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Dieses Thema hat 216 Antworten
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kinofilmfan


Beiträge: 2.316

12.09.2017 17:52
#211 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat
Heute lief Glückskinder (1936) mit Willy Fritsch, Lilian Harvey



Nach vielen Jahren wieder einmal gesehen. Eine wirklich gelungene deutsche Komödie. Ähnlichkeiten mit "Es geschah in einer Nacht" waren aber sicherlich beabsichtigt.


https://dievergessenenfilme.wordpress.com/

mrmisery



Beiträge: 170

26.08.2018 12:53
#212 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Vor ein paar Tagen hatte ich endlich mal Zeit mir die DVD-Fassung des Kriegfilmklassikers "Tora! Tora! Tora!" anzuschauen. Da die japanischen Szenen mit fest im Bild integrierten englischen Untertiteln daherkamen, hab' ich im Originalton geschaut. In der deutschen Fassung sind diese Szenen synchronisiert und es irritiert schon sehr, wenn man englische Untertitel zu deutschen Dialogen präsentiert bekommt Daher hier keine Bewertung der Synchronfassung. Fand' den Film technisch erstklassig gemacht, eher ein Dokumentar- statt Spielfilm. Historisch kam es mir recht akkurat vor und vor allem: für einen Hollywood-Film überraschend schonungslos, was die vielen Fehler der US-Administration und vielschichtig, was die Rolle der Japaner angeht. Keine Schwarz-Weiß-Malerei, keine übertriebene Helden-Theatralik, kein obligatorisches Liebestechtelmechtel. Dennoch auch ein paar witzige Momente: Meine Lieblingsszene ist der Anflug der japanischen Luftflotte auf Hawaii, bei dem die Japaner eine Fluglehrerin überholen, die sofort das Steuer von ihrem Flugschüler übernimmt und mit einem waghalsigen Flugmanöver das Weite sucht...

Welch ein Kontrast zum viel später produzierten, hundsmiserablen "Pearl Harbor"-Film von Michael Bay!


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 15.962

14.12.2018 17:49
#213 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Heute hatten wir im Englischunterricht "Rain Man" gesehen. Natürlich dann auch tatsächlich in englisch mit englischen Untertiteln. Berufsspezifisch sollten wir dann auch beobachten, welche Symptome der Autismus-Krankheit bei Dustin Hoffmann zu beobachten sind. Auf jeden Fall mal eine besondere Herausforderung gewesen mal wieder einen Film komplett im O-Ton zu schauen. Das war ewig her.

Flaise


Beiträge: 457

05.02.2019 08:42
#214 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Ich habe vor Kurzem mal wieder einen Film aus meiner Kindheit gesehen: Brücke nach Terabithia! Ein großartiger Streifen! Eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, die Macht der Phantasie und die Unverfrorenheit des Schicksals. Wirklich wunderschön in Szene gesetzt. Interessant ist, dass der Film damals komplett falsch vermarktet wurde - angepriesen als "Chroniken von Narnia"-Abklatsch, dabei ist einzig und allein die Effektbearbeitung als Gemeinsamkeit zu nennen. Die beiden Protagonisten stehen im Mittelpunkt, um sie herum finden zahlreiche andere Themen Anklang: Mobbing, soziale Rollen, häusliche Gewalt, Vernachlässigung etc. Bis zum letzten Drittel könnte man ewig mit den beiden Figuren in ihre Phantasiewelt flüchten, doch was dann passiert, stellt alles in den Schatten und kommt absolut unerwartet. Ich bin nun wirklich niemand, der schnell von Filmen ergriffen ist, aber das geht so ans Herz wie ich es selten bis nie erlebt habe. Große Empfehlung!

Übrigens sind die Schauspieler sowie ihre Synchronisation großatig! Besonders hervorzuheben ist die großartige AnnaSophia Robb mit der zauberhaften Lara Wurmer, die auch heute noch super passen würde und Robert Patrick mit Thorsten Nindel. Josh Hutcherson mit Kevin Iannotta sitzt ebenfalls hervorragend.


Nyan-Kun


Beiträge: 1.749

09.02.2019 02:32
#215 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zuletzt gesehen: 20.000 Meilen unter dem Meer

Nein, nicht der Kult-Klassiker mit James Mason und Kirk Douglas aus dem Jahre 1954, sondern einen ziemlich trashigen Action Film aus dem Jahre 2017, der bis auf den Titel und der Tatsache, dass die Geschichte in einem U-Boot spielt und es irgendwie rudimentär um die Nautilus geht mal so gar nichts mit dem Roman von Jules Verne zu tun hatte. Im Internet hab ich kaum Infos zu dem Film auftreiben können. Ein typischer The Asylum Mockbuster. Bin bei Amazon Prime zufällig drauf gestoßen. Hätte ich für den Film auch noch Geld gezahlt hätte ich mich grün geärgert.

So richtig verstanden was da abging hab ich nicht. Lag auch an der wirklich grottig abgemischten und asynchronen Synchro. Die Kurzbeschreibung der Handlung bei Prime ist jedenfalls schon mal Gaga: "Marineleutnant Michael Arronax wird zusammen mit seiner Crew in den Marianengraben entsandt, um dort ein auf mysteriöse Weise verschwundenes U-Boot zu suchen. Doch anstelle des gesuchten Boots, stoßen sie bei Ihrer Suche auf die legendäre "Nautilus", dem U-Boot des verrückt-genialen Kapitän Nemo. Dieser ist davon besessen, die Menschheit davon abzuhalten, die Erde weiter zu verwüsten."

Die "Schauspieler" waren ziemlich cringe. Die meisten von denen starrten völlig leer und unbeteiligt Löcher an die Wand, wenn sie keinen Dialog hatten. Wenn die mal was zu sagen hatten wirkten sie eher so als würden sie etwas schnell auswendig gelerntes runterleiern. Bei einigen gab es Ansätze von "Schauspielkunst". Bin mir sicher, dass sie in den Nacktstreifen, wo sie normalerweise auftreten gute Arbeit leisten. Der Großteil des Budgets ging wohl für die U-Boot Kulisse drauf, denn ein vernünftiges Stativ für die Kamera konnte man sich wohl nicht mehr leisten. Jedenfalls wackelte das Bild ständig, so als würden die Kameraleute mit Handkameras herumhantieren.

Die deutsche Synchro passt sich dem Niveau des Films an. Wenn selbst der Otto-Normalzuschauer, der ansonsten sich kaum für Synchron interessiert, checkt, dass die Synchro grottig ist dann kann man sich sicher sein, dass man es wirklich mit einem Gruselwerk zu tun hat als Synchron-Fan. Die schlechte Abmischung hatte ich schon erwähnt. Die Sprecher waren für mich allesamt undefinierbar und schmatzten, harmonierten aber immerhin mit den ebenso dürftigen Nicht-Schauspielern. Einer der Sprecher, den man so weit ich rausgehört hatte auf 2-3 Rollen besetzt hatte (eine von denen Kapitän Nemo) klang Hans Bayer ziemlich ähnlich. Ich will mal hoffen, dass er es nicht ist.

Alles in allem ein Film den die Welt nicht braucht mit einer Synchro, die man sich hätte sparen können. Wäre es zumindest eine professionell gemachte Trash-Synchro mit guten Leuten, die Spaß an diesem Machwerk gehabt hatten wäre es zumindest auch für die deutschen Zuschauer ein Spaß gewesen oder zumindest unterhaltsamer. So kann man sich das echt schenken. Früher bekamen auch solche Filme noch gute, erfahrene und bekannte Sprecher ab. Heutzutage landen solche Filme in den Billigklitschen in Stuttgart, Nürnberg, Mannheim oder sonst wo, weil es so schön billig ist. Da braucht man keine Berliner, Münchner, Hamburger Leute zu erwarten.

PS: Ach ja. Der Gipfel der Dreistigkeit war als man am Ende des Films noch "Adapted from Jules Verne's 20,000 Leagues Under The Sea" hinklatschte. Der arme Verne würde im Grab rotieren, wenn er davon erfahren würde.


CrimeFan



Beiträge: 423

16.02.2019 21:59
#216 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Nyan-Kun im Beitrag #215
Einer der Sprecher, den man so weit ich rausgehört hatte auf 2-3 Rollen besetzt hatte (eine von denen Kapitän Nemo) klang Hans Bayer ziemlich ähnlich. Ich will mal hoffen, dass er es nicht ist.

Zumindest bei den Kapitän, kann ich, Hans Bayer bestätigen. Hans Bayer ist ein Sprecher, den man leider auch bei wirklich schlechten billig Synchronisationen hört, wie Beispielsweise bei "Sonatine".


Nyan-Kun


Beiträge: 1.749

Gestern 00:16
#217 RE: Kürzlich habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Bin da doch etwas überrascht, dass Hans Bayer sich auch für solche Synchros hergibt. Zumindest bekommen dann dadurch solche Synchros noch gute erfahrene Sprecher ab. Da fällt mir ein, dass Bernd Vollbrecht auch jemand sein soll, der so ziemlich alle möglichen Rollen annimmt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er auch in solchen Billig-Synchros mitwirkt.

Um jetzt mal zu etwas positiveren zu kommen: Heute habe ich mir den Joel Schumacher Film Falling Down- Ein ganz normaler Tag mit Michael Douglas angeschaut. Und ich muss sagen das er mich wirklich sehr fasziniert hat. Ein wirklich mitreißender Film, wo die Eskalationsstufe Schritt für Schritt immer weiter nach oben geschraubt wird, ohne das es völlig ins comichafte abdriftet. Absurd, surreal und verrückt genug ist das ganze Geschehen aber trotzdem noch zu Genüge. Es fängt mit einem ganz profanen Stau an, wo der von Michael Douglas gespielte Bill Foster die Nerven verliert und sich dazu entschließt sein Auto zu verlassen um sich zu Fuß "nach Hause" zu begeben. Auf seinem Weg kommen ihm immer wieder Leute und Situation in die Quere, wo ein normaler Mensch sich ärgert, aber das am Ende doch noch herunterschluckt und es hinnimmt. Nicht aber Foster, dessen Leben ohnehin auf der Kippe steht und er es nicht wahrhaben will und dementsprechend extrem angespannt ist. Das führt dann dazu, dass er in diesen Situation völlig die Nerven verliert und absolut überreagiert und seinen Frust freien Lauf lässt. Auf dem ersten Blick wirkt das einfach nur durchgeknallt und übertrieben. Bei näherer Betrachtung sieht man Foster an, dass er vom Leben die Schnauze voll hat. Nach diesen Szenen kommt er übrigens an immer mehr und besseren Waffen mit denen er wie eine tickende Zeitbombe wirkt.

Parallel hat Detective Martin Prendergast seinen letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung. Der unfreiwillige Schreibtischhengst, der wegen seiner hysterischen Frau sehr oft zurückstecken musste hatte auch alles andere als ein tolles Leben gehabt und wird von seinem Vorgesetzten eher abschätzig behandelt. Durch Zufall kommt er Fosters Amoktour auf die Spur und setzt alles daran diesen einen Fall noch zu Ende zu lösen.

Es hat einfach nur Spaß gemacht der Handlung zu Folgen. Ich kam aus dem staunen gar nicht mehr heraus. Man hatte wirklich mit Ben Foster mitgefühlt, trotz seiner zumeist übertriebenen Reaktionen. Für mich einer der besten Anti-Helden, die ich je in einem Film gesehen habe. Auch die versteckte Gesellschaftskritik war nett und angenehm subtil. Im Grunde genommen wünschte man sich, dass er noch sein Happy-End finden würde, aber es war klar, dass es für ihn kein Happy-End geben wird nach all dem was er in der Stadt so alles gemacht hat.

Det. Prendergast ist auch ein richtiger Sympathieträger. Ich hab es so richtig genossen zu sehen, wie er bei seinem letzten Fall so richtig aufgeblüht ist und am Ende sich im Zuge dessen endlich seiner Frau Paroli bieten konnte. Da wurde er zu einem richtigen Cop. Vor allem bei der Szene, wo Prendergast nochmal zum ersten Tatort, dem Kiosk des Koreaner, den Foster verwüstet hatte wegen der überteuerten Cola, fuhr und er dem Koreaner zujubelte, dass er den Fall lösen wird nachdem er eine richtige heiße Spur gefunden hatte, die zum Täter führt konnte ich mir ein dickes Grinsen nicht verkneifen. Das Ende lässt einem dann etwas nachdenklich zurück. Die Odyssee hat ein Ende, aber so richtig nach "Der böse ist tot, alle sind glücklich"-Ende hatte sich das ganze nicht angefühlt.

Kann diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen. Für mich auch einer der besseren Joel Schumacher Filmen. Wenn man seine späteren Filme kennt, vor allem diese grausig peinlichen Batman-Filme, kann man gar nicht glauben, dass er da die Regie geführt hat, vor allem da er auf seine übliche bekannte Art Filme zu drehen verzichtet und "Falling Down" angenehm nüchtern und bodenständig dreht, was angesichts der Überreaktionen von Foster wirklich einen heftigen Kontrast bildet.

Kurz zur Synchro: Volker Brandt hat wie immer für Michael Douglas abgeliefert und den "kleinen Mann" gut stimmlich zur Geltung gebracht. Die beiden gehören einfach zusammen. Hier hat er übrigens meinem empfinden nach etwas an eine Mischung aus Andreas Fröhlich und Tobias Meister erinnert. Hartmut Reck für den kurz vor der Pension stehenden Det. Prendergast (gespielt von Robert Duvall) passte perfekt zu der Rolle des gutmütigen, treuherzigen und ältlichen Detective und war mit ihm auch ganz sympathisch. Ganz besonders aufgefallen ist mir noch Lutz Mackensy für den homophoben rassistischen Nazi-Fan Nick. Mackensy ist eigentlich eher dafür bekannt eher tuntigere Typen, femininere Burschen oder schrille Drag-Queens zu spielen. Hier in dem Fall beleidigt und drückt der homophobe Nick seinen ganzen Hass und Abschau gegen zwei Schwule Kunden aus, die in seinem Laden waren und das mit der Stimme von Mackensy. Eine "Gegen-den-Strich_Besetzung", die wirklich wunderbar funktioniert hat. Man hatte bei dem Typen wirklich Gänsehaut gehabt, vor allem wie er am Ende Foster in seinen geheimen Keller herumführt und ihm all seine "schönen" Sachen aus NS-Zeiten zeigt, weil er zunächst annimmt er wäre so wie er drauf. Mackensy hat das ganze großartig und absolut glaubwürdig gespielt. So hab ich ihn auch noch nie erlebt. Hut ab.


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Wir lie... also, wir finden Synchron ganz in Ordnung.
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