und multipler Persönlichkeitsstörung zusammengepantscht wirkt. Mutig fand ich, dass die

schon nach einer Stunde stirbt
; angenehm, dass der Film insgesamt nur ca. 90 Minuten dauerte, da die meisten 2-Stunden-Filme (vor allem die, die ich in der letzten Zeit sah) locker 30-60 Minuten unnötige Längen haben. Gefreut hat mich, dass ich den geliebten Hitchcock-Humor auch in diesem Film nicht missen musste.

Konsequenterweise habe ich dann gestern abend
Hitchcock (USA, 2012)
folgen lassen. Die Entstehungsgeschichte von "Psycho" ist tatsächlich ganz interessant und meine Beobachtungen bei diesem Film waren also begründet. Gut gefallen hat mir die Darbietung von Sir Anthony Hopkins. Nicht unbedingt, weil er die Mannerismen, die Hitchcock kultiviert hatte, gut nachmachte (was sicher nicht das Schwerste ist), sondern weil er auch den privaten Hitchcock glaubhaft rüberbrachte. Beim Ansehen der DVD-Interviews, wurde mir auch wieder bewusst welch eine gute Schauspielerin ScaJo ist: Die liebreizende Art und zarte Stimme ihrer Rolle unterschied sich doch ziemlich von ihrer tiefen New Yorker Schnauze. Interessant auch, dass Hitchock eine Art Vorreiterrolle in der heute üblichen Praxis zuteilkommt, dass auch große Regisseure ihre Filme unabhängig produzieren und dann lediglich den großen Studios zum Verleih anbieten. Auch hier fand ich das Eineinhalbstundenformat ausgezeichnet gewählt. Und nicht zuletzt ist der Film eine längst überflüssige Würdigung Hitchcocks Frau Alma Reville.


Gegen "Second-Screen"-Nutzung! Jeder Regisseur verdient unsere volle Aufmerksamkeit!

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