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Dieses Thema hat 306 Antworten
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 Allgemeines
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berti


Beiträge: 14.730

12.03.2018 13:58
#301 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Rolf Schult als Trailersprecher zu "Die toten Augen des Dr. Dracula" ist nicht nur peinlich, sondern geradezu ein Ärgernis:https://www.youtube.com/watch?v=p8qK5J8KOZA
Der lächerliche deutsche Titel ist schon schlimm genug; aber die Texte, die Schult hier hat, würden vielleicht zu einer Parodie auf Horrorfilme passen, aber nicht zu diesem Werk! teilweise wirken sie sogar in Kombination mit den gewählten Ausschnitten wie eine gewollte Verhöhnung (Stichworte: "zarte Hände" und "Verfolgungswahn").


John Connor



Beiträge: 4.883

12.03.2018 14:18
#302 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Na ja, der Trailer ist ja durchaus kompatibel mit der Verleihpolitik des Films; insofern ist das Ganze eher irreführend als peinlich - fragt sich nur, was schlimmer ist.

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 10.465

12.03.2018 14:45
#303 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Und bis auf den einen Ausrutscher ist der Film gottseidank davon verschont geblieben.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 14.730

12.03.2018 14:54
#304 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Man darf gar nicht daran denken, wie die Synchro ausgefallen wäre, wenn die Dialoge in einem ähnlichen Stil wie die Off-Kommentare verfasst worden wären. Das hätte für eine andere Art von Gruselgefühl gesorgt ...

berti


Beiträge: 14.730

25.04.2018 12:46
#305 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Peter Sellers´ Filmkarriere hatte um 1964 ihren Höhepunkt erreicht, danach häuften sich Flops, seine exzentrischen Launen belasteten sowohl die Drehs mit ihm als auch seine Gesundheit. In den 70ern ragten neben den Clouseau-Filmen (von denen der letzte schon deutliche Abnützungserscheinungen zeigte) eigentlich nur noch der Ensemblefilm "Eine Leiche zum Dessert" und die untypisch stille Komödie "Willkommen, Mr. Chance" heraus, ansonsten wurde er ziemlich verheizt. Den Schlusspunkt seiner Karriere stellte "Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu" dar, in dem Sellers neben dem Dr. noch Nayland Smith spielte. Nachdem zwei Regisseure ausgestiegen waren, übernahm er selber die Regie, obwohl bereits die Doppelrolle und das damit verbundene stundenlange Schminken Belastung genug waren. Noch vor der Premiere erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt.
Peter Osteried beendet sein Buch über die Fu-Man-Chu-Filme mit einer Besprechung dieses seltsamen Werks: Peter Sellers wirke "gebrechlich und schwach", man könne ihm seine schlechte Verfassung ansehen. Ursprünglich sei Michael Caine als Nayland Smith vorgesehen gewesen. Es sei "eine Schande, dass dies der Film war, der Peter Sellers zum Verhängnis wurde." Es sei "nur schwer verständlich, was ihn an diesem Film wirklich ansprach. Er hatte zwar eine Doppelrolle und spielte sowohl Held als auch Schurke, aber beide Figuren geben nicht viel her. Bei Nayland Smith ist das Problem, dass diese Version mit der Vorlage kaum noch etwas gemein hat, während Fu Manchu wiederum wie ein Stereotyp gestaltet wird." Die "rassistische(n) Elemente", die "für Lacher sorgen sollen", seien "ebenso wenig komisch wie der Rest des Films". Als Parodie könne das Werk "in keinster Weise überzeugen", was "bedauerlich" sei, "da die Ausstattung und die Kostüme des Films recht ansprechend sind und für viel Flair sorgen". Daher müsse man "unterm Strich" sagen, dass dies "ein peinlicher Film" sei, "der seinen ohnehin schon angeschlagenen Star ins Jenseits beförderte".
Diesem Urteil ist wenig hinzuzufügen, aber ich tue es trotzdem: Auch mir ist unverständlich, warum Sellers in dieses Machwerk so viel Energie opferte und seine letzten Reserven verbrauchte. War er so verzweifelt, weil ihm kein anderes Angebot vorlag? Oder glaubte er ernsthaft, seiner Karriere Auftrieb zu verschaffen, nachdem die Oscar-Nominierung für "Willkommen, Mr. Chance" vergeblich war?
Selbst dass man hier nochmal Georg Thomalla ins Studio holte, kann mich mit dem Film nicht versöhnen. Vielleicht liegt es daran und an der ähnlichen Maske, aber dieser Nayland Smith wirkt wie ein Clouseau mit britischem Akzent. Die übrigen Darsteller haben leider praktisch nur peinliche Auftritte und Dialoge, die meisten Szenen wirken so, als hätte man nicht einmal den Versuch gemacht, irgendeine Pointe unterzubringen, alles wirkt lustlos. Mit diesem Film endete übrigens auch die Karriere von David Tomlinson, der hier einen Chef von Scotland Yard spielt, gegen den selbst Hubert von Meyerinck als Sir Arthur (!) kompetent erscheint. Leo Bardischewski tat mir hier leid, ebenso auch Wolfgang Hess und Hartmut Neugebauer in ähnlich albernen Rollen.
Das einzig einigermaßen akzeptable ist noch der Vorspann und dessen Musik.
Die letzte Szene des Films ist für sich genommen schon peinlich genug, aber es stimmt zusätzlich wehmütig, dass dies der Schlusspunkt von Sellers´ Karriere war. Als der Abspann lief, kamen mir fast die Tränen, dass die Karriere eines ursprünglich so brillanten Schauspielers so unwürdig enden musste.
Es gibt genügend andere Filme von Sellers in denen ich Thomalla vermisst habe, aber hier hätte ich auf ihn verzichten können. Viel lieber wäre es mir gewesen, man hätte ihn in "Der rosarote Panther wird gejagt" besetzt und stattdessen hier Erik Schumann genommen.

John Connor



Beiträge: 4.883

25.04.2018 23:20
#306 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Na ja, man muss nicht unbedingt ein Sellers-Skeptiker sein, um zu bemerken, dass der FU MAN CHU-Film nicht gerade einen markanten Ausreißer in Sellers Filmographie darstellt. Sicher, es ist ein lahmer Film - aber peinlich? Auch kann ich nicht sehen, warum Sellers' Performance hier so viel anders (oder peinlicher) sein soll seine übrigen Standardrollen. Ist er etwa in WAS GIBT'S NEUES, PUSSY? oder CASINO ROYALE nicht peinlich? (Ich finde schon.)

Es ist nicht so, dass ich Sellers Schauspielkunst oder komisches TAlent nicht wertschätzen würde, aber ich kann z.B. über die PINK PANTHER-Filme der 70er einfach nur den Kopf schütteln; was an denen so witzig sein soll, hab ich nie kapiert (wobei ich aber für diese Rohrkrepierer hauptsächlich den maßlos überschätzten Blake Edwards verantwortlich machen würde) - da ist mir der hemdsärmelige Humor des FU MAN CHU-Films mit seinem Retro-Look doch fast lieber (aber nur minimal).

Über Thomallas Leistung kann ich weiter nichts Nachteiliges sagen, außer dass er Sellers Leistung hier weder ab- noch aufwertet und er seine Aufgabe so weit befriedigend erfüllt hat, um dir ein Alibi für diesen Beitrag zu liefern.

berti


Beiträge: 14.730

26.04.2018 08:42
#307 RE: Große Sprecher in peinlichen Rollen? Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #306
Na ja, man muss nicht unbedingt ein Sellers-Skeptiker sein, um zu bemerken, dass der FU MAN CHU-Film nicht gerade einen markanten Ausreißer in Sellers Filmographie darstellt. Sicher, es ist ein lahmer Film - aber peinlich? Auch kann ich nicht sehen, warum Sellers' Performance hier so viel anders (oder peinlicher) sein soll seine übrigen Standardrollen. Ist er etwa in WAS GIBT'S NEUES, PUSSY? oder CASINO ROYALE nicht peinlich? (Ich finde schon.)

"Peinlich" insofern, als Sellers´ offensichtliche Hingabe an diesen Film und die recht aufwendige Ausstattung in keinem Verhältnis zum dürftigen, pointenlosen Drehbuch stehen.
"Was gibt´s Neues", ist zwar ein alberner und klamaukiger Film, aber ein paar Szenen und Darstellerleistungen kann ich durchaus etwas abgewinnen (eine davon nenne ich aus Rücksicht dir gegenüber nicht).
Für CR gilt dasselbe, aber gerade Sellers fand ich hier erstaunlich bodenständig, wozu vielleicht auch die sehr untypische Besetzung mit Manfred Schott beitrug. Daneben dürften das zu den letzten Gelegenheiten zählen, ihn in einem Film so zu sehen, wie er wirklich aussah (danach kam das kaum noch vor).
Zitat von John Connor im Beitrag #306
Es ist nicht so, dass ich Sellers Schauspielkunst oder komisches Talent nicht wertschätzen würde, aber ich kann z.B. über die PINK PANTHER-Filme der 70er einfach nur den Kopf schütteln; was an denen so witzig sein soll, hab ich nie kapiert (wobei ich aber für diese Rohrkrepierer hauptsächlich den maßlos überschätzten Blake Edwards verantwortlich machen würde) - da ist mir der hemdsärmelige Humor des FU MAN CHU-Films mit seinem Retro-Look doch fast lieber (aber nur minimal).

Was die Bewertung der Panther-Filme angeht, so sah Mücke die Sache seinerzeit ähnlich:Der rosarote Panther 2 (2009) (3)
Persönlich sehe ich das weniger negativ, weil ich Blake Edwards (trotz Neigungen zu Klamauk und manchmal geradezu sadistischen Anwandlungen) ein Gespür für Timing, Schauspielführung und erzählerischen Rhythmus zugestehe.

Aber um zum Film zurückzukommen: Peinlich finde ich (um ein Beispiel herauszugreifen) die Szene, in der Sellers mit Helen Mirren (!) ein albernes Lied am Klavier trällert und vor allem die letzte Szene, in der Fu Man Chu als Elvis-Imitator (!) auftritt. Als Nayland Smith sitzt er meist nur passiv herum und wirkt teilweise absolut neben der Spur, als sei alle Luft raus; dass er eine innige Beziehung zu seinem Rasenmäher (!) hat, sollte wohl witzig sein, auch wenn mir nicht einleuchtet, wieso.
Zitat von John Connor im Beitrag #306
Über Thomallas Leistung kann ich weiter nichts Nachteiliges sagen, außer dass er Sellers Leistung hier weder ab- noch aufwertet und er seine Aufgabe so weit befriedigend erfüllt hat, um dir ein Alibi für diesen Beitrag zu liefern.

Ich fand ihn hier im Prinzip passend, er versuchte zumindest, die beiden Rollen akustisch abzugrenzen. Aber dass man ihn hier besetzte, dafür aber nicht bei anderen, deutlich besseren Filmen, in denen Sellers´ Figuren mehr hergaben, wirkte fast wie Ressourcenverschwendung. Selbst bei "Der rosarote Panther wird gejagt" wäre es mir lieber gewesen, da dort Rollenkontinuität vorhanden gewesen wären und man zusätzlich zahlreiche Rückblenden zu früheren Filmen hatte, in denen (bis auf den ersten) Thomalla zu hören gewesen war, den man dadurch noch mehr vermisste.


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