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Dieses Thema hat 159 Antworten
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Mücke


Beiträge: 172

18.11.2012 23:02
#136 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

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Silenzio
Moderator

Beiträge: 20.680

18.11.2012 23:11
#137 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Mit anderen Worten: Wenn Bridges schon immer von - sagen wir mal - Frank Glaubrecht statt Joachim Tennstedt gesprochen worden wäre, dann sind seine Filme hier bekannter/erfolgreicher?! Glaub ich nicht, die These ist mir dann doch zu einfach.

Mücke


Beiträge: 172

18.11.2012 23:16
#138 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

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Dubber der Weiße


Beiträge: 5.422

19.11.2012 00:35
#139 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Zitat von Mücke im Beitrag #138
Normalerweise schafft es selbst der Letzte, mit einem Oscar auf die Agenda der Deutschen zu rutschen. Das ist Philip Seymour Hoffman gelungen und auch Adrien Brody. Aber bei Bridges sehe ich das nicht. Sorry. Man merkt das recht deutlich, wenn man sich mit anderen Filmstudenten etc.pp. unterhält.


Mmm, also diese steile Behauptung hat mit der Realität erstaunlich wenig zu tun. Ein Adrien Brody ist hierzulande weit weniger geläufig als Bridges. Einfach mal den Dozenten fragen, falls unter Studenten da wirklich diese Fehleinschätzung umgeht. Bridges dreht einfach zu wenige Filme, die auch den deutschen Geschmack treffen. Deinen kleinen Joke, dass seine Figur in "Tron" auf Augenhöhe mit Han Solo rangieren soll (du hast den Smiley vergessen), ignoriere ich mal - der Mann hat einfach zu wenige nennenswerte Sachen gemacht. Ist wie bei Farrell.

Echte Superstars drehen Filme, die weltweite Phänome werden. Passiert heutzutage immer seltener, deshalb gibt es heute auch immer weniger Superstars, geschweige denn Megastars. Willkommen im Zeitalter der Mittelmäßigkeit.

In welchen Ausmaß eine Feststimme zur Tradierung eines Topstars in Deutschland beiträgt... nun, ohne den Herrschaften am Mikro zu nahe treten zu wollen, aber ein Off als Depp oder Pfeiffer als Cruise
sind nur zwei rasche Beweise dafür, dass der Elefant im Raum letztlich doch den längsten Rüssel hat... Synchronstimmen sind ein Minderheiten-Phänomen. Das Publikum als graue Masse will nur,
dass die Performance stimmt.

Synchronstimmen sind maximal ein zweitrangiger Eckpfeiler, der den Faktor Vertrautheit forciert. Maximal. Es gibt auch keine Beweise, dass das Fehlen der Stammstimme einen Misserfolg ausgelöst hätte. Wer mit "Akte X 2" kommen will, darf sich gleich mit einem Hammer auf die frechen Finger schlagen - der Film war gequirlte Scheiße, Völz hatte einfach nur Glück, diesen Dreck nicht noch vertonen zu müssen.

Deshalb sehe ich Offs Klage auch durchaus ambivalent. Was ist mit Autoren? Synchronregisseuren? Cuttern? Die Herrschaften sorgen alle dafür, dass Off gut rüberkommt (wenn man denn der Meinung ist, er kommt gut rüber). Wieso soll jetzt nur er ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen? Wieso gehen die ganzen stützenden Elemente leer aus, wenn das stützende Element Off fett Cash macht?

Wo bleibt die Dankbarkeit, die Demut dem Synchronkollektiv gegenüber? Da muss noch was kommen.

Wenn Gerechtigkeit, dann für alle.

schakal
Listenpfleger

Beiträge: 6.819

19.11.2012 00:48
#140 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Word!!!

marakundnougat


Beiträge: 4.491

19.11.2012 00:50
#141 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Interessanterweise wird Bridges aber in seinem hierzulande wohl bekanntesten Film (Big Lebowski) von ebenjenem Joachim Tennstedt gesprochen. Und dass seine Tron-Rolle genauso wichtig gewesen sein soll wie Han Solo ist ja wohl ein Witz. "Star Wars" ist eine absolut riesige Marke, mit absolut fanatischen und akribischen Fans. Was ist denn da Tron? Heutzutage höchstens noch eine Freitagabend-TV-Kuriosität. Daran hat auch die Fortsetzung, die von einigen Leuten aus meinem Umfeld noch nicht mal als solche wahrgenommen wurde (einfach, weil sie vom Original noch nie etwas gehört hatten), sondern als komplett neuer Film ohne Vorgeschichte, nichts geändert.
Und dann muss man auch mal sehen, für was Jeff Bridges den Oscar bekommen hat. "Crazy Heart" ist ein Film über einen Country-Musiker und es gibt weniges, was vom Interessengebiet des durchschnittlichen Deutschen bzw. des durchschnittlichen Europäers weiter entfernt ist als Country-Musik, vielleicht noch Baseball (Stichwort: "Moneyball"). Und ja, Jeff Bridges hatte nie diese eine große Rolle in einem gigantisch-erfolgreichen Film so wie eben Tom Hanks in "Forrest Gump" oder meinetwegen John Travolta. Und auch Adrien Brody und Philip Seymour Hoffman sind jetzt nicht diese Über-Stars, die auch außerhalb ihres Film-Schaffen fast jedem bekannt sind.
Und nehmen wir mal jemanden wie Marlon Brando, der in seinen ersten Jahren ständig von unterschiedlichen Sprechern (außer öfter mal Juhnke) gesprochen wurde, was seiner Bekanntheit nicht wesentlich geschadet hat. Und letztendlich sind wir ja dann bei der Frage, ob man dann überhaupt noch Filme synchronisieren sollte. Denn wenn die Ausstrahlung und Präsenz einer Person nicht ohne das Hören seiner Stimme zu bemerken ist, dann hat entweder die Synchro komplett (aber wirklich komplett) versagt oder aber diese Ausstrahlung ist im Endeffekt gar nicht so groß, wie sie vielleicht zunächst wirkt. Tennstedt mag jemand sein, der sehr präsent ist, aber das ist bei einem Kandidaten wie Thomas Danneberg nicht anders, vielleicht sogar noch extremer. Interessanterweise an der Seite des hier schon angesprochenen Bud Spencer hat dieser doch seine bekanntesten Rollen in Deutschland gehabt und dann in den 80ern konnte man ihm als Film-Fan durch die Dauerpräsenz von Leuten wie Stallone, Schwarzenegger, Nick Nolte, John Travolta oder auch Dan Aykroyd ja gar nicht mehr aus dem Weg gehen. Und diese Leute (mal abgesehen von Aykroyd, der in den letzten Jahren ein wenig abgesackt ist), sind auch heute noch Stars, die einfach "larger than life" sind. Sosehr sogar, dass man sich entschließt, sie in einem Film vom gleichen Sprecher sprechen zu lassen.

Mücke


Beiträge: 172

19.11.2012 02:23
#142 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

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methos-dew


Beiträge: 36

19.11.2012 08:40
#143 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Ich mag nicht darüber urteilen können, wir bekannt Jeff Bridges in Deutschland ist, aber gerade wenn ich an "True Grit" und an "Iron Man" denke, finde ich Tennstedt großartig auf Bridges. Das führt mich wieder zu Cloud Atlas zurück. Während Tennstedt für mich super auf Bridges funktioniert, einfach weil er ihn (zumindest in den genannten Filmen) sehr prägnant spricht, was zweifelsohne den Rollen geschuldet ist, habe ich im Cloud Atlas Trailer nur eine variable Stimme, zuerst ohne jegliche Wiedererkennung gehört und dann irgendwann Malkovich vor meinem inneren Auge gesehen, während ein Tom Hanks durchs Bild lief. Das liegt mit Sicherheit daran, dass Hanks im deutschen für mich nur Elsholtz ist und sein kann, es liegt aber auch daran, dass Tennstedt Hanks zu durchschnittlich, zu normal und zu wenig besonders spricht. Zumindest ist das meine Wahrnehmung, die sich für mich auch in "Der Krieg des Charlie Wilson" bestätigt hat.

ElEf



Beiträge: 1.910

19.11.2012 08:52
#144 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Ein Oscar bedeutet nicht, dass ein Film einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Jeff Bridges müsste einen Ultra-Mega-Blockbuster á la Fluch der Karibik oder Terminator 2 drehen, die Hauptrolle spielen und die Masse begeistern.
Oder aber in einer schlechten amerikanischen Sitcom einen drolligen Familienvater zum Besten geben.
Bud Spencer wurde hierzulande wegen der urkomischen Dialoge und der Klopperei bekannt.

Das Thema kann man schlecht in einem Forum ausdiskutieren, da müsste man viel weiter ausholen. Hier geht's nicht mehr um die deutsche Synchronisation, sondern um die ganze Film- und Schauspiellandschaft.

Mücke


Beiträge: 172

19.11.2012 11:33
#145 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

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SFC



Beiträge: 1.450

19.11.2012 13:46
#146 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Der Effekt, Schauspieler durch ständig wechselnde und unpassende Stimmen völlig austauschbar zu machen, sehe ich vor allem bei Seriendarstellern. Es ist meiner Auffassung nach minderwertige Arbeit, wenn ein Studio jemandem, der hierzulande in einer Serie einen festen Sprecher hatte, in einer anderen Serie oder auch einem Film ohne Not einen anderen Sprecher verpasst. Das ist gerade in der Science Fiction sehr ärgerlich, wo die Stimme aufgrund des Make Ups im Original möglicherweise den größten Wiedererkennungswert hat. Kontinuität sollte eigentlich auch bei Gastauftritten oberste Priorität haben. Ein ärgerliches Beispiel ist das Stargate Universum. In Stargate SG1 und Stargate Atlantis haben mehrere Nebenrollen in beiden Serien unterschiedliche Sprecher. Die Figur des Merlin hat meines Wissens sogar vier verschiedene Stimmen: Eine in Atlantis, zwei in SG1 und noch eine weitere um SG1-Film "Die Quelle der Wahrheit". Das ist insofoern unglücklich, weil er in Atlantis als halbwegs gepflegter Antiker auftritt, bei SG1 als rausgeputzer Zauberer und später als alter Mann und im Film wiederum als Zauberer. Die Stimme ist da das einzige, was wirklich prägend alle Outfits durchzieht. Da hätte man sich wirklich mehr Mühe geben können. Oder nehmen wir Star Trek: Wieso haben sämtliche Serien aus den 90ern eine andere Computerstimme?

Edward James Olmos ist zum Beispiel jemand, den ich erst durch die sehr gute Synchro von Battlestar Galactica bewusst wahrgenommen habe. Wenn ich mir jetzt Blade Runner ansehe, kann ich mit der ständig anders synchronisierten Figur nix anfangen. Und obwohl man mit Fritsch den optimalen Sprecher gefunden hat, ist man ja schon wieder dabei, umzubesetzten.

Was Kinodarsteller angeht, drängt man hierzulande gerade Liev Schreiber in die Beliebigkeit. Der hatte mit Kröger einen ebenso unverbrauchten wie passenden Sprecher. Nun halst man ihm grundlos den maßlos überbesetzten Kluckert auf. Für mich ist Schreiber damit uninteressant geworden. Apropos Kluckert: Hat man hierzulande eigentlich schon Tom Hardy als Star wahrgenommen? Auf ihm passt Kluckert ja einigermaßen (wenngleich er wenig mit dem O-Ton zu tun hat und eigentlich Liebrecht wie in Warrior die bessere, weil unverbrauchtere Wahl wäre), dennoch dürfte man seine Stimme (noch?) nicht mit dem Gesicht verbinden und den Schauspieler aufgrund der vielen Stimmwechsel in der Vergangenheit kaum wahrgenommen haben.

ElEf



Beiträge: 1.910

19.11.2012 15:23
#147 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Erzähl einem 08/15-Kinogänger mal was über Tom Hardy. Viel mehr als ein Schulterzucken wirst du nicht zu sehen bekommen. Ich gehe sogar so weit, dass ein Großteil nichtmal was mit dem Namen Christian Bale anfangen können:

"Christian...wer?"
"Der aus Batman"
"Achja, der Joker, krasser Schauspieler"
"Nein, nein. Der Batmandarsteller"

Die meisten tun es sich schwer, den Namen einem Gesicht zuzuordnen. Erst wenn die Befragten dieses sehen, gibt's ein "Ach der! Klar!" zu hören.

Das gleiche gilt wohl für Bridges, Ferrell, Farrell oder auch Malkovich.

Mücke


Beiträge: 172

20.11.2012 15:40
#148 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

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John Connor



Beiträge: 4.883

20.11.2012 20:19
#149 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Da Elsholtz mittlerweile wie der späte Arnold Marquis klingt - wie mir bestimmt jeder mit normalem Gehör ausgestatte Synchronexperte zustimmen wird -, hätte ich ihn mir zumindest für Hanks' vollbärtigen Greis, der wiederum wie Bud Spencer ohne die gefärbten Haare aussieht, sehr gut vorstellen können.

lysander


Beiträge: 1.111

20.11.2012 21:47
#150 RE: Der Wolkenatlas (2012) Zitat · antworten

Ich bin ein riesiger Fan von Arne auf Hanks, aber hier war Tennstedt eindeutig die bessere Wahl. Das hätte Arne nicht gepackt, er hat nicht mehr die Facetten, wie früher. Und jeder Charakter musste hier seine Farbe bekommen, was Tennstedt klasse gemeistert hat. Ich habe nicht eine Sekunde Arne vermisst.

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