Zitat von berti im Beitrag #299Ein ähnlicher Fall (falls dieser noch nicht genannt wurde) wäre Lucio Fulcis Giallo "Una sull´altra": Die beiden englischen Titel "One on Top of the Other" und "Perversion Story" wecken ja schon falsche Assoziationen, aber was bitte soll man erst bei "Nackt über Leichen" erwarten?
Da dachte wohl jemand: Lucio Fulci = nasty nasty nasty? Nur war das vor seiner Zeit als Kinoschreck. Wenn ich mir das richtig übersetzt habe, bedeutet der Originaltitel ein ironisches "So kommt Eins zum Anderen" und der englische Übersetzer hat die Worte - naja - einfach wörtlich zusammen gesetzt. Der deutsche ergibt - vom Spekulativen, das mich schüttelt, abgesehen - ja schon rein physisch nicht den geringsten Sinn. Es sei denn, jemand hat sich nackend ausgezogen, um in diesem Zustand über ein paar Tote hinweg zu stolzieren.
Nun ja, der neidische Bruder des Todeskandidaten und die nackten Mädels waren immerhin bereit, über Leichen zu gehen, indem sie an seinem perfinden Spiel mitgewirkt haben. Zum Glück kam es nicht zu diesem Todesurteil gegen George, das beinahe vollsteckt worden wäre. Daher gab es allerdings keine Leiche und schon gar keine Leichen über die sprichwörtlich gegangen wurde, lediglich "die untergeschobene" Tote. Sex Sells und solche Filmtitel haben sich nun mal ( aus meiner Sicht leider) bewährt, um Kinopublikum anzulocken.
Aus "Brotherly Love" wurde für die VHS "Harry's Schatten" (ein Alternativtitel, offenbar fürs TV, war dann "Die feindlichen Zwillige"). Sieht man mal davon ab, dass Harry eigentlich der böse Zwilling ist und der Titel "Bens Schatten" daher passender gewesen wäre (Harry gibt sich in dem Film zeitweise für Hauptfigur Ben aus und stiftet so Verwirrung), fällt mir für den unsinnigen Deppenapostroph, den man sogar in den dt. Vorspann geknallt hat, wirklich nur das Wort "unsinnig" ein.
Ein unspektakuläres, aber bezeichnendes Beispiel aus klassischen Zeiten: "Scaramouche, der galante Marquis" Hat der Titelgeber diesen Film eigenlich gesehen? Wenn, dann würde nur "Scaramouche UND der galante Marquis" einen Sinn ergeben, denn der Marquis de Maine ist der Todfeind des Titelhelden, den ausmerzen all seine Gedanken beherrschen. André Moreau ist dagegen weit davon entfernt, auch nur der niedrigste Adlige zu sein und sein (armer) adliger Freund, dessen Tod er rächen will, wandte sich ausdrücklich mit revolutionären Pamphleten gegen seinen eigenen Stand (was in im perfekt konstruierten Drehbuch auch thematisiert wird). So kann die Antwort auf obige Frage eigentlich nur lauten: NEIN, der Verantwortliche hat keine zehn Minuten des Films gesehen (und ordentlich was verpasst). Abgesehen davon, dass der Zusatz völlig überflüssig ist, ebenso wie der veränderte Untertitel für die VHS (der vom DDR-Fernsehen übernommen wurde): "der Mann mit der Maske" - der aber zumindest nicht falsch ist.
Laut Forensuche wurde mein absolutes Horrorbeispiel für schlimme deutsche Filmtitel noch nicht genannt: Aus dem auch für Erwachsene Menschen spannenden und witzigen Film "Wallace & Gromit - Curse of the Were-Rabbit" wurde bei uns "Wallace & Gromit - Jagd nach dem Riesenkaninchen - Hoppelalarm im Gemüsegarten"...
Nicht nur traut man uns nicht zu, den geistigen Sprung vom Werwolf zum Wer-Kaninchen zu vollziehen. Nein, man muss auch noch den letzten interessierten Erwachsenen mit diesem Kindergarten-Untertitel abschrecken. Kein Wunder, dass der Film in den USA wochenlang zur Primetime lief und gut besucht war und in Deutschland nach kurzer Zeit im Frühnachmittagsprogramm für Kinder versumpfte. :(
Da er gerade an anderer Stelle erwähnt wurde: "Im Schatten des Zweifels" ist auch ein völlig sinnloser Titel. Das Original "Shadow of a Doubt" bedeutet ja so viel wie "Ahnung eines Zweifels" oder im Sinn "Der Hauch eines Verdachts".
Für Busch Media wurde heute von der FSK der japanische Liebesfilm: "What's Going on with My Sister?" (Was ist mit meiner Schwester los?), geprüft. Man hat sich im deutschen für den wundervollen Titel: "Hilfe, meine Schwester verführt mich", entschieden. Dieser wird beim googeln, sicherlich nicht zu völlig falschen Ergebnissen führen.
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #37Louis de Funes - jap, auch eine Fundgrube dämlicher deutscher Titel. Am meisten verstimmte mich "Oscar hat die Hosen voll": schon "Scharfe Kurven für Madame" hatte nichts mit dem Film zu tun und war nur eine Anspielung auf "Scharfe Sachen für Monsieur", aber der Nachfolgetitel ist einfach nur unflätig.
Beide Titel sind wirklich nicht das Gelbe vom Ei, aber ich würde sie hier (anders als bei vielen anderen Filmen mit Louis de Funès) gegen den Vorwurf in Schutz nehmen, unsinnig zu sein. Das mit den "scharfen Kurven" dürfte sich auf die Autoverfolgungsjagd über eine kurvenreiche Straße im letzten Drittel beziehen (auch wenn die beteiligte Frau eher eine "Mademoiselle" als eine "Madame" ist); und auch wenn "Oscar" im entsprechenden Film nicht von de Funès gespielt wurde und man das mit den "vollen Hosen" "unflätig" finden kann, dürfte sich die Formulierung darauf beziehen, dass Septime in der zweiten Filmhälfte auffallend kleinlaut und eingeschüchtert auftritt.
Warum? Es handelt sich dabei um den vertrauten Buchtitel und nach den nicht unsinnigen, aber komplett sowohl von den englischen als auch deutschen Originaltiteln abweichenden Episodentiteln bei Vox wäre es eigentlich ein erfreulicher Fall von Kontinuität, endlich zu den Buchtiteln zurück gekehrt zu sein. So dachte wohl der zuständige Redakteur des NDR und klopfte sich selbst auf die Schulter.
Problem: In der Synchronfassung fällt nicht ein einziges Mal dieser Begriff, im Gegenteil - das Haus wird nur mit seinem englischen Namen "Hollow" genannt. Jetzt kann man den Fehler Matthias Grimm zum Vorwurf machen, weil er die Buchübersetzung ignorierte (das wäre durchaus angebracht) oder dem Redakteur, der schließlich gerade solche Fehler vermeiden oder ausbügeln sollte. Aber das gibt dem deutschen Titel auch nicht mehr Sinn.
Interessieren würde mich, da ich die französische Verfilmung nicht kenne: Haben wir hier das gleiche Problem? Da die Adaption wesentlich freier sein dürfte, besteht hier ebenso die Gefahr.
So zwischendurch lese ich mich mal so durch den ein oder anderen Thread - dieser hier ist sehr interessant und man erfährt einiges Wissenswertes, Kleinigkeiten, auf die ich sonst auch nicht gestoßen, sie nichtmal beachtet hätte - auch wenn ich Filme schon mehr als drei Dutzend Mal gesehen habe. Zu dieser Kategorie gehört natürlich auch der Miss Marple-Klassiker "16 Uhr 50 ab Paddington". TomSync schrieb dazu in Beitrag #75 Folgendes:
Zitat von TomSync im Beitrag #75 Kürzlich habe ich wiedermal den Film gesehen und mal so auf den Vorspann geachtet... Da ertönt zuerst eine "deutsche" Lautsprecheransage: "...16 Uhr 50, nach Brackhamton [oder so ähnlich], Milchester..." Logisch, den Abfahrtsort nicht zu erwähnen. Aber dann kommt die Fahrtzeitanzeige vom Bahnsteig in's Bild, und siehe da - da steht "5:00" . Da der Vorspann komplett eingedeutscht und man für die jeweiligen Credits keine statischen Szenen verwendete, hat man natürlich die verwenden müssen, wo im Original nicht's eingeblendet wurde. Unter anderem ebend auch die Bahnsteigsanzeige...
Die am Bahnsteig angezeigte Zeit ist mir auch noch nicht aufgefallen, habe eben extra nochmal einen Blick auf die Szene geworfen! 😃
Wird/Wurde in England auf Bahnhöfen die "12-" oder die "24"-Stunden-Uhr verwendet? In ersterem Falle würde der 5 Uhr-Zug dann entsprechend in etwa einer Viertelstunde abfahren. Wenn es die "24"-Stunden-Anzeige gab, dann gilt dieses "5:00" für den ersten Zug am Folgetag. 😉
Hier sehe ich nichts weiter Bemerkenswertes, denn in keinem Fall handelt es sich um den Zug, den Miss Marple im Begriff ist zu besteigen: Die Anzeige "5:00 Uhr" bezieht sich nämlich auf Gleis 1, Miss Marples Zug fährt aber (so ertönt es auch in der Lautsprecherdurchsage) von Gleis 2.
Man sieht auch, wie Miss Marple dann am Gleis 1 vorbei zum Gleis 2 geht und dort ihren Fahrschein vorzeigt: In der nächsten Einstellung sieht man die "2" von der Dachkonstruktion über dem Bahnsteig hängen. Nachdem sie einen Krimi gekauft hat und in den Zug eingestiegen ist, dem Kofferträger ein Trinkgeld in die Hand gedrückt hat und die Kamera dann nochmal den Bahnsteig mit dem langsam losfahrenden Zug einfängt, kann man abermals die "2" über dem Bahnsteig erblicken.
Also kein Filmfehler, wenn Du darauf hinauswolltest, TomSync. 😉
Ein aktuellerer Kandidat: Die Serie mit dem Originaltitel "Clarice" hat im Deutschen den Titel "Clarice Starling – Das Erwachen der Lämmer" bekommen. Nach dem Motto: "Sag mir, dass du als Redakteur, der den Titel verbrochen hat, den Thomas Harris Roman nicht gelesen (oder falls doch, die Bedeutung der Szene nicht verstanden hast) ohne mir zu sagen, dass du den Roman, auf dem der Charakter und die Serie basieren, nicht verstanden hast."
Zitat von TomSync #86 Soweit ich das immer auf RTL und den jeweiligen Ausstrahlungen/Wiederholungen mitbekommen habe, wurde "Mord ist ihr Hobby" [erg.] bedauerlicherweise selten chronologisch ausgestrahlt
Die Ausstrahlungen bei RTL waren meist chronologisch, d.h. in einer gewissen Ordnung, der "RTL-Ordnung" nämlich, die bzgl. der 1. und 2. Staffel deshalb von der ursprünglichen Reihenfolge abwich, weil RTL die 23 Folgen der ersten beiden Staffeln, die die ARD zunächst als "Immer wenn sie Krimis schrieb" ausstrahlte, erst 1995 neusynchronisierte und getrennt von den restlichen Folgen der ersten beiden Staffeln, die RTL schon 1990 synchronisieren ließ, ausstrahlte.
Mit dem Übergang auf die DVD-Veröffentlichung wurden die Folgen dann der Originalreihenfolge entsprechend neu angeordnet. Bis dahin gab es auch ein paar irreguläre Anordnungen in der 5. Staffel, ansonsten stimmte die RTL-Reihenfolge der Episoden. (Auf der DVD sind die letzten Folgen der 11. und die ersten der 12. Staffel nicht stimmig, was sich nun auch auf die TV-Ausstrahlung niederschlägt).
Zitat Jedenfalls sind auch zweiteilige Episoden darunter gewesen, die man bei RTL "zusammengeschnitten hat" und als Spielfilm(länge) verkaufte.
Auch wenn ich mich daran nicht erinnern kann, scheint das nur einmal passiert zu sein, bei der zweiteiligen Folge "Ein neues Leben" nämlich, die 1992 das erste Mal (vermutlich) als Spielfilm umgearbeitet gesendet wurde und bei späteren Ausstrahlungen dann wieder in einen Zweiteiler zurückgestückelt wurde, was daran zu erkennen war, daß eine andere Schrifttype für den Titel des zweiten Teils verwendet wurde, die erst ab Staffel 6 (Ausstrahlung ab 1993) verwendet wurde. Vorher sahen die Titeleinblendungen wie 'handgeschrieben' aus.
Andersrum hat RTL den Pilotfilm, der eigentlich einteilig ist, zwischendurch in einen Zweiteiler verwandelt - dazu gab es allerdings keine (wie sonst übliche) Zusammenfassung des ersten Teils vor dem zweiten.
Ansonsten gibt es nur noch zwei weitere Zweiteiler innerhalb der Serie, nämlich "Spieglein, Spieglein an der Wand" und "Es spukt auf Schloß Bellyknock", die jedoch nie umgearbeitet wurden und stets zweiteilig liefen.
Die Magnum-/Mord ist ihr Hobby-Crossover-Folge lief erstmalig 1997 als Spielfilm neu zusammengeschnitten - ansonsten (vor und nach 1997) auch als Einzelfolgen im Rahmen der regulären Ausstrahlungen der beiden Serien.
Zitat von Gast im Beitrag #118 #118 (Beitrag v. Mücke) Der Titel "Blob - Schrecken ohne Namen" ist an sich auch ziemlich unsinnig, da "Blob" ja eben den Namen des 'Monsters' bezeichnet, auch wenn er im Film nie gennant wird. Der Originaltitel lautet sogar "The Blob".
Da hab ich gar nicht weiter drüber nachgedacht, aber ja: Völlig bekloppt. 😁 Manchmal habe ich den Eindruck, daß Filme nur deshalb so bekloppte Untertitel bekommen, damit sie besser im Hirn haften bleiben - wenn es die Handlung nicht tut, dann wenigstens der Filmtitel.