Zitat von Markus im Beitrag #90Für Pidax rechnet sich die Fortführung der Reihe als CD-Edition anscheinend nicht.
Leider. Pech für mich, Audible unterstütze ich (aufgrund der benutzerfeindlichen Einschränkungen des Formats) grundsätzlich nicht. Aber immerhin hat Pidax die Sherlock Holmes-Geschichten neu aufgelegt und zwei bisher unveröffentlichte Stories beigefügt:
Neulich ist mir ein auf CD veröffentlichtes Gespräch (aus der Reihe "Wortstarke Portraits") mit dem Schriftsteller Horst Pillau untergekommen, in dem er 2006 aus seinem Leben erzählte. Inhaltlich deckt es sich überwiegend mit dem, was aus seinen Erinnerungen oder anderen Interviews bekannt war; aber trotzdem war es schön, ihm zuzuhören. Die "Lady" stand natürlich sehr im Vordergrund (an einigen Stellen wurden Ausschnitte aus der Verfilmung eingespielt), aber daneben auch seine Kindheit und Jugend (das musische Elternhaus, die für damalige Verhältnis extrem fortschrittliche Schule) oder sein Verhältnis zur Literatur. So lobte er etwa Somerset Maugham und bekannte, bei den "Buddenbrooks" trotz 17 (!) Versuchen nie über die ersten 50 Seiten hinausgekommen zu sein. Die Zeit verging wie im Flug, man hätte dem Gespräch noch viel länger zuhören können!
Vor einigen Wochen wurde zwei Konzerte des WDR ausgegraben, die Friedrich Schoenfelder 1981 moderierte: https://www.youtube.com/watch?v=H-KLztuQxYQ https://www.youtube.com/watch?v=aX0at41eLFE Im einen Fall ging es um Musical aus der "goldenen Zeit" des Broadways, im anderen um das Werk Noel Cowards. Beim Hören fragte ich mich, ob Herr Schoenfelder eventuell an der Zusammenstellung der Stücke beteiligt war oder zumindest starken Anteil an der Formulierung des Moderationstextes hatte. Da er viele Jahre lang eine Sendung über "klassischen" Jazz moderierte, würde es speziell bei der Broadway-Folge ganz gut zu seinem musikalischen Geschmack passen. Jedenfalls war es schön, dass in dieser Sendung auch viele heute kaum noch bekannte Musicals Thema waren und man sich selbst bei Klassikern des Genres wie der "West Side Story" nicht auf die bekanntesten Lieder beschränkte!
Zitat von berti im Beitrag #94Im einen Fall ging es um Musical aus der "goldenen Zeit" des Broadways, im anderen um das Werk Noel Cowards. Beim Hören fragte ich mich, ob Herr Schoenfelder eventuell an der Zusammenstellung der Stücke beteiligt war oder zumindest starken Anteil an der Formulierung des Moderationstextes hatte. Da er viele Jahre lang eine Sendung über "klassischen" Jazz moderierte, würde es speziell bei der Broadway-Folge ganz gut zu seinem musikalischen Geschmack passen.
Zumal er ja ungefähr zur selben Zeit eine Sendung mit einem ganz ähnlichen Inhalt im RIAS moderiert hat: "It's jazzical time", Untertitel: "Musicalmelodien ausgewählt & präsentiert von Friedrich Schoenfelder".
In seiner Autobiografie "Ich war doch immer ich" (1996) schreibt Schoenfelder, wie er beim Synchron gelandet ist:
"Doch schon wenige Jahre später wird es bei mir ernst mit dem Synchronisieren. 1951 engagiert Harry Buckwitz mehrere Schauspieler aus anderen Städten an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Neben mir ist auch Erik Schumann ein 'Neuer' in Frankfurt. Er kommt aus Berlin, wo er viel synchronisiert hat, und nimmt Verbindung mit der IFU in Remagen auf. Das ist ja nicht allzu weit entfernt von Frankfurt. Bei dieser Firma werden neben französischen Filmen auch viele amerikanische ins Deutsche gebracht. Erik will mir wohl einen Freundschaftsdienst erweisen und schleppt mich eines Tages mit dorthin. Aus anfänglich kleinen Aufgaben werden für mich nach wenigen Monaten schon Hauptrollen. In dem kleinen Rheinstädtchen wohnen natürlich nicht haufenweise Schauspieler, auch keine Sprecher. Für die Synchronarbeiten im Remagener Studio müssen regelmäßig Leute aus Berlin und München geholt werden, auch aus Hamburg und Frankfurt. Rundfunk-Sprecher vom nahegelegenen Sender Köln werden ebenfalls unter Vertrag genommen. Schon bald fragen mich die aus Berlin zugereisten Regisseure und Cutter wiederholt, weshalb ich nicht nach Berlin käme. Dort sei das Synchrongeschäft in voller Blüte, und für mich gäbe es garantiert viel zu tun. Doch erst 1958, als viele Schauspieler Frankfurt den Rücken kehren, ziehe ich an die Spree. Meine Stimme - nicht nur die innere - macht mich sozusagen zum Wahlberliner, ach was, von nun an zum Berliner." (S. 132f)
Zitat von Knew-King im Beitrag #99Die IFU also. Spannend. Merci!
Wobei Stefan* schon vor vielen Jahren bemerkt hatte, dass Friedrich Schoenfelder zu denen gehörte, deren Synchronkarriere nicht in der Stadt begann, mit der man ihn heute assoziiert:Synchron-Kuriositäten (3)
*Leider konnte ich über die Suchfunktion nicht seinen Beitrag selbst heraussuchen, sondern nur einen von mir, in dem er zitiert wurde.
In seiner Autobiografie "Ich war doch immer ich" erzählt Schoenfelder auch von der Zeit (1965/66), als er in West-Berlin in der "Komödie" (oder im "Theater am Kurfürstendamm") in dem Stück "Vater einer Tochter" von Curt Flatow auf der Bühne stand. Georg Thomalla spielte darin die Hauptrolle, Hannelore Elsner spielte Thomallas Tochter und Schoenfelder Thomallas alten Kumpel und Studienkollegen (genannt "Poldi"). Das Stück war ein solch grandioser Erfolg, dass sogar Busladungen mit Besuchern aus Westdeutschland in die Vorstellungen strömten (so ähnlich erinnert sich Schoenfelder).
Der RIAS hat damals eine Vorstellung aufgenommen und einen Zusammenschnitt davon im Radio gesendet - präsentiert vom legendären Friedrich Luft (ich glaube, die Sendereihe hieß "Friedrich Lufts Theaterstunde" oder so ähnlich). Die Sendung wurde irgendwann in den 80ern im RIAS wiederholt, und ich habe sie damals zum Glück auf Kassette mitgeschnitten - und besitze die Aufnahme heute noch. Die Ausschnitte sind wirklich witzig und funktionieren auch ohne Bild.
Lange habe ich gehofft, dass es auch einen TV-Mitschnitt davon gibt - aber leider ist das wohl nicht der Fall (???). Wer da was anderes weiß - ich bin für jeden Tipp dankbar.
Von PIDAX gibt es zwar eine TV-Aufzeichnung, aber nur von einer Wiederaufführung des Stücks von 1981, in der nur Georg Thomalla wieder dabei war, alle anderen Rollen (auch die von Schoenfelder) aber von anderern Schauspielern dargestellt wurden.
Zitat von Groove im Beitrag #104Lange habe ich gehofft, dass es auch einen TV-Mitschnitt davon gibt - aber leider ist das wohl nicht der Fall (???). Wer da was anderes weiß - ich bin für jeden Tipp dankbar.