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Dieses Thema hat 67 Antworten
und wurde 2.847 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.010

16.10.2019 20:42
#61 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Es hat mir Spaß gemacht, mal wieder in die alten Progreß- Filmprogramme zu schauen. Für KARLHEINZ BRUNNEMANN kamen
die Jahrgänge 1951 bis 1954 in Frage, die ich alle nach dem Sprecher BRUNNEMANN durchgesehen habe.
1 x bin ich fündig geworden:
Er spricht die dritte männliche Hauptrolle in dem sowjetischen Film "GESPRENGTE FESSELN" von 1950, der Verfilmung der
Biografie des ukrainischen Dichters und Malers TARAS SCHEWTSCHENKO. Die Synchro entstand 1952 bei der DEFA unter
der Regie von HELMUT BRANDIS.

Dann finde ich BRUNNEMANNS Namen 2x als Synchronregisseur, einmal zu dem SU-Film IN FRIEDLICHEN TAGEN, Synchro 1951
durch die PHÖNIX-Film Ost-Berlin, Inhaber der eben genannte HELMUT BRANDIS. Der dt.Buchautor ist nicht genannt;

und zum zweiten zu dem CSSR-Film NEUE KÄMPFER WERDEN AUFERSTEHEN, Synchro 1951 durch die DEFA. Auch hier ist der dt.Buch-
Verfasser nicht genannt.

Ja , da ist dem Herrn Brunnemann schon recht früh Verantwortung übertragen worden, wenn er 1927 geboren war.

Gruß.hans.

Mein Name ist Hase


Beiträge: 1.053

18.10.2019 15:10
#62 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Ja, das ist schon erstaunlich. Er soll ja laut Wikipedia von 1942-1944 Schauspielunterricht genommen haben - das würde bedeuten, er hätte mit 14 oder 15 angefangen ...

Wieder mal danke fürs Recherchieren!

Gruß
Hase


„Bin ich gezuckert?“
„Ja! Und umgerührt.“
„Wenn ich keine Mutter hätte, dann würd’ ich dich nehmen.“
„Es tut wohl, anerkannt zu werden.“

Karlheinz Brunnemann und Ursula Herwig in „Department S“

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.010

18.10.2019 20:46
#63 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Hab ich auch bei WIKI gelesen.
Jetzt hab ich wieder was, das mich eigentlich schon lange interessiert, aber Karlheinz Brunnemann gibt mir jetzt das Stichwort:

Brunnemann und Rainer Brandt (oder einer von beiden) sind die "Erfinder" der Dialoge der
deutschen Fassungen , wie z. B. "grünau" (Teil von Ost- Berlin) statt "genau", oder "gar nicht mal so gut" statt "gar nicht mal so
schlecht" usw.usf. oder "mein Name ist Ar(s)chibald; Sie können Ar(s)chi zu mir sagen", so liest man allgemein.
Ihr wißt, was ich meine. Ich kriegs im Moment nicht besser formuliert.

Also, wenn ich mir das Gesicht und die Bewegungen von Tony Curtis in "Die Zwei" angucke und auch die von Terence Hill als Beispiel, dann kann
ich mir nicht vorstellen, daß die Original-Dialoge weniger "witzig" und "erfinderisch verrückt" sein sollen.
Welchen Hauptunterschied gibt es zwischen den Original-Dialogen und denen der dt.Fassungen von Brunnemann/ Brandt ?
Ist es denn gesichert, "nachgeprüft", daß es da tatsächlich Unterschiede, vielleicht sogar große, gibt ? Inwiefern sind die Originale weniger
"witzig", wo doch die genannten Gesichter (Mimik)/Bewegungen m.E. etwas anderes aussagen ?
Gruß.hans.


Mein Name ist Hase


Beiträge: 1.053

22.10.2019 22:00
#64 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Ich habe noch keine komplette Folge auf Englisch gesehen, aber nach dem, was ich mir mal auszugsweise angeschaut habe, kann ich sagen: Brandt hat sicher übertrieben, wenn er behauptet hat, dass die Folgen im Original so sterbenslangweilig gewesen wären. Humorvoll ist die Serie auch im Original, aber eben deutlich dezenter als in der DF, und zwar auch, aber nicht unbedingt vordergründig durch die Dialoge. Sprücheklopfereien bzw. Blödeleien wie es sie bei Brandt ja praktisch in jedem Satz (zumindest der beiden Hauptcharaktere) gab, gab es im Original so nicht. Vor allem Curtis bot aber natürlich eine exzellente schauspielerische Vorlage für Brandts Dialoge, weil er z. B. fast immer diesen schelmischen Ausdruck im Gesicht hatte - auch bei Dialogen, die nicht (oder nicht vordergründig) humoristisch waren -, und (bemerkenswerterweise) allein durch seine Gestik bzw. sein Spiel im Allgemeinen eigentlich genau den Typus verkörpert hat, den Brandt durch die mit Gags gespickten Dialoge eben ins Extreme getrieben (bzw. eigentlich erst wirklich explizit gemacht) hat. Das ist zumindest mein Eindruck als durch die deutsche Synchro Vorbelasteter. (Und Brandt hat Curtis' großartiges Spiel, bei allem Eigenlob, ja auch immer wieder hervorgehoben.)

Andere könnten sicher mehr dazu sagen ...

Gruß
Hase


„Bin ich gezuckert?“
„Ja! Und umgerührt.“
„Wenn ich keine Mutter hätte, dann würd’ ich dich nehmen.“
„Es tut wohl, anerkannt zu werden.“

Karlheinz Brunnemann und Ursula Herwig in „Department S“

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.010

24.10.2019 14:01
#65 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Danke, Herr HASE ! So weiß ich doch ganz gut bescheid.
Ehe ich dieserhalb zu weiteren Fragen komme, gehe ich in die Serie rein bei WIKI. Erfolge im weiteren Ausland/im Prod.-land GB ua.
Gruß.hans.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.010

30.10.2019 21:55
#66 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Jetzt geht es weiter mit dem Jahr 1949 in Sachen....siehe Titel dieser Teilrubrik:

Ich starte gleich mit einer kleinen Überraschung, denn ich finde 2 Synchros, in denen HANS SÖHNKER 2 Hauptrollen-
darsteller synchronisiert.

EIN IDEALER GATTE - GB 1947.........Zeitschrift 37/49 vom 12.12.49

Deutsche London Film , Abt. Synchron (Gesamtleitung K.J. Fritzsche)(MARS-Film Gmbh BERLIN (Prod.-ltg. Conrad Flockner)
....so steht es da.
Buch und Regie: Karl Metznner
Spr.: HANS SÖHNKER, Erika Goerner, Siegmar Schneider, Hilde Weißner, Gina Presgott, Walter Altenkirch, Elisabeth Ilna,
Alexa von Porembski, Maria Meißner.

Einigermaßen interessant auch noch die Sprecherin HILDE WEIßNER, die in den 30 er und 40 er Jahren mit zu den bekanntesten
Diven im deutschen Spielfilm gehörte und z. B. im allerersten DERRICK 1974 eine große Rolle spielte.


Jetzt schauen wir mal, welche Partner/-innen Söhnker im 2.Film damals hatte:

DIE UNGETREUE - USA 1948......Zeitschrift 38/39/49 vom Dezember 1949

MPEA BERLIN, Prod.-ltg. Franz Schröder
Buch: Peter Elsholtz, Karin Friedrich
Regie: Peter Elsholtz
Spr.: HANS SÖHNKER, Lu Säuberlich, ECKART DUX, Ernst Schröder ,Elisabeth Ried, Alfred Balthoff, Hans Hessling,
Otto Stoeckel

Ich hab bischen über den Namen ECKART DUX gestaunt; es ist dies wohl mit eine seiner ersten Synchronarbeiten, und
damit gehört er sicher zu den deutschen Künstlern, die am längsten bei Synchron tätig gewesen sind. Hut ab, Herr Dux.
Und dann ist er auch noch ein absoluter Sympathieträger mit vollendeten Umgangsformen.
Er hat kein einziges Mal im Osten synchronisiert, jedoch 2 DEFA-Filme gedreht, 1 mal 1950 und dann 1957 in der männ-
lichen Hauptrolle eines Märchenfilms namens DAS SINGENDE, KLINGENDE BÄUMCHEN, mit dem mehrere Generationen von DDR-Zu-
schauern aufgewachsen sind. Nach den Filmen DAS KALTE HERZ, DIE GESCHICHTE VOM KLEINEN MUCK, DER TEUFEL VOM
MÜHLENBERG wohl der beste und auch schönste (tolle Farben) Märchenfilm der DEFA.

LU SÄUBERLICH, diese ausgezeichnete Bühnenschauspielerin, will ich noch herausheben. In fast nur Hauptrollen hat sie etliche
Male in dieser Zeit bei Synchron in OST und WEST gewirkt, in einem DEFA-Spielfilm aber nie.

KATHARINA DIE GROßE - GB 1934, synchronisiert 1949 , wie gesagt, die heute hier eingegebenen Synchroninfos stammen alle aus 1949.
Hier ist möglicherweise interessant, daß die Deutsche London Film die KAUDEL-FILM Berlin (Prod.-Ltg. HANS CONRADI) für diese
Synchro verpflichtete.

ARABISCHE NÄCHTE - USA 1942, MPEA MÜNCHEN. Eine der Hauptrollen spricht HANS CLARIN. Er war also auch schon sehr früh dabei und
damit sehr lange im Synchron- und Sprecher-Geschäft.

ANNA KARENINA - GB 1947/48; die Titelrolle spricht RUTH HELLBERG, hier 43 Jahre alt. Auch sie war um diese Zeit synchronmäßig
in Ost und West tätig. Und wenn ich sage Ost, dann meine ich damit sowjetische Filme, denn ausländische Filme aus anderen
Ländern gab es in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ)/DDR erst Ende des Jahres 1949 zu sehen, und zunächst auch nur vereinzelt.
Das änderte sich erst 1950.
Die Synchronfirma zu ANNA KARENINA will ich noch nennen: Deutsche London Film, Synchronabt. MARS -FILM BERLIN, Prod.-Ltg.
Conrad Flockner.


Bis bald. hans.
Synchron


Begas


Beiträge: 1.599

31.10.2019 05:17
#67 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Was ist denn das Besondere an Hans Söhnker, dass du ihn so herausgehoben hast? Ich kenne mich in dieser Zeit der deutschen Synchronisation nicht aus.

Hatte Söhnker z. B. eine sehr prägnante Stimme, ideal für Hauptrollen oder klang er eher unauffällig? Männlich? Jung? Kernig?
Deine abgetippten Beiträge sind immer sehr interessant, aber ich vermisse vielfach ein wenig den synchronbezogenen Tiefgang, das Subjektive, neben der Angabe von Karrieren der Schauspielerinnen und Schauspieler.
Du hast doch sicher eine Meinung über die stimmlichen Leistungen einiger der von dir herausgehobenen Künstler?
Das fände ich mitunter interessanter, da ich mich in diesem zeitlichen Bereich nicht auskenne, als zwar lesenswerte aber relative trockene Informationen. Natürlich besagt der Titel 'Abschriften', man könnte das Ganze aber durchaus analytisch angehen oder kommentieren.

Das ist nur eine Anregung meinerseits. Du kannst sie natürlich auch ignorieren. ;)


"Ich hab' das alles schon durchdacht: das Baby bekommt Barts Wiege und Bart schläft bei uns bis er 21 ist."
"Macht ihn das nicht pervers?"
"Cousin Frank hat das auch gemacht."
"Du hast keinen Cousin, der Frank heißt."
"Aus ihm wurde dann später eine Francine, dann is' er 'ner Sekte beigetreten. Ich glaube, seine Name ist heute Mutter Shabubu."
(Norbert Gastell und Elisabeth Volkmann in DIE SIMPSONS)

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 1.010

31.10.2019 19:35
#68 RE: SYNCHROS AUS DEN JAHREN 1947 bis 1952---Abschriften aus der Zeitschrift "DER NEUE FILM" (München) Zitat · antworten

Danke, BEGAS, für deinen Beitrag!
HANS SÖHNKER gehörte in den 30er, 40er und auch noch 50er Jahren zu den absolut prominentesten Filmschauspielern in Deutschland.
Das ist für mich das besondere, daß so ein bekannter und beliebter Filmstar ins Synchronstudio geht. Er hätte das sicher
finanziell nicht nötig gehabt, denn Ende der 40er Jahre hat er längst wieder einen Spielfilm nach dem anderen gedreht.
(da fällt mir ein, daß Lutz Moik mir sagte, daß SÖHNKER auch im Gespräch war für die Rolle des Holländer-Michel im legen-
dären DEFA-Film DAS KALTE HERZ (1950) (genau wie WERNER HINZ)).

Deine Vorschläge sind aus deiner Sicht sicher verständlich. Diese Teilrubrik unter den SPIELFILMKLASSIKERN sollte eigentlich
viel mehr die Synchronfreunde ansprechen, die sich für diese Zeit des Nachkriegs interessieren und die meisten Protagonisten
und deren Stimmen kennen. Das ist das eine, und das zweite ist, daß es hier in diesem tollen Synchronforum Synchronfreunde
gibt, die Stimmen und anderes viel besser als ich analysieren können. Das ist keine Koketterie, das ist die Wahrheit.

Es tut mir leid, lieber Begas, aber ich werde den Stil meiner bisherigen Beiträge nicht ändern (können).
Gruß.hans.

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