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Dieses Thema hat 182 Antworten
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 Synchronschaffende
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berti


Beiträge: 17.392

11.07.2014 14:49
#121 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

In der Originalfassung von "Ein Unbekannter rechnet ab" wurde Gert Fröbe nachsynchronisiert, während er sich in der deutschen Fassung (wie fast immer) selbst sprach. Allerdings stammt der Todesschrei der Figur von Fröbes englischem Sprecher, so dass man an dieser Stelle in der Synchro zwar das "Original", aber nicht die "Originalstimme" hört.

Stefan der DEFA-Fan



Beiträge: 14.670

14.05.2015 21:16
#122 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Leider hat es am Ende von "Agenten sterben einsam" die deutsche Tonspur übel erwischt - in vielen Sequenzen, beginnend mit dem Kampf auf der Drahtseilbahn, hört man Originalstimmen und deutsche Sprecher sich überlagern, da - wie immer bei britischen Filmen - unklare menschliche Laute auf dem IT abgespeichert waren.
An sich eine gute Sache, die Kampflaute und die Rufe der deutschen Offiziere zu synchronisieren, aber nicht, wenn sie damit doppelt vorliegen.

Gruß
Stefan

Stefan der DEFA-Fan



Beiträge: 14.670

25.07.2015 00:50
#123 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

In "Topkapi" hört man an vielen Stellen (Ächzer, Schreie oder türkische Sprache) kurz die Originalstimme von Peter Ustinov - erstaunlicherweise passt sie mit Welbat ganz gut zusammen.
Auch Melina Mercouris Lachen ist im Original - das kann man von Gisela Trowe nun wirklich nur noch durch die Klangqualität unterscheiden.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 17.392

12.08.2015 08:50
#124 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Im auf Rumänisch gedrehten Prolog von "Bram Stokers Dracula" hört man Gary Oldman, Winona Ryder und Anthony Hopkins mit ihren eigenen Stimmen. Oldman hört man später nochmal, wenn Dracula seine Muttersprache spricht; Ryders Originalton ist komischerweise in einer Szene zu hören, als sie nachts mehrmals den Namen ihrer Freundin ruft. Neben dem Klang merkt man es noch daran, dass sie in dieser Szene "Lucy" komischerweise "Lissi" ausspricht.

Markus


Beiträge: 2.398

13.08.2015 16:12
#125 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #124
Neben dem Klang merkt man es noch daran, dass sie in dieser Szene "Lucy" komischerweise "Lissi" ausspricht.


Das ist Ryders amerikanische Aussprache, ihr Slang.

Gruß
Markus

Markus


Beiträge: 2.398

13.08.2015 16:22
#126 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

In Sam Fullers Tatort "Tote Taube in der Beethovenstraße" sind Glenn Corbett (synchronisiert von Hartmut Reck) und Christa Lang (Renate Pichler) mehrmals im O-Ton und also mit ihrer eigenen Stimme zu hören: in fremdsprachigen Dialogen (in einer mehrsprachigen Szene spricht Lang auch einen Satz auf Deutsch) und dialoglosen Szenen (z.B. wenn Corbett durch die Räume geht und Mensur ruft). Auch von Anton Diffring (Mensur), der sich selbst synchronisiert hat, hört man in der Kampfszene am Ende nicht nur Geräusche, sondern auch ein paar Fetzen Set-Ton ("Come on!").

Gruß
Markus

berti


Beiträge: 17.392

13.08.2015 17:55
#127 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von Markus im Beitrag #125
Zitat von berti im Beitrag #124
Neben dem Klang merkt man es noch daran, dass sie in dieser Szene "Lucy" komischerweise "Lissi" ausspricht.


Das ist Ryders amerikanische Aussprache, ihr Slang.

In anderen Szenen konnte sie sich den allerdings verkneifen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

14.08.2015 00:06
#128 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Dass nur ein minimaler Prozentsatz der Amerikaner dauerhaft ein verständliches im besten Sinn normales Englisch sprechen kann, sollte eigentlich seit George Bernard Shaw allerspätestens bekannt sein.

Slartibartfast



Beiträge: 6.661

14.08.2015 14:14
#129 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #128
Dass nur ein minimaler Prozentsatz der Amerikaner dauerhaft ein verständliches im besten Sinn normales Englisch sprechen kann, sollte eigentlich seit George Bernard Shaw allerspätestens bekannt sein.

Das gilt für die Briten aber genauso. Habe mir kürzlich "Utopia" im Original reingezogen. Die Aussprache ist teilweise schwerer zu verstehen als bei den meisten Amis.
Ein "normales" Englisch (wie Standard-Deutsch) gibt es übrigens gar nicht und wenn es etwas gibt, was dem am nächsten kommt, so ist es ganz sicher nicht das britische Englisch.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

14.08.2015 15:48
#130 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Man muss natürlich sagen, dass auch in England (im Gegensatz zu unseren Breitengraden) sehr viel Wert darauf gelegt wird, die unterschiedlichsten Akzente und "sub- Sprachen "(Cockney) in film und Fernsehen anzuwenden. Bei uns ist es ja abgesehen von einigen Produktionen mit starkem Regionalbezug üblich, dass selbst der hinterste hinterwäldler wie frisch von der Schauspielschule spricht.

Englisch ist Englisch und logischerweise gibt es hier eine Referenz!!! Das solltest du eigentlich allein schon von Berufswegen wissen, da du ja bekanntlich im Schulbetrieb tätig bist. Vielleicht klopfst du mal bei den Kolleginnen und kollegen an , die diese Sprache unterrichten. Gäbe es kein Referenz-Englisch, gäbe es auch im englischsprachigen Raum keinen Unterricht, der das Gegenstück zu unserem Deutsch ist. Ich habe deine Aussage gerade einem Freund mitteilen müssen, dessen Mutter Engländerin ist und der am Gymnasium unterrichtet - er fand die Bemerkung skurril. Damit du jetzt nicht glaubst, deine Kommentare seien mir so wichtig, dass ich sofort mein Umfeld damit überfordere: wir hatten erst gestern eine Debatte darüber, so passte deine Bemerkung hervorragend als Ausklang.

Auch viele Engländer haben eine unsaubere Aussprache und auch die Klangfärbung der jungen Leute hat sich genauso verändert wie bei uns in der deutschen Sprache. Aber unterm Strich sind englische Produktionen, sofern nicht Dialekte extrem wichtig sind, noch immer viel verständlicher als amerikanische Produktionen. Was dort selbst als "sauberes Englisch" mitunter geboten wird, schreit zum Himmel.

Und um deinem Fass den Boden auszuschlagen: alleine schon sprachhistorisch ist das amerikanische Englisch eine "Weiterentwicklung" oder "Mutation" (je nachdem) des eigentlichen Englisch.

berti


Beiträge: 17.392

14.08.2015 17:32
#131 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von Gast im Beitrag #130
alleine schon sprachhistorisch ist das amerikanische Englisch eine "Weiterentwicklung" oder "Mutation" (je nachdem) des eigentlichen Englisch

... bzw. wie Chris Howland mal in einem Interview (als es um seine Gespräche mit Lex Barker ging) sagte: "Wir haben die Sprache erfunden, die Amerikaner haben sie verdorben!"

Stefan der DEFA-Fan



Beiträge: 14.670

14.08.2015 19:54
#132 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Im 4. Teil von "Krieg und Frieden" (SU 1967) wurden die französischen Passagen im Original belassen, folglich ist zeitweise auch Sergej Bondartschuk mit seiner Originalstimme zu hören. Das ist insofern irritierend, als Günter Grabbert (dem Original entsprechend) auch die Erzählertexte sprach und so zeitweise für Erzähler und Besuchow verschiedene Stimmen zu hören sind.

Gruß
Stefan

Slartibartfast



Beiträge: 6.661

15.08.2015 12:48
#133 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #130

Englisch ist Englisch und logischerweise gibt es hier eine Referenz!!! Das solltest du eigentlich allein schon von Berufswegen wissen, da du ja bekanntlich im Schulbetrieb tätig bist. Vielleicht klopfst du mal bei den Kolleginnen und kollegen an , die diese Sprache unterrichten. Gäbe es kein Referenz-Englisch, gäbe es auch im englischsprachigen Raum keinen Unterricht, der das Gegenstück zu unserem Deutsch ist. Ich habe deine Aussage gerade einem Freund mitteilen müssen, dessen Mutter Engländerin ist und der am Gymnasium unterrichtet - er fand die Bemerkung skurril. Damit du jetzt nicht glaubst, deine Kommentare seien mir so wichtig, dass ich sofort mein Umfeld damit überfordere: wir hatten erst gestern eine Debatte darüber, so passte deine Bemerkung hervorragend als Ausklang.

Und um deinem Fass den Boden auszuschlagen: alleine schon sprachhistorisch ist das amerikanische Englisch eine "Weiterentwicklung" oder "Mutation" (je nachdem) des eigentlichen Englisch.

Historisch ist das selbstredend so, nur ist der Ursprung nicht notwendig der Standard. Ich selber habe keine Englisch-Fakultas, habe aber wie du über das Thema mit Kollegen mehr als einmal diskutiert. Die eine Hälfte ist für das Thema völlig unbrauchbar, da dieser Typ Sprachwissenschaftler jede Form der Norm ablehnt. Das ist umso stärker ausgeprägt, wenn jemand auch noch Germanist ist, wo Standards und deren Erhalt automatisch als etwas reaktionäres gesehen werden. Diese Leute hassen Bastian Sick und Wolf Schneider und nennen jede noch so peinliche Vergewaltigung der Sprache euphemistisch eine "Weiterentwicklung".
Die andere Hälfte erzählt dir, dass im Englischen anders als im Deutschen überhaupt kein höher gestellter Standard exisitiert. In Deutschland haben wir ja sogar die aberwitzige Situation, dass Standarddeutsch, also das was die meisten als "Hochdeutsch" bezeichnen, nirgendwo gesprochen wird. (Auch in Hannover nicht, was gerne fälschlich als Beispiel angegeben wird.)
Die zahlreichen englischen Standards orientieren sich hingegen alle an einer bestimmten Region, wo man diese Aussprache tatsächlich hören kann.
Obwohl früher der Ostküstenakzent als Standardamerikanisch gesehen wurde, gilt diese Höherstellung als überholt. So gibt es heute in Amerika mindestens drei gleichberechtigte Standards.
Der Irrtum, dem viele Schüler aufsitzen, ist der Ansatz, man müsse zuerst "richtiges" (also britisches) Englisch lernen, um sich dann - wenn überhaupt - mit der minderwertigeren "Mutation" (also dem amerikanischen Englisch) zu beschäftigen. So erlernt man keinesfalls adäquat eine Weltsprache in ihrer heutigen Form, und hierbei hat das britische Englisch auch längst keine alleinige Priorität mehr.

John Connor



Beiträge: 4.883

15.08.2015 17:10
#134 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Zitat von Slartibartfast im Beitrag #133
Die eine Hälfte ist für das Thema völlig unbrauchbar, da dieser Typ Sprachwissenschaftler jede Form der Norm ablehnt. Das ist umso stärker ausgeprägt, wenn jemand auch noch Germanist ist, wo Standards und deren Erhalt automatisch als etwas reaktionäres gesehen werden. Diese Leute hassen Bastian Sick und Wolf Schneider und nennen jede noch so peinliche Vergewaltigung der Sprache euphemistisch eine "Weiterentwicklung".


Der Thread-Ersteller möge mir diesen off topic-Einschub verzeihen (sorry, wo immer sich die Gelegenheit bietet, kann ich diesem abgedroschenen Gag einfach nicht widerstehen), aber ich möchte dazu doch anmerken, dass man hier Realitätssinn nicht mit Mangel an Kritikfähigkeit verwechseln sollte (denn offenbar sind deine Kollegen ja dazu fähig, andernfalls sie selbsternannte Kulturaristokraten wie Sick und Schneider nicht kritisieren würden). Während diese Herren Scheingefechte im Glashaus führen, kann sich der realitätstüchtige Historiker gelassen zurücklehnen und diesen Ewiggestrigen im Vorbeigehen zuwinken.

Da Sprache nur dann existiert, wenn sie in Gebrauch ist, nämlich in der Kommunikation, werden letztlich die Kommunizierenden selbst entscheiden, was mit der Sprache passiert - und sich "normalerweise" weiterhin an dem orientieren, was sie für "normal" halten und nicht an irgendwelchen Normen. Natürlich können die Herren Kulturkritiker hier versuchen dem gegenzusteuern, denn auch sie nehmen ja logischerweise an der Kommunikation teil. Aber ich vermute, in ein paar Jahren werden ihre Streitschriften - wenn überhaupt - nur noch von kuriosem Wert sein.

Und die Sorgen des linguistischen Pflegepersonals vor dem Relativismus des anything goes sind völlig gegenstandlos und nur ein leicht durchschaubares Schreckgespenst. Sprachregeln sind keine ehernen Gesetze, sondern von den Teilnehmern der Kommunikation regelmäßig aktualisierte Konventionen, die auch mal (ob nun mit Absicht oder nicht) variiert werden - und erst wenn diese Abweichungen von vielen auch übernommen werden, ändert sich die Sprache halt in the long run.

Slartibartfast



Beiträge: 6.661

15.08.2015 18:24
#135 RE: Stimmen des Synchronisierten und des Synchronisierenden in einem Film Zitat · antworten

Damit stellst du dich auf die Seite derjenigen, die jeder Veränderung aufgeschlossen gegenüber stehen und sich hartnäckig weigern, diese zu bewerten. Nur: Genau diese sture Verweigerung ist damit nicht weniger als kritiklose Bejahung (auch wenn den Betroffenen das wohl nicht bewusst sein dürfte).

Weder Sick noch Schneider sind "gestrig". Sie loben ja sogar ausdrücklich bestimmte Neuerungen als Bereicherung der Sprache - nur eben nicht jede.
Darin liegt ohnehin das größte Missverständnis: Sick oder Schneider erwarten überhaupt nicht, die Entwicklung aufhalten zu können . Deswegen ist es aber nicht weniger interessant, den laufenden Prozess zu analysieren und wenn nötig zu kritisieren.
Das Bashing von Kulturwächtern entspricht zwar dem Zeitgeist, zeugt aber von einem ökonomisierten Kosten-Nutzen-Denken. Die voranschreitende Elementarisierung der Sprache kann aber nicht als Rechtfertigung für eben dieses Phänomen genommen werden. Die "normative Kraft des Faktischen" ist die Erklärung eines Zustands aber kein Argument dafür.

Die Sprache entwickelt sich ja nicht selbst, sie wird bewusst oder unbewusst verändert - von Menschen. Dass nicht alles davon sinnvoll ist, liegt auf der Hand. Es reicht auch nicht, dass die Kommunikation dadurch oberflächlich gesehen erleichtert wird. Sprache ist die Grundlage für Kommunikation, aber nicht damit identisch. Sie ist auch die Grundlage für Information, Bildung oder zahlreiche Kunstformen.
Es mag sein, dass z.B. der Konjunktiv I in der heutigen Kommunikation für sperrig gehalten wird. Daraus abzuleiten, dass man ihn deshalb nicht mehr beherrschen muss, ist eine Milchbrötchenrechnung. Wie soll man Texte begreifen, die vor der Sprachökonomisierung entstanden sind, wenn man die Mittel gar nicht mehr kennt? Auch in reinen Sachtexten kann eine differenzierte Komplexität der Sprache nur vorteilhaft sein. Wenn aber die Grammatik nur noch von einem Teil der Gesellschaft verstanden wird, bringt das nur neue Eliten und nicht etwa die Liberalisierung, die sich manche vielleicht wünschen.

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