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Dieses Thema hat 158 Antworten
und wurde 13.215 mal aufgerufen
 Filme: 1990 bis 2009
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DubberDuckDuck


Beiträge: 952

17.06.2008 13:07
#121 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Deine Tendenz, Synchros mit dem "Durchschnitt"-Label zu brandmarken, erfüllt mich mit Neugierde. Ich habe deinen vielen, vielen, vielen, viiielen Worten ( ) noch nicht entnehmen können, was denn deiner Meinung nach eine überdurchschnittliche Synchro so Dolles auszeichnen muss. Macht sie die Zähne weißer? Verbessert sie den Kontostand? Oder mit welch überirdischer Qualität wartet sie auf?

Weißt du, ich war vorgestern nochmal drin und habe jetzt 'ne ganz überraschende neue Meinung. Ich möchte Meister gerne häufiger auf Downey hören. Warum? Weil: Rettinghaus klingt - und da kann er schauspielerisch noch so genial sein, was er auch ist - nicht halb so voll wie der OTON bzw. Meister.


Hach. So viele Meinungen, so wenig Zeit.
Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

17.06.2008 20:22
#122 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Zitat von DubberDuckDuck
was denn deiner Meinung nach eine überdurchschnittliche Synchro so Dolles auszeichnen muss. Macht sie die Zähne weißer? Verbessert sie den Kontostand?


Sagen wir mal oberlehrerhaft: "Lebendige Interpretationen in Besetzungen jenseits gröbster Klischees."
Mit "lebendig" meine ich auch, dass man nicht nur "laut" und "leise", sowie "wütend" und "freundlich" und "schnell" oder "langsam" spricht. Da gehört auch dazu, dass du mal beim Sprechen nes langen Satzes den Tonfall wechselst. Weiß nicht, ist letztlich "method acting", wobei es nicht so gewollt wirken muss, wie bei Brando...
Gibt's tatsächlich. Kenne auch aktuelle Synchros, wo man das antrifft und wo die Variationen in der Stimme nicht auf's Mindestmaß reduziert kommen...
Macht nicht die Zähne weißer, stumpft aber den Umgang mit Filmen weniger ab, macht sie nicht halb so eintönig und dadurch auch nicht halb so blöd - auf Dauer...
Es gibt Synchro-Perfomances, die das künstlerische Verständnis eines jeden(!!) schärfen - sogar bei Blockbustern zur Genüge - und Synchros, die genau das bleiben lassen und ich bin für erstere.
Durch langweilige Besetzungen, die man schon x-mal gehört hat und die sich jedem Trottel einprägen wird genau letzteres erreicht und nicht die Schärfung des Bewusstseins.
Filme sind doch ne Kunstform oder sehe ich das falsch?! Kunst, die unterhalten soll, aber Kunst und kein Amateur-Kintopp-Programm...
Wenn ich, in irgendeinem Abstand, hundert Filme nacheinander sehe, in denen irgendein Schwarzer immer die Stimme von Tilo Schmitz hat, verblödet einen das. Da kann man mir erzählen, was man will. Das prägt sich irgendwann bei jedem ein und brandmarkt alle Schwarzen im Film (ab Nebenrollenstatus) unter "Einheitsbrei".
Und das ist noch der extremste Fall...

Meister ist ein guter Sprecher. Spricht halt nur fast ein Dutzend Leute regelmäßig. Man (er)kennt ihn, ohne zu wissen, wer es ist. So ne Stimme muss nicht auf jemanden wie Downey. Gerade Downey, der seine Dialoge wirklich malt...und mit jeder Faser des Körpers spielt (was genau das ist, was ich meine, wenn ich von ner Art "method acting" spreche, denn sowas kann man auch im Studio machen - Rüdiger Bahr könnte da beispielsweise sicher gut Nachhilfeunterricht geben...)
Man sollte in der Synchro halt noch einigermaßen merken, welchen Style der "Originalschauspieler" anlegen wollte (was z.B. bei Ray Winstone in "Indy 4" völlig in die Hose ging...) und das funktioniert nicht, wenn du eine Stimme hast, die du sofort als "Praktiker. Hier spricht der Preis."-Sprecher (Kerzel), "20% auf alles"/"Bruce Willis" (Lehmann) oder "Jack Bauer" (Meister) oder "beliebigen Schwarzen" (Schmitz) identifizierst.

Meister selbst ist ein Klischee, so oft, wie er zum Einsatz kommt.
Mag sein, dasser voller klingt als Rettinghaus! Aber isser damit der einzige?! Und jenau dat is der Punkt.

Wäre er der einzige würde ich ihn auch haben wollen...Da er es nicht ist, sind unverbrauchtere gleichwertig gute Sprecher vorzuziehen. Ganz einfach.

"Rettinghaus: nicht so. Deswegen -> Meister: Juhu, weil erster, der danach kommt!" ist doch ne Milchmädchen-Rechnung...

In Antwort auf:
Ich habe deinen vielen, vielen, vielen, viiielen Worten ()

Ich mache (sehr) viele Worte ja, aber genau die muss ich mir im Kino auch anhören, bis mir von der Synchro die Ohren bluten... (Nur ist da (im Vorfeld) ja noch nichtmal ne Rechtfertigung oder zumindest versuchte Argumenation, wie bei mir, dabei, sondern einfach nur die Synchro selbst, mit der man leben muss, wie sie sich einfach rausgenommen wurde...)
Is ja nicht so, dass wir hier von Rollen sprechen, über die man hinwegsehen könnte.
Einige Synchros bewirken dann in der Tat auch genau dieses Smiley in mir, dass du jetzt hier in Bezug auf meinen Beitrag postest.
Z.B. eben "Indy". Das war fast alles so typisch, dass es echt zum Lachen war.

Aus genanntem "Drüber-hinwegseh"-Grund geh' ich im übrigen ja auch in "Hulk", obwohl da die selbe Meister/Downey-Kombo zu erwarten ist, denn da wird's zu verkraften sein.

In Antwort auf:
Hach. So viele Meinungen, so wenig Zeit.


So isses...
Aber offenbar versuchen wir beide, sie uns zu nehmen...und ich irgendwie sogar recht exzessiv...
DubberDuckDuck


Beiträge: 952

18.06.2008 21:50
#123 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Wollte dich nur necken. Ich wünschte teils auch, meine Berufung ließe mir die Zeit, hier ausführlicher zu schreiben. Selbstverfreilich ist an deinem Anspruchsdenken nichts verkehrt. Was mir - rein subjektiv - daran vermutlich teils sauer aufstößt, ist dein Hang, lupenreiner A-Ware (was für mich einfach nur Oberklasse bedeutet) das Mittelmaß-Etikett raufzutackern. Was ich zu drastisch finde.

Was du als Oberklasse ansiehst, jene an Grenzen gehende Superperformance, wäre für mich wohl A mit Sternchen, ein Höppner, der Magie erzeugt, ein Glaubrecht, der sich als Teufel die Seele aus dem Leib schreit.

Man höre: http://youtube.com/watch?v=6eykpxE-5qs

Das ist A-Klasse, Glaubrecht brennt! Wer Synchronsprechen lernen will, hat hier das perfekte Anschauungsmaterial.
Ein Deutelmoser könnte hier viel, viel lernen.

Seltene Biester, nicht zuletzt der bekannten Notwendigkeit geschuldet, am Mikro die Takes runterzubolzen. Aber erstrebenswert, ja. Deine Anspruchsdenke ist einfach ein wenig straffer gefasst.

Verlier darüber bloß nicht deine Leidenschaft ... eine Gefahr, der viele "Insider" längst erlegen sind.
Joha


Beiträge: 180

18.06.2008 22:35
#124 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Da die Leistung der zu synchronisierenden Schauspieler im Regelfall mit 1A-mit-Sternchen zu bewerten ist, halte ich Mückes Maßstab durchaus für angebracht.
Man kann sich natürlich auch mit weniger zufrieden geben, aber das würde der Vorlage meiner Meinung nach nicht gerecht.

DubberDuckDuck


Beiträge: 952

18.06.2008 22:47
#125 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Zitat von Joha
Da die Leistung der zu synchronisierenden Schauspieler im Regelfall mit 1A-mit-Sternchen zu bewerten ist, ...


Per se? Sehr optimistische Ansicht .
Mücke ( gelöscht )
Beiträge:

18.06.2008 22:48
#126 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Nee...!
Per se ganz bestimmt nicht. Aber eben leider doch ne ganze Naht häufiger, als es dann in den deutschen Fassungen zur Geltung kommt.

Joha


Beiträge: 180

18.06.2008 23:36
#127 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

In Antwort auf:
Per se? Sehr optimistische Ansicht

Hätte ich "per se" gemeint, hätte ich "per se" geschrieben...Ich lese in meinem Kommentar allerdings "im Regelfall".

DubberDuckDuck


Beiträge: 952

19.06.2008 09:00
#128 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Ich traurigerweise auch. Entweder definierst du das Wort "Regelfall" überraschend neu oder bist ein recht anspruchsloser Zeitgenosse. Das macht diese Einschätzung nicht weniger verstiegen bis unsinnig.
Joha


Beiträge: 180

19.06.2008 18:10
#129 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Letztlich können wir über dieses subjektive Thema natürlich bis zum St. Nimmerleinstag diskutieren, aber ich möchte dir trotzdem gerne ein paar Anhaltspunkte für den Ursprung meiner These geben.
Nehmen wir einfach mal nur die Filme, die ich in den letzten Wochen gesehen habe:

- The Iron Man: Downey Jr. spielt hervorragend. Man gewinnt den Eindruck er ist einfach so cool. An keiner Stelle des Films kam irgendein Zweifel an seiner Figur auf. Großartige Leistung. Genauso Gwyneth Paltrow.

- Indiana Jones: Harrison Ford ist nunmal Indiana Jones. Da können auch seine grauen Haare und ein paar Falten nichts dran änderen. Vielleicht hätte er sich etwas kritischer zum Drehbuch äußern können, aber das hat ja letztlich nichts mit seiner schauspielerischen Leistung zu tun. John Hurt war auch wirklich gut.
Bei Cate Blanchett bin ich mir nicht sicher. Ich weiß nicht, ob es ihre Rolle oder ihre schauspielerische Leistung waren, aber irgendwie fand ich sie ein wenig fehlplaziert.

- In Bruges: Genial...ohne Ausnahme! (Andy-C kann mich vielleicht bestätigen (oder auch nicht...), da er den Film wohl auch im Original gesehen hat.)

- Mongol: Natürlich etwas schwer zu bewerten, da ich kein Mongolisch kann, aber da bei mir ein unerwartetes Fernweh bezüglich der Mongolei aufkam, beurteile ich die Leistung der Schauspieler mal mit "sehr gut".

- Before the Devil Knows You're Dead: Hier gilt das gleiche wie für "In Bruges". Beiden Filmen ist gemeinsam, dass sich ihre Güte allein aus der Leistung der Schauspieler herleiten lässt.

Soweit erstmal. Diejenigen, die die Originalversionen obiger Filme gesehen haben, mögen mir gerne widersprechen...oder zustimmen.
Natürlich hat jede Regel Ausnahmen (daher ja auch nicht "per se") und vielleicht ist "1a-mit-Sternchen" auch der falsche Ausdruck, aber nach meinem Dafürhalten war die Leistung in obigen Filmen zum Großteil sehr, sehr gut!

Andy-C


Beiträge: 435

19.06.2008 18:56
#130 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Zitat von Joha
In Bruges: Genial...ohne Ausnahme! (Andy-C kann mich vielleicht bestätigen (oder auch nicht...), da er den Film wohl auch im Original gesehen hat.)
Naja, »Genial« ist sicherlich ein bisschen hoch gegriffen. Aber ich hab' mich gut unterhalten: Der Film war lustig (soweit ich ihn verstanden hab' ), die Handlung hat ein paar nette Haken geschlagen, Poésy war niedlich, Fiennes herrlich fies, aber am Ende kam keiner (aber auch wirklich keiner) ausschließlich positiv, aber auch keiner (nicht mal Fiennes) ausschließlich negativ rüber. Zur Synchronfassung kann ich nix sagen, ich hab' den Film nur im Original gesehen.

Um nochmal kurz zum Thema zurückzukehren: Ich hab' »Iron Man« jetzt in englisch und deutsch gesehen und fand
a) Downey war in der Tat hervorragend;
b) Meister hat ebenfalls einen sehr guten Job gemacht, wenn ich auch ein paar Minuten brauchte, um mich an die (für mich) ungewohnte Stimme auf Downeys Gesicht zu gewöhnen;
c) dass Rettinghaus das bestimmt genausogut hingekriegt hätte, weswegen wir jetzt wieder vor dem »Sparrow«-Problem stehen: Fürderhin bitte wieder Rettinghaus für Downey, aber Meister für Stark.

Joha


Beiträge: 180

19.06.2008 19:46
#131 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Wessen schauspielerische Leistung fandest du denn verbesserungsfähig, wenn dir mein "genial" missfällt?

Andy-C


Beiträge: 435

20.06.2008 08:45
#132 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Die Leistungen waren allesamt sehr gut, ich geh' halt nur mit dem Begriff »genial« etwas sparsam um, damit man für wirklich außergewöhnliche Leistungen (jetzt frag' mich bitte nicht nach Beispielen!) noch ein bisschen Luft nach oben hat.

Joha


Beiträge: 180

20.06.2008 09:25
#133 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten

Meinetwegen...einigen wir uns auf sehr gut.
Um auf Mückes Anspruch zurück zu kommen: Da durch Ersetzen der Originalsprache und -stimme ja in jedem Fall etwas Atmosphäre verloren geht, müssen die Synchronsprecher meines Erachtens eine 1A-mit-Sternchen-Leistung abliefern, um diesen Verlust wenn irgendwie möglich zu kompensieren. Daher bleibe ich bei der Meinung, dass Mücke mit seinem Anspruch schon richtig liegt.

smeagol



Beiträge: 3.901

20.06.2008 15:18
#134 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
In Antwort auf:
Da durch Ersetzen der Originalsprache und -stimme ja in jedem Fall etwas Atmosphäre verloren geht

Das ist zumindest für mich keine unbedingte Konsequenz. Die Atmosphäre des Films kann durchaus in der Synchronfassung gewahrt, ja sogar verstärkt werden.

In Antwort auf:
um diesen Verlust wenn irgendwie möglich zu kompensieren

Es ist in diversen Fällen ein Verlust - in einigen schon erwähnten Fällen kann es auch durchaus einen Gewinn für das optisch-akustische Gesamtbild ergeben.
Joha


Beiträge: 180

20.06.2008 23:11
#135 RE: Auch endlich gesehen Zitat · antworten
Wenn plötzlich alle Menschen in New York, Los Angeles, Madrid oder Peking astreines Hochdeutsch sprechen, ein Südstadtler nicht mehr von einem Kanadier zu unterscheiden ist und ein Einwohner Marseilles dasselbe Deutsch spricht wie ein Bewohner Paris', geht für mich schon erstmal ein wenig Atmosphäre verloren.
Daher mein Argument, dass - um diese verlorene Atmosphäre zurück zu gewinnen - die Leistung der Synchronsprecher "1A-mit-Sternchen" sein muss.
Wenn dir kulturspezifische Atmosphäre nicht so wichtig ist, magst du das anders sehen.
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