Ganz und gar nicht, weder als Filmschauspieler noch als Sprecher. Und er ist auch keiner, bei dem Einzelleistungen mich zu einem differenzierteren Urteil bringen (wie bspw. Hartmut Reck, bei dem es sehr stark von der Rolle abhängig ist, ob ich ihn ungern höre/sehe oder zu schätzen weiß).
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #167(wie bspw. Hartmut Reck, bei dem es sehr stark von der Rolle abhängig ist, ob ich ihn ungern höre/sehe oder zu schätzen weiß).
Nein, gar nicht. Schon weil Rolf Schult und Niels Clausnitzer (tatsächlich!) für mich unübertroffen sind. Aber für Philippe Leroy in "Sandokan" beispielsweise.
Ein wenig stört das Mini-Ensemble der DVD-Synchro von "Poirot" schon, aber das gab es auch bei vielen klassischen Synchros von DEFA bis Deutsche Synchron, und wenn es auch auffällig ist, so viele markante Sprecher immer wieder zu hören - das liegt eben daran, dass sie markant sind und das findet man nicht mehr häufig. Sogar Sprecher, mit denen ich in jüngeren Jahren nichts anfangen kann, fanden hier zu ansprechenderen Leistungen. Eine saubere, gelungene Arbeit also. Wer aber namentlich in "Wiedersehen mit Mrs. Oliver" heraussticht - und zwar nach unten - ist Stefan Lehnen. Ich habe per se nichts gegen heisere Stimmen (sonst könnte ich Rolf Schult z.B. nicht mögen), aber bei Lehnen tun mir die eigenen Stimmbänder weh, wenn ich ihn höre. Und da ist nichts an schauspielerischer Finesse zu finden, einfach nur Gekratze und Getöne. Hartes Urteil, ich weiß, aber so geht es mir nun einmal.
Zitat von Silenzio im Beitrag #68"Die Rache des Samurai" (quasi die japanische Variante vom "Monte Cristo") - großartige Serie, tolle Besetzung. Aber ausgerechnet den Helden finde ich mit Peter Reinhardt irgendwie fehlbesetzt. Passender wäre vielleicht Bernd Eichner bzw. in einer Leipziger Synchro jemand wie Justus Fritzsche.
Geht mir ganz genauso. Er wirkt viel zu weich, gerade weil Kusakaris harter Blick ihn durchaus auch zum Schurkendarsteller qualifizieren würde. Darum fiel mir spontan Udo Schenk ein, der das richtige Alter gehabt hätte (im Gegensatz zu Fritzsche), zwar auch als jugendlicher Held besetzt wurde, aber die nötige Härte mitgebracht hätte.
Die Kinofassung von "Shogun" wurde in den Nebenrollen teilweise doch recht merkwürdig besetzt. Dass der gleiche Regisseur seine eigene Entscheidung revidiert, kommt eher selten vor, aber er nutzte die Chance und besetzte beim zweiten Versuch die Sprecher, nach denen gerade die Gesichter von Rhys-Davies, Badel und Sheybal geradezu schreien. Also alles richtig gemacht, oder?
Irgendwie erscheint mir die Stimme von Lothar Hinze als ein Ausrutscher nach unten. Nicht dass er schlecht wäre, aber in Stimme und Spiel überaus blass. Masumi Okada verlangt für mein Gefühl eine deutlich dunklere und wärmere Stimme mit mehr Präsenz. Christian Rode wäre hier der Erste, der mir einfiel (da andere Sprecher schon vergeben oder zu nah an Glaubrecht und Pampel, ihren direkten Spielpartnern, gewesen wären).
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #174 oder zu nah an Glaubrecht und Pampel, ihren direkten Spielpartnern, gewesen wären).
Kurz OT, da mir "Shogun" leider nichts sagt, aber dein letzter Satz könnte wirklich mal ein interessantes Thema für einen Threaad sein....quasi "Wenn sich Spielpartner stimmlich oder typmäßig zu ähnlich klingen"
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #160Jedes Mal, wenn ich "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" sehe, stolpere ich über die Stimme des Kreuzritters. Schauspielerisch gibt es an Helmut Heyne nichts auszusetzen, aber gerade bei dieser Rolle hätte es (in einer Synchronisation, in der noch die charismatischen Stimmen dominieren) jemandes bedurft, der ein Flair der Besonderheit ausstrahlt, bei dessen Stimme sich jedem Zuschauer Assoziationen an vergangene Zeiten auftun. (...) Aber gerade Heyne war nie einer der (über)großen Sprecher und wirkt daher allzu unspektakulär für einen jahrhundertealten Ritter der Tafelrunde.
Eine ähnliche Sache kommt mir bei "Winnetou I" etwas seltsam vor: Insgesamt ist es eine Top-Besetzung aus der absoluten Glanzzeit der damaligen Berliner Szene voller charismatischer Stimme, so wie auch bei den meisten anderen Karl-May-Filmen. Rainer Brandt für Mario Adorf ist ein oft diskutiertes Problem, aber darum soll es diesmal nicht gehen. Merkwürdig fand und finde ich Knut Hartwig für Hrvoje Svob als Klekhi-petra. Dadurch, dass das im Buch vorhandene ausführliche Gespräch mit Old Shatterhand fehlt (es hätte die Handlung auch nur aufgehalten) bleibt diese Figur naturgemäß etwas blass, da man nichts Genaueres über ihren Hintergrund erfährt. Aber immerhin handelt es sich um den Lehrer und Mentor Winnetous, der dessen Charakter und Denken maßgeblich geprägt hat, und zugleich um den Mann, der buchstäblich mit seinem letzten Atemzug den Grundstein für die Freundschaft zu Old Shatterhand gelegt hat. Hartwig schafft es leider nicht, seiner Rolle das dafür nötige Charisma zu verleihen. Wilhelm Borchert war zwar bei Karl May akustisch nur in den Filmen der CCC vertreten, aber hier hätte er sich angeboten: Er hätte mit Svobs Aussehen harmoniert und diesem die Nötige Weisheit, Würde und Autorität verliehen.
@Stefan: Vermute ich richtig, dass dir als Karl-May-Spezialist dieser Gedanke auch schon gekommen ist?
Gar nicht mal so sehr, da Hrvoje Svob nun wirklich wenig Präsenz hat. Vielleicht hätte man mit der Stimme noch was rausholen können, allerdings wäre Borchert mir damals noch zu jung gewesen. Klupp - naja, aber noch am ehesten ...
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #177Gar nicht mal so sehr, da Hrvoje Svob nun wirklich wenig Präsenz hat. Vielleicht hätte man mit der Stimme noch was rausholen können, allerdings wäre Borchert mir damals noch zu jung gewesen. Klupp - naja, aber noch am ehesten ...
Das mit dem "rausholen" sehe ich auch so. Aber Borchert (*1907) "zu jung" für Svob (*1909)? Kurz dachte ich auch an Alfred Balthoff, der auch die aufgezählten Eigenschaften hätte ausstrahlen können; aber seine Stimme kann ich absolut nicht mit dem Gesicht vereinbaren. Klupp wäre tatsächlich auch eine Möglichkeit gewesen.
Borchert wurde deutlich agiler (ich will nicht per se sagen "jünger") besetzt und ich kriege ihn auch nicht mit Svobs Gesicht zusammen. Statt dessen wäre Balthoff eine gute Idee gewesen - vielleicht nur mäßig mit dem Gesicht harmonierend, aber er hätte der Figur erheblich Ausstrahlung gegeben.
Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #179Borchert wurde deutlich agiler (ich will nicht per se sagen "jünger") besetzt
Tatsächlich? Nach meinem Eindruck war er 1963 akustisch schon weitgehend vom Helden- zum Charakterfach gewechselt; und seine tatsächlichen Rollen bei Karl May waren auch nicht gerade "agil".