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Synchrondatenbank (von Arne Kaul) | Deutsche Synchronkartei | Seriensynchron - SeSyDaB | dubDB | Die vergessenen Filme
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Dieses Thema hat 235 Antworten
und wurde 25.135 mal aufgerufen
 Allgemeines
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Synchron-King


Beiträge: 510

14.12.2004 03:30
#31 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf Erik würde ich gerne etwas sagen.

Es ist immer erfreulich, wenn Leute vom Fach im Forum sind, und ich denke, dieser Aussage würde auch eine große Mehrheit der Leute in diesem Forum zustimmen. Ich glaube jedoch, vor allem hier finden sich die wenigen Menschen, die wirklich Verständnis für den Prozess der Synchronisation besitzen. Hier finden sich die Bewunderer des Synchrongeschäfts, die Menschen, die dieses Geschäft so interessant finden, dass sie sich tagtäglich ans Erstellen von Besetzungslisten machen, ihre Kenntnis über Sprecher erweitern oder eben mit anderen über das Thema diskutieren.

Wenn im Rahmen dieser Diskussionen dann aber einmal Kritik aufkommt, bin ich mir absolut sicher, dass diese keineswegs so pauschal gemeint ist, wie es jetzt in dieser Antwort von Erik befürchtend anklingt. Das ganze Thema, das sich mit den "größten Synchronfehlern" beschäftigt, ist definitiv nicht als pauschale Kritik an Synchronisation und als Unterstellung von grundsätzlich geringer Qualität in Synchronisationen zu sehen. Es gibt definitiv Leute, die grundlegend die deutsche Version einer Serie oder eines Films ablehnen und demnach auch so pauschal negativ über die Synchronisation urteilen. Wenn aber in diesem Kreis, einem Kreis von Synchronisationsbegeisterten, Kritik aufkommt, ist diese sicher nicht von Gedankenlosigkeit beeinflußt.

Den Fall in D.C. fand ich - wie auch bereits als Antwort verschickt - sogar gut gelöst, allerdings sollte eine solche Kritik von Grund auf durchaus ernstgenommen werden. Ein Wort wie "Loser" kennt die gesamte Zielgruppe (auch das ist schließlich zu beachten) definitiv, wäre das "L" also definitiv als "L" zu erkennen gewesen, wäre die Abänderung im Grund genommen kontraproduktiv. Die Begründung dafür ist, dass speziell dieser Fall, in dem das Gesprochene vom Bild abweicht, den Zuschauer daran erinnert, dass er eine englische Serie, die der deutschen Synchronisation unterzogen wurde, sieht, und dies in seine Betrachtung mit einbezieht. Die gewollte Illusion der Synchronisation fliegt demnach auf und ist zerstört.

Die erwähnten Fan-Übersetzungen würde ich auch nicht so pauschal bewerten. Es gibt sicher stellenweise Fanskripts, die mit besseren Übersetzungen gefüllt sind wie die tatsächlichen Dialogbücher, es gibt definitiv auch Fan-Übersetzungen, deren laienhafte Erstellung ihnen sofort anzusehen ist. Es gibt bestimmt auch Fälle, in denen konkrete Schwierigkeiten im Fan-Skript besser gelöst sind, andere Schwierigkeiten im Originaldialogbuch. Daher würde ich es eben begrüßen, wenn die Profis sich vielmehr auf die Kritiken der wenigen Synchronbegeisterten einlassen würden. Es kommt immer noch viel zu selten vor, dass bei der Synchronisation die Meinung der Fans berücksichtigt wird.

Dass D.C. nun hervorragend synchronisiert wurde, kann ich nur bestätigen. Ich sehe mir diese Serie stets in der Synchonisation an und schaue - und das auch nur bei manchen Episoden - einmal aus Interesse das Original. Was nun aber das Traurige ist: D.C. ist leider eine Ausnahme. Vor allem Serien werden häufig - und ich formuliere vorsichtig - anscheinend nicht besonders aufwendig bearbeitet. Natürlich gibt es hervorragende Seriensynchronisationen, zu denen ich persönlich spontan noch "Six Feet Under" zählen würde, aber leider gibt es auch weniger gute Seriensynchronisationen.

Und leider gibt es eben - und diesen Punkt sprach die Englisch-Studentin nun an - Fälle, bei denen das Gegenargument, dass diese Veränderungen von mehreren Menschen diskutiert werden, noch mehr Unverständnis für den Sachverhalt schafft. Gerade das Beispiel "Osiris" - den kennt man eben - man verändert es nicht. Es ergibt auch keinen Sinn, sorgt dafür, dass die deutschen Zuschauer nicht mehr verstehen, worum es geht. Sowas passiert eben und es passiert doch recht häufig. Und in diesem Thread wollte man sich eben dem Thema "Fehler" widmen. Dass Synchronisation keine wörtliche Übersetzung - wie im Englisch-Studium - bedeutet, ist dabei grundsätzlich klar.

Selbstverständlich gibt es letzten Endes sehr gute Synchronisationen, aber auch sehr schlechte und dann eben eine große Menge an mittelmäßigen Werken. Grundsätzlich finde ich aber einen Aspekt sehr wichtig: Ob man versteht oder nicht versteht, warum etwas so oder nicht so gemacht wurde, ist nicht wichtig, um es gut oder schlecht zu finden. Ich verstehe aufgrund meines Interesses für Synchronisation zum Beispiel, dass es Gründe dafür gibt, warum gewisse Rollen einer meiner liebsten Serien mittlerweile einen anderen Sprecher haben (Alter der Sprecher / tragischer Unfall, etc.), habe auch großes Verständnis dafür, finde es aber trotzdem schlecht. Und das darf ich auch, weil es letzten Endes eine Geschmackssache ist. Andere verstehen diese besagten Sprecherwechsel vielleicht nicht, finden sie dennoch schlecht. Und auch sie dürfen das, weil es eine Geschmackssache ist. Und so ist es auch mit dem besagten Fehler. Obwohl ich mir zwar sehr sicher bin, dass gerade hier Verständnis dafür herrscht, ist dies überhaupt nicht von Interesse bei der Frage, ob man etwas gut oder schlecht findet. Dass bei Synchronisationen Fehler entstehen, verstehen wir auch alle, dürfen sie aber dennoch kritisieren. Und dass man sich bei manchen Fehlern einfach nur an den Kopf fassen kann, sollte meiner Meinung nach jeder verstehen können.

Dass "Fehler unterstellt" werden finde ich gar nicht so wichtig, da es unterm Strich ja darum geht, dass die Lösung von jemandem gut oder nicht gut gefunden wird. Ich finde sie bspw. gut, die Englisch-Studentin nicht. Aber zahlreiche andere Beispiele können so nicht erklärt werden, zahlreiche andere Beispiele stammen nicht aus D.C, Will & Grace, Six Feet Under oder 24. Diese Beispiele stammen vielleicht aus den Simpsons, wo man Herrn Combrinck sogar darauf hinwies, dass man "second hand smoking" mit Passivrauchen zu übersetzen hat, weil es sich um einen feststehenden Begriff handelt, woraufhin er es erneut falsch mit "Rauchen aus zweiter Hand" übersetzte. Solche Beispiele stammen aus Futurama, wo das Wort "awesome" in der entsprechenden fröhlichen Betonung mit "schrecklich" und umgekehrt das Wort "awful" in der entsprechenden traurigen Betonung mit "spitze" übersetzt wurde. Wenn man hierbei sagen würde, dass dies aus zeitlichen Diskrepanzen entstand, weil der arme Herr Combrinck alleine arbeiten muß und einfach zu viel zu tun hat, kann das jeder verstehen, behaupte man hingegen, dass diese Entscheidungen ausdiskutiert worden seien, dann sollte man meiner Meinung nach jemanden dafür entlassen. Und ich denke eben, dass dieser Idealfall aus D.C. - in Bezug auf Ergebnis und auf Vorgang - eben nicht allzu häufig die Ursache für einen "Fehler" bzw. eine nicht gutgefundene Übersetzung darstellt.


Erik


Beiträge: 341

14.12.2004 07:05
#32 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

Hallo Synchron-King,
vielen Dank für die beiden letzten - exzellenten - Beiträge; über Geschmacksdinge sollte man natürlich nicht streiten. Noch 2 kurze Anmerkungen zu D.C.: 1) Daß die gesamte Zielgruppe weiß, was ein "Loser" ist, würde ich bestreiten; bitte nicht vergessen, daß es auch bei den Sendern erhebliches Feedback gibt, das gerade in solchen Fragen oft (mitunter erschütternde) Rückschlüsse erlaubt. 2) Die Sache mit den Sternen vom Himmel im Pilotfilm würde - rückblickend betrachtet - sicher anders, nämlich originalgetreuer gelöst; auch dies war ein heißdiskutierter Punkt - nur daß damals noch zu wenig Informationen darüber vorlagen, wie sich die Serie weiterentwickeln würde; auch der Anspruch des Tabubruches war noch nicht gleich klar.
Gruß
Erik


derDivisor47



Beiträge: 2.087

14.12.2004 11:24
#33 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
Die Sache mit den Sternen vom Himmel im Pilotfilm würde - rückblickend betrachtet -

danke, dass sie das erwähnenne. genau das ist für mcioh der grund warum ich immer versuchen würde, so wörtlcih wie möglcih zu bleiben. was wäre wenn dawson plötzlich in der vorletzten folge der serie sich daran erinnert hätte, während ein eindeutigeys L zu sehn wäre. man muß immer daran denken, dass so etwas nochmal später referenziert werden könnte, auch von ganz anderen produkten.
sicher, wer konnte ahnen, dass ein kliener bösewicht aus buffy's 3. staffel plötzlcih zum endfeind wird, wer konnte ahnen, dass 13 jahre später kahn nochmal auf kirk trifft udn so weiter. niemand ?
nun, dass gilt es nciht zu ahnen, dass gilt es zu befürchten. eine kleiner nebensatz könnte plötzlich mal entscheidend werden. eine anspielung könnte in der synchro plötzlcih keinen sinn mehr machen.

In Antwort auf:
Daß die gesamte Zielgruppe weiß, was ein "Loser" ist, würde ich bestreiten; bitte nicht vergessen, daß es auch bei den Sendern erhebliches Feedback gibt, das gerade in solchen Fragen oft (mitunter erschütternde) Rückschlüsse erlaubt

das überrascht mich zwar, aber ist auch völlig irrelevant. nciht jeder muß jede anspielung verstehen. auch wenn es im loser fall ja keine kulturelle referenz war, sondern ein satz aus dem alltäglcihen sprachgebrauch


Erik


Beiträge: 341

14.12.2004 11:40
#34 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

Widerspruch:
1) So wörtlich wie möglich ist eben nicht das gleiche wie bedingungslos wörtlich; durch falsch verstandene Originaltreue kommen mindestens ebensoviele Schnitzer zustande wie durch unbegründete Abweichungen vom Original. Oft sind es Mangel an Sprachkenntnissen, Ignoranz oder Denkfaulheit, die zu solchen Blödigkeiten führen wie "Character" für Rolle/Figur oder "Vitale Rolle" (Deutschlands beim Wiederaufbau des Irak) statt "Entscheidende Rolle"; die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern.
2) Der durchschnittlich gebildete Zuschauer sollte eben schon möglichst alles verstehen (selbst bei Arte!); Fernsehen ist kein elitäres Medium!
Gruß
Erik


VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 23.862

14.12.2004 11:49
#35 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
genau das ist für mcioh der grund warum ich immer versuchen würde, so wörtlcih wie möglcih zu bleiben. was wäre wenn dawson plötzlich in der vorletzten folge der serie sich daran erinnert hätte, während ein eindeutigeys L zu sehn wäre. man muß immer daran denken, dass so etwas nochmal später referenziert werden könnte, auch von ganz anderen produkten.

Ich verstehe dein Argument, stimme dir aber trotzdem nicht zu. Wenn immer nur wörtlich übersetzt, schafft man nur ein müdes, blutleeres Abziehbild des Originals. Es gib in jeder Sprache so viele Konnationen, dass eine vermeintlich wörtliche Übersetzung auf den deutschen Zuschauer eine andere Wirkung haben kann als auf das Original auf den amerikanischen Zuschauer (oder woher die Produktion auch immer ursprünglich stammt). Ziel einer Synchronübersetzung sollte es NICHT sein, das Original wieder herauslesen zu können, wie es von Original-Fanatikern gerne gefordert wird, sondern die Schaffung - das ist also ein kreativer Prozess - einer gelungenen deutschen Interpretation. Leider geht die Forderung immer mehr nach möglichst genauer Imitation des Originals - teilweise durch Supervisor, teilweise wie gesagt durch Fans und teilweise macht das ein Synchronteam offenbar auch von sich aus...

Das Risiko, dass ein winziger Nebensatz auf einmal von immenser Bedeutung sein wird, besteht natürlich immer, und das würde ich auch selbst immer beim Übersetzen fürchten, aber das muss man einfach eingehen.

Bei WILL & GRACE zum Beispiel spielt Minnie Driver eine wiederkehrende Rolle. Im Original wurde sie als Britin vorgestellt, in der Synchronisation wurde aus ihr der Wortspiele wegen eine Französin gemacht. Nun musste ihr Vater ausgerechnet von John Cleese gespielt werden, der natürlich betont als Brite besetzt wurde. _Das_ sollte natürlich auch wieder in der deutschen Erfassung erhalten bleiben. Dieses Problem, dass einen engagierten Dialogbuchautor zunächst vielleicht etwas schockt, konnte dann aber doch gelöst werden.

Gruß,
Tobias
--
"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."


Synchron-King


Beiträge: 510

14.12.2004 13:46
#36 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

Zunächst einmal Danke an Erik, dessen Beiträge ich immer wahnsinnig interessant finde!

Dass mit den "Sternen" in der Pilotepisode dachte ich mir fast. Generell finde ich solche Lösungen aber besser als die ständige Befürchtung, dass ein Detail eines Tages sehr wichtig werden könnte. Natürlich könnte man bei jeder Abänderung die Befürchtung im Hinterkopf haben, aber dennoch sollte eine gelungene deutsche Interpretation im Vordergrund stehen.

Ein Freund von allzu wörtlichen Übersetzungen bin ich nicht. Erik führt hier auch ein sehr gutes Gegenbeispiel dafür an. Das sollte nicht pauschal gelöst werden, in einer Comedy beispielsweise könnten zu wörtliche Übersetzungen - um ein weiteres Beispiel dagegen zu nennen - zum Beispiel auch den eigentlichen Witz zerstören. Es gibt also sogar Stellen, an denen man sich vom Wörtlichen lösen MUSS. Bei den Stellen, an denen man es vielleicht nicht gerade müsste, kann es aber nichtsdestotrotz auch häufig zu einem flüssiger gesprochenen deutschen Dialog beitragen. Und sowas ist als positiv zu bezeichnen. Es dürfte eher die Seltenheit sein, dass der Nebensatz später zum wichtigen Detail wird.

Ich denke, es sollte im Einzelfall entschieden werden, ob man etwas wörtlich übersetzt oder frei überträgt (und das wird es auch durchaus). Denn eine Synchronisation ist ja nicht nur eine Übersetzung, sondern genau so auch eine Übertragung.

Eine Anmerkung noch zu Eriks Satz:

In Antwort auf:
2) Der durchschnittlich gebildete Zuschauer sollte eben schon möglichst alles verstehen (selbst bei Arte!); Fernsehen ist kein elitäres Medium!

Dem stimme ich grundsätzlich zu. Wenn im Original der durchschnittlich gebildete Amerikaner versteht, worum es geht, sollte es in der deutschen Synchronisation auch unter Berücksichtigung dieses Aspekts übertragen werden. Hingegen würde ich diesen Aspekt weniger beachten, wenn im Original auch schon ein Fremdwort oder Fachausdruck gebraucht wurde. Es ist mir schon häufiger begegnet, dass in solchen Fällen der ganze Begriff in der Synchro aufgelöst wurde - das finde ich dann immer ein wenig schade.

So ein Problem gibt es auch mit Markennamen. Wie sehen Sie diese Schwierigkeit der Synchronisation, Erik? Unter Berücksichtigung welcher Aspekte überträgt man Markennamen? Als Beispiel: Wenn in der OV von "Herschey's" gesprochen werden würde, macht man lieber "Schokolade" daraus oder überträgt man es mit "Milka"? Oder lässt man es stehen? Wie wird sowas entschieden?


In Antwort auf VanToby:

Wie wurde das bei WILL & GRACE gelöst?


VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 23.862

14.12.2004 14:29
#37 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
Wie wurde das bei WILL & GRACE gelöst?

Lyle ist hierbei John Cleese' Rolle:

ORIGINALVERSION
Karen: "You're her father? I can't believe that bitch has a father."
Lyle: "Well, the bitch does."

DEUTSCHE FASSUNG
Karen: "Sie sind ihr Vater? Ich hab' gedacht, die Schlampe ist Französin."
Lyle: "Die Schlampe ist in Frankreich *aufgewachsen*."

Eine französische Erziehung - kein Wunder, dass man da zur Schlampe wird *g*.


Das jeder immer alles verstehen muss, sehe ich nicht ganz so, allerdings bin ich mir in Extremfällen auch noch nicht so ganz sicher, wie man da vorgehen soll. Wenn es zum Beispiel Anspielungen auf andere Serien gibt, die auch hier bekannt sind, vielleicht aber nicht jeder kennt (oder nicht so gut wie DIE SCHWARZWALDKLINIK *g*), sollten die schon beibehalten werden. Problematisch wird es, wenn eine Serie geradezu vollgestopft ist mit Anspielungen auf die amerikanische Popkultur, Seifenopern, Werbefiguren, Belanglosigkeiten, die da Schlagzeilen gemacht haben, aber hier gänzlich unbekannt sind. Genau das ist nämlich bei der Zeichentrickserie FAMILY GUY der Fall. Die Fans, die Serie schon lange im Original kennen, beschweren sich dann, dass viele dieser Spezialanspielungen in der Synchronisation verschwunden sind. Nur ist es in diesem Fall meiner Meinung nach auch nicht mehr sinnvoll, eine Referenz zu behalten, die höchstens ein paar Spezis verstehen dürften. Hier muss ich mal zugestehen, dass mir die deutsche Bearbeitung (liegt vermutlich auch an einer guten Redaktionsarbeit) weitestgehend richtig gut gefällt, auch wenn der Großteil der Fans dieser Serie das anders sieht.

Gruß,
Tobias


Gruß,
Tobias
--
"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."


derDivisor47



Beiträge: 2.087

14.12.2004 15:12
#38 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

da habe ich mich verhaspelt. allerdings fällt mir keine besseres wort als "wörtlich" ein, dass das ausdrückt, was ich meine. natrülich soll nicht vitale rolle benutzt werden, dass ist klar. mir ist halt wichtig, dass alles, was referenzierbar ist auch refferenzierbar bleibt.


derDivisor47



Beiträge: 2.087

14.12.2004 15:17
#39 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

noch etwas: gerade solche "fehler" sind für mcih auch ein grund warum ich synchros mag. sie geben den ganzen etwas charme. ich hätte vermutlcih nicht ganz so vile spaß an meinen serien und etc. wenn ich nicht versuchen würde, beide seiten der medallien zu kenne.


John Connor



Beiträge: 4.627

14.12.2004 18:17
#40 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

Ich würde bei diesem Thema zwei Ebenen unterscheiden: eine konkrete und eine generelle Ebene.

Die konkrete Beispiel-Ebene erinnert mich etwas an die goofs-Seiten bei imdb.com – will sagen: solche ‚Fehler’ sind nichts Synchronspezifisches und könnten prinzipiell auch bei jedem Film ausfindig gemacht werden. Solange man dabei eher spielerisch und nicht mit missionarischem Eifer an die Sache herangeht, ist das Ganze auch sehr amüsant.
Die Pose des Besserwissers gehört hier wohl teilweise dazu und ist auch legitim, wenn man es nicht übertreibt (was mich z.B. an einigen SIMPSONS-Fanatikern tierisch nervt).

Zur generellen Ebene (die Robert Urban recht früh ins Spiel brachte):
Störend finde ich es, wenn die ‚Vorlage’ (ich rede lieber von 'Vorlage’ anstelle vom ‚Original’, weil beim letzteren immer ein wertendes Vorurteil mitschwingt) zum Maß aller Dinge erklärt wird – nach dem Motto: die ‚Bearbeitungen’ sind gelungen, wenn sie der Vorlage folgen (man redet dann gerne von ‚Originaltreue’, als ginge es dabei um ein ethisches Prinzip) und sie sind schlecht, wenn sie vom ‚Original’ ‚abweichen’.
Mit diesem Vorurteil haben alle ‚Bearbeiter’ zu kämpfen, egal ob es sich dabei um Übersetzungen von einer Sprache in die andere handelt, oder um Übersetzungen von einem Medium ins andere (Stichwort: Literaturverfilmungen).
Es kommt nicht selten vor, dass Bearbeitungen ihre Vorlagen wie einen Steinbruch behandeln – bei Synchros kann dass manchmal problematisch sein, weil ja die Bildebene ‚identisch’ bleibt (wie man z.B. bei vielen Klamauk-Synchros beobachten kann).

Damit will ich nicht sagen, dass man überhaupt nicht mehr werten solle, sondern nur, dass das Ergebnis nicht schon von vornherein feststehen darf. Eine Bearbeitung kann dann in vielen Punkten sehr wohl schlechter sein als die Vorlage, aber eben auch besser – das wäre dann ein kombinatorisches Spiel mit offenem Ausgang.

Ich sage nichts Neues, so oder so ähnlich wurde das alles ja bereits in den vorangegangenen Beiträgen gesagt. Ich will aber noch einen weiteren Aspekt ansprechen, nämlich den, dass auch ‚Übersetzungsfehler’ ihr Gutes haben (für die Sprachkultur):
Die Sprache ist nämlich nichts ewig Gültiges, nichts, das in Stein gemeißelt wäre, sondern sie ist Wandlungen unterworfen. Sie wandelt sich u.a. auch deshalb, weil sie abweichend, also auch ‚falsch’ gebraucht wird.
Ein Beispiel: wenn ich nicht einer Legende aufsitze, basiert der Begriff ‚Zeitungsente’ (für Falschmeldungen) auf der Abkürzung ‚n.t.’ (= not testified), mit dem amerikanische Reporter ihre Berichte signierten (um Verleumdungsklagen vorzubeugen, oder so).

Man könnte hier noch weitere Beispiele nennen, z.B. basiert Bogarts „Ich schau dir in die Augen, Kleines!“ auf der Falschübersetzung eines Trinkerspruchs (wie ging der noch mal? „Here’s lookin’ at you, kid!“?).

Wer weiß, vielleicht wird aus „Für dich hol ich höchstens die Sterne vom Himmel runter!“ auch eines Tages eine Redewendung, die vielleicht sogar genau das bezeichnet, was in der Vorlage gemeint war. Man muss es nur oft genug in diesem Zusammenhang kolportieren .

Grüße, Fehmi

„Rotes Zimmer, rotes Zimmer ... dort drüben!“ [wortwörtlich übersetzt und DESWEGEN geht der Witz auch verloren]
(Natascha Geisler [?] in DIE SIMPSONS)


Hendrik Meyerhof


Beiträge: 6.341

14.12.2004 19:56
#41 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

Sehr interessantes Thema, das hier losgetreten wurde, vor allem, weil hier Sychronfan und "Mann vom Fach" im Wechselspiel diskutieren - tolle Sache, sollte es bei manchen Threads vielleicht häufiger geben.

Generell möchte ich auch nochmal betonen, dass die meisten Synchronfans wohl, wenn sie kritisieren, eher gutgemeinte Kritik etc. ausüben, Verbesserungsvorschläge geben, und nicht "einfach so" alles schlecht reden. Das machen die Hardcore-Original-Gucker, wie ich sie so gerne zu nennen pflege, auf deren Meinung man bei der Bearbeitung einer Synchronisation meiner Meinung nach überhaupt keine Rücksicht nehmen sollte. Denn die schauen ja eh nur das Original, egal wie gut eine Synchro auch ist. Man sollte wirklich im Hinterkopf behalten, dass Synchronisationen deswegen gemacht werden, weil die "breite Masse" an Zuschauern nicht ausreichende Englisch-Kenntnisse hat (bzw. es gibt ja auch noch andere Länder, deren Filme/Serien hier erscheinen, doch Englisch als Originalsprache ist eben der Großteil), gleichzeitig aber nicht bei einem Film, bei dem es um das VISUELLE geht (man beachte die besondere Bild-Kompositionen z.B. eines Alfred Hitchcocks oder eines Roman Polanskis), am Untertitel kleben wollen. Für die wird eine Synchro gemacht und nicht für irgendwelche Original/Englisch-Spezialisten - auch nicht für Synchron-Kenner, wie wir es sind, die sich akribisch damit auseinander setzen und deswegen auch mehr auf sogenannte "Fehler" etc. bei Synchros spezialisiert sind, als der Otto-Normal-Zuschauer.
Was die Diskussion um wörtliche Übersetzungen angeht, schliesse ich mich Tobias an, denn Synchros sind Interpretationen des Originals, keine Abziehbilder - können sie auch gar nicht sein und sollten sie auch nicht sein, denn sowas geht oft nach hinten los, gerade eben im Comedy-Bereich, wo viele Popkultur-Anspielungen oder Wortspiele wörtlich übersetzt gar keinen Sinn für den Otto-Normal-Zuschauer ergeben würden. Beim schon angesprochenen WILL & GRACE gab es letztens eine Stelle, in der im Original von irgendeiner in den USA bekannten Doku-Serie, oder so, die Rede war - Tobias hat da die genaueren Infos -, die hier praktisch kein Otto-Normal-Zuschauer kennen kann. In der Synchro wurde daraus eine Anspielung auf SCRUBS gemacht, die wirklich köstlich war. Dennoch gibt es auch hier ein Problem, für das Axel nichts kann, nämlich wurden die deutschen SCRUBS-Fans gespoilert, was eine für uns zukünftige Beziehung des Protagonisten angeht, was aber eindeutig die Schuld von Pro7 ist, da sie die 2. Staffel nun schon zum zweiten Mal pausieren, sonst wären wir längst bei besagten Episoden angekommen, was man vorher natürlich nicht wissen konnte. Beziehungsweise, die SCRUBS-Anspielung wäre noch lustiger gewesen, wenn deutsche SCRUBS-Fans, die auch W&G schauen, verstehen könnten, um was für eine Rolle (bzw. Schauspielerin) es sich dabei handelt.
Auch gibt es sowohl bei den sogenannten "Cineasten", als auch unter so einigen Synchronfans, die Kritik an den Klamauk-Synchros von Brandt/Brunnemann, angeführt von dem Paradebeispiel "Die 2". Da mag man streiten wie man will, die schon angesprochene breite Masse an deutschen Zuschauern, für die eine Synchro eben überhaupt erst gemacht wird, fand es sehr gut, sodass die Serie hier erfolgreicher wurde als im "Originalland". Und schließlich geht es bei Synchros letztendlich auch nur um den Erfolg, respektive gute Quoten, wobei jedoch nicht jede bei der breiten Masse erfolgreiche Synchro gut ist und nicht jede unerfolgreiche Synchro schlecht.

>zahlreiche andere Beispiele stammen nicht aus D.C, Will & Grace, Six Feet Under oder 24

Auch hier kann man bei jeder Synchro streiten bzw. die Meinungen können sehr polarisieren, weil sie halt oft auch nur "Geschmackssache" sind. Das Dialogbuch von "24" Staffel 1 hatte da wirklich ein paar "Fehler" (Bureau(=FBI)=Büro). Dafür war die Besetzung, vor allem unter Kontinuitätsgesichtspunkten, der Cine Entertainment Hamburg wirklich exzellent, die der Interopa Berlin dagegen wirklich schlecht.
Ich persönlich finde es wichtiger, wenn die gesamte künstlerische Interpretation des Originals stimmig ist, finde die paar Fehler aus dem Dialogbuch also nicht so schlimm. Wenn jedoch plötzlich an der Besetzung der Hauptsprecher gefummelt wird, nur weil irgendein RTL2-Redakteur findet, dass Ben Hecker und Saskia Weckler "schlecht" sind, finde ich das wiederum katastrophal, vor allem wenn diese dann durch die zwei Sprecher ersetzt werden, die das Klischee nicht besser erfüllen könnten. Es war echt witzig und traurig zugleich, dass meine Voraussage, in "24" S2 würden Tilo Schmitz für "den Schwarzen" und Sonja Scherff für "das Mädel" besetzt werden, eintraf.
Allerdings kann man mir natürlich auch hier Befangenheit unterstellen, weil Staffel 1 eine Hamburger Synchro war. In solchen Fällen würde mich wirklich mal die total unbeeinflusste Meinung eines Durchschnittszuschauers interessieren, der sich weder mit Original, noch mit Synchros auskennt.
Zu WILL & GRACE: Ich finde, die Synchro gehört mit zu dem Besten, was es überhaupt zur Zeit an Comedy-Synchros gibt und schreibe das ganz klar Axel Malzacher zu Gute. Dennoch gibt es auch dort einige Sachen, die mich stören, z.B. dass bei überregionaler Kontinuität, die allerdings absolut vorbildlich ist, nur auf Berliner Synchros (und auf Münchner Synchros sowieso) geachtet wird, also z.B. Edie Falco, die mit "Die Sopranos" bekannt wurde, nicht ihre Hamburger Sprecherin Katja Brügger hatte, was vielleicht u.a. daran liegt, dass es sich nicht rentiert, auf eine Synchronbesetzung einer Serie zu achten, die in Deutschland leider so mies vom ZDF programmtechnisch behandelt wurde, dass man sie hier kaum kennt. Daher finde ich es auch sehr vorbildlich, dass man bei "24" S1 z.B. Frank-Otto Schenk für Zach Grenier nach Hamburg eingeflogen hat, da er Zach Grenier in der Serie "C16 - Spezialeinheit FBI" synchronisiert hat. Dennoch hätte man auch einen hiesigen Hamburger Sprecher besetzen können, denn "C16 - Spezialeinheit FBI" war eine Serie, die unbekannter kaum hätte sein können. Ist überregionale Kontinuität also dann gerechtfertigt, wenn es nicht im "Budgetplan" drin liegt, was es übrigens meistens nicht tut, der Grund für die Kontinuität aber fragwürdig ist, weil Serie/Film samt Synchro vielleicht in Deutschland eher unbekannt sind?
Oder muss Tobias Lelle nun schon zum X-ten Mal (okay, ganz so oft, war es nun nicht , aber die Übertreibung dient hier zu Verdeutlichung) den "Lover" in WILL & GRACE geben, den er schon ein paar Mal gegeben hat, obwohl es sicherlich auch irgendeinen anderen passenden Sprecher dafür gegeben hätte?
Hiermit kritisiere ich einige Punkte an der Synchro, die ich rein subjektiv schlecht finde, deren Kritik auch IMHO gerechtfertigt, eigentlich nur gut gemeint und somit hoffentlich konstruktiv ist, dennoch würde ich nie sagen, dass WILL & GRACE eine schlechte Synchro hat - ganz im Gegenteil.
Von daher finde ich, dass es wohl ganz gut wäre, wenn die "Synchron-Verantwortlichen", egal ob nun in Form von Synchronfirma, Regisseur, Dialogbuchautor, Aufnahmeleiter, Redakteur oder Supervisor, Kritik von Synchron-Fans ernst nehmen würden, da wir halt sogar noch zu der Fraktion zählen, die Synchros eigentlich so beinahe bedinungslos lieben und schätzen. Meine Erfahrungen in der Hinsicht haben gezeigt, dass dies meistens auch zu sehr guten Ergebnissen führt, wenn eben diese "Leute vom Fach" sich so etwas auch zu Herzen nehmen. Klar, es kann nie alles perfekt umgesetzt werden, doch oft gibt es vielleicht die richtigen Denkanstösse, die zu einem guten Ergebnis führen, wenn man über manche Sachen informiert wird - und sei es nur von einem Synchron-Fan. Leute, denen so etwas generell egal ist, weil sie halt irgendeinen Beruf in der Synchron-Branche ausüben, weil sie da irgendwie mal "reingerutscht" und "hängen geblieben" sind, und sie den Beruf nur noch ausüben, um in ihrer Branche Geld zu verdienen, sollten IMHO, egal wie alt, den Beruf wechseln. Sicher sollte man die finanziellen / geschäftlichen Aspekte nicht außer Acht lassen, doch die Synchronisation als Interpretation des Originals sehe ich zumindest immer noch als einen künstlerischen Prozess an, der eben solche Liebe und Enthusiasmus dafür erfordert. Dazu zähle ich übrigens nicht nur die Synchronschauspieler, sondern auch jeden anderen beteiligten an einer Synchron-Produktion, weil eben das Gesamtbild am Schluss etwas Künstlerisches ergibt.
Achja, ich hoffe, es fühlt sich hier nun niemand persönlich angegriffen, denn das war ganz generell meine Meinung zu dem Thema. Synchron-Verantwortliche, die im Forum mitlesen/schreiben, zählen generell nicht zu den von mir kritisierten Leuten, da sie sich ja scheinbar für die Meinung von Synchron-Interessierten interessieren - sonst wären sie ja nicht hier.

Uh-Oh, ich schweife mal wieder ab, was war noch das Thema?


Gruß,

Hendrik
---
http://www.synchronisation.de.vu

Farb-Legende:
blau = Spekulation
orange = Trailer-Besetzung
grün = endgültige Besetzung
rot = Korrektur/Ergänzung zur endgültigen Besetzung


Synchron-King


Beiträge: 510

14.12.2004 21:25
#42 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
Sehr interessantes Thema, das hier losgetreten wurde, vor allem, weil hier Sychronfan und "Mann vom Fach" im Wechselspiel diskutieren - tolle Sache, sollte es bei manchen Threads vielleicht häufiger geben.

FULLACK, unter Fans ist es ja schon schön zu diskutieren, aber wannimmer jemand vom Fach, ein Profi, dazustößt, wird es einfach wahnsinnig interessant, weil eben eine Fachkompetenz und ein immenses Hintergrundwissen für uns Fans das Größte sind.

In Antwort auf:
Auch hier kann man bei jeder Synchro streiten bzw. die Meinungen können sehr polarisieren, weil sie halt oft auch nur "Geschmackssache" sind. Das Dialogbuch von "24" Staffel 1 hatte da wirklich ein paar "Fehler" (Bureau(=FBI)=Büro). Dafür war die Besetzung, vor allem unter Kontinuitätsgesichtspunkten, der Cine Entertainment Hamburg wirklich exzellent, die der Interopa Berlin dagegen wirklich schlecht.

Ehrlich gesagt bezog ich mich tatsächlich bei 24 auch nur auf die erste Staffel, ich vergas es zu erwähnen. Das Buch von Staffel 1 ist definitiv nicht perfekt, aber die Synchro wußte in meinen Augen durchweg zu überzeugen. Von meinen 24 DVDs hab ich beispielsweise nur zwei Episoden in englischer Sprache angesehen - mir gefiel die Synchro einfach so gut, dass ich nach 2 Folgen im Original einen hinreichenden Eindruck davon hatte. Zudem waren zahlreiche Sprecher, mir fällt spontan stets Schülke ein, und ich weiß, da stimmst du mir sofort zu, wahrlich großartig in ihren Rollen.

In Antwort auf:
Es war echt witzig und traurig zugleich, dass meine Voraussage, in "24" S2 würden Tilo Schmitz für "den Schwarzen" und Sonja Scherff für "das Mädel" besetzt werden, eintraf.

Für mich so traurig, dass ich nach Ansehen der TV-Spielfilm (?) CD / DVD (?) aufhörte, 24 zu gucken. Ben Hecker war ganz besonders toll, Schmitz ist eben Standard und hat lange nicht diese liebe, sympathische Art Heckers in dieser Rolle. Die Hamburger Synchro war im Fall 24 einfach eine unerreichte Klasse, der man IMO nach dem Wechsel nicht mehr das Wasser reichen kann.

In Antwort auf:
In solchen Fällen würde mich wirklich mal die total unbeeinflusste Meinung eines Durchschnittszuschauers interessieren, der sich weder mit Original, noch mit Synchros auskennt.

Mein Kumpel, seines Zeichens 24-Fan (er zog bspw. den Non-Stop-Echtzeit-24-Marathon durch...), bemerkte den Sprecherwechsel nicht. Und er ist von mir sogar, wenn auch in meinem vertrauten Münchner Raum, durchaus in das Thema eingeweihnt worden. Er kann gewisse Sprecher auch zuordnen und ist somit in gewisser Weise sogar nicht mal ein absolut "unbefangenes Ohr".

In Antwort auf:
Hiermit kritisiere ich einige Punkte an der Synchro, die ich rein subjektiv schlecht finde, deren Kritik auch IMHO gerechtfertigt, eigentlich nur gut gemeint und somit hoffentlich konstruktiv ist, dennoch würde ich nie sagen, dass WILL & GRACE eine schlechte Synchro hat - ganz im Gegenteil.

Stützt auch wieder die Grundthese von Kritik, die von Synchronfans ausgeht. Wobei das Problem auch sehr häufig auftritt, dass gewisse Rollentypen den selben Sprecher bekommen. Hier fände ich die Variation auch interessanter, denn das Synchronsprecher in bestimmte Klischees passen müssen, ist IMO eine überholte Vorstellung.

In Antwort auf:
Von daher finde ich, dass es wohl ganz gut wäre, wenn die "Synchron-Verantwortlichen", egal ob nun in Form von Synchronfirma, Regisseur, Dialogbuchautor, Aufnahmeleiter, Redakteur oder Supervisor, Kritik von Synchron-Fans ernst nehmen würden, da wir halt sogar noch zu der Fraktion zählen, die Synchros eigentlich so beinahe bedinungslos lieben und schätzen.

ACK, damit drückst du noch besser aus, was ich schon begonnen hatte. Allerdings darfst du es nicht zu 100% als irrealen Fall darstellen! *g* Es gibt durchaus, das weißt du ja gut genug, "Synchron-Verantwortliche", die sich darum kümmern. Es sollte IMO nur viel häufiger und "normaler" werden. Teils scheint es mir irgendwie, als wäre es manchen Synchrongrößen unangenehm, wenn sie Fragen stellen, vielleicht auch, weil sie eben einer sehr hohen Erwartung gerecht werden wollen und meinen, es könne Unsicherheit symbolisieren, wenn sie nachfragen. Nur eine Vermutung...

In Antwort auf:
Achja, ich hoffe, es fühlt sich hier nun niemand persönlich angegriffen, denn das war ganz generell meine Meinung zu dem Thema. Synchron-Verantwortliche, die im Forum mitlesen/schreiben, zählen generell nicht zu den von mir kritisierten Leuten, da sie sich ja scheinbar für die Meinung von Synchron-Interessierten interessieren - sonst wären sie ja nicht hier.

Und nochmals muß ich dir vollkommen Recht geben. Diese Angst habe ich auch ein wenig, denn das ist definitiv nicht die Absicht eines Synchronfans. Ein wenig salopp ausgedrück könnte man wohl sagen: "Wir Synchronfans kämpfen auf der selben Seite!" Die Synchron-Verantwortliche hier im Forum zähle ich auch zu denen, die ich wirklich bewundere, da sie ihre Arbeit ganz offensichtlich sehr gewissenhaft verfolgen und ernst nehmen. An dieser Stelle also von meiner Seite nochmals besondere Anerkennung dafür an alle aktiven "Synchron-Verantwortliche", die sich hier im Forum äußern, es ist wirklich eine riesige Freude, wenn Sie sich im Forum beteiligen!


derDivisor47



Beiträge: 2.087

15.12.2004 09:29
#43 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
Beim schon angesprochenen WILL & GRACE gab es letztens eine Stelle, in der im Original von irgendeiner in den USA bekannten Doku-Serie, oder so, die Rede war - Tobias hat da die genaueren Infos -, die hier praktisch kein Otto-Normal-Zuschauer kennen kann. In der Synchro wurde daraus eine Anspielung auf SCRUBS gemacht, die wirklich köstlich war.

sie köstlich sie auch gewesen sein mag (wofür ein autor zumindest ein teillob verdient), aber das ist genau der punkt, der mich stört.
1. diese doku könnte in deutschsprachigen raum ncoh bekannt werden, wen auch unter einem anderen titel. (vielleicht wäre es hier sinnvoll gewesen daraus eine allgemein gemünzte inhaltlcihe anspielung zu machen - kenne den konkreten fall aber nciht)
2. scrubs und will&grace könnten crossovern (beide laufen in den USA auf NBC) oder wurde scrubs schon einaml von w&g referenziert ?


Majandra


Beiträge: 26

15.12.2004 16:12
#44 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
schade, daß (aus jugendlicher Allwissenheit?) bei den sehr diffizilen Übertragungsproblemen beim Synchronisieren (deren Lösung über bloßes Übersetzen weit hinausgeht) immer wieder Fehler (also letztlich Blödheiten der Macher) unterstellt werden

Ich wollte eigentlich niemandem nichts unterstellen (schon gar nicht Blödheit) und von jugendlicher Allwissenheit kann bei meinem fortgeschrittenem Alter wohl kaum mehr die Rede sein...

Ich weiss auch nicht, lieber Erik, warum du spezifisch mich so angreifst und mir Dinge unterstellst, die ich nicht geschrieben und sicherlich nicht so gemeint habe.
Ich habe lediglich erwähnt, dass ich Englisch studiere, um zu zeigen, dass ich weiss, wie schwierig es ist eine vernünftige Übersetzung zu erstellen und mir davon ausgehend vorstellen kann, wie schwer es sein muss eine adäquate Synchronisation zu erstellen.

Trotzdem: Fehler passieren. Das ist ja auch nur menschlich. Und bei jeglicher Übertragung von einer Sprache in eine andere - für welches Medium auch immer - müssen Kompromisse eingegangen werden. So ist zum Beispiel zu erklären (denke ich) wie aus "fatal consequences" (tödliche Konsequenzen) "fatale Konsequenzen" wurden. Ich unterstelle dem Übersetzer ja gar nicht, dass er sich über den "false friend" nicht im klaren war, aber es lässt sich eben schöner lippensynchron spechen.

Ich möchte noch kurz anmerken, dass ich mit Ausnahme von Buffy nicht das englische Original kannte, bevor ich die deutsche Synchro gesehen hab und trotzdem über die ein oder andere Unstimmigkeit gestolpert bin. (Und es dann im nachhinein mit dem englischen Original verglichen habe).
Ich gehöre nämlich grundsätzlich schon zu den Leuten, die beidem - Original und Synchronfassung - einiges abgewinnen können (logisch, was sonst würde ich wohl hier in diesem Forum machen??).

Ich habe weder aus Gedankenlosigkeit noch aus Missachtung grundätzlich nur das Schlechteste unterstellt (eben diesem Vorwurf wollte ich entgehen, in dem ich klarstellte, dass ich mich durchaus Gedanken um Übersetzungen mache und mir durchaus der Schwierigkeiten bewusst bin), abre Thema dieses Threads ist es nunmal Fehler in der Synchronisation aufzuzählen (die es ja unbestritten gibt) und nicht ein Loblied auf bestimmte besonders gelungene Synchronisationen anzustimmen (die es ebenso unbestritten gleichfalls gibt).

Und danke, ich denke, ich kann meine Englischkenntnisse sehr gut einschätzen, im Gegensatz zu Personen hier im Forum, die in keinster Weise Einblick in meine Englischkenntnisse haben und sie auch nicht mit dem Durchschnittsfan über einen Kamm scheren sollten...

EDIT: Ich hab meine Antwort geschrieben, bevor ich die zweite Seite dieses Threads durchgelesen habe, deswegen sorry, wenn schon einige der Dinge, die ich geschrieben habe, in anderen Beiträgen erwähnt und geklärt wurden.

Hinzufügen möchte ich noch, dass es auch im Englisch- Studium NICHT um die Erstellung von wörtlichen Übersetzungen gehen. Um Himmels willen! Um meine Dozentin (eine Diplom- Übersetzerin) zu zitieren: Der idealen Übersetzung hört man nicht mehr an, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Wörtlich zu übersetzen wäre der fatalste (aber nicht tödlichste ;)) Fehler, den man begehen kann.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
It lies in all of us. Sleeping...waiting... And though unwanted... unbidden... it will stir... open its jaws, and howl. It speaks to us... guides us... Passion rules us all.


rote Blume ( Gast )
Beiträge:

15.12.2004 17:49
#45 RE:Größte Synchronfehler? Zitat · antworten

In Antwort auf:
So ist zum Beispiel zu erklären (denke ich) wie aus "fatal consequences" (tödliche Konsequenzen) "fatale Konsequenzen" wurden. Ich unterstelle dem Übersetzer ja gar nicht, dass er sich über den "false friend" nicht im klaren war, aber es lässt sich eben schöner lippensynchron spechen.

Wieso? "Tödlich" passt doch wunderbar auf "fatal". Die Betonung sitzt sogar beide Male auf der ersten Silbe, während im Deutschen "fatal" auf der 2. Silbe betont wird.
Je nachdem wie stark die Körpersprache ausgeprägt ist, kann dieses "gleiche Worte aufeinander" sogar ins Auge gehen, da in 99% aller Fälle im Deutschen die Betonung (der zumeist aus dem Lateinischen oder Griechischen stammenden Wörter nach Verlust der ursprünglichen Endung) weiter hinten im Wort sitzt [das mag ein Sprachwissenschaftler sicher besser erklären], während sie im Englischen nach vorne gewandert ist.

Elisabeth

Neben "fatal" ist "pathetic" mein absoluter Favorit ...

edit:
Vielleicht mal ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung:
Aus "As Mr. SLoane always says: There is no I in team, but I in apple pie"
wurde"Wie Mr. Sloane immer sagt: wir sind ein Team. Hier gibt es kein "ich" in dem Wort."Ich" gibt es in dem Wort Bienenstich."

http://hometown.aol.co.uk/drecmvg/myhomepage/aboutme.html


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