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Dieses Thema hat 108 Antworten
und wurde 9.315 mal aufgerufen
 Allgemeines
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weyn


Beiträge: 1.810

17.03.2012 20:23
#76 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Zitat
Also, die Änderung der Bedeutung kam eindeutig aus dem Englischen. Im Deutschen (wie im Lateinischen) bedeutet "realisieren" "verwirklichen", das Englischen "realize" jedoch "erkennen/verstehen" und so wird es immer häufiger hierzulande ebenfalls verwendet.


Hmm ja, stimmt eigentlich. Das ist mir in dieser Form noch gar nicht aufgefallen bzw. habs erst jetzt wirklich "realisiert"

Na wenigstens wirds eingedeutscht. Mehr Probleme habe ich mit einzelnen Wörtern, die gar nicht übersetzt wurden, obwohl es möglich, ja sogar nötig gewesen wäre: "Das ist vielleicht strange" klingt ja soo viel besser als "Das ist vielleicht komisch" ...


Slartibartfast



Beiträge: 6.140

17.03.2012 20:51
#77 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Das eine ist wenigstens bewusst und deutlich. Das andere geschieht heimlich und unbewusst. Finde ich viel problematischer, wie oben geschrieben.


Gruß
Martin
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„Ich danke für jeden konstruktiven Beitrag zur Lösung des Problems. Das war keiner.“ (Herbert Weicker in "Raumschiff Enterprise")

berti


Beiträge: 15.108

17.03.2012 23:01
#78 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Zitat von weyn
Hmm ja, stimmt eigentlich. Das ist mir in dieser Form noch gar nicht aufgefallen bzw. habs erst jetzt wirklich "realisiert"

Na wenigstens wirds eingedeutscht.


Allerdings ist "realisieren" ein eher sperriger Begriff, der nicht einmal eine Lücke schließt. Im Gegenteil gibt es im Deutschen genügend angenehmer (und anschaulicher) klingende Begriffe wie "klar werden", "sich klar machen", "begreifen", "erfassen", "verstehen" etc., die dadurch verdrängt werden.


Slartibartfast



Beiträge: 6.140

18.03.2012 13:26
#79 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Dieses Phänomen der Verdrängung von klaren Ausdrücken geschieht sogar teilweise ganz absichtlich. Man nennt es im angelsächsischen "Sesquipedalianism". Es bezeichnet die Eigenart, das Gegenüber durch eine besonders komplizierte Sprache einzuschüchtern oder vorzutäuschen, man sei besonders gebildet. Im Englischen geschieht dies meist durch besonders lange Sätze, im Deutschen vor allem durch Fredmwörter.


Gruß
Martin
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berti


Beiträge: 15.108

18.03.2012 15:40
#80 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Verzeihung, dass ich jetzt schon wieder Wolf Schneider erwähne, aber der kann ein Lied davon singen: Neben der PC, überflüssigen Anglizismen in Werbung und Medien sowie dem Bürokratenjargon kritisiert er besonders das Fachchinesich der Wissenschaftler, besonders der Soziologen. Dies solle im Grunde banale Aussage als kompliziert verkaufen, auf diese Weise imponieren und Außenstehende daran hindern, Fachdiskussionen verfolgen zu können.
Oder dachtest du selber jetzt auch an seine sprachkritischen Texte?


Slartibartfast



Beiträge: 6.140

18.03.2012 20:30
#81 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Wolf Schneider ist ein von mir sehr geschätzter Autor. Aber ich habe beim Schreiben nicht nur an ihn gedacht.
In manchen Punkten stimme ich ihm auch mal NICHT zu. Aber, dass jemand wie er häufig als Eiferer diskreditiert wird, obwohl seine Argumente aus der Sache heraus mehr als einleuchtend sind, halte ich für skandalös.


Gruß
Martin
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berti


Beiträge: 15.108

18.03.2012 22:43
#82 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Danke für die Antwort.

iron


Beiträge: 3.026

29.04.2012 21:45
#83 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Gelöscht!


Mew Mew
Moderator

Beiträge: 14.134

29.04.2012 21:59
#84 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

@iron: Da du es scheinbar nicht schaffst, hier ein letzter Hinweis... Speicher dir das ab und klappts auch mit dem Posting-Nachbarn.

Donnie Darko
Moderator


Beiträge: 7.642

29.04.2012 22:15
#85 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Danke, MewMew! Hoffen wir mal, dass diese idiotensichere Grafik was bringt.


28:06:42:12

"Da is doch nichts da, Schätzchen!"
"Herr Flamme, wir nehmen auf."

iron


Beiträge: 3.026

29.04.2012 22:57
#86 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Zitat von iron
[quote="Slartibartfast"]
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man aus künstlerischen Gründen natürlich Ausdrücke, Satzbau und auch die Sprachmelodie in einer Übersetzung übernehmen kann. SOLANGE DIES BEWUSST UND MIT ABSICHT GESCHIEHT.



Damit bin ich einverstanden, darauf wollte ich mit meinem Beitrag hinaus. In meinem Posting ging es mir aber nicht um den Satzbau, der muss der deutschen Grammatik entsprechen.Die bloße Widerholung ohne Anhebung der Stimme wie du in deinen Beispielen beschriebem hast, drückt im Deutschen eher Verlegenheit und Unsicherheit aus, aber keine Frage.

iron


Beiträge: 3.026

30.04.2012 13:04
#87 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Zitat von Mew Mew Boy 16
Da du es scheinbar nicht schaffst, hier ein letzter Hinweis... Speicher dir das ab und klappts auch mit dem Posting-Nachbarn.



Normalerweise kenn' ich mich mit der Zitatfunktion und Editieren schon gut aus (hat auch schon vorher geklappt), aber gestern war ich wohl nicht so ganz bei der Sache! Danke für deine Hilfe!Inzwischen habe ich deinen Hinweis schon ein paarmal durchgelesen Hoffentlich habe ich mich hier mit meinen Fehlern nicht zu sehr blamiert und ihr tragt mir meine Versehen nicht zu lange nach!
Noch eine Frage: Was möchtest du mir eigentlich genau mit deinem zweiten Satz mitteilen?


berti


Beiträge: 15.108

01.08.2019 13:27
#88 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Ich grabe diesen alten Thread mal aus, weil ich auf eine Sache gestoßen bin, die ganz gut in dieses Forum passt und mir kein besserer Ort dafür eingefallen ist:
In Matthias Heines "Seit wann hat geil nichts mehr mit Sex zu tun? 100 deutsche Wörter und ihre erstaunlichen Karrieren" gibt es ein Kapitel über den Begriff "Nerd" (S. 208-213). Erstmals sei dieser von Dr. Seuss 1950 in einem Gedicht verwendet wurde, habe aber erst in den 80ern/90ern seine heutige Bedeutung bekommen. Allerdings sei es noch 1993 nötig gewesen, diesen in der Zeitschrift "Scientific American" zu erklären. Laut Heiden habe erst der Erfolg der Serie "The Big Bang Theory" das Wort auch hierzulande fest etabliert. Zuvor sei es (wie der Sprachwissenschaftler Andreas Osteroth festgestellt habe) im Dialog von Filmen und Serienepisoden noch mit "Eierkopf", "Versager", "Idiot", "Trottel", "Blödmann" , "Computerfreak" oder "Streber" übersetzt worden, als "nur Nerds das Wort Nerd" kannten. "Mittlerweile" sei "es so allgegenwärtig, dass Menschen, die sich sprachlich absetzen wollen, eher das nahezu gleichbedeutende ´Geek´ benutzen".
In diesem Forum gab es 2015 auch eine Diskussion darüber, als in einem Film "Nerd" mit "Trottel" übersetzt wurde, obwohl dies doch eigentlich "das Gegenteil" bedeute. Beim Gebrauch der Suchfunktion stellt sich heraus, dass ronnymiller 2009 meinte, "Nerd" sei "kein geläufiger Begriff bei uns", 2015 dagegen, er sei "als Wort im Deutschen früher nicht bekannt, jetzt aber geläufig".


Dubber der Weiße


Beiträge: 3.778

01.08.2019 13:33
#89 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Danke, Commander Data.

VanToby
Forumsleiter

Beiträge: 31.377

01.08.2019 13:43
#90 RE: "Veramerikanisierung" der Synchronisation Zitat · antworten

Ah, jetzt weiß ich auch, was mein "Nerd"-Tattoo bedeutet.


"Diese Signale wurden gesendet, um auf sie aufmerksam zu machen."

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