Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  

Synchrondatenbank (von Arne Kaul) | Deutsche Synchronkartei | Seriensynchron - SeSyDaB | dubDB | Die vergessenen Filme
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 201 Antworten
und wurde 23.494 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
Seiten 1 | ... 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
Scat


Beiträge: 1.275

10.05.2016 16:05
#196 RE: Vertigo Zitat · antworten

Ich hab mir die Fassung gestern angesehen. Vorab: Ich bin mit dem Film nicht so sehr vertraut. Jedenfalls fiel mir eine Stelle auf, wo die beiden Darsteller kurz anders klangen. Scheint also eine andere Synchro eingefügt worden zu sein. Es ist die von dir erwähnte Stelle, wo sich Scottie von Judy in der Tür verabschiedet.

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.577

10.05.2016 22:59
#197 RE: Vertigo Zitat · antworten

Genau die wird es sein - da kann es keine vollständige Kopie der 84er Synchro geben, da dieses kurze Fragment damals fehlte.

Gruß
Stefan

smeagol



Beiträge: 3.169

11.05.2016 08:59
#198 RE: Vertigo Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #197
Genau die wird es sein - da kann es keine vollständige Kopie der 84er Synchro geben, da dieses kurze Fragment damals fehlte.

Fehlte das Fragment damals '84 in der WA auch sagst du und wurde daher garnicht synchronisiert? Ich hab vor ein paar Jahren den Ton meiner 84er Synchro (von VHS) an ein HD-Master angelegt und mir ist das nicht aufgefallen. Wäre peinlich - aber dann muss ich da dringend nochmal reinhören!


--
"Ich würde nach Hause gehen und mich richtig ausschlafen"
Curt Ackermann für Cary Grant in "Über den Dächern von Nizza"

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.577

11.05.2016 14:25
#199 RE: Vertigo Zitat · antworten

Ich müsste mich drastisch irren, wenn es anders ist, aber in der ARD-Fassung fehlte das Stückchen (den Teil der alten Aufzeichnung habe ich noch auf VHS) und auf dem Kaufvideo war nach meiner Erinnerung auch nicht drauf (das besitze ich allerdings nicht).
Ich hab's bei meiner privaten Fassung so gemacht, dass Schneider aus der Erstsynchro und Treger aus der Drittfassung zu hören ist, denn Trowes Stimme knallt gerade an der Stelle derart heraus, dass es weh tut.

Gruß
Stefan


berti


Beiträge: 13.985

11.05.2016 15:02
#200 RE: Vertigo Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #199
Ich hab's bei meiner privaten Fassung so gemacht, dass Schneider aus der Erstsynchro und Treger aus der Drittfassung zu hören ist, denn Trowes Stimme knallt gerade an der Stelle derart heraus, dass es weh tut.

Vor einigen Jahren hattest du überlegt, ein Konglomerat des gesamten Films aus allen drei Fassungen (Balthoff und Welbat aus der ersten, Schneider und Schön aus der zweiten, Treger aus der dritten) zu erstellen. Hast du das tatsächlich mal ausprobiert (falls du dich jetzt nicht nur auf diese Szene beziehst)?


Begas



Beiträge: 1.007

22.07.2016 19:36
#201 RE: Vertigo Zitat · antworten

@Stefan der DEFA-Fan
Ich schließe mich bertis Frage an.

So, nach längerer und äußerst interessanter Diskussion per PM, möchte ich hier mal meine Eindrücke der drei deutschen Fassungen von "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" posten. Bidde schön:

1. Dt. Fassung von 1958:

Es fiel mir bei dieser Fassung zunächst unangenehm auf, dass die beiden weiblichen Hauptdarsteller (Barbara Bel Gedes, Kim Novak) beide von Schauspielerinnen gesprochen wurden, die für das Alter der Rollen zu alt klangen. Besonders fiel mir das bei Sigrid Lagemann für Midge auf, die sich mehr wie eine midvierzigjährige Sekretärin als eine jung gebliebene Modedesignerin anhörte. Gisela Trowe passte nicht auf das sehr junge Gesicht von Kim Novak. Sie ist für mich, auch weil ich die gute Performance von Rita Engelmann im Hinterkopf hatte, ein wirklich unangenehmer Aspekt in dieser Fassung. Als die falsche Madeleine Elster in Scotties Wohnung zu sich gekommen ist, und sich mit ihm unterhält, tönt sie direkt los, und das ohne Zurückhaltung. Scotties Fragen sind ihr zu "direkt" und sie hakt mit geradezu patzigem Unterton nach, ob er (Scottie) denn auch gerne "umherwandere". Beim reinen Zuhören geht in dieser Fassung damit komplett verloren, dass Madeleine ein zartes, verwirrtes Wesen ist, dass gerade vermeintlich dem Tod entronnen ist. Man fragt sich, was Scottie an ihr denn so liebenswert finden könnte. Der erste direkte Kontakt zwischen ihr und Scottie kommt in dieser deutschen Fassung damit enttäuschend hektisch und polterig rüber. Trowe fängt sich zeitweise aber, und findet sehr gut zurück in die Rolle, z. B. im Wald. Dort dreht sie weniger auf und trifft Madeleines sehr getragenen und müden Ton während der "Umnachtungsszene" sehr gut. Diesen Eindruck macht sie wenig später an der kalifornischen Küste dann wieder kaputt, als sie Scottie von ihrem Traum berichtet und dabei gelangweilt und leider auch so klingt, als würde sie selber nicht an das Glauben, was sie gerade erzählt. Gisela Trowe möchte ich allerdings zu Gute halten, dass sie auf die etwas "vulgäre" Judy Barton sehr gut gepasst hat. Sie klingt zwar dabei wiederrum etwas zu alt, aber das ist hier zu tolerieren. Siegmar Schneider hüpft tonal gesehen in voller Vitalität durch den gesamten Film und das so, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzuhören. Die Rolle erhält durch ihn in dieser Fassung auch noch eine zusätzliche joviale Note. Besonders stark fand ich seine Leistung beim Finale auf der Treppe des Glockenturms. Er schreit und brüllt Judy so an, dass es wirklich Angst einflößend wirkt. Top. Erich Poremski für Konstantin Shayne als alter Buchhändler Pop Leibel kommt bei mir wiederrum nicht sehr gut weg. Poremski übertreibt es mit seinem gerollten "R" anfangs so, dass ich mich fragen musste, ob er sich hier nicht als Selbstdarsteller versuchte. Natürlich bringt er die Geschichte recht souverän hervor, wenn mich auch sein bedauernd klingender Tonfall an der Stelle, als es heißt, damals hätten reiche und machtvolle Männer es sich noch erlauben können, Ehefrau und Geliebte zu haben, irritiert hat. Den Vogel abschießen (positiv gemeint) tut allerdings Alfred Balthoff für Henry Jones als Untersuchungsrichter. Ich war fast schon entsetzt, wie heftig und zugleich nüchtern Balthoff Scottie die Vorwürfe, dass er Madeleines vermeintlichen Selbstmord nicht verhinderte, um die Ohren haut. Wolfgang Eichberger für Tom Helmore als Gavin Elster klingt im Film konsequent gelangweilt und unbeteiligt. Ich hätte ihm zu Beginn nicht einen Jota geglaubt, als er Scottie von seiner "besessenen" Frau erzählt.

Abgesehen von der altertümlichen Wortwahl (Scottie nennt Midge "Goldkind", Pop Leibel spricht von einem "Tingeltangel", Midge spricht von "Histörchen") und dem beliebten "falschen Freund": Detective = (nur) Detektiv (mal ehrlich, was soll ein "Detektiv a(ußer) D(ienst)" sein, und was hat dieser Beruf mit der Polizei zu tun? Ähnlicher Patzer bei "Im Schatten des Zweifels", wo Charlie den sympathischen Mann als "Detektiv von der Polizei" erkennt), gibt es am Dialogbuch dieser Fassung eigentlich wenig zu meckern. Die Übersetzung wirken teilweise sehr prägnant und intensiv und unterstreichen nachdrücklich die folgenden Handlungen der Figuren. Als Beispiele seien hier genannt der verbale "Angriff" auf Scottie durch den Untersuchungsrichter, Midges Reaktion auf den Psychiater als Scottie nach Madeleines Tod nicht mehr spricht ("Übrigens, Mozart können Sie sich schenken."), Pop Leibels Charakterisierung von Carlotta Valdes, die in einem "Tingeltangel" (das nun einmal etwas deutlich schäbigeres war, als ein Kabarett) auftrat und Scotties Ausspruch am Ende "Ich bin gesund.". Einzig die Dialogregie hat ab der zweiten Hälfte des Films geschlampt. Man hatte sich eigentlich konsequent darauf geeinigt, den Namen Madeleine französisch, und nicht englisch auszusprechen. Siegmar Schneider war sich später unsicher, und sprach nachher nicht mehr von "Madleen" (französisch) oder "Mättlinn" (englisch), sondern von "Mäddelinn" (kauderwelsch). Das hätte die Regie eigentlich merken müssen!

2. Dt. Fassung von 1984:

Die '84er-Fassung hat mir generell am ehesten zugesagt. Die Besetzung der Sprecher wirkt, trotz der Neusynchro sehr klassisch und keiner spielt sich in den Vordergrund. Obwohl damals bereits namhafte Stimmen gecastet wurden, wurde doch wert darauf gelegt, dass keiner bei den Synchronarbeiten "überspielt" oder seine Rolle "modernisiert". Die Stimmen verschmelzen gut mit den Darstellern. Siegmar Schneider klingt etwas schwerer und älter für James Stewart als noch in der deutschen Erstfassung, aber da Stewart ja ohnehin "immer" älter aussah, als er war, fällt das, meiner Meinung nach, überhaupt nicht weiter auf. Er legt die Rolle des Scottie aber zurückhaltender an, weniger hektisch und bedachter. Hallgard Bruckhaus ist für Midge auch eine viel passendere Wahl als Lagemann in der Erstsynchro. Bruckhaus klingt keck, jung und fröhlich. Schöne Besetzung! Prinzipiell war Rita Engelmann für Kim Novak ein Glücksgriff, da sie sowohl die falsche Madeleine Elster als auch Judy Barton stimmlich gut darstellt, ohne dass es übertrieben oder gekünstelt klingt. Eigentlich gibt es auch am Rest des Casts nicht viel zu kritisieren. Horst Schön kauft man als Gavin Elster seine Geschichte, die er erzählt auf jeden Fall voll und ganz ab. Er schafft es, gerade soviel Besorgnis und Zweifel in seine Stimme zu legen, dass man als Zuschauer zunächst keinen Verdacht schöpft, was für ein Spiel er in Wahrheit spielt. Zugleich klingt er aber auch nicht zu übertrieben emotional.

3. Dt. Fassung von 1997:

Trotz Solbachs Bemühungen, fehlt hier Schneider sehr. Unzweifelthaft klingt Solbach teilweise recht "klassisch", jedoch ist es die Art, wie er Stewart spricht, die einen komplett irritiert. Er "quatscht" munter und lax drauf los, als würde er einen Film von 1997 synchronisieren. Dazu bricht seine Stimme immer wieder nach oben aus. Deshalb klang er in der Anfangsszene mit Midge in meinen Ohren auch zunächst irgendwie "angeschickert". Ich hoffe es ist in Ordnung, aber für mich stellt er keinen so tollen "Ersatz" für Schneider dar. Susanna Bonaséwicz für Midge ist im Grunde in Ordnung, aber ihre Stimme war und ist einfach zu prägnant. Vielleicht hätte es geklappt, wenn sie ihre Stimme etwas verstellt hätte, aber so hört man eindeutig Carrie Fisher, wo eigentlich Gedes zu sehen ist. Ebenso verhält es sich mit Martina Treger für Kim Novak, die sich zwar redlich bemüht, sanft und zurückgenommen zu sprechen, aber man erkennt sie sofort und sie strengt sich hörbar an, nicht in ihren üblichen "Synchronsprech" zu fallen. Überzeugt hat sie mich nicht. Auch ansonsten bin ich eher enttäuscht. Norbert Langer für Tom Helmore als Gavin Elster war eine Kombi, die wir rollenbezogen doch schonmal hatten? Die Unschuld in Person, die sich schließlich als Fiesling entpuppt? Genau! Das war in "Familiengrab". Auch der Rest des Casts war mir einfach zu bekannt und bei weitem zu einprägsam: Wolff, Wellmann, Prüter, Schön.


Slartibartfast



Beiträge: 5.503

24.07.2016 18:14
#202 RE: Vertigo Zitat · antworten

Bis auf das fehlende "Ich bin gesund" ist die 84er Synchro perfekt.


Gruß
Martin
___________________________________
"Das ist Lei-em. Starker Stoff!" (Thomas Danneberg in BLUES BROTHERS)
Visit http://www.synchronkartei.de

Seiten 1 | ... 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
 Sprung  

Farb-Legende: blau = Spekulation, orange = Trailer-Besetzung, grün = endgültige Besetzung, rot = Korrektur/Ergänzung zur endgültigen Besetzung

Wir lieben Synchron!
Erreichbar unter
215072.homepagemodules.de -- synchron-forum.de.vu -- forum.serien-synchron.de


Weitere Smileys auf www.smileygarden.de
Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor