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Dieses Thema hat 67 Antworten
und wurde 4.101 mal aufgerufen
 Allgemeines
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berti


Beiträge: 13.794

16.10.2015 17:32
#61 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #60
Unlängst habe ich wieder mal "Die Gruft mit dem Rätselschloss" gesehen. Darin spielt ja Ernst Fritz Fürbringer mit, der ja auch noch ein Schauspieler der alten Schule war. Wenn er auch ganz "normal" spielen konnte, hatte er in entsprechenden Rollen durchaus eine positiv altmodische Spielweise und wirkte wie ein Schatz aus alter Zeit. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob Fürbringer nicht trotz des Altersunterschiedes ein passender Sprecher für Lugosis Dracula gewesen wäre, als der Film für's Fernsehen synchronisiert wurde.

Hätte er nicht etwas zu bodenständig für Lugosis (im doppelten Sinne) theatralische Interpretation geklungen?

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.10.2015 10:44
#62 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Nicht zwangsläufig. Fürbringer konnte auch theatralisch sein und vor allem eine sehr zynische Eiseskälte heraufbeschwören. Seine Bösewichter waren immer überzeugend, auch konnte er schön autoritär sein.

Lugosis Spiel ist natürlich definitiv nicht umsetzbar in einer Synchronisation und seiner Sprachmodulation beraubt, wirkt er ja immer eigenartig. Aber meiner Meinung nach hätte man hier doch einiges an "Schadensbegrenzung" machen können. Fürbringer könnte ich mir persönlich gut vorstellen. Vielleicht wäre Lugosis Dracula hier auch "nur" so etwas gewesen wie ein Krimineller, aber immerhin ein Meisterverbrecher, Pate oder der "Moriarty der Vampire" und nicht ein gewöhnlicher Verbrecher, wie er bei Boysen klingt.


"Ich spiele in Ihrem Krimi nicht mit! Ich finde die Nullen bei meinem Bruder schon lächerlich genug!"

Herbert Stass für Neil Connery in "Operation 'Kleiner Bruder'"

http://www.ruine.at

berti


Beiträge: 13.794

25.10.2015 22:03
#63 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Ich poste einfach mal hier einen Gedanken, der mir neulicht gekommen ist: Im Verlauf ihrer Karriere kamen manche Sprecher mehrere Male mit dem Dracula-Stoff in Kontakt, aber durchaus in unterschiedlichen Rollen. Lutz Mackensy war im Lugosi-Film als Renfield zu hören, über zwanzig Jahre später bei Coppola als Dr. Seward (eine Rolle, die er fast fünfzehn Jahre danach in einem Hörspiel wiederholte). In Coppolas Film sind zusätzlich Joachim Kemmer und Rolf Schult als Renfield und van Helsing zu hören, die in Jess Francos "Nachts, wenn Dracula erwacht" noch Jonathan Harker und Quincey Morris ihre Stimme liehen; streng genommen wäre auch noch Christian Brückner zu nennen, der bei Francos ein ganzes Wort für Renfield sagen durfte und später als Dracula erheblich mehr Text hatte.
Norbert Langer war 1979 aus dem Mund des Grafen zu hören, mehr als ein Jahrzehnt später aus dem von Arthur Holmwood; Arne Elsholtz war mal Jonathan Harker, dann Renfield (beide Einsätze unter eigener Regie). Wolfgang Eichberger sprach kurioserweise kurz nacheinander bei Hammer Dracula und van Helsing, gleiches wiederfuhr später auch Christian Marschall. Und (jenseits dieses Studios) im Grunde auch Klaus Miedel, der zunächst Herbert Lom in "Nachts, wenn Dracula erwacht" und dann Christopher Lee in der Komödie "Die Herren Dracula" synchronisierte.
Angesichts der Fülle an Rollen im Laufe der Jahrzehnte dürfte es den Betreffenden sicher meist nicht bewusst gewesen sein. Ob es Lutz Mackensy aufgefallen sein könnte? Immerhin dürfte Renfield eine seiner ersten größeren Rollen gewesen sein, und seine Besetzung im Hörspiel von Titania-Medien verdankte er sicher seinem Einsatz in Coppolas Film.


Pride of Frankenstein


Beiträge: 38

10.11.2015 16:55
#64 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Zwar kein echter Dracula, aber dem nachempfunden ist "Graf Duckula", eine Trickserie, wo Ilja Richter den Hauptprotagonisten spricht.

Für diese Rolle könnte ich mir keinen anderen vorstellen.


"In dem Land, aus dem ich komme, war ich selbst eine Schlange...". (Fred Maire für Klaus Kinski)

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Beiträge: 2.475

02.04.2016 13:40
#65 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Kurz bevor Hammer den Grafen in Farbe auf die Leinwand brachte, gab es 1957 in Mexiko nochmals eine s/w-Variante: VAMPIRO mit Germán Robles als Vampirgraf. Gesprochen wird er von Alf Maiholm - eine interessante Besetzung!

berti


Beiträge: 13.794

28.10.2016 14:49
#66 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Nachdem ich neulich nochmal Christopher Lees Dracula-Auftritte bei Hammer sichten konnte, wären hier ein paar Anmerkungen zu seinen dortigen Stimmen:

Zitat von Gast im Beitrag #1
Christopher Lee:
*Wolf Eichberger-eine unterschätzte Synchronarbeit. Sardonisch und höflich bringt er Lees Original auch deutsch ausgezeichnet zur Geltung und vermeidet dankenswerterweise jegliche Bösewicht-Betonungen.
(...)
*Gerd Martienzen-man muß bei seinen zwei Draculas nie an Louis de Funes denken. Er spricht ihn etwas unterschwellig zornig und unberechenbar, so als würde er gleich platzen und ein Blutbad anrichten. Funktioniert tadellos!
*Herbert Weicker- das "Cameo" in "Magic Christian" meistert er mit bravouröser Ironie. Als richtiger Dracula sorgt er bei mir eher für unfreiwillige Komik, denn er dreht ein bisschen zuviel auf und bietet fast die Karikatur einer Dracula-Stimme. Der Film selbst ist seltsam, aber Lee wirkt sehr ernsthaft-im Gegensatz zu Weicker.
*Christian Marschall-ein sehr höflicher, aber auch bedrohlicher Dracula. Er bringt die paar Facetten mehr, die man Lee in diesem Film zugestand, sehr gut zum Ausdruck. Allerdings schwingt auch ein etwas schablonenhafter Bösewicht-Klang mit.
*Helmo Kindermann-mein Favorit unter den Dracula-Stimmen generell. Dunkel, konsequent, gebieterisch, aristokratisch höflich und unbedingt gefährlich, aber auf seltsame Art auch schmeichelnd. Stimmlich kommt er für mich Stoker sehr nahe, denn er vereint "Geschichte" mit Finsternis.

Eichberger passt im Film von 1958 aus den bereits genannten Gründen hervorragend, gerade weil der Graf zu Beginn noch "die Form wahrt" und später keinen Text mehr hat. Man kann natürlich nur spekulieren, ob es diese Kombination in späteren Filmen auch noch gegeben hätte, wenn der Sprecher nicht 1963 verstorben wäre, aber so recht vorstellen kann ich ihn mir da nicht mehr. Zu Martienzens eigenartiger Besetzung hatte ich mich früher bereits geäußert:Größte Fehlbesetzungen! (rein subjektiv gesehen)
Auch fortinbras scheint die Sache später etwas kritischer beurteilt zu haben:Christopher Lee (revisited) (2)
Herbert Weicker hatte das Problem, ausgerechnet in einem reichlich grotesken Film besetzt zu werden, in dem er kaum Möglichkeit zur Entfaltung bekam. Anders als fortinbras wirkt Lee auf mich im Original zwar auch nicht viel ernsthafter, wenn er böse mit den Augen rollt und seine wenigen Sätze knurrt, aber das legendäre "Ei!" gibt der Sache den Rest.
Dass Dracula im Original deutlich ernsthafter wirkt, sehe ich eher bei "Nächte des Entsetzens": Lee hat hier etwas mehr Text als in den meisten anderen Filmen und darf majestätisch-geschmeidig klingen, Marschall dagegen dröhnt und knurrt einfach nur, wodurch auf mich eher er "fast die Karikatur einer Dracula-Stimme" ist. Ob man das machte, um zu kaschieren, dass er auch den Diener spricht? Weicker hätte besser hier besetzt werden sollen!
Die Neusynchro kenne ich nicht, kann mir aber Klaus Guth hervorragend vorstellen, gerade wegen der Nähe zu Helmo Kindermann (wurde er am Ende sogar deswegen besetzt?). Und damit kämen wir zum letzten Kandidaten: Kindermann war die mit Abstand beste Dracula-Stimme, die Lee hatte (selbst der Rollencast Wilhelm Borchert in Francos Film passte nur teilweise zur Optik, aber immerhin zum Text). Fortinbras´ Charakterisierung ist kaum etwas hinzuzufügen, allenfalls dass Kindermann am Ende sogar brüllen durfte. Auch wenn der Film an sich ebenfalls teilweise grotesk wirkt (wenn auch nicht ganz so abstrus wie die "Mini-Mädchen"), so ist es wenigstens ein glücklicher Zufall gewesen, dass Lee die am besten passende Synchronstimme ausgerechnet in dem Film bekam, in dem der Graf insgesamt den meisten Text hatte. Kindermann als Dracula- oder Vampir-Stimme hätte ich gerne nochmal gehört, vielleicht auch aus dem Mund von Louis Jourdan.


berti


Beiträge: 13.794

28.10.2016 14:58
#67 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Noch etwas zu "Blut für Dracula":

Zitat von Klaus im Beitrag #42
Text hatte er in diesem Film ja nicht, sondern nur einige Zischlaute von sich zu geben, wobei ich nicht mehr weiß, ob auch das Zischen synchronisiert bzw. im O-Ton belassen wurde.

Die Zisch- und Fauchlaute, die er in diesem Film von sich gibt, klingen für mich auch jenseits vom Finale sehr nach Martienzen. O-Ton sind sie jedenfalls nicht, wie sich durch einen Vergleich auf der DVD herausstellte.

berti


Beiträge: 13.794

28.10.2016 15:02
#68 RE: Der Fürst der Finsternis-Graf Dracula und seine Stimmen Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #49
Dass Dracula mitunter kaum Text hat, ist nicht unbedingt störend - er ist ja ein Schattenwesen, das aus dem Dunkeln angreift. Zumindest in den meisten Hammer-Filmen.

Jemand hat sämtliche Dialogsätze, die er bei Hammer hatte, in einem Clip zusammengeschnitten und kam dabei auf knapp 9 Minuten!
https://www.youtube.com/watch?v=epbowUDRpY0
Angesichts des geringen Umfangs und der mitunter ziemlich banalen Texte ist ein gewisses Gefühl der Unterforderung nicht weiter überraschend!

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