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Dieses Thema hat 232 Antworten
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Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

15.03.2019 14:58
#226 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Danke für den Tipp. Den Film merke ich mir schon mal vor.


Lammers


Beiträge: 3.641

15.03.2019 16:03
#227 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #224
Ja, eine gewisse Vereinfachung/Pauschalisierung lässt sich in Filmen nicht vermeiden, wobei ich bei "Rain Man" nie das Gefühl hatte, dass man Raymond als einen "typischen" Autisten darstellen wollte. Da gab es an einigen Stellen durchaus auch einen gewissen Fingerzeig, dass es auch gewisse andere Ausprägungen des Autismus gibt.
Ich stimme aber in dem Punkt zu, dass viele Autisten gerne mal automatisch eine Inselbegabung attestieren, wobei man nicht immer was damit anfangen kann. Raymond kann zwar in dem Film großartige Rechenkünste vollbringen, diese jedoch nicht sinnvoll bzw. vorteilhaft nutzen und diese Fähigkeit bei reale Problemstellungen anwenden.


Es ist ja auch so, dass sowas gerne durcheinander gebracht wird. Marlies Hübner, eine Autorin und Bloggerin, die von der sogenannten Autismus-Spektrum-Störung (auch Asperger Syndrom genannt) betroffen ist, geht diese Pauschalisierung auch tierisch auf die Nerven und sieht hat in einem Interview mit Deutschlandfunk Nova ganz klar gesagt: "Vergesst Rain Man". Eben, weil er ein Savant ist. Wobei das nicht hundertprozentig richtig ist, da er schon ein Savant ist, aber eben mit autistischen Zügen, wenn man auf seine Gewohnheiten oder Ängste schaut, wie z.B. dass alles in einer Reihenfolge sein muss (Eierkuchen) oder die Bettgehzeit ("Licht aus um 11").

Das mit dem "Nicht einen typischen Autist darstellen" finde ich übrigens interessant. Dustin Hoffman hat sich für die Anlegung der Rolle nämlich tatsächlich an zwei Autisten orientiert, die er während der Vorbereitungsphase kennengelernt hat; Kim Peek (1951-2009) und noch jemand anders. Das hat er seinerzeit, also 1989, in einem Interview in der Sendung "Durchblick" auf Tele 5 erzählt.

An welchen Beispielen hast du das denn gemerkt bzw. in welcher Szene ?

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #224
Jetzt wo du es sagst fällt mir da auch noch "The King’s Speech" ein. Überhaupt fällt mir schon länger auf, dass "typische Oscarfilme" einer gewissen Formel folgen, was mich mittlerweile nervt. Da hat die Acedemy schon einen sehr einseitigen Geschmack und ich frage mich echt, ob es den Leuten da nicht mal auffällt, dass es da Filme gibt, die ihnen bewusst thematisch und von der Machart her in den Hintern kriechen nur um von ihnen mit einer Nominierung bedacht zu werden.


Wobei es nicht immer der Fall ist. Ich hatte z.B. vor einigen Jahren damit gerechnet, dass der Film "12 Years a Slave" der Abräumer schlechthin würde, da er eigentlich im Grunde ein typischer Oscargewinner-Kandidat wäre. Es überraschte mich zunächst, dass dies nicht der Fall war. Aber in einem Gespräch mit einem Freund von mir wurde mir dann auch klar, dass es die Academy in diesem Fall hinsichtlich dieses gar nicht ruhmreichen Teils der amerikanischen Geschichte (Sklaverei) möglicherweise besser fand, dieses nicht gern angesprochene Thema unter den Teppich zu kehren und dem Film nicht so viele Oscars zu geben. Man kann es nicht unbedingt beweisen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass dem so war.


Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

15.03.2019 16:23
#228 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Lammers im Beitrag #227
An welchen Beispielen hast du das denn gemerkt bzw. in welcher Szene ?
Bei der Szene wo Charlie und Raymond bei dem Arzt in dem kleinen Kaff waren und der Arzt sich ein bisschen mit Raymond auseinandersetzte hatte. Zumindest ich habe es da so empfunden, dass man da verdeutlichen wollte, dass es eben nicht den einen Autisten gibt. Außerdem wurde mit dem Klischee aufgeräumt, dass die Inselbegabung auch mit einem gewissen sinnvollen Nutzen einhergehen kann und man damit sicherlich was anfangen kann. Pustekuchen. Raymond kann zwar ganz gut mit zahlen umgehen, diese aber kaum wirklich in jeweils andere Zusammenhänge bringen. Da wurde u.a. schon zuvor gesagt, dass er "keinen Begriff von Geld" hat.


Zitat von Lammers im Beitrag #227
Aber in einem Gespräch mit einem Freund von mir wurde mir dann auch klar, dass es die Academy in diesem Fall hinsichtlich dieses gar nicht ruhmreichen Teils der amerikanischen Geschichte (Sklaverei) möglicherweise besser fand, dieses nicht gern angesprochene Thema unter den Teppich zu kehren und dem Film nicht so viele Oscars zu geben. Man kann es nicht unbedingt beweisen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass dem so war.
Umgekehrt gab man dieses Jahr "Black Panther" ordentlich Oscars und sogar auch noch in Kategorien, die ich absolut ungerechtfertigt fand wie etwa "Beste Filmmusik". Da musste ich schon mit dem Kopf schütteln. Nur bei "Bester Film" hat man nochmal einen halben Gang zurückgeschaltet und den Oscar an "Green Book" gegeben. Wäre wohl auch zu weit gegangen, wenn ein Film wie "Black Panther" auch noch diesen Oscar bekommen hätte.
Es geht bei den Oscars insofern mehr um die Themen als die Filme an sich. "Vice - Der zweite Mann" wäre auch so ein Film gewesen, der noch vor einigen Jahren abgeräumt hätte, aber da aktuell mittlerweile die Hautfarbe im Mittelpunkt steht hatte der Film kaum Chancen auf die größeren Oscar-Kategorien. Die Hautfarbe spielt tatsächlich wieder eine größere Rolle für die Bewertung irgendeiner Leistung. So eine Zukunft hätte Martin Luther King nicht gewollt.

Lammers


Beiträge: 3.641

15.03.2019 18:10
#229 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Lammers im Beitrag #227
Bei der Szene wo Charlie und Raymond bei dem Arzt in dem kleinen Kaff waren und der Arzt sich ein bisschen mit Raymond auseinandersetzte hatte. Zumindest ich habe es da so empfunden, dass man da verdeutlichen wollte, dass es eben nicht den einen Autisten gibt. Außerdem wurde mit dem Klischee aufgeräumt, dass die Inselbegabung auch mit einem gewissen sinnvollen Nutzen einhergehen kann und man damit sicherlich was anfangen kann. Pustekuchen. Raymond kann zwar ganz gut mit zahlen umgehen, diese aber kaum wirklich in jeweils andere Zusammenhänge bringen. Da wurde u.a. schon zuvor gesagt, dass er "keinen Begriff von Geld" hat.


Stimmt. So hatte ich das noch gar nicht gesehen. Sieh' an, da hat man 1988 doch schon einiges an Kenntnissen gehabt, wenn auch bei weitem nicht so weitreichend wie heute. Trotzdem hat er in der Öffentlichkeit leider ein unangenehmes Zerrbild hinterlassen, dass bis heute anhält. Insofern hatte das Ganze eine positive und eine negative Seite.
Was ähnliche Beispiele angeht, fallen mir auch noch die Casino-Szenen ein, wo die Beiden richtig viel Geld erspielen. Trotzdem verspielt Raymond dann 3000 Dollar am Glücksrad. Das bestärkt zusätzlich noch diesen Punkt.

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #228
Es geht bei den Oscars insofern mehr um die Themen als die Filme an sich. "Vice - Der zweite Mann" wäre auch so ein Film gewesen, der noch vor einigen Jahren abgeräumt hätte, aber da aktuell mittlerweile die Hautfarbe im Mittelpunkt steht hatte der Film kaum Chancen auf die größeren Oscar-Kategorien. Die Hautfarbe spielt tatsächlich wieder eine größere Rolle für die Bewertung irgendeiner Leistung. So eine Zukunft hätte Martin Luther King nicht gewollt.


Im Prinzip schon, wenn man z.B., überspitzt gesagt, einen Film über einen einbeinigen Menschen hat, der irgendwo in einem Behindertenheim lebt und irgendwann beim Laufen Blut leckt, wie ein Besessener übt (inkl. aller möglichen Rückschläge) und dann den New York Marathon gewinnt. Das Thema "Glaub' an dich, dann kannst du alles erreichen" zieht halt so gut wie immer. Es sei denn, die Academy hat bei dem Oscar-Kandidaten irgendwelche Einwände und lässt ihn dann doch nicht gewinnen. Das ist dann eben ein Beispiel für die Ambivalenz, die sich oft in den USA findet.

Zum Thema Martin Luther King fällt mir noch ein: Er hat ja 1968 in seiner bekannten Rede gesagt, dass er den Traum hat, dass seine Kinder eines Tages in einem Land leben, in dem sie nach ihren Fähigkeiten und nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden. Leider ist dem bis heute nicht so, wie man beispielsweise in der Netflix-Dokumentation "What happened to Miss Simone ?" sehen kann. Es geht dort um die dunkelhäutige Sängerin Nina Simone. Es gibt dort einen Ausschnitt aus den frühen 80ern, wo sie in einem Interview gefragt wurde, was sich hinsichtlich der Bürgerrechte geändert hat. Sie hat kurz und knapp gesagt: "Gar nichts".


Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

15.03.2019 19:17
#230 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Im Grunde genommen ist es doch nahezu dieselbe Art von Film, die immer wieder mal gerne für die Oscars nominiert werden, was in der Vergangenheit auch schon kritisiert wurde, da die Academy sich von den normalen Zuschauern entfernt habe. Soweit würde ich jetzt nicht gehen, vor allem wenn dann die Lösung lautet jetzt auch noch Marvel-Blockbuster zu nominieren oder gar dafür eine neue Kategorie auf die Beine zu stellen, was aber erst mal wieder vom Tisch ist. Mir würde es schon reichen, wenn man nicht noch anfängt Äußerlichkeiten höher zu gewichten als den eigentlichen Inhalt des Films bzw. wie die Botschaft verarbeitet und herangetragen wird.

Auf Martin Luther Kings Rede wollte ich übrigens auch hinaus. Schon ernüchternd, wenn sich einfach nichts ändern will und schon mal dieselben Fehler in neuer Generation nochmal vorkommen.


Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

24.03.2019 14:44
#231 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

So dieses mal stand kein Hollywoodfilm auf meiner Speisekarte, sondern ein südkoreanischer Film und das auch eher zufällig, weil mein Bruder sich den gerade auf Netflix ansah: Train To Busan von 2016.

Ein komplexer Plot steckt da nicht dahinter. Im Grunde genommen geht es um einen Fondsmanager, der mit seiner Tochter an ihrem Geburtstag zu der Mutter in die Stadt Busan fahren will. Hierzu steigen sie in Seoul in den Zug. Bereits schon am Bahnhof nahm das Unheil seinen lauf als ein Bahnmitarbeiter angegriffen wird. Ein Mädchen schafft es schwer verletzt in den Zug Richtung Busan. Es vergeht nicht allzu viel Zeit als das Mädchen plötzlich die Zugbegleiterin angreift, die ihr helfen wollte und sie beißt.

Ja man merkt schon an der kurzen Beschreibung, dass es sich hier um einen Zombiefilm handelt. Eigentlich bin ich Zombiefilme mittlerweile ziemlich überdrüssig geworden und "The Walking Dead" hat sich auch schon seit Jahren völlig zu tode gelaufen. Der Film schafft es aber tatsächlich die Spannung über lange Strecken aufrecht zu erhalten. Die Zeit verging wie im Fluge. Bei der Inszenierung der Zombies hat man sich mehr an die aus "28 Days Later" und "World War Z" orientiert. Gleiches gilt auch für ein paar Herangehensweisen der Protagonisten. Leider hat man auch die typischen Dummheiten und Logiklöcher anderer Zombiefilme übernommen.
Insofern bietet der Film nichts neues, macht aber auch nichts wirklich schlechter. Zunächst mal war ich überrascht wie aufwendig dieser Film produziert wurde. Bild, Action, Kamera- und Regieführung, Kulisse (alles echt und nicht im Greenscreen in einem Studio!), Schauspiel (abgesehen von wenigem typisch asiatischem Overacting). Es war alles top. Man konnte dem Film schon sein hohes Budget anmerken. Quasi der krasse Gegensatz zu einem anderen amerikanischen Zombiefilm, dass in einem Flugzeug spielt und ein ähnliches Konzept hat.
Einzig die CGI-Effekte stießen an ihre Grenzen. Da sollte man keine Hollywood-Blockbuster Qualität erwarten. Dennoch merkte man da, dass die Macher sich Mühe gaben, die Effekte möglichst gut aussehen zu lassen, sodass es für mich nicht allzu sehr ins Gewicht fiel.

Wie gesagt war die Action im Zug sehr spannend inszeniert und man konnte gut dran bleiben. Im Film hatte man sich auch auf die sozialen Aspekte konzentirert, wie sich Menschen in solch einer Extremsituation verhalten. Das fand ich gut gemacht und durchaus nachvollziebar geschrieben. Weniger gut war die plumpe Gesellschaftskritik in Sachen gierige und egozentrische Fondsmanager und CEOs. Viel zu sporadisch aus dem nichts heraus und dann auch nicht wirklich in die tiefe gehend. Scheinbar wollte man dieses Thema noch irgendwie in den Film mit rein packen hatte jedoch keine Zeit mehr das wirklich richtig zu verarbeiten und das obwohl, dies indirekt für den Ausbruch der Zombieapokalypse eine Rolle spielte.

Was die Charaktere anbelangt so bietet der Film nicht allzu viel neues. Nett fand ich, dass man aus dem Fondsmanager keinen strahlenden Helden machte. Auch er denkt zunächst an sich selbst und seine Tochter. Der Obdachlose, der irgendwie mit in die Truppe um dem Fondsmanager hinzu gestoßen ist fand ich durchaus interessant. Das war mal was anderes. Der mit Abstand konventionellste Charakter und absolut Klischee pur war der CEO der Zugfirma, der auch mit im Zug war. Mein Gott hatte er genervt. Da musste ich ständig mit den Augen rollen, nicht zuletzt, da er durch sein egoistisches Verhalten diverse Protagonisten in den Tod befördert hatte, teils beabsichtigt, teils billigend in Kauf genommen. Den restlichen Cast fand ich mal in Ordnung, mal dumm.

Insgesamt ein durchaus solider Zombiefilm, der durchaus mal nette Einfälle hat und spannend war, aber im großen und ganzen nichts neues bietet. Wer von Zombiefilmen aufgrund entsprechender Klischees die Nase voll hat wird auch mit diesem Film keine Offenbarung vorfinden. Wenn man es aber schafft über einige Dummheiten der Figuren hinweg zusehen kann damit durchaus seinen Spaß haben. Der Film ist auch für westliche Zuschauer sehr einsteigerfreundlich. Wer mit asiatischen Filmen so seine Schwierigkeiten hat kann sich diesen Film ohne weiteres anschauen.


Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

14.04.2019 16:25
#232 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Nachdem ich mit "Rain Main" bereits einen Film gesehen habe, wo es um einen Autisten ging hab ich mir diesmal einen Film angesehen, wo es um jemanden mit Asperger-Syndrom ging: Adam von 2009. Mit Hugh Dancy und Rose Byrne.

Die Geschichte handelt von einem jungen Mann Namens Adam, der vor kurzem seinen Vater verloren hat und nun auf sich allein gestellt ist. Nach kurzer Zeit zieht eine neue Nachbarin Namens Beth in das Wohnhaus von Adam ein. Beide entwickeln im laufe der Zeit eine gewisse Zuneigung zueinander. Aufgrund von Adams Asperger-Syndrom fällt es ihm jedoch schwer soziale Kontakte zu knüpfen. Er gibt sich jedoch so gut es geht ernsthaft Mühe in sozialer Hinsicht im Leben weiterzukommen und so auch Beth näher zu kommen. Ein weiteres Problem von Adam ist, dass er zwanghaft an Gewohnheiten festhält und es ihm schwer fällt sich auf neues und für ihn fremdes einzulassen, was im laufe des Films ihn immer wieder vor neuen schwierigen Herausforderungen stellt denen er sich eben stellen muss. So verliert er u.a. seine angestammte Arbeit und steht unter Druck aus seiner nun viel zu großen und teuren Wohnung ausziehen zu müssen, die er zuletzt noch mit seinem Vater bewohnt hat.

Auch die Beziehung zwischen ihm und Beth hat immer wieder Höhen und Tiefen und am Ende sieht sich Adam einer folgenschweren Entscheidung konfrontiert.

Ich selber fand den Film ganz angenehm. Sowohl Adam als auch Beth sind überaus sympathische Figuren und es hat einfach nur Spaß gemacht den beiden zuzusehen wie sich ihre Beziehung so entwickelt. Normalerweise bin ich kein Fan von Romanzen, aber das ist so eine der wenigen Ausnahmen. Wohl auch, weil es nicht übermäßig kitschig war, was allein aufgrund Adams Asperger-Syndrom in dem Sinne nur schwer möglich wäre. Stattdessen gleitet der Film ganz sachte und sanftmütig durch die Handlung, ohne jedoch alles in Watte zu packen. Denn die Beziehung zwischen Adam und Beth ist alles andere als unproblematisch (was auch sonst. Andernfalls wäre der Film auch ziemlich langweilig) und die beiden haben zudem auch noch mit ganz eigenen Sorgen zu kämpfen.

Die überaus gute Synchronbesetzung hat auch noch seinen Teil zu beigetragen, warum ich den Film so gut fand. Alexander Doering und Manja Doering geben ein fantasisches Liebespärchen ab. Auf dem Papier mag es zunächst belustigend klingen, dass hier zwei Geschwister ein Pärchen sprechen, aber das war schon im Endergebnis eine sehr gute Entscheidung gewesen und wohl auch eine sehr bewusste, vor allem wenn man sich so anschaut was für Sprecher Hugh Dancy und Rose Byrne so sonst hatten kommt man nicht drumherum zu sagen, dass man hier sehr gezielt gecastet hatte. Alexander Doering passt perfekt zu dem sanften und liebenswürdigen Adam, der ihn schon ganz schnuckelig gespielt hat und ihn nicht wie einen stereotypen Aspie wirken ließ, sondern eben einfach nur wie ein Mensch, der die Welt anders wahrnimmt als die anderen. Mit Manja Doering klang Beth auch ganz schön putzig und süß.
Von der deutschen Synchro her könnte man also sagen, dass sich hier wirklich ein Herz und eine Seele gefunden haben. Diese Stimmkombi hatte hervorragend miteinander harmoniert. Umso erdrückender fand ich auch das Ende des Films.

Insgesamt ein etwas anderer Liebesfilm den man sich durchaus mal anschauen kann.

Nyan-Kun


Beiträge: 2.057

Gestern 19:47
#233 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Nachdem ich einen neuen Thread zu den Powerpuff Girls aufgemacht habe hatte ich nun wieder Bock auf den gleichnamigen Kinofilm von 2002 gehabt.

Worum geht es eigentlich in diesem Film: Im Grunde handelt es sich hier um einen Prequel zur Serie, wo die Entstehungsgeschichte der drei kleinen Mädchen erzählt wird und auch der ihres ersten großen Gegners. Vor den Powerpuff Girls war die Stadt Townsville ein wahrer Verbrechersumpf, wo es nicht gerade lebenswert war zu leben. Professor Utonium hat genug davon und arbeitet in seinem Labor an der Entstehung von perfekten kleinen Kindern denen er etwas gutes beibringen will und so mithilfe des Nachwuchses die Stadt wieder zu einem lebenswerten Ort aufzubauen. Dabei kam versehentlich die Chemikalie X hinzu und es kommt zu einer kleinen Explosion aus der die Powerpuff Girls geboren wurden. Schnell entdeckt der Professor, dass es sich nicht um normale kleine Mädchen handelt. Denn diese sind mit irren Superkräften ausgestattet, was den Professor und auch die Mädchen selbst vor einem Problem stellt, womit sie noch fertig werden müssen.

Zu dem Film muss ich sagen, dass er in erster Linie für die Fans gedacht ist und für diese wohl auch das Sahnehäubchen darstellt. Zwar fängt der Film logischerweise ganz von vorne an und man muss auch nicht die Serie gesehen haben, um sich da zurecht zu finden, aber man hat bei diesem Film bei weitem nicht dieselbe emotionale Bindung, wenn man keinen wirklichen Bezug zur Serie hat. Denn der Film geht besonders auf die Anfänge der Mädchen und ihres Erzrivalen Mojo Jojo ein. Dies war in der Serie schon immer ein wohlbehütetes Geheimnis gewesen. Hin und wieder wird in der Serie auf dieses Kapitel eingegangen. Man erfährt jedoch nie was damals genau abgelaufen ist. Insofern ist es für einen Fan ein wahres cineastisches Erlebnis diese "Wie alles begann"-Geschichte auf der großen Leinwand zu sehen.
Man merkt dem Film auch an, dass der Film auch dafür geschaffen wurde. Die Animationen und Kamerafahrten sind schon sehr hochwertig und stellen im Vergleich zur Serie ein ordentliches Upgrade dar. Der Film kommt noch um einiges farbenreicher daher als die Serie und mit diesen wird auch in dem Film geschickt gespielt, um die Handlung mit zu erzählen. Auch gibt es in dem Film ein paar ruhige Szenen, die sehr schön gemacht sind.

Das Leitmotiv des Films ist das Anderssein gepaart mit Ausgrenzung und das hat der Film ganz gut und kindgerecht aufbereitet. Aufgrund ihrer Superkräfte werden die Mädchen von den Bewohnern von Townsville zunächst verachtet, was für die Mädchen eine sehr harte Erfahrung ist.

Für Fans der Serie oder die, die die Serie gerne geschaut haben ist das defintiv ein Must-Watch. Wer die Serie noch nicht kennt dem empfehle ich eher erst einmal sich mit der Serie vertraut zu machen. Theoretisch nicht nötig, aber wie gesagt ist es schon ein ganz anderes Erlebnis, wenn man erst mal die Serie lieb gewonnen hat und dann voller Vorfreude die ganze Vorgeschichte in cineastischem Gewand zu sehen bekommt.


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