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Dieses Thema hat 69 Antworten
und wurde 5.377 mal aufgerufen
 Off-Topic
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AMK


Beiträge: 1.028

20.09.2013 17:51
#46 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zum Bundestagswahlkampf (und zum vermut[- wie bedauer]lichen Wahlergebnis):

merkel_gegen_steinbrueck_2in1_amk_25%.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Gruß - Andreas

Isch


Beiträge: 3.402

21.09.2013 15:15
#47 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten
AMK


Beiträge: 1.028

22.09.2013 16:03
#48 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

"Ich will da rein" hab´ ich als Anspielung auf Gerhard Schröder verstanden, der den Satz (so oder ähnlich) vor dem Kanzleramt in Bonn gesagt (und am Eingang/Gitter/Zaun gerüttelt) haben soll. Stoiber dürfte nur ein weiterer "Anspieler" sein ...


Gruß - Andreas

Isch


Beiträge: 3.402

22.09.2013 23:11
#49 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

glaub ich nicht

AMK


Beiträge: 1.028

24.09.2013 14:06
#50 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat
glaub ich nicht


Das ändert nichts an den Tatsachen
... beziehungsweise daran, dass die Zaunrüttelanekdote (siehe bspw. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/le...da-1229466.html) schon bei Schröders erster Wahl zum Bundeskanzler durch die Medien ging. Ob nun Politiker oder Kabarettisten die Formulierung aufgreifen, sie steht jedenfalls im begründeten Verdacht, eine bewusste Anspielung zu sein. (... was sie freilich nicht in jedem "unschuldigen Alltagsfall" sein muss. - In "meinem" Fall aber ist sie´s.)


Gruß - Andreas

S.T.O.F.F.E.L. ( gelöscht )
Beiträge:

04.10.2013 09:40
#51 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Mir fällt kein besseres Platzerl ein, wo ich den Fernsehtipp hinterlegen sollte...

Heute auf 3sat um 19 Uhr 20 läuft eine Ausgabe der Sendung KULTURZEIT mit dem Thema "Hollywoods Pakt mit Hitler".

Ob das gut gemacht ist-I don't know. Aber nen Blick isses vielleicht schon wert!


ICH bin immer auf der Höhe, Inspektor! Miss Marple

AMK


Beiträge: 1.028

28.10.2013 13:17
#52 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat
stopp_spionin_amk_rahmen_25%.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Die Fortsetzung:

stopp_spion_telefon_amk_rahmen_25%.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Ende!?


Gruß - Andreas

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2013 11:26
#53 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Aus dem Archiv:

Michael Moore vs. Charlton Heston


Eigentlich wollte ich das mal in den Heston-Thread schreiben, aber hier paßt es besser rein. Nicht top-aktuell, aber für mich immer wieder eine Diskussion wert.

Also-ich mag intelligente Kriegsfilme, die klassischen James Bond-Abenteuer und ähnliche Genre-Kost. Alles, was sich ironisch gibt oder mit Hintergrund gezeigt wird, sehe ich mir gerne an, wenn es mit Waffen zu tun hat. Filme a la "Rambo" lehne ich absolut ab. Ich bin überzeugter Pazifist und ein Waffengegner, auch wenn ich mich viel für Kriegsgeschichte und auch Kriegsmarine interessiere (wobei mich der rein technische Aspekt nur sehr am Rande streift). Ich wäre sogar dafür, den Großteil der Polizei auf Streife zu entwaffnen. Weil da immer wieder kuriose Dinge geschehen.

Nun ist es aber so, daß ich trotz meiner Abneigung Waffen gegenüber ein begeisterter Fan von Charlton Heston bin. Ich mag viele seiner Filme und fand ihn immer einen netten Kerl. Ich mag den Typen sozusagen. Da stieß (und stößt) es mir schon sehr auf, daß er in dieser Sache so ganz andere Ansichten hatte. Wenngleich Heston, das sage ich jetzt nicht, um in mir gutzureden, häufig medial sehr eindimensional dargestellt wurde in dieser Sache. Beispielsweise hat er durchaus hintergründige und intelligente Aspekte eingebracht, warum Gewaltbereitschaft entsteht und warum es deshalb auch das Recht geben sollte, daß jeder rechtschaffene Bürger eine Waffe besitzen darf. Er sagte mehrfach klar und deutlich, daß der Auslöser dafür ein Versagen der Sozialpolitik sei. Natürlich hat er da klischeehaft in Mexiko das größere Versagen gesehen als im eigenen Land. Heston sprach auch mal klar davon, einem als gewalttätig bekannten Menschen keine Waffe zu geben und daß man da und dort schon Kontrollen machen sollte, wenn der Allgemeinzustand des Besitzers bedenklich sei. Soweit, sogut. Auch nicht das Gelbe vom Ei, aber doch eine Facette reicher als der so einseitig dargestellte Finsterling.

Nun zu Michael Moore.
Ich schätze und befürworte Aufdecker-Journalismus, auch wenn er zu teils drastischen Mitteln greifen muß (Stichwort: Günther Wallraff, besonders "Ganz Unten"). Moore hat anfänglich eine brauchbare, wichtige Arbeit geleistet. Und ich freute mich über jeden, der George W. Bush an die Pelle rückte!!! Der Mann hat schließlich unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung einen weitreichenden Schaden angerichtet, der das Bild der USA noch für lange Zeit verzerren wird. Wobei ich sagen muß, daß ich diese Weltmacht nie so sonderlich apart fand und Weltmächte allein schon wegen der zweiten Worthälfte nicht so vertrauenserweckend empfinde.

Aufdecker-Journalismus mag ich aber dann nicht mehr, wenn er wie eine neurotische Zwangshandlung durchgeführt wird. Michael Moore ist eine der größten Nervensägen seiner Zunft. Der steht sicher jeden Morgen auf und fragt sich, was er wohl heute aufdecken kann. Das ist nur mehr reine Fließbandarbeit mit künstlich auf Sensation gemachten Pseudo-Inhalten, die mehr schaden als nützen. Mit solcher Besessenheit relativiert man leider die wirklich wichtigen Dinge viel zu oft auch gleich als "Sensationsjournalismus".

In "Bowling for Columbine" interviewt Michael Moore eben Charlton Heston. Diese Szenen haben mich fast etwas schockiert und sehr irritiert. Ok, sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bei Heston einzuschleichen, das ist ja legitim. Aber wie das dann weiterging, das empfand ich als blamabel. Moore ging es nicht darum, Heston mit Argumentationen zur Diskussion zu bringen, ihn in Widersprüche zu verwickeln und ihn auflaufen zu lassen in einer nachhaltigen Methode. Moore ging's einfach darum, aus Hestons freundlicher, gutmütiger Art Kapital zu schlagen. Er ließ ihn absolut lächerlich erscheinen,verweigerte ihm jeden Respekt, ließ ihn nicht reden und ergötzte sich an der Irritation und Verletztheit eines alten Mannes. Moore versetzte Heston in eine auswegslose Lage, das auf eine Art, die ich sadistisch empfand und entwürdigend. Und für mich eher Michael Moores Charakter entblößte, als Heston einen Denkansatz mitzugeben.

Wie gesagt-das hat jetzt ein absoluter Waffengegner geschrieben, der Hestons Einstellung dazu furchtbar fand.


"Ist jemals an Ihren Knochen gekratzt worden, Captain? Ein wenig schönes Gefühl, glauben Sie mir!"

Friedrich Joloff-Terror der Tongs

berti


Beiträge: 16.595

12.11.2013 14:15
#54 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #53
In "Bowling for Columbine" interviewt Michael Moore eben Charlton Heston. Diese Szenen haben mich fast etwas schockiert und sehr irritiert. Ok, sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bei Heston einzuschleichen, das ist ja legitim. Aber wie das dann weiterging, das empfand ich als blamabel. Moore ging es nicht darum, Heston mit Argumentationen zur Diskussion zu bringen, ihn in Widersprüche zu verwickeln und ihn auflaufen zu lassen in einer nachhaltigen Methode. Moore ging's einfach darum, aus Hestons freundlicher, gutmütiger Art Kapital zu schlagen. Er ließ ihn absolut lächerlich erscheinen,verweigerte ihm jeden Respekt, ließ ihn nicht reden und ergötzte sich an der Irritation und Verletztheit eines alten Mannes. Moore versetzte Heston in eine auswegslose Lage, das auf eine Art, die ich sadistisch empfand und entwürdigend. Und für mich eher Michael Moores Charakter entblößte, als Heston einen Denkansatz mitzugeben.

Hinzu kommt noch, dass Moore nicht nur (laut einer Kritik seiner Darstellung) Bilder zweier Auftritte von Heston zusammenschnitt, um so einen irreführenden Eindruck zu erzeugen und unterschlug, dass der Star zum Zeitpunkt des "Interviews" bereits an Alzheimer im Frühstadium litt, weswegen er dem Gespräch nicht mehr folgen konnte.
Hinzu kommt noch, dass er verschwieg, dass Charlton Heston in den 50ern/60ern nicht nur als "Linker" galt, sondern auch mehrfach (als WASP-Amerikaner!) an Demonstrationen gegen rassistische Gesetze teilnahm und den Vietnamkrieg ablehnte.
Durch Ausblenden dieser Fakten wurde das Bild eines dumpfen, reaktionären "Stupid White Man" erzeugt.
Zur Kritik an Moores Methoden und Darstellungen insgesamt verweise ich auf den Dokumentarfilm "Manufacturing Dissent" von 2007:http://de.wikipedia.org/wiki/Manufacturing_Dissent


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2013 14:27
#55 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Hallo Berti,

danke für deine weiterführenden Äusserungen. Die waren mir nicht unbekannt, aber ich wollte nicht zu weit ausschweifen.

Mir war das sehr zuwider in dem Film. Hier wurde auf gemeine Art ein ganzer Mensch mit seiner ganzen Lebensgeschichte lächerlich gemacht und nicht ein zu hinterfragender Aspekt seiner Einstellungen. Leider hat sich nicht zuletzt durch diese Verzerrung und dauernd wiederkehrenden Ausschnitte daraus in vielen ein falsches Bild von Heston eingenistet.

Selbst der so kultivierte "Standard" (unsere "anspruchsvollste" Tageszeitung) ließ sich in Nachrufen von diesem Bild prägen. In einem ebenso anspruchsvollen Wochenmagazin wurde er sogar wie ein lebenslanger Naivling dargestellt. Und alles beruhte auf diesem Unsinn, der so im Kopf hängen blieb.

Genug damit, ich will Mr. Moore kein breites Feld geben.


"Ist jemals an Ihren Knochen gekratzt worden, Captain? Ein wenig schönes Gefühl, glauben Sie mir!"

Friedrich Joloff-Terror der Tongs

Lammers


Beiträge: 3.901

12.11.2013 17:01
#56 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #54
Hinzu kommt noch, dass Moore nicht nur (laut einer Kritik seiner Darstellung) Bilder zweier Auftritte von Heston zusammenschnitt, um so einen irreführenden Eindruck zu erzeugen und unterschlug, dass der Star zum Zeitpunkt des "Interviews" bereits an Alzheimer im Frühstadium litt, weswegen er dem Gespräch nicht mehr folgen konnte. Hinzu kommt noch, dass er verschwieg, dass Charlton Heston in den 50ern/60ern nicht nur als "Linker" galt, sondern auch mehrfach (als WASP-Amerikaner!) an Demonstrationen gegen rassistische Gesetze teilnahm und den Vietnamkrieg ablehnte.


Danke für die Aufklärung Euch Beiden. Dann hat Michael Moore ja ein richtig mieses Spiel getrieben. Man hätte, aufgrund des Nichtwissens beim Schauen des Films, durchaus denken können, Charlton Heston sei feige und würde sich einfach der Konfrontation entziehen. Dabei hatte er, wie du schon sagtest, Alzheimer im Frühstadium und hat sich wahrscheinlich nicht mehr anders zu helfen gewusst als sich rauszuziehen und zu verschwinden. Ich wusste auch nicht, dass Charlton Heston mal in den 50er/60ern als "Linker" galt. Das war mir neu. Ich kannte bis jetzt nur diese paar Ausschnitte, wo er halt scheinbar (genaueres weiß ich jetzt nicht) als Waffenaktivist zu sehen war.

Zitat von berti im Beitrag #54
Zur Kritik an Moores Methoden und Darstellungen insgesamt verweise ich auf den Dokumentarfilm "Manufacturing Dissent" von 2007


Danke für den Hinweis. Den muss ich mir mal anschauen. Um ehrlich zu sein: Ich fand Michael Moores Filme früher gut, weil er eine neue Art von Dokumentarfilm prägte, wo Ernst und Heiterkeit aufeinandertrafen und man zwischendurch mal vor Lachen auf dem Boden lag, bevor dann wieder ernstere Sachen kamen. "Bowling for Columbine" habe ich im Kino gesehen, später dann noch "The Big One" und "Fahrenheit 9/11". Auch seine Aktionen in den Filmen sowie sein Interesse für die jeweiligen Sachen haben mir, soweit ich mich noch erinnern kann, gut gefallen. Seine Rede bei den Oscars 2003 fand ich auch gut; wahrscheinlich auch, weil George W. Bush den allermeisten ein Dorn im Auge war. Irgendwann vor ein paar Jahren, es muss kurz vor der VÖ von "Sicko" gewesen sein, kam dann aber in irgendeiner Nachrichtensendung (könnte das Heute-Journal gewesen sein) ein Bericht über ein paar amerikanischen Studenten, die sich mit Moore auseinandergesetzt hatten und Ungereimtheiten entdeckt hatten. So z.B. auch die Geschichte, als Moore sich in einer Bank scheinbar ein Gewehr besorgt hatte. Diese Bank, bei der man bei Eröffnung eines Kontos ein Gewehr als Prämie erhält, bewahrt die Gewehre aber nicht dort auf, sondern in einem Tresor, der sich etwa 300 Meilen entfernt befindet. Das öffnete mir dann doch die Augen und ließ Ernüchterung eintreten.

EDIT: Ich sehe gerade, der Bericht im Heute-Journal könnte sogar über "Manufacturing Dissent" gewesen sein.


berti


Beiträge: 16.595

12.11.2013 17:37
#57 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat von Lammers im Beitrag #56
Dann hat Michael Moore ja ein richtig mieses Spiel getrieben. Man hätte, aufgrund des Nichtwissens beim Schauen des Films, durchaus denken können, Charlton Heston sei feige und würde sich einfach der Konfrontation entziehen. Dabei hatte er, wie du schon sagtest, Alzheimer im Frühstadium und hat sich wahrscheinlich nicht mehr anders zu helfen gewusst als sich rauszuziehen und zu verschwinden. Ich wusste auch nicht, dass Charlton Heston mal in den 50er/60ern als "Linker" galt. Das war mir neu. Ich kannte bis jetzt nur diese paar Ausschnitte, wo er halt scheinbar (genaueres weiß ich jetzt nicht) als Waffenaktivist zu sehen war.

Hestons Alzheimer-Erkrankung wurde 2002 öffentlich gemacht und auch in einigen Nachrufen 2008 erwähnt. Zu seinem bürgerrechtlichen Engagement konnte man einiges in seinen 1995 erschienenen Memoiren lesen. Diese enthalten auch Bilder, auf denen er als Teilnehmer an antirassistischen Demonstrationen zu sehen ist.
Daneben enthielten sowohl der deutsch- als auch der englischsprachige Wikipedia-Artikel über ihn schon seit einigen Jahren Angaben zu seiner Vergangenheit als Aktivist, bei denen man sich genauer über diese informieren kann.

PeeWee


Beiträge: 1.693

12.11.2013 17:58
#58 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

"Hinzu kommt noch, dass Moore nicht nur (laut einer Kritik seiner Darstellung) Bilder zweier Auftritte von Heston zusammenschnitt, um so einen irreführenden Eindruck zu erzeugen und unterschlug, dass der Star zum Zeitpunkt des "Interviews" bereits an Alzheimer im Frühstadium litt, weswegen er dem Gespräch nicht mehr folgen konnte."

Das ist eine Sache - das wird für mich aber noch eine Spur schlimmer, dass der Film den Eindruck erweckt, dass Heston sein "from my cold, dead Hands" NACH Columbine gemacht hat, was ihn wie ein Monster erscheinen läßt. Der Ausschnitt stammt aber wohl aus einer Zeit vor dem Massaker - und dadurch hat sich Michael Moore in meinen Augen selbst disqualifiert, denn sowas macht man nicht!

berti


Beiträge: 16.595

12.11.2013 18:08
#59 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Zitat von PeeWee im Beitrag #58
das wird für mich aber noch eine Spur schlimmer, dass der Film den Eindruck erweckt, dass Heston sein "from my cold, dead Hands" NACH Columbine gemacht hat, was ihn wie ein Monster erscheinen läßt. Der Ausschnitt stammt aber wohl aus einer Zeit vor dem Massaker - und dadurch hat sich Michael Moore in meinen Augen selbst disqualifiert, denn sowas macht man nicht!

Genau das meinte ich damit, dass er zwei Auftritte Hestons zu einem zusammenschnitt, um die Zuschauer in die Irre zu führen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2013 22:42
#60 RE: Gesellschaftspolitische Themen :D Zitat · antworten

Ich hatte immer so den Eindruck, wenn man Memoiren, Interviews oder Kommentaren glauben kann, daß Heston ein durchaus umgänglicher Mensch war. Wie viele hat er sich wohl in eine fixe Idee verrannt!
Ein auch etwas einseitiges Bild verursachte ein nicht ganz wiedergegebenes Interview von Gore Vidal im Dokumentarfilm "Celluloid Closet". Vidal erzählt darin (eine bis heute nicht ganz überprüfbare, aber recht wahrscheinliche Geschichte), daß man bei "Ben Hur" um den Konflikt zwischen ihm und Messala zu intensivieren, mit dem Hintegrund spielte, daß die beiden einst Liebende waren. Gesprochen hätte man aber nur mit Stephen Boyd, der Heston in der Wiederbegegnungsszene unmissverständliche Blicke zuwarf. Manche verstanden das, manche nicht. Heston war scheinbar überwältigt von Boyds Strahlen und ließ sich anstecken davon. Im Interview sagt Vidal, daß Regisseur Wyler es unter allen Umständen verhindern wollte, daß Heston etwas erfährt, denn der stiege sonst aus. So gut diese Doku ist, sind doch manche Dinge aus dem Zusammenhang gerissen und etwas einseitig. Dieses verzerrte Interview führte dazu, daß Heston mehrfach als homophob bezeichnet wurde.
Vidal selbst hat aber andernorts auf die Situation hingewiesen, wie sie tatsächlich war. Boyd war schwul, wie man mittlerweile weiß, und kam mit dem ebenfalls schwulen Vidal in der Sache sehr schnell auf den Punkt. Heston war oft etwas verkrampft beim Spiel und leicht zu verunsichern. Er hatte sich erst mühevoll nach oben gearbeitet und konnte keinen Skandal gebrauchen, selbst einen indirekten. Auch Wyler und MGM war das bewußt. Jahre später sprach Heston Vidal darauf an und war alles andere als verärgert. Später war es Heston auch egal, anzuecken. Man darf zwar nie vergessen, daß Schauspieler nur Rollen spielen und privat ganz anders sein können, aber dennoch gibt es gewisse Filme, die eine eindeutige Prägung haben. Bei Heston war das durchaus "Planet der Affen", ein eindeutig "linker" Film, der damals brisant war und vielen aufstieß. Das war eine Allegorie auf die Gegenwart und kein herkömmlicher Fantasy-Reisser. Heston war laut eigener Aussage ganz überwältigt von der Aussage und äußerte sich sehr direkt zu Zensurandrohungen. Ebenso wurde er von vielen belacht, als er "Der Verwegene" drehte (dummer Titel). Weil die Figur doch eigentlich kein echter Mann sei. Blablabla.
Jedenfalls war Heston mit einigen Homosexuellen befreundet und war als Gast regelmäßig im Theater zu sehen, wenn wichtige, zeitkritische Stücke gespielt wurden.
Manche Menschen ändern ihre Einstellung. Aus dem ultralinken Wiener Sänger und Schauspieler Franz Morak wurde einer der umstrittensten Kulturpolitiker Österreichs, der blauäugig die Politik der rechtskonservativen ÖVP/FPÖ-Koalition ausführte, die unser Land in einige Krisen stürzte, die teils noch bis heute negativ nachwirken.
Ich will Heston nicht idealisieren. Aber ich lehne es ab, wenn man die Wirklichkeit manipuliert und Menschen eine Rolle zuschiebt, die sie gar nicht darstellen. Ich habe seine Einstellung zur Waffenlobby stets mit Bauchweh angehört, aber das Leben ist nun mal nicht schwarz/weiß.

Und wie gesagt, es gibt sie immer, die Schauspieler, die privat etwas anderes vertreten. Es ist recht chick, sich sozial und linkspolitisch zu engagieren. Manche machen es aufrichtig, andere zur Show. Da finde ich Leute wie die Bardot oder Delon trotz furchtbarer Ansichten ehrlich und sympathisch, weil sie wenigstens dazu stehen.

Ich finde es, nochmals zu Heston, nur sehr bedauerlich, daß gerade durch Michael Moore ein medial weit ausgewalztes Bild von ihm entstand, das nicht der Tatsache entsprach. Manchmal kommen nicht mal Fernsehprogramme ohne eine Bemerkung dazu in einer Filmbeschreibung aus. Ich merke auch, daß sich bei einigen Menschen die Floskel "das ist doch der mit den Waffen" sehr festgesetzt hat.


"Ist jemals an Ihren Knochen gekratzt worden, Captain? Ein wenig schönes Gefühl, glauben Sie mir!"

Friedrich Joloff-Terror der Tongs

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