Obwohl ich Friedrichsen erst NACH Schwarzkopf und Biederstaed den Vorzug auf Peter Falk geben würde (er ist jedenfalls um Längen besser als Sachtleben), möchte ich Uwe Fredrichsen als Sprecher hier nochmal ausdrücklich loben!
UNVERGESSEN (und unübertroffen)ist für mich sein Einsatz auf John Voight in ASPHALT-COWBOY (wie er da diesen naieven Charme rüberbringt...).
Es ist wirklich bedauerlich, das Friedrichsen eigentlich nie wirklich einen "Stamm-Schauspieler" bekommen hat (ich glaube, auf Falk war er am häufigsten zu hören, inkl. Columbo aber auch nur 3 höchsten 4 mal). Auf John Voight hätte ich ihn mir jedenfalls öfters gewünscht!
Das gleiche gilt übriegens auch für Hans-Jörg Felmy, der zwar 4-5 mal Jack Nicholson sprechen durfte, aber dann (nach Manfred Schott`s Tod), nicht wieder zu dessen Stammsprecher wurde und auch sonst keinen Schauspieler mehr regelmäßig synchronisierte!
Auch Helmut Lange fällt in diese Kategorie: Ein toller Sprecher mit einer markanten Stimme, der zwar 4 mal auf Roy Scheider zum Eisatz kam, ansonsten aber ebenfalls nie einen bestimmten Schauspieler regelmäßig synchronisierte.
Zitat von JörnNochmal zu UWE FRIEDRICHSEN: [...] Es ist wirklich bedauerlich, das Friedrichsen eigentlich nie wirklich einen "Stamm-Schauspieler" bekommen hat (ich glaube, auf Falk war er am häufigsten zu hören, inkl. Columbo aber auch nur 3 höchsten 4 mal). Auf John Voight hätte ich ihn mir jedenfalls öfters gewünscht!
Danny Glover durfte er immerhin 6 mal sprechen (Die Farbe Lila , Lethal Weapon I - IV, Manderlay), sind aber immer noch knapp 2 Dutzend Male zu wenig.
Zitat von JörnEs ist wirklich bedauerlich, das Friedrichsen eigentlich nie wirklich einen "Stamm-Schauspieler" bekommen hat (ich glaube, auf Falk war er am häufigsten zu hören, inkl. Columbo aber auch nur 3 höchsten 4 mal).
Friedrichsens Leistung für Danny Golver in der kompletten "Lethal-Weapon"-Reihe zählt auf jeden Fall auch zu den Sternstunden (wurde aber glaube ich schon mal genannt). Ginge heute (für den unwahrscheinlichen Fall einer weiteren Fortsetzung) natürlich nicht mehr, da Friedrichsen - wenn man ihn jetzt so hört - stimmlich doch stark gealtert ist.
Oh, diese Kombination hab ich wirklich übersehen (kenne die Filme nicht, deshalb)! Danke für die Aufklärung (werde jetzt doch mal einen von Denen anschauen)!
Zitat von NasenbärGinge heute (für den unwahrscheinlichen Fall einer weiteren Fortsetzung) natürlich nicht mehr, da Friedrichsen - wenn man ihn jetzt so hört - stimmlich doch stark gealtert ist.
Naja, Glover ist inzwischen aber auch schon sichtbar älter (aber natürlich immer noch nicht "zu alt für den Scheiß"). Deshalb würde das bei einer Fortsetzung doch schon noch passen. Gibson ist ja mittlerweile auch schon recht grau... mh... da fällt mir auf, dass ich Wepper schon ne Weile nicht mehr gehört habe. Aber Ende des Jahres kommt ja nach vielen Jahren Schauspiel-Pause wieder ein neuer Mel Gibson ins Kino.
In Antwort auf:Friedrichsens Leistung für Danny Golver in der kompletten "Lethal-Weapon"-Reihe zählt auf jeden Fall auch zu den Sternstunden (wurde aber glaube ich schon mal genannt). Ginge heute (für den unwahrscheinlichen Fall einer weiteren Fortsetzung) natürlich nicht mehr, da Friedrichsen - wenn man ihn jetzt so hört - stimmlich doch stark gealtert ist.
Dem kann ich nur beipflichten und ich glaube auch, dass es Friedrichsens Lieblingssynchronrolle überhaupt gewesen ist.
Die heutige Stimme Friedrichsens ist in den letzten zehn Jahren stark gealtert. Ich hörte ihn erst letztens wieder anlässlich seines 75. Geburtstages. Klang er beispielsweise in 1998 bei seinem letzten Einsatz als Zalu noch fast wie gewohnt, erschreckt man fast, wenn man ihn heute hört.
Elmar Wepper passt dagegen noch sehr gut auf Gibson. Seine Stimme ist kaum gealtert, aber er ist 10 Jahre jünger als Friedrichsen und stimmlich nimmt man ihm ohne weiteres auch noch jüngere Charaktere ab.
Gert Günther Hoffmann für Nestor Paiva in "Doppeltes Dynamit"
Man nenne mir eine Rolle, wo GGH noch mehr gegen den Strich besetzt war, als hier: Tief nach unten drückend, einen Paten-Verschnitt mit Sonnenbrille sprechend und sich dabei autoamtisch auch selbst auf die Schippe nehmend. Grandios. Vor allem, weil man parallel mit Klaus Kindler und Eckart Dux die beiden wohl typischsten Stimmen junger Helden der 60er neben GGH in völlig normaler Tonlage hört.
Siegfried Schürenberg für Ted de Corsia in "Der Eroberer"
Schürenberg klefft die Rolle dermaßen trinkfest, grob und außer Kontrolle wirkend, dass ich ihn von seinem ersten Auftritt an etwa eine Minute lang gar nicht erkannt habe.
Daneben ist aber auch Wolfgang Lukschy für John Wayne zu erwähnen, der hier, meiner Ansicht nach, nicht nur von der Rolle her besser als sonst jemals auf den Duke passte, sondern auch schauspielerisch seine beste Leistung überhaupt für John Wayne ablieferte.
Der Film selbst leidet mit vielen schlechten Bewertungen bedauerlicherweise sehr unter dem Image-Schaden, der durch die tragischen Umstände des Drehs verursacht wurde, obwohl die Beteiligten da ja nun am allerwenigsten dafür können. Meiner Ansicht nach ein herausragendes Werk. Coole Regie, flotter Action-Schnitt, stylische Kameraarbeit. Die DVD von KOCH lohnt sich hier auch mal (klasse Bild, schicker Ton, interessante Doku). Mal abgesehen von einer unnötigen Passage circa zu Beginn des letzten Drittels, wo der Ton plötzlich ein paar Minuten lang leicht asynchron wird. (Geht los kurz nachdem Thomas Gomez dem Bad entstiegen ist und renkt sich erst kurz bevor William Conrad anfängt das Gitter aufzubrechen wieder ein.)
Zitat von MückeDaneben ist aber auch Wolfgang Lukschy für John Wayne zu erwähnen, der hier, meiner Ansicht nach, nicht nur von der Rolle her besser als sonst jemals auf den Duke passte, sondern auch schauspielerisch seine beste Leistung überhaupt für John Wayne ablieferte.
Besser als in "El Dorado"? Das will was heißen, denn ansonsten fandest du Lukschy auf Wayne ja in den 50ern eher schwach und generell in Rollen aus den 60ern/70ern deutlich besser!
Naja, die Rolle in "Der Eroberer" ist interessanter, als in "El Dorado". Auf jeden Fall fand ich ihn in beiden Filmen erheblich besser, als z.B. in "Rio Grande". Wobei er da auch nicht weiter neben der Spur war, als E.W. Borchert im zweiten Teil der Trilogie ("Der Teufelshauptmann"), wobei es bei Lukschy wiederum eher der gelangweilt wirkenden Performance geschuldet ist, wohingegen ich Borchert für den Duke grundsätzlich nicht besonders günstig finde. Da fand ich Hans W. Hamacher zumindest in "Die Hafenkneipe von Tahiti" z.B. besser, als diese beiden Varianten. Nur im "Eroberer" schießt Lukschy da halt auf alle Fälle drüber...und in "El Dorado" etwa gleichwertig.
Aus dem Bereich "Columbo" hätte ich auch noch zwei (bzw. drei) zu bieten:
Peter Fricke für Jack Cassidy in "Tödliche Trennung" - macht einiges an dieser Folge, in der ein paar eher "minderbegabte" Sprecher (z. B. die von Martin Milner und Rosemary Forsysth) den Spaß etwas trüben, wieder wett.
Heinz Drache für Patrick McGoohan sowohl in "Tod am Strand" als auch in "Des Teufels Corporal" - trotz des großen Altersunterschieds ein echtes Hörvergnügen.
Wolfgang Lukschy für Sterling Hayden in "Der Tod kennt keine Wiederkehr"
So abgefahren, dass man das Gefühl hat, Lukschy würde das Mikro jeden Moment abbeißen und ein weiterer Beleg dafür, dass er gegen Ende seiner Laufbahn Sternstunden geradezu sammelte, als wenn er als Schauspieler mit an die 70 praktisch zur Vollendung gefunden hätte. War, abgesehen von Heinz Engelmann in "Dr. Seltsam", glaube ich auch der erste Film, in dem ich Wolf Martini für Hayden nicht schmerzlich vermisst habe.
Keßlers stimmliche Coolness scheint ebenso für die Rolle gemacht zu sein, wie die Rolle für Keßlers Stimme. Passt sowohl von der Rolle selbst her, als auch zu Hopper und dann auch im speziellen nochmal zu dessen Aufmachung in dem Part perfekt, obwohl schauspielerischer Glanz dann gar nicht mehr so herauskommt. Ist an sich einfach ein perfekter Typecast, bei dem das Einlullen der Stimme völlig ausreicht.
Ernsthaft? Ich mein Engelbert von Nordhausen ist durchaus das größere Übel, aber ansich find ich die Synchro von Perry Mason doch recht dürftig. Man hätte sich mMn viel mehr bemühen müssen das ganze auf "alt" zu trimmen. Kessler... mhm... naja....