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Dieses Thema hat 80 Antworten
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dlh


Beiträge: 9.994

14.04.2015 14:34
#16 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Mein Interesse liegt hauptsächlich in Romanen. Da unbedingt Taschenbücher. Gebundene Bücher finde ich eher unhandlich und warte lieber auf die Taschenbuchvariante. Am liebsten gucke ich in WÜhlkisten mit Mängelexemplaren oder gebrauchten Büchern. Ich finde, dass es unheimlich Spaß macht, in diesen Kisten auf "die Jagd" zu gehen und obskure oder interessant klingende Titel herauszufischen. In einem Buchladen gezielt ein Buch von Autor X aus dem Regal zu nehmen, mache ich sehr selten. Es müssen die Wühlkisten sein.

Sachbücher habe ich kaum; Filmliteratur trotz meines Interesses an Filmen auch nur sehr wenig, hauptsächlich Werke, die sich einer bestimmten Person widmen (z.B. Hitchcock, E.C. Dietrich, L. Henriksen etc.) oder ein paar Filmposter-Bücher. Am meisten Spaß bereiten mir Romane aus der "abseitigen Ecke" wie z.B. von Chuck Palahniuk, H.S. Thompson oder Charles Bukowski - manche werden dessen Werke mit Sicherheit als "Schund" bezeichnen und ich würde auch nicht unbedingt widersprechen, doch gerade die Ehrlichkeit in seinen vergleichsweise einfachen Worten gefällt mir sehr und spätestens mit dem Roman "Das Schlimmste kommt erst noch" hat er ein berührendes und auch ernstzunehmendes Werk geschaffen.
Ansonsten lese ich gerne Horror-Romane, Romane über den "Amerikanischen (Alp)traum" oder Charakterstudien (mein Lieblingsbuch ist "Winter in Maine" von G. Donovan). Fantasy-Bücher lese ich auch ab und an, obwohl ich mit diesen Genre ansonsten (als Film z.B.) gar nichts anfangen kann. Humoristische Werke lese ich kaum, Humor nur auf dem Papier wirkt, wie ich finde, einfach nicht. Einzige Ausnahme ist da Heinz Strunk, dessen abstruse Formulierungen und Ideen mich während des Lesens doch des Öfteren laut lachen lassen. Krimis interessieren mich dagegen überhaupt nicht.

Ein Problem habe ich komischerweise mit dicken Büchern (über 600 Seiten), weil ich beim Lesen ständig das Gefühl habe, nicht weiterzukommen, so dass ich die Lust verliere und dann mittendrin kapituliere, auch wenn mir das Buch ansich gefällt. Daher liegt auch Stepehn Kings "ES" unbeendet in meinem Bücherschrank.

Leider komme ich in letzter Zeit kaum noch zum Lesen, was aber noch nicht einmal ein Zeitproblem ist. Durch die langen Fahrten zur Arbeit oder der Berufsschule habe ich mich ungemein an das Lesen während der Bahnfahrten gewöhnt und konnte dabei herrlich abschalten. Die Fahrten sind aber inzwischen Geschichte und zu Hause fehlt mir irgendwie die Ruhe, weil ich ständig andere Dinge im Kopf habe, die ich auch noch machen kann.

Die Bücher, die während der Schulzeit so auf dem Programm standen, haben mich übrigens in den seltensten Fällen angesprochen - der Lockruf "Wählt den Deutsch-LK, wenn ihr gerne lest" zieht also nicht - weil die Hauptaspekte für mich meisten zu "weit weg" waren. Positiv in Erinnerung geblieben sind mir lediglich "About a Boy" (Englisch-LK), "Tauben im Gras" und "Leutnant Gustl". Die hatte ich damals auch in relativ kurzer Zeit durch, während ich bei anderen Werken teilweise aufs Hörbuch umgestiegen bin (obwohl ich solche sonst höchst ungern höre), ganz schrecklich war "Effi Briest", wo ich nur mit Mühe während des Hörens wach geblieben bin.

Comics oder "Graphic Novels" habe ich früher mal gelesen, habe aber das Meiste inzwischen aussortiert. Finde manche Reihen zwar nicht uninteressant, sind mir aber auf Dauer einfach zu teuer. Das Hobby "Film" alleine ist schon teuer genug.


Vielen Dank für Ergänzungen, Korrekturen und sonstige Informationen.
"Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie dort. Im Kopf dieses Mannes." (Michael Telloke in "MillenniuM")

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 14.095

14.04.2015 22:45
#17 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Früher als ich noch im 2-Wochen-Takt zwischen Sachsen und Bayern mit dem Zug pendelte, hatte ich eine Vorliebe für diese Groschenromane. Besonders diese Jerry Cotton-Dinger von Bastei. Allerdings nur die Fälle der frühen Jahre.

Über den 'Introtext' in jedem dieser Romane könnte ich mich übrigens jedesmal aufs neue amüsieren: "Die Romane spielen in einer Zeit, in der Jerry und Phil noch geraucht, Hüte getragen und sich den einen oder anderen Whisky genehmigt haben. Das Internet war damals genauso Zukunftsmusik wie Handys und Computer, aber dafür rauschte unser Held mit seinem legendären Jaguar E durch die noch nicht so verstopften Straßen von New York"

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

14.04.2015 23:22
#18 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Mein liebstes Stöbergeschäft für Bücher ist im "Carla Floridsdorf", das ist einer von drei Dauerflohmärkten der Caritas. Im ersten Stock ist die Bücherabteilung und da gibt's tausende gebrauchter Bücher unterschiedlicher Art, alle fein säuberlich nach bestimmten Kriterien sehr professionell geordnet. Die Preise sind nicht unrealistisch, aber teilweise nicht ganz superbillig. Mit den Einnahmen wird aber auch das Projekt finanziert, das der Carla zugrunde liegt - dort werden Langzeitarbeitslose befristet beschäftigt für einen Wiedereinstieg. Also für einen alten Scherz-Krimi a la Christie oder Wallace zahlt man schon 1 bis 1,20 Euro, sonst meistens 50-80 Cent. Aber die Bücher sind immer in gutem Zustand und ich habe dort schon viele Schätze gefunden (u.a. die Memoiren von Elisabeth Schwarzkopf, mit Widmung und Autogramm auf der ersten Innenseite!!!).

Viele Bücher suche ich natürlich gezielt, vor allem wenn es um Literatur rund um meine Filmleidenschaft geht oder um speziellere Dinge. Manches ist auch in Läden erhältlich, aber gerade bei Filmbüchern ist die Sache schwierig. Die meisten unsere Buchläden haben nur sehr kleine Winkel dafür und die größeren, wie etwa Thalia, pendeln zwischen hochwissenschaftlichen Werken und Gegenwartskino, die Auswahl ist recht bescheiden. Da bestelle ich meistens direkt bei Amazon.

In Wien gibt es einen "Kultladen" namens ......., ein Filmspezialgeschäft. Da gibt es viele Import-Dvds und Soundtracks, teilweise solche, die nicht mal auf Amazon zu finden sind. Ein Spezialgeschäft im ersten Bezirk hat natürlich seinen Preis, aber teils sind sie diesen auch Wert, bzw gibt es bei Dvds und CDs eine recht moderate Preisgestaltung. Da ist, Post- und Verpackungsgebühren dazugezählt, der reale Amazonpreis dann ident mit dem dortigen, hinzu kommt, dass Amazon uns Österreichern auch wegen der Zollbestimmungen zwangsläufig die höhere Mehrwertsteuer verrechnet, die wir haben.

Betreffend Büchern ist man bei ...... paradiesisch ausgestattet, leider sind die dort mit den Preisen jenseitig. Generell ist die Atmosphäre dort schon giftig: betritt man den Laden, weht einem so ein "Nichts bei Amazon gefunden?-Wind entgegen. Wer unter 100 Euro einkauft, wird ohnehin schief angesehen und bei vielen Büchern haben sie Fantasiepreise. So kostete Marcus Hearns "The Hammer Vault" gleich 30 Euro mehr als im Online-Handel, Norbert Apings "Dick und Doof"-Buch bekam ich in einer kleinen Buchhandlung bei mir um 49,90. Dort hätte ich 72 bezahlen sollen. Das ist einfach zu überzogen. Die haben Bücher herumstehen, die Regale quellen über - man glaubt es nicht. Aber die gehen mit den Preisen nicht runter. Klar, bei gewissen Erstausgaben ist das ok, aber nicht alles ist so rar. Die Bücher der alten Heyne-Filmbibliothek sind tatsächlich noch ungelesen, aber wer zahlt 18 bis 25 Euro dafür?

Aber Schluß mit Schimpfen.

Das schöne jedenfalls an Wühlkisten oder Flohmärkten ist, dass man auch Bücher findet, von denen man gar nicht glaubt, dass man sie lesen würde. Ich habe da mal ein vom Bildungsministerium gesponsertes Buch von 1956 gefunden. Ein Ratgeber für Eltern betreffend der Sexualerziehung ihrer heranwachsenden Kinder. Das war zum Brüllen.

Ein Schauspielerlexikon der DDR aus den 60ern hatte ich auch mal in einem Second Hand-Laden gefunden, leider hat mir das jemand verwurschtelt - das gab sich nach Aussen international, war aber auch sehr tendenziös. So waren durchaus Lilo Pulver und Horst Buchholz darin zu finden, jedoch wurde sehr direkt daraufhingewiesen, dass beide bedauerlicherweise auch in Anti-DDR-Propagandafilmen wie "Eins, Zwei, Drei" mitspielten.

Wie ich schon im Grundbeitrag schrieb: ich mag Bücher, die schon jemand gelesen hat. Bei ganz spezieller Literatur ist das natürlich nicht möglich, das muss ich exkludieren. Aber der Gedanke, durch wieviele Hände das ging, ist sehr reizvoll. Ab und zu findet man Bücher, in die jemand etwas hineingeschrieben hat oder mit Bleistift notiert.

In Wien gibt es einige öffentliche "Bücherkästen", leider noch zu wenige, es mangelt an Geld. Die stehen auf öffentlichen Plätzen, sind eingeglast. Da kann man gelesene Bücher reingeben oder welche mitnehmen. Manchesmal ist nur Unsinn drin, dann findet sich wieder etwas.

Ich verschenke übrigens gerne Bücher. Das am Häufigsten verschenkte war "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna". Gehört meiner Meinung nach in jeden Bücherhaushalt, egal was man am Liebsten liest.


"Ich beschäftige Sie, weil Sie erfreulicherweise einige unerfreuliche Eigenschaften haben!"

Die Herberts Lom und Weicker in "Marrakesch"

John Connor



Beiträge: 4.709

17.04.2015 00:12
#19 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Mein allererstes Filmbuch: Das Citadel-Buch über Hitchcock, nachdem ich es mal in unserer Stadtbibliothek ausgeliehen hatte und gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Müßig zu erwähnen, dass ich bis dahin keinen einzigen Hitchcock-Film gesehen hatte, mir aber eine umfangreiche Liste machte mit allen, die ich sehen wollte – so ziemlich jeden Film nach VERDACHT.

Danach bin ich auf die wesentlich günstigere Heyne-Filmbibliothek umgestiegen und alle zwei Wochen einen neuen Band in meiner Buchhandlung um die Ecke bestellt. Und meine Filmliste wurde umfangreicher und umfangreicher.

Apropos günstige Filmbücher. Mein größtes Schnäppchen machte ich vor 2 Jahren über Amazon Marketplace – für sage und schreibe 15 Cent inklusive – Achtung, jetzt kommt’s: - Versandkosten! Es war die deutsche Hardcover-Ausgabe von Marjorie Blibows Making of-Buch zu Hammers letztem (offiziellen) Horrorfilm TO THE DEVIL A DAUGHTER. Das Kuriose an der deutschen Ausgabe: Wer den Film und die freizügigen Szenen mit Nastasja Kinski kennt, weiß, dass dieser nicht unbedingt junge Heranwachsende addressierende Film denkbar ungeeignet ist als pädagogische Einführung in die Filmproduktion. Genau das beabsichtigt aber die deutsche Ausgabe: „Wie ein Film Team arbeitet“, mit dem drolligen Hinweis auf dem Cover: „Film erklärt für junge Leser“.

Und mein teuerstes Buch? Ebenfalls ein Filmbuch. Eigentlich der Bilder wegen gekauft – denn der Textteil überstieg irgendwie meine sprachlichen Kompetenzen (auch heute noch, wie ich zugeben muss): es ist komplett in japanisch! Aber die Hochglanzfotos - teilweise in Farbe - waren sooo verführerisch. Es hat mich damals 79 DM gekostet, und ich war noch ein Schüler, der mit seinem Taschengeld haushalten musste. Es war ein Bildband über Connerys Filme – und ich wunderte mich damals, warum das Buch unlogischerweise mit seinen jüngsten Filmen anfing und mit seinen frühesten Filmen aufhörte.

Wenn wir schon bei kuriosen Geständnissen sind - meine kurioseste Lektüre: Als 14jähriger habe ich in jenem Sommer mein umfangreichstes Buch von der ersten bis zur letzten Zeile komplett durchgelesen. Über 600 Seiten. Es handelte sich um das LEXIKON DES SCIENCE FICTION-FILMS von Hahn/Jansen.


"Ich habe keinen Bond-Film mehr gesehen, seit Sean Connery aufgehört hat!"
(Niels Clausnitzer in LAW & ORDER)

Fierstein


Beiträge: 651

17.04.2015 14:04
#20 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

https://www.youtube.com/user/buecherueberberlin

Hier ist ein schöner Bücher-Channel mit Buchempfehlungen vom Schauspieler und Synchronsprecher Oliver Bender mit einem Freund zusammen. In kurzen Clips wird immer ein Buch vorgestellt.


Grüße
Fierstein

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.05.2015 12:19
#21 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Ich wollte immer mal ein seriöses und gutes, differenziertes Buch über Elizabeth Taylor lesen. Nun habe ich, antiquarisch bezogen, das Werk von C. David Heymann gelesen. Es stammt aus den frühen 1990ern, wurde insgesamt recht gut rezensiert und Heymann wird allgemein für seine biografischen Werke und den damit verbundenen Recherchen gelobt.

Nun denn - ich habe bisher nie ein gutes Haar an Charlotte Chandlers idealisierten Starportraits gelassen. Doch deren Märchenwelt ist deutlich märchenhafter als jene des Mr. Heymann.

Was ich an der Taylor interessiert? Sie war/ist der definitive Begriff eines Filmstars. Ein Produkt eines Filmstudios von Kindheit an. Ein Leben andauernd an der Öffentlichkeit. Eine ambivalente Persönlichkeit und eine ambivalente Künstlerin, die abwechselnd grotesk schlecht und hervorragend spielen konnte. Ambivalenz schätze ich überhaupt, das macht manches spannend.

Nun, Heymans Biografie dürfte sicher 90% der US-amerikanischen talkshowgeschädigten Hausfrauen sehr zufriedengestellt haben, auch manche deutsche Leserinnen und Leser von sensationslüsternen Illustrierten dürften bekommen haben, was sie erwarteten.

Nachdem ich den dicken Schmöker gelesen habe, blieb mir folgendes in Erinnerung:

- Nicky Hilton hatte einen Penis dick wie eine Bierdose, nur länger. Das prägte die Frau dermaßen, dass sie nur noch mit Männern Beziehungen einging, die auch so gebaut waren. Der Autor ist immerhin so zurückhaltend, dass er das Penisleben der Ehemänner nur nochmal bei ihrem vorletzten Gatten breiter auswalzt.

- Robert Taylor bekam während der Liebesszenen mit ihr in "Verraten" eine Erektion (er hatte auch einen riesigen Penis!) und diese ging nicht weg. Die Taylor war verunsichert, das ganze Drehteam wartete auf das Ende der Blutzufuhr, aber nichts half. Robert Taylors kleiner (sorry: riesiger) Robert blieb standhaft. Also bat er den Kameramann und Regisseur, ihn nur hüftaufwärts zu fotografieren. (erübrigt sich zu sagen, dass es im Film keine entsprechende Szene gibt, bzw die Liebesszenen für einen 1949 entstandenen Film entsprechend bieder sind).

- die Taylor eignete sich hervorragend zum zumindest elegentlichen Umpolen homosexueller Männer. Beim zweiten Anlauf hatte sie eine Sexbeziehung mit Montgomery Clift, der sich danach großteils von Männern abwandte.

- natürlich drehte sie für zwischendurch auch Rock Hudson um. Dieser wollte bei "Giganten" dauernd James Dean verführen, weswegen es zu Streitereien kam. Dean war aber ein einziger Frauenheld und nicht im geringsten an Männern interessiert.

- nahezu jeder männliche Co-Star, der nicht mit ihr im Bett war, besoff sich entweder deshalb oder war generell täglich stockbesoffen.

- selbst distinguiert-kultivierte männliche Filmstars sprechen Heymann gegenüber stets in vulgären Ausdrücken, wenn sie der Taylor ihre Kurven beschreiben.

- Cleopatra war ein absoluter Reinfall und niemand wollte den Film sehen. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, dabei brach der Film sämtliche Rekorde bei den Besucherzahlen. Nur blieb er wegen seiner immensen Kosten lange Zeit kommerziell kein Erfolg.

Auf mehr des ganzen Unsinns habe ich keine Lust. Ein durch und durch grottiges Werk, das wohl mit der Realität soviel zu tun hat wie diverse MGM-Filme, in denen die Taylor mitspielte.


"Was wir heute brauchen, ist junges Blut und - frisches Gehirn!"

Erich Fiedler für Bela Lugosi

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John Connor



Beiträge: 4.709

17.05.2015 15:36
#22 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten



Zitat von fortinbras im Beitrag #21
Nachdem ich den dicken Schmöker gelesen habe...


Ich kann aber nicht umhin zu registrieren, dass die Lektüre nicht ohne Einfluss auf deine Wortwahl geblieben ist.


"Ich habe keinen Bond-Film mehr gesehen, seit Sean Connery aufgehört hat!"
(Niels Clausnitzer in LAW & ORDER)

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.05.2015 16:10
#23 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #22


Ich kann aber nicht umhin zu registrieren, dass die Lektüre nicht ohne Einfluss auf deine Wortwahl geblieben ist.



Einspruch, Euer Ehren! Das im Zusammenhang mit zotigen Geschichten vom Autor verwendete und umso schrecklicher wirkende Wort "Penis" habe ich zitiert. Die wiederkehrende Bezeichnung, dass R.T. "einen Steifen" hatte, wollte ich dem Forum nicht zumuten. Es könnten ja User unter 18 hier vorbeischauen und ich bekäme dann ein Gerichtsverfahren angehängt. Auch habe ich unbedingt Stewart Grangers Schwärmerei über die "T*tt*n" der Taylor zurückgehalten. Ich erwarte mir also entsprechend Lob für meine Sachlichkeit!!!

P.S.: mir drängte sich der Verdacht auf, dass Heymann das Buch in Hinblick auf die von der Taylor bevorzugte Dicke gewisser Körperteile konzipierte. aber das kann ich leider nicht beweisen.


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The Baron



Beiträge: 37

19.05.2015 19:21
#24 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Ich lese erheblich mehr Bücher als ich Filme sehe. Und meine Auswahl ist da sehr sprunghaft - die viktorianischen Klassiker sowieso, Filmbücher, moderne deutsche Phantasten, "Steampunk", Thriller, Naturwissenschaftliches, historische Expeditionsberichte, Sachbücher zum Vampirismus und zur Kriminalgeschichte, Biographien, Autobiographien ... Die meisten klassischen deutschsprachigen Autoren liegen mir nicht (May und Mann sind mir ein Graus). Momentan lese ich einen Band mit Kurzgeschichten von Clark Ashton Smith, davor ein amerikanisches Sachbuch über die Goth-Szene, davor einen modernen Vampirroman in Englisch, davor ein Werk von Christopher Priest. Als nächstes kommt ein Roman von Jörg Kleudgen und eine US-Anthologie von Holmes-Geschichten, danach entweder Jonathan Rigbys Neuausgabe von "English Gothic" oder Kurzgeschichten von Damon Runyon, mal sehen ...

fortinbras ( gelöscht )
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20.05.2015 00:50
#25 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Steampunk - da musste ich jetzt glatt googeln, was das ist. Und siehe da, schon bin ich gebildeter.

Das hat mich auch zum schon gelesenen Sherlock Holmes-Roman "Die Erdbebenmaschine" gebracht, der wohl auch ein wenig in diese Richtung geht. Für den Einband hat man Holmes mit deutlicher Peter Cushing-Physiognomie gemalt.

Besonderen Eindruck hinterließ das Buch bei mir nicht. Moriarty ist mit neuer Identität unterwegs und darauf baut die Spannung des Buches ab einem gewissen Zeitpunkt auf. Da man aber Moriartys neue Identität schon bei dessen erstem Auftritt sofort durchschaut, ist die Schlußpointe nicht gerade ein Höhepunkt. Immerhin hat das Buch ein paar nette Ideen.

Ich hebe es nur auf, weil Peter Cushing den Einband so schön ziert - vielleicht sollte ich es mal wieder lesen und schauen, ob es tatsächlich nur wenig zu bieten hat.


"Wenn ich das Wort 'Toleranz' noch einmal höre, dann werd ich verdammt intolerant, Freundchen!"

Ich für mich, leider nicht mit Arnold Marquis' Stimme.

Dies ist mein Beitrag zum ESC 2015.

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The Baron



Beiträge: 37

07.06.2015 01:09
#26 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Der Roman ist leider ziemlich schäbig - obwohl (oder gerade weil) mit Mitchelson und Utechin ausgewiesene Holmesianer sich am großen Schatten des Meisters vergriffen haben. Merkwürdigerweise geht das eher schief als das es funktioniert. Ich hab das Buch aus gleichem Grunde wie Du aufgehoben.

Re. Steampunk - probier's mal mit "Die Differenzmaschine" von Gibson und Stirling. Der definiert dieses sonst wenig definierte Subgenre perfekt.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

16.06.2015 15:57
#27 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Ich habe soeben (zum zweiten Mal) Christopher Stevens "Born Brilliant" gelesen - eine herausragende Biografie über "Carry On"-Star Kenneth Williams.

Deutsch wurde das Buch bislang nicht übersetzt und da deutsche Verlage allesamt ein sehr eingeschränktes Verständnis für Filmbücher und Schauspielerbiografien haben, wird das wohl auch so bleiben.

Stevens ist ein grosser Verehrer von Williams, was ihn aber gar nicht daran hindert, ein facettenreiches Porträt des Künstlers zu schaffen, das auf Verherrlichung und Stilisierung vollkommen verzichtet.

Kenneth Williams war wohl ein sehr komplexbeladener Mensch, hochgradig exaltiert, ordinär, voll schmutziger Fantasien, boshaft und gemein, nicht selten arrogant. Aber er war auch verletzlich, liebevoll, hilfsbereit, wohlerzogen, umgänglich und großzügig.

Seine Homosexualität schien er bis zum letzten Tag seines Lebens zu verdammen und versteckte sie auch, ewig lang teilte er sich die Wohnung mit seiner Mutter. Er dürfte kaum je eine richtige, alles umfassende Beziehung gehabt haben. Er war ein schrecklicher Hypochonder und kannte kaum Grenzen, sich zur Schau zu stellen - er entblößte sich gerne vor anderen und zu seinen größten Freuden dürfte es gehört haben, inmitten anderer zu urinieren.

Seltsamerweise ist Stevens' Buch dennoch nie spekulativ oder sensationslüstern. Es ist "absolutely britisch correct". Ein nüchternes, vielseitiges Werk, das seinen speziellen Reiz auch aus den vielen Tagebucheinträgen Williams' bezieht, der Bände davon hinterließ.

Nebenbei wird natürlich auch Filmgeschichte erzählt, die "Carry on"-Filme sind schließlich britisches Kulturgut. Interessant auch die Einblicke in die Zusammenarbeit mit den anderen Kollegen des Teams.

Dann gibt es auch interessante Details über den Künstler Williams, der nicht komödiantisch war. Ein großer Bühnenerfolg war für ihn die Rolle des leicht infantilen Dauphin in "Johanna von Orleans", ein rarer Ausflug ins Charakterfach. Nach dem Erfolg der "Carry on"-Filme gab es kaum noch etwas anderes als Schublade.

Ein aufschlussreiches Psychogramm, unterhaltsam, traurig, sehr lebendig - ein seltener Glücksfall im Rahmen der Biografien zu Künstlern dieser Art.


"Mr. Harker! Ich heisse Sie in meinem Haus willkommen!"

Wolfgang Eichberger spricht Christopher Lees erste Worte als "Dracula" (1958)

Mit Dankbarkeit und Freude in Erinnerung an einen einzigartigen Künstler: Christopher Lee (1922-2015)

Und hier das passende Ambiente:

http://www.ruine.at

berti


Beiträge: 13.985

17.06.2015 09:26
#28 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Zu diesem Thread wollte ich schon länger etwas beitragen, komme aber erst jetzt dazu. Um es nicht ausufern zu lassen, teile ich den Beitrag in einen über Belletristik und einen über Sachbücher auf:

Manche Kindheitslektüre wie Bücher von Enid Blyton habe ich schon während der Grundschule hinter mir gelassen und später kein Interesse mehr daran gehabt. Bei Michael Ende ging es mir mit "Jim Knopf" auch so, bei der "unendlichen Geschichte" und besonders "Momo" hatte ich schon als Kind den Verdacht, dass hier ein "tieferer Sinn" verborgen sein müsse und beide Bücher auch später noch öfter gelesen, um diesen zu finden (ich suche ihn heute noch). Eine Sonderstellung nimmt für mich "Der Wunschpunsch" ein, der mir kurz nach Erscheinen geschenkt wurde und den ich als Kind und Jugendlicher immer wieder gelesen habe, wobei mir viele Anspielungen erst später klar wurden.
Stark geprägt hat mich Wolfgang Ecke: Schon kurz nach der Einschulung wurden mir manche seiner kürzeren Geschichten vorgelesen, ein Jahr danach ging ich zur Selbstlektüre über, später kamen seine Romane hinzu. Besonders "Das unheimliche Haus von Hackston" und "Das geheimnisvolle Gesicht" habe ich als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener immer wieder gelesen und war jedesmal beeindruckt von den humorvollen Figuren und der Spannung, speziell beim "Gesicht" auch von der Leichtigkeit, mit der eine eigentlich hochkomplexe Geschichte erzählt wird, ohne dass man den Überblick verliert. Keine Ahnung, ob dieser Autor vielen hier bekannt ist.
Der Kontakt mir Karl May und Jules Verne blieb auf relativ wenige Werke (bei Verne meist in "kindgerechten" Versionen) beschränkt.
Was Comics betrifft, habe ich vor allem die Lustigen Taschenbücher gelesen, und zwar sowohl die älteren Ausgaben als auch die damals aktuellen (zu dieser Zeit befand sich die Reihe glücklicherweise in einer Blütephase). Daneben kamen noch viel aus den Reihen Asterix und Lucky Luke hinzu, da viele dieser Hefte sich bereits im Familienbesitz befanden. Auf eigene Faust habe ich Tim und Struppi kennengelernt und alle Bände gelesen (ohne mich aber deswegen als Fan bezeichnen zu wollen).

Was Krimis betrifft, war ein guter Einstieg das "ABC für Mini-Detektive", dass mir als Kind geschenkt wurde, daneben die Tatsache, dass ich in einem Haushalt aufgewachsen bin, in dessen Bibliothek sich die unterschiedlichsten Bücher aus diesem Bereich befanden. Gelesen habe ich vor allem Agatha Christie, Edgar Wallace und G. K. Chesterton, daneben auch Arthur Conan Doyle; dessen Sherlock-Holmes-Geschichten und -Romane las ich sowohl in den "originalen" Fassungen als auch in verschiedenen "kind-" bzw. "jugendgerechten" Versionen. Sehr amüsant war besonders ein Vergleich mit den Nacherzählungen von Klaus E. R. von Schwarze, da viele Dialogszenen kaum wiederzuerkennen waren.
Für Bücher von Dorothy Sayers, Rex Stout, Georges Simenon oder Maj Sjöwall und Per Walhöö war leider später nicht mehr die Zeit, weil ich ab der Pubertät zunehmend dazu übergegangen bin, Sachbücher zu lesen.
Immerhin habe ich Ian Flemings Bücher zu einer Zeit gelesen, als diese noch in fast jeder größeren Buchhandlung zu finden waren. Die vor kurzem erschienen ungekürzten Neuübersetzungen habe ich noch nicht komplett vergleichen können, aber schon festgestellt, wie extrem man beim Scherz-Verlag gekürzt hat.


berti


Beiträge: 13.985

17.06.2015 10:07
#29 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Bei Sachbüchern habe ich viele "Was ist was"-Bände gelesen, da sich eine größere Anzahl davon im Familienbesitz befanden, daneben auch mehrere Bände aus den Reihen "SchülerWissen" und "SchülerBuch" von Treff. Später kam noch "Hätten Sie´s gewusst" hinzu, ein Buch, das mir viele Jahre lang Informationen verschaffte, bei denen heutzutage Wikipedia die Hauptquelle ist. Aufgrund der vielen Sachbereiche konnte ich im Unterricht gegenüber Lehrern und Mitschülern immer wieder Eindruck schinden und den Anschein erzeugen, mehr zu wissen, als es der Fall war (ein Spiel, das ich auch heute noch gut beherrsche).
An älteren Filmen war ich schon früh interessiert und hatte auch schon Bicke in Filmbücher geworfen, aber ein wichtiger Einschnitt war es, als mir Hellmuth Karaseks "Mein Kino - Die 100 schönsten Filme" geschenkt wurde. Aus heutiger Sicht bekommt man die meisten der von ihm gebotenen Informationen über Wikipedia und IMDB, den Rest durch das DVD-Bonusmaterial, damals war ich allerdings schwer beeindruckt. Auf Filme wie "Lawrence von Arabien", "Sein oder Nichtsein" oder "Laura" bin ich erst durch ihn aufmerksam geworden und habe sie mir in erster Linie deshalb angesehen, weil mich seine Ausführungen neugierig gemacht hatten.
Auch heute noch lese ich viele seiner Bücher; trotz häufiger Geschwätzigkeit und vieler Wiederholungen finden sich in praktisch jedem davon zumindest einige witzige Formulierungen oder Gedanken, die den Kauf wert waren.
Beim Besuch eines Antiquariats kaufte ich zwei Bücher, die mich beide auf ihre Weise gepägt haben: Meinolf Zurhorsts "Lexikon des Kriminalfilms" und Ronald M. Hahns und Volker Jansens "Lexikon des Horrorfilms".
Zurhorst faszinierte mich, weil seine Inhaltsangaben und Urteile teilweise haarsträubend waren und es mir oft so vorkam, als habe er einen anderen Film gesehen; daneben fragte ich mich,warum ausgerechnet jemand, der mit diesem Genre anscheinend massive Probleme hat, ein Lexikon darüber schreiben musste. Bei Hahn und Jansen sehe ich allerdings nicht die ihnen oft vorgeworfene "Verachtung" für Horrofilme; außerdem war die enzyklopädische Auflistung von Filmtiteln damals (noch ohne Internet) eine enorme Informationsquelle. Und bei manchen Filmen lösten die Besprechungen bei mir einen minutenlangen Lachkrampf aus, weshalb ich mein Umfeld öfter mit der Aufforderung nervte, die Passagen vorzulesen und dabei ernst zu bleiben (was keiner schaffte). Viele Jahre später stellte sich dank Wikipedia übrigens heraus, dass ich schon als Kind mit Hahn in Verbindung gekommen war, da er (gemeinsam mit Hans Joachim Alpers) unter dem Pseudonym "Daniel Herbst" "Das seltsame Testament" geschrieben hatte.
Dass Thomas Bräutigams Buch bei seinem Erscheinen 2001 für mich eine Offenbarung war und meine Beschäftigung mit dem Thema Synchronisation enorm verstärkte, habe ich schon oft erwähnt; die späteren Auflagen habe ich auch, blättere immer wieder darin und stoße auch nach Jahren noch auf neue Details.
Erich Kästners Kinderbücher haben mich als Kind wenig beeindruckt, der später entdeckte "Kästner für Erwachsene" schon eher; seine Aufsätze, Chansons und Gedichte sind in stilistischer Hinsicht immer wieder lesenswert.
Als Jugendlicher habe ich auch einige von Stefan Zweigs Darstellungen berühmter Persönlichkeiten gelesen; damals war er für mich der Inbegriff sprachlicher Eleganz, was sich mittlerweile geändert hat (heute wirkt er auf mich eher "abgehoben").
G. K. Chestertons Kurzgeschichten hatte ich bereits mit Interesse gelesen, seine Essays (von denen viele seit der Jahrtausendwende erstmals oder nach langer Zeit wieder in deutscher Übersetzung herausgekommen sind) später ebenfalls.
Immer mal wieder greife ich gerne nach den Büchern mit Johannes Gross´ gesammelten Aphorismen und werde jedesmal fündig.
Sebastian Haffners Aufsätze und Bücher mit Geschichtsdarstellungen sind sowohl in geschichtlicher als auch in stilistischer Hinsicht immer wieder anregend, auch oder sogar gerade weil der Autor oft zum Widerspruch herausfordert.
Gerhard Prauses "Lexikon für Besserwisser" war für mich genau die richtige Lektüre (womit ich später manche Lehrer quälen konnte), später kamen auch noch viele Irrtums-Lexika aus dem Eichborn- bzw. Piper-Verlag hinzu; auf diesem Weg bin ich auch auf die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch gestoßen, denen man nicht immer zustimmen muss, die aber trotzdem auch oft Gedankenanstöße geben können, wenn es darum geht, ideologische Sichtweisen durch "pragmatischere" zu ersetzen.
Wenn es um Sprachkritik geht, sind Wolf Schneider und Bastian Sick lesenswerte Autoren; man muss ihnen nicht immer folgen, aber trotzdem enthalten ihre Bücher viele Ratschläge, die durchaus sinnvoll sind, außerdem verbinden sie ihre Belehrungen oft mit Witz und Humor (Schneider meist bissig, Sick eher anekdotenhaft).
Schon oft (auch erst kürzlich wieder) habe ich Dieter E. Zimmers "Die Wortlupe. Beobachtungen am Deutsch der Gegenwart" gelesen. Die darin enthaltenen 111 Glossen über verschiedene Begriffe, deren Bedeutung und Verwendung regen immer wieder zum Hinterfragen an. Auch seine übrigen Sachbücher sind lesenswert, da er enorme Kenntnisse in den unterschiedlichsten Bereichen vermittelt, dabei aber immer leicht lesbar schreibt und nie belehrend wirkt. Allenfalls der oft fatalistische und wehleidige Ton seiner sprachkritischen Texte ist eher abschreckend, da sind andere Autoren optimistischer, was den Sinn von Ratschlägen betrifft.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.06.2015 13:30
#30 RE: Der Bücherwürmer und Leseratten-Thread Zitat · antworten

Das war jetzt ein schönes "Leseporträt" und hat auch wieder einige Erinnerungen bei mir erweckt.

Die guten alten "Was ist Was"-Bücher. Gab's da auch eines zum Thema Synchronisation?

Diese Bücher akzeptierte sogar ich mit meiner damaligen Abneigung gegen kindgerechte Lektüre - sie waren einfach gut gemacht und das finde ich noch heute. Die hat sogar mein Opa gelesen - und das will was heissen!

Als Kind hatte ich meistens den Verdacht, dass mir Kinderbücher etwas vorenthalten würden: die Realität. Was wir in der Schule lasen, genügte mir - damit musste ich mich nicht auch noch privat herumschlagen. Da bevorzugte ich hauptsächlich Sachbücher, aber durchaus auch Comics, das ist mir jetzt erst wieder eingefallen: "Fix und Foxi" ließ ich mir nie entgehen, "YPS" wollte ich eigentlich nur wegen der beigelegten Spielsachen und die Disney-Sachen waren weniger meins, ausser Onkel Dagobert. Aber ich denke gerne an "Gespenstergeschichten", "Spukgeschichten" und an "Vanessa, Freundin der Geister" zurück. Bei Vanessa konnte ich aber nie verstehen, warum sie in Geistermann Herold verliebt war: Männer mit wallend langen blonden Haaren waren doch immer peinlich. Ich habe ihm manchesmal die Haare schwarz angemalt, insgesamt war das aber mühsam.

Sagen mochte ich, Horror auch - Fantasy war selten meins, weshalb ich Michael Ande bis heute nie ganz gelesen habe.

Jules Verne erschien mir sehr wissenschaftlich, das war perfekt und Ritter- oder Seeabenteuer, sofern sie ein Maß an realistischer Grausamkeit zeigten, mochte ich auch.

"Die kleine Hexe" habe ich dreimal gelesen, auch mochte ich "Die Höhlenkinder" relativ gerne, ansonsten aber beeindruckten mich nur wenige Kinderromane, darunter "Wo gibt's heute noch Gespenster?" und "Kingstontown am Schotterteich".

Am ehesten las ich noch Christine Nöstlinger, wenngleich ich erst als Erwachsener ihre Werke intensiver las. In ihren Büchern waren Kinder oft gemein zueinander, stritten Erwachsene, ließen sich Eltern mal scheiden, spielten Kinder mit Kondomen, die sie fanden, nannten einander "blöde Sau" oder "Arschloch" und ein Kind beging sogar Selbstmord, weil es sein Leben nicht mehr aushielt. Da mussten die Kinder auch mal auf's Klo, hatte wer Durchfall oder wurde um die Wette gepinkelt. In Christine Nöstlingers Büchern fand ich fast immer die Realität, die ich suchte. Den Eskapismus, den ich so schätze, lebte ich beim Spielen aus und via Fernsehen/Video, etc.

Bis heute ist die traurige Geschichte von Andreas, der mit seiner Umwelt nicht klarkommt und dem niemand glaubt, dass es in seiner nach außen perfekten Familie sehr unschön zugeht, eines meiner Lieblingsbücher: "Die unteren sieben Achtel des Eisbergs".

Da in meiner Familie viel gelesen wurde und nur "Die Sittengeschichte der Menschheit" eingesperrt war, kam ich früh in Berührung mit Erwachsenenliteratur, die mir mehr zusagte. Von vielen Kinderbüchern fühlte ich mich schlichtweg verarscht.

Da ich wusste, wo der Schlüssel zur "Sittengeschichte" lag, habe ich die natürlich auch durchgeblättert - darin waren nichts als langweilige Bilder, zumeist von nackten Frauen mit oder ohne Männer. Da ich bei Filmen immer die "Nicht schon wieder schmusen"-Einstellung hatte, befasste ich mich auch nicht näher mit diesem Schmarr'n.

Betreffend Ian Fleming, lieber Berti: da kann man natürlich geteilter Meinung sein, aber mit Ausnahme von "Moonraker" vielleicht, ist es eher ein Segen, dass man seine Bücher deutsch gekürzt hat.

Deine Beurteilung von Stefan Zweig hat mir übrigens sehr zugesagt, diese Meinung teile ich. Ähnlich erging es mir bei Franz Werfel, dessen Bücher aber schwerer zu lesen sind, Zweigs Sprache ist schlanker, eleganter.

Karaseks "Billy Wilder"-Buch habe ich zuhause und blättere mitunter auch rein, man kann es beinahe als Parodie der Arschkriecherei betrachten, wenn du mir den unflätigen Ausdruck vergibst. Auch wenn er in seinen Büchern auch interessante, korrekte Dinge schreibt, so konnte ich ihn irgendwie niemals ernst nehmen.


"Mr. Harker! Ich heisse Sie in meinem Haus willkommen!"

Wolfgang Eichberger spricht Christopher Lees erste Worte als "Dracula" (1958)

Mit Dankbarkeit und Freude in Erinnerung an einen einzigartigen Künstler: Christopher Lee (1922-2015)

Und hier das passende Ambiente:

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