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Dieses Thema hat 246 Antworten
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 Off-Topic
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Tremor


Beiträge: 81

22.11.2015 04:09
#181 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Sie war es - wie gesagt - nicht.
Von seiner Stimme mal abgesehen, spricht auch die Akustik für Lauffen als Frosch:
Wie ich bereits aufgeführt habe, klingt sie nämlich wesentlich mehr nach vor-Ort-aufgenommen als nach Studio (vergleiche hierzu beispielsweise einfach mal seine Stimme mit der von Benno Gellenbeck in der ersten Frosch-Szene: Gellenbeck klingt sehr nach Studio, während Lauffens Stimme von den Umgebung reflektiert wird).
"Experte" Joachim Kramp hat in seinem Buch meines Wissens durchaus auch Falschbehauptungen aufgestellt, kann also kaum als Koryphäe gelten.
Und die von Dir erwähnte Praxis wurde auch mehrfach durchbrochen:
Der "Rote Kreis" wurde laut Trailer von Thomas Alder gespielt und den Obergangster O'Connor spielte in "Das Rätsel der roten Orchidee" Pinkas Braun - auch wenn er gar nicht visuell erkennbar war.
Fazit: Für meine Theorie spricht die Akustik - für Deine hingegen nichts.
Und damit können wir das Thema in der Tat abschließen.
Gleichfalls Gruß und schönes Wochenende.

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.325

22.11.2015 08:39
#182 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Tremor im Beitrag #181
Wie ich bereits aufgeführt habe, klingt sie nämlich wesentlich mehr nach vor-Ort-aufgenommen als nach Studio (vergleiche hierzu beispielsweise einfach mal seine Stimme mit der von Benno Gellenbeck in der ersten Frosch-Szene: Gellenbeck klingt sehr nach Studio, während Lauffens Stimme von den Umgebung reflektiert wird). Fazit: Für meine Theorie spricht die Akustik - für Deine hingegen nichts.

Genau das eben nicht. Mag sein, dass es für dich nach Originalton klingt, aber das ist es ganz eindeutig nicht. Fazit: Die Akkustik spricht GEGEN deine Theorie, die körperliche Erscheinung des Frosches spricht GEGEN deine Theorie, dafür - nichts.

Gruß
Stefan

Tremor


Beiträge: 81

22.11.2015 11:17
#183 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zum Thema "Äußere Erscheinung" hab ich mich bereits hinreichend geäußert.
Und bei der Akustik sind wir wohl schlichtweg unterschiedlicher Meinung.
Soviel zum Ende der Debatte. *seufz*

berti


Beiträge: 15.144

22.11.2015 13:34
#184 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Nachdem ich Lauffen inzwischen auch "vor Augen" und nochmal darüber nachgedacht habe, wollte ich zu dieser Diksusion noch etwas beitragen, jenseits von der Frage, wie man Kramps Kompetenz im Einzelnen bewertet:

Zitat von Tremor im Beitrag #181
Und die von Dir erwähnte Praxis wurde auch mehrfach durchbrochen:
Der "Rote Kreis" wurde laut Trailer von Thomas Alder gespielt und den Obergangster O'Connor spielte in "Das Rätsel der roten Orchidee" Pinkas Braun - auch wenn er gar nicht visuell erkennbar war.

Alder und Braun gehörten im jeweiligen Film sowieso zur Besetzung und waren daher "vor Ort", Lauffen dagegen nicht. Und warum sollte man sich die Mühe machen, ihn in einer Rolle zu besetzen, in der er sowieso nicht zu erkennen war und eine Auspolsterung nötig gewesen wäre? Hinzu kommt noch, dass zumindest bei der ersten Dialogszene des Froschs sowieso eine Nachsynchronisation nötig war, da Genter von einem Dänen gespielt wurde. Sicher klingt Lauffen "beweglicher", aber das allein muss nicht unbedingt etwas heißen. Vielleicht fällt der Kontrast zu Gellenbecks Studioton nur wegen der Verzerrung durch die Gasmaske so gering auf.

Klaus



Beiträge: 713

22.11.2015 17:45
#185 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Dressed to Kill (USA 1980)

Ich persönlich halte diesen Psychothriller für Brian De Palmas besten Film überhaupt, der bekanntermaßen auch deutliche Parallelen zu Hitchcocks "Psycho" aufweist. Aber während Letzterer zu Beginn lediglich eine spärlich bekleidete Janet Leigh weit weg von einer Dusche zeigt, geht es bei De Palma bereits zu Beginn unter der Dusche mit einer sich verführerisch einseifenden Angie Dickinson und ihrem Fantasielover heftig zur Sache. Diese Einstiegsszene ließ bestimmt schon viele Männerherzen höherschlagen, aber ihren eigenen Mann offensichtlich kalt, der sich dabei seelenruhig weiterrasiert und anschließend seine Morgengymnastik auf ihr verrichtet hat.

Während es anschließend in Kate Millers Gespräch mit ihrem Psychiater Dr. Robert Elliott sowie dem folgenden Museumsbesuch, bei dem sie einen ihr unbekannten Mann trifft, noch vergleichsweise ruhig zugeht, nimmt der Film mit einer Taxifahrt, die auf dem Rücksitz ihresgleichen sucht, buchstäblich Fahrt auf. Und als ihr offensichtlich sexuell geschlauchter Lover im Schlaf neue Energien auflädt, verlässt Kate das Hotelzimmer panikartig und wird anschließend im Fahrstuhl von einer unbekannten Blondine mit einem Rasiermesser brutal ermordet, wobei die Prostituierte Liz Blake zufällig Zeugin des Mordes wird. Diese Szene war in früheren TV-Ausstrahlungen und auf Video noch ungekürzt zu sehen, wurde dann aber für die DVD-Veröffentlichung im wahrsten Sinne des Wortes geschnitten und ist seitdem auch im deutschen Fernsehen nur noch gekürzt zu sehen. Der Film gleicht danach einer wilden Achterbahnfahrt, es geht rauf und runter, in dem sich wilde Verfolgungsjagden auf den Straßen sowie in der U-Bahn New Yorks mit Szenen in ruhigeren Gewässern abwechseln, wobei De Palma das Publikum mittels eines TV-Berichts über Transsexuelle, den sich Dr. Elliott interessiert ansieht, erstmals an der richtigen Fährte schnuppern lässt.

Nachdem Liz mit dem Sohn der Ermordeten die blonde Mörderin auf einem Foto identifiziert hat, als diese Dr. Elliotts Praxis verlässt, holt sie sich bei ihm einen Termin und versucht Elliott mit einem wahren Dauerfeuer an weiblichen Waffen zu verführen, um auf diese Weise an den Namen und die Adresse dieser Blondine zu kommen. Als der wahre Mörder dann auch Liz ermorden will, wird er von einer Polizistin angeschossen und landet schließlich in einer Nervenheilanstalt. Kurz darauf entkommt er jedoch aus der Anstalt und greift Liz, die vorher ebenfalls unter der (Psycho!)Dusche stand, im Badezimmer erneut mit einem Rasiermesser an und schneidet ihr die Kehle durch, was ebenfalls auf DVD gekürzt wurde. Liz wacht schreiend auf – der Angriff war nur ein Albtraum, was man durchaus als krönenden Abschluss dieses meisterlichen Psychothrillers bezeichnen kann.

Hervorzuheben wären noch die brillante Filmmusik von Pino Donaggio sowie die hervorragende Synchro, natürlich mit Jürgen Thormann für seinen Michael Caine und einer sehr gut passenden Eva Katharina Schultz für Angie Dickinson.

Gruß
Klaus


"Diejenigen, die ihre Worte achtlos aussprechen, seien gewarnt: man weiß nie, wer zuhört!"

Joachim Kerzel in "The Outer Limits" (Episode 30: Die Feuerprobe)

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.393

22.11.2015 17:55
#186 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Bin kein allzu großer De Palma-Fan, aber der gefällt mir auch sehr gut. Hervorzuheben ist ganz besonders die Szene im Museum, wo die Kamera von Raum zu Raum gleitet und Donaggios Musik immer weiter anschwillt. Es lebe die Steadicam!

Tremor


Beiträge: 81

23.11.2015 05:41
#187 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

@ berti:

Wie gesagt: So groß dürfte der (auch finanzielle) Aufwand nicht gewesen sein. Ein weiterer Nebendarsteller hätte die Produktionskosten sicher nicht explodieren lassen.
Und mir ging es dabei ja auch (!) darum richtigzustellen, dass die gesichtslosen Schurken der Wallace-Filme eben nicht nur von Crewmitgliedern und anderen Komparsen dargestellt wurden.

Dass viele Rollen (wie die von Werner Hedman) nachsynchronisiert wurden, weiß ich natürlich (ansonsten hätte ich ja nicht Benno Gellenbeck als Sprecher aufgeführt).

Doch welche Gasmaske? Der Filmfrosch trägt (wie erwähnt) keine. Und wenn Lauffen (was ich für unwahrscheinlich halte) eine trug, hätte die im Tonstudio sicher nicht dafür gesorgt, dass seine Stimme von den Wänden widerhallt, die von Gellenbeck (der dadurch wesentlich steriler klingt) aber nicht.


andreas-n


Beiträge: 479

23.11.2015 11:55
#188 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #182
Zitat von Tremor im Beitrag #181
Wie ich bereits aufgeführt habe, klingt sie nämlich wesentlich mehr nach vor-Ort-aufgenommen als nach Studio (vergleiche hierzu beispielsweise einfach mal seine Stimme mit der von Benno Gellenbeck in der ersten Frosch-Szene: Gellenbeck klingt sehr nach Studio, während Lauffens Stimme von den Umgebung reflektiert wird). Fazit: Für meine Theorie spricht die Akustik - für Deine hingegen nichts.

Genau das eben nicht. Mag sein, dass es für dich nach Originalton klingt, aber das ist es ganz eindeutig nicht. Fazit: Die Akkustik spricht GEGEN deine Theorie, die körperliche Erscheinung des Frosches spricht GEGEN deine Theorie, dafür - nichts.



Mir fällt da immer die Szene ein, in der der Frosch mit Ella aus dem Auto heraus spricht. Teilweise kann man noch unter der Maske die Mundbewegungen erahnen. Wenn man noch die Bewegungen des Kopfes dazunimmt, erkennt man, dass hier besonders locker drüber synchronisiert oder der Ton zumindest schlecht geschnitten wurde. Wenig sorgfältig, wohl weil die Szene nicht besonders hell ist. Ella hingegen ist hier im Originalton zu hören.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

24.11.2015 22:11
#189 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Film ist vielleicht nicht gerade die richtige Bezeichnung, aber ich habe gestern die "Kriminalmuseum"-Episode "Der stumme Kronzeuge" wiederholt gesehen.

Inhaltlich zählt dieser 66 Minuten lange Fall nicht unbedingt zu den Highlights der Serie, allerdings Zähle ich diese Episode dennoch zu meinen liebsten.

Die Gründe wären, dass es hier die ganze Folge über pointierte, sehr ironische Dialoge gibt, die beinahe an die Wiener Marek-Krimis erinnern, wo der Humor oft besonders hervorgehoben wurde.

Anspielungen auf einen Krimi mit Rene Deltgen, in dem dieser ausnahmsweise den Mörder, statt den Kommissar spielte, sind natürlich auch witzig, weil Deltgen innerhalb der Reihe als Ermittler aufgetreten war.

Besonders mag ich diese Episode aber wegen der wunderbaren Besetzung, angefangen bei den Ermittlern:

Horst Niendorf und der wunderbare Wolfgang Weiser als ironische Kriminalbeamte haben eine Spielfreude, die sich auf den Zuseher überträgt und sie spielen ihre Rollen so, als wären die Dialoge spontan improvisiert, das macht alles sehr locker. Bemerkenswert Erik Ode als ihr vorgesetzter Polizeirat: dieser ist nicht besonders autoritär, wirkt eher dusselig, redet gerne von seinen alten Fällen und wird von seinen Untergebenen nicht allzu ernst genommen - er hatte hier noch nicht sein "Kommissar"-Image, aber die Rolle ist doch das absolute Gegenteil seiner anderen Auftritte innerhalb der Reihe oder der verwandten Serie "Die 5. Kolonne".

Harry Riebauer als Künstleragent ist ebenso überzeugend und man nimmt ihm die Rolle absolut ab - womöglich hat er seinen eigenen Agenten imitiert. - Hansjürgen Diedrich als Kleinkrimineller passt perfekt, Walter Sedlmayer als angeheirateter Inhaber eines Kramerladens bleibt hängen und dann wäre da noch Wolf Ackva als Ex-Mann der Schauspielerin, deren Kind entführt wurde. Die Rolle ist nur klein, aber man bekommt von der Figur ein Bild während der Episode und Ackva ist eben jene Art Charakterdarsteller, der im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten die Sache einfach auf den Punkt bringt.

Bliebe noch zu erwähnen, dass der "Running Gag" der Episode auch einen schönen Nostalgiefaktor hat, weil solche Geräte aus den Büros schon seit Ewigkeiten verschwunden sind. Wie auch immer diese Dinger hießen, in der Episode wird im Kommissariat dauernd das Telefon auf einem eisernen Ding hin und hergeschwenkt. Eine schöne Erinnerung an eine Zeit, als selbst bei der Polizei noch beim Telefon gespart werden musste und es nur einen Apparat für mehrere Beamte gab.


"My Name is Barton. DICK Barton."

Der seinen Hut perfekt auf den Haken werfende Don Stannard in "Dick Barton, Special Agent" (1948).

http://www.ruine.at

Tremor


Beiträge: 81

26.11.2015 20:38
#190 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gleich vorweg: Da ich mit dieser Diskussion nicht ewig das Forum verstopfen möchte, wird dies mein letzter Beitrag zu diesem Thema sein.
Es wurden zwischenzeitlich diverse Filme aufgeführt, die auch beachtet werden sollten.

Zum Thema:

Da war ich möglicherweise nicht präzise genug.
Natürlich wird der "Frosch" in dieser einen (!) Szene synchronisiert. Das ist meiner Meinung nach eindeutig an der sehr starken Verzerrung seiner Stimme zu hören, die auch deutlicher, kräftiger und lauter zu hören ist als die von Eva Anthes/Elfi von Kalckreuth.
Doch inwiefern das Rückschlüsse auf den restlichen Film zulässt, ist mir nicht klar (zumal ich diesen Unterschied in keiner anderen Frosch-Dialogszene heraushören kann).


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.393

29.11.2015 23:10
#191 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Die nackten Augen der Nacht (1970). Kurz zum Inhalt: Anna wird von schrecklichen Alpträumen, in denen sie jemanden tötet, geplagt. Kann ihr Psycholge ihr helfen? Welche Rolle spielt ihre Mitbewohnerin, die sie in einem Nachtclub kennengelernt hat? Und was führt das junge Pärchen, das sie vom Nachbarhaus aus beobachtet, im Schilde?

Ein äußerst sonderbarer Film von Jess Franco, aber zumindest einer seiner besseren. Hier wird allerdings alles, was man bisher von Franco kennt, auf die Spitze getrieben. Der Erzählfluß wirkt sehr zäh und die an sich schon äußert fragwürdige Handlung rückt immer weiter in den Hintergrund, um der Inszenierung Platz zu machen. Diese bietet zweifellos Atmosphäre, sämtliche Szenen werden aber so ziemlich in die Länge gezogen, dass auf Faszination dann bald Langeweile folgt. Dazu gibt es ausschweifende, poetisch angehauchte Monologe. Im Grunde trägt der Film auch deutliche Giallo-Züge, aber letztendlich ist er doch Franco pur, auf eine sehr eigenwillige und nicht unbedingt sehr zugängliche Weise.

Noch ein Wort zur dt. Fassung, die eigens für die DVD-Veröffentlichung (2011) synchronisiert wurde. Wie hier im Forum oft schon zu lesen war, schneiden Synchros von City of Voices nicht sehr gut ab. Kann ich zumindest in diesem Fall nicht sagen. Wirkte ansich sehr stimmig, besonders toll fand ich Christian Rode für Paul Muller oder auch Margrit Straßburger für Diana Lorys. Einzig Thomas Danneberg war für Jack Taylor definitiv zu alt besetzt. Kann sich insgesamt aber "hören" lassen und das Label X-Rated scheint ja auch für weitere B-Filme aus den 70ern auf City of Voices zu setzen. Andere Synchros von denen kenne ich nicht, aber zumindest immer wenn Gerd Naumann Regie führt, überzeugt mich das Ergebnis. Einzig zu bemängeln wäre, dass dann immer dieselben Leute eingesetzt werden: Margrit Straßburger, Christian Rode, Thomas Danneberg, Anke Reitzenstein, Peter Groeger scheinen da nahezu immer dabei zu sein.

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.393

04.12.2015 23:24
#192 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Nu tatsächlich ein deutscher Film, sodass ich mich mal gar nicht zu einer Synchro auslassen kann.

KAMMERFLIMMERN (2004)
Crash, der als Kind beide Elternteile bei einem Autounfall verlor, arbeitet als Rettungsassistent in Köln. Anders als seine Kollegen, die ihre beruflichen Erlebnisse mit radikalen Methoden verarbeiten, wird Crash bis in seine Träume von seinem aufreibenden Arbeitsalltag verfolgt. Erst als er bei einem Einsatz die hübsche November kennen lernt, die er zuvor bereits in seinen Träumen gesehen hatte, scheint Crash in ein normales Leben zurück zu finden. Dann aber droht sich die Geschichte zu wiederholen...

Dürfte nicht allzu unbekannt sein, dieser Film. Und ist auch kein schlechter. Wobei er von seiner Machart schon teils an BRINGING OUT THE DEAD erinnert. Nur Crash (gespielt vom 'damals noch kommenden Star' Matthias Schweighöfer) findet einen anderen Weg um den Elend, den er in seinem Job täglich erlebt, zu entgehen: Skateboard fahren. Jo, auch 'ne Möglichkeit. Neben Schweighöfer sind andere mehr- oder wenige bekannte Stars zu bewundern: Jessica Schwarz (als November), Jan-Gregor Kremp, Florian Lukas, Bibiana Beglau oder Ulrich Noethen. Musikalisch wird das ganze von der Indie-Band Blackmail sowie Lee Buddah untermalt. Manche Szenen sind natürlich sehr an den Haaren herbeigezogen (der Selbstmord dieses jungen Mädchens z.B.), aber das Teil unterhält durchaus. Und darauf kommt's ja mitunter auch an.

Klaus



Beiträge: 713

05.12.2015 15:12
#193 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Auge um Auge (USA 1996)

Die Eheleute Karen und Mack McCann haben zwei Töchter, die kleine Megan sowie die 17-jährige Julie, die einer früheren Ehe von Karen entstammt. Es ist Megans Geburtstag, als Julie den Sportunterricht schwänzt, um ihrer Mutter bei den Vorbereitungen für die große Feier zu helfen. Als Karen in einen Stau gerät und sich verspätet, ruft sie deshalb Julie an. In diesem Moment klingelt es an der Tür, und Julie wird überfallen. Karen muss am Telefon hilflos mit anhören, wie der zunächst unbekannte Täter ihre Tochter brutal misshandelt und ermordet. Schließlich überführen DNA-Spuren den vorbestraften Robert Doob als Täter. Dessen Anwältin erreicht jedoch die Einstellung des Verfahrens wegen eines Formfehlers. Die McCanns müssen hinnehmen, dass der Täter wieder auf freien Fuß kommt und sie auch noch im Gerichtssaal verhöhnt. Dann nimmt Karen die Sache selber in die Hand...

Das Thema Selbstjustiz wurde ja schon in vielen Filmen mal mehr, mal weniger intensiv beleuchtet. In diesem Film ist es eine eher mittelprächtige Inszenierung von Regisseur John Schlesinger, die aus meiner Sicht einige unnötige Längen mit einem schon früh vorhersehbaren Ende aufweist. Sally Field weiß als mütterlicher Racheengel nicht immer zu überzeugen und lügt sich dabei mehrfach in die eigene Tasche. Joe Mantegna muss als Ermittler Joe Denillo schon früh die Waffen vor den Eigenarten der amerikanischen Justiz strecken, was ja geradezu typisch für solche Filme ist. Und Kiefer Sutherland spielte hier als fieser und gewissenloser Schwerverbrecher die wohl unsympathischste Rolle seiner Karriere und Meister stand ihm in der deutschen Fassung in nichts nach, obwohl er nur relativ wenig Text zu sprechen hatte. Immerhin konnte man hier mal "Quark" Armin Shimerman ohne Maske als Richter sehen, der die Klage gegen Robert Doob knallhart abweist. Er wurde dabei jedoch nicht von Peter Groeger, sondern von Klaus Jepsen gesprochen.

Am Schluss dieses Selbstjustiz-Dramas bleibt zwar das Gesetz, nicht aber die in diesem Fall gefühlte Gerechtigkeit auf der Strecke, wobei ich mich als Vater eines Sohnes während des Films immer wieder gefragt habe: Was würdest du tun?

Gruß und schönes Wochenende
Klaus


"Diejenigen, die ihre Worte achtlos aussprechen, seien gewarnt: man weiß nie, wer zuhört!"

Joachim Kerzel in "The Outer Limits" (Episode 30: Die Feuerprobe)

Wilkins


Beiträge: 2.843

29.09.2016 22:14
#194 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Gerade aus dem Kino heimgekommen, in dem ich TSCHICK (D,2016) gesehen habe.

Vorab: Ich habe die erfolgreiche Romanvorlage von Wolfgang Herrndorf nie gelesen (bisher zumindest) und bin ansonsten alles andere als ein Freund von heimischen Filmproduktionen - Und was soll ich sagen? Der beste deutsche Film, den ich seit langem (!) gesehen habe.

Die Geschichte hat Herz, die jugendlichen Schauspieler sind gut besetzt und agieren klasse und der anarchische Humor kann durch einige schön böse, unkorrekte Gags punkten. Loben muss ich außerdem die Inszenierung: Diese setzt nicht nur die scheinbar langweiligen deutschen Straßen und Landgebiete interessant in Szene, sondern fällt vor allem durch die Kameraarbeit sehr dynamisch und pointiert aus. Das Gesamtbild erinnert mehr an abgedrehtere US-Comedyserien als teutonisches Kino. Also Eher My Name is Earl oder Malcolm mittendrin als Fack ju Göhte.

Selbst der Soundtrack, der etliche deutsche Interpreten von SEEED über K.I.Z. bis zu den BEATSTEAKS aufbietet, passt 1A zur Handlung und wirkt nie aufgesetzt.

Auch wenn die Verfilmung gegen Ende etwas abflacht - inklusiver der obligatorischen, aber keineswegs unpassenden Liebesgeschichte - bewahrt sich TSCHICK seine erfrischende Art bis zum Schluss und unterhält bestens.

Alles in allem eine schöne, positive Überraschung. Daher: Meine Empfehlung! Selbst - oder gerade - wenn ihr keinen deutschen Filme mögt, hier lohnt das Reinschauen!

Übrigens: In einer kleinen Nebenrolle als Sohn einer seltsamen Bio-Bauernfamilie lässt Matthis Schmidt-Foß - genau, der Sohn von Gerrit und Neffe von Dennis - entdecken.

Lammers


Beiträge: 3.670

01.10.2016 11:56
#195 RE: u.[Off-Topic] Gerade habe ich folgenden Film gesehen... Zitat · antworten

Die letzte Nacht der Titanic (GB 1958):

Diesen Film habe ich am Mittwoch abend gesehen und wurde nicht enttäuscht. In vielen Augen ist dies der beste Film über die besagte Schiffskatastrophe, was ich nach Sichtung dieses Films nur nachvollziehen kann. Nebenbei war es der teuerste Film, den die "Rank Organisation" je herstellte. Er entstand nach dem Buch "Die letzte Nacht der Titanic: Augenzeugen erzählen" von Walter Lord und zusätzlich wurden viele Überlebende des Unglücks in beratender Funktion hinzugezogen, um das Ganze möglichst authentisch wiederzugeben.

Auch wenn ich kaum Verfilmungen über dieses Unglück gesehen habe (die dt. Version von 1943 wirkt z.B. sehr merkwürdig, was nicht zuletzt an der propagandistischen Absicht dieses Films liegt), ist die 1958er Verfilmung diejenige, die sich am ausführlichsten mit den Geschehnissen ab dem Auflaufen auf den Eisberg beschäftigt. Es war auch der Wunsch des Produzenten William MacQuitty, einen möglichst authentischen Film über dieses Ereignis zu drehen, weil er dieses Ereignis für sehr wichtig hielt. Das musste er aber erstmal durchboxen.
Was man im Film an einer Stelle mitunter merkt, ist, dass die Verantwortlichen, die die "Titanic" damals bauten, teilweise etwas naiv gewesen sein müssen, weil sie möglicherweise dachten, dass das Schiff ohnehin nie untergeht. Es gibt z.B. eine Szene, wo dem Kapitän und einem Offizier klar wird, dass sie ziemlich in der Bredouille stecken:

Offizier: Wie viele Passagiere haben wir an Bord ?
Kapitän: Zweiundzwanzighundert. Und Platz in den Rettungsbooten für... (Pause)
Offizier: Etwa Zwölfhundert.

Was dem Film sehr gut tut, ist, dass er auf Dinge verzichtet, die viele andere Verfilmungen inne haben, wie z.B. eine Liebesgeschichte zwischen zwei Passagieren. Dieser Film konzentriert sich wirklich in aller Ruhe und Nüchternheit, wie bereits weiter oben geschrieben, auf die Geschehnisse ab dem Eisberg und die Versuche, die Passagiere zu retten. Zum Vergleich: Der Film dauert etwa 123 Minuten und etwa ab Minute 38 geht's los. Mein erster Gedanke war zu diesem Zeitpunkt: "Was, jetzt schon ? Wir sind doch erst bei Minute 38. Was kommt denn da noch alles ?" und ich stellte mich darauf ein, dass dieser Film sich möglicherweise tierisch ziehen würde. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Der Film bleibt spannend bis zum Schluss und die darstellerischen Leistungen sind wirklich gut und keinesfalls übertrieben, sondern realistisch. Liebesgeplänkel gibt es, wenn überhaupt nur am Rande, wenn z.B. die Liebenden beim Besteigen der Rettungsboote nur mit viel Überzeugungskraft voneinander lassen, was ja eine verständliche Reaktion ist.
Übrigens: Ein wichtiges Detail, dass so nicht stimmt (man wusste es damals aber noch nicht), ist, dass die Titanic hier in einem Stück sinkt. In späteren Verfilmungen zerbricht sie ja in zwei Teile, was den historischen Tatsachen entspricht.

In England lief der Film super, in den USA hatte die "Rank Organisation" zunächst Problem, den Film zu verkaufen, da er nicht mit Stars aufwarten konnte. Er erhielt dann letztenendes aber doch 1959 einen "Golden Globe" und die Leute, die ihn gesehen hatten, begriffen, dass es in dem Film nicht um Stars ging, sondern um andere Dinge.

Zur deutschen Synchro kann ich nichts sagen, da ich mir die Import-Blu-ray aus England (Hg.: The Rank Collection) besorgt habe, die zwar nicht die dt. Tonspur, aber ein interessantes Making-of von 1993 enthält, in dem William MacQuitty, der Produzent des Films zu Wort kommen (Jg. 1905, erlebte den Bau und die Schiffstaufe der "Titanic" als Kind), sowie Walter Lord, der Autor des o.g. Buches.
Zum Film und seiner Synchro gibt es einen Thread von unserem mittlerweile ausgetretenen Forumsmitglied "fortinbras", den ich gerne verlinke; dort stehen auch Angaben zur Synchro: Die letzte Nacht der Titanic (1958)

Und noch einen interessanten Link habe ich. Für alle unter euch, die sich irgendwann mal in Belfast aufhalten; es gibt dort ein Museum, dass sich mit der Thematik um die "Titanic" befasst: http://titanicbelfast.com/


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Farb-Legende: blau = Spekulation, orange = Trailer-Besetzung, grün = endgültige Besetzung, rot = Korrektur/Ergänzung zur endgültigen Besetzung

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