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Dieses Thema hat 557 Antworten
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Samedi



Beiträge: 7.034

03.11.2012 13:21
#451 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von ronnymiller im Beitrag #442
Zum Thema Brosnan und Kündigung: Einfach die großartige Doku James Bond 007 - Everything or nothing angucken. Da erklärt Brosnan das alles selber und beweist auch ne Menge Humor, wenn es um die schrottigen Filme nach Goldeneye geht.


Wo kann man die Doku anschauen, bzw. kaufen?


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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Niels Clausnitzer als James Bond in Leben und sterben lassen

Mücke


Beiträge: 172

03.11.2012 16:46
#452 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von ronnymiller im Beitrag #445
Zitat von Mücke im Beitrag #444
(Demjenigen, der die Idee hatte, die Szene auf den Wellen komplett am Computer generieren zu lassen, sollte man, meiner Ansicht nach, lebenslängliches Berufsverbot im kompletten Filmgeschäft erteilen!
Die Szene war dermaßen doof unprofessionell, dass ich mich schon mit 15 im Kino geschämt habe. Für das unsichtbare Auto gilt selbiges.)


Fast genauso hat es Brosnan formuliert und sich halb tot gelacht

Kann ich mir gut vorstellen.
Solche Szenen sind übrigens auch DER Grund schlechthin, wo ICH sage, man sollte das bitteschön nicht mehr als Bond-Film bezeichnen. Dies verletzt den Charakter eines James-Bond-Films nämlich weitaus mehr als eine streitbare Bond-Interpretation (duch Craig oder sonstwen), denn streitbar sind letztlich alle Bond-Interpretationen nach Connery in gleicher Weise.
Beim "Hauch des Todes" hat man den fliegenden Teppich noch rausgeschnitten, weil es Mist war, aber in "Stirb an einem anderen Tag" wurde derartiger Käse dann tatsächlich im Film gelassen. Da wurde wirklich energisch ein Mythos demontiert. Übernatürliche Phänome (wozu das Auto im Moment der völligen Unsichtbarkeit wurde) oder trashige Computer-Effekte haben in einem Bond-Film nicht das geringste verloren. Sie sind dort genauso fehl am Platze und tödlich für die Wirkung des Stoffes wie ein Maschinengewehr in "Der Herr der Ringe".
So viel zum Thema:

Zitat von John Connor
Wer die Otto-Normalverbraucher-Authentizität der Hauptfigur von SKYFALL goutiert, kann dies gerne tun, nur soll er sie bitteschön nicht mehr Bond nennen.


Von der "bitteschön nicht mehr Bond nennen"-Sorte hat Brosnan leider (mit Abstand) die meisten Filme abgeliefert, denn auch "Der Morgen stirbt nie" war Trash pur, "Die Welt ist nicht genug" - vor allem dank des Bösewichts - ebenfalls ein gutes Stück weit und in "GoldenEye" wiederum war er mit Sicherheit zumindest auch nicht näher an Connery dran als Craig selbst in seinen schwächsten und diskutierwürdigsten Momenten.

Brosnans Filme waren überwiegend nicht nur schlecht, sondern nicht Bond.
Ein schlechter Bond-Film wäre "Im Angesicht des Todes" oder meinetwegen auch "Moonraker"....

Die einzigen Filme ohne Brosnan, bei denen ich über die Formulierung "nicht Bond" zu diskutieren bereit bin, sind "Lizenz zum Töten" und "Ein Quantum Prost". Bei sämtlichen anderen Filmen halte ich diese Diskussion auf sachlicher Ebene nicht für möglich.
Brosnan hat sich mit seinen Bond-Filmen auch selbst keinen Gefallen getan, weil so ziemlich alles, was er in den letzten 20 Jahren ansonsten produziert hat, besser gewesen ist. Wenn man seine Bond-Filme ungeschehen machen könnte, wäre es wahrscheinlich für alle Seiten das beste so. Außer für sein Konto.


weyn


Beiträge: 1.831

03.11.2012 17:31
#453 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von Mücke
Übernatürliche Phänome (wozu das Auto im Moment der völligen Unsichtbarkeit wurde) oder trashige Computer-Effekte haben in einem Bond-Film nicht das geringste verloren.


Erster Punkt: Doch. Zweiter Punkt: Ja.

Das unsichtbare Auto ist letztlich ja ein Q-Gadget (bzw. R-Gadget). Q und seine Erfindungen, mögen sie noch so hirnrissig sein, gehören für mich zu einem guten Bond einfach dazu. Ich war entsprechend erfreut, als ich ihn im Skyfall-Trailer sah ... wenn auch in seeehr verjüngter Form, was jedoch frischen Wind in das Franchise bringt.

Unstrittig ist auf jeden Fall, dass dieser tarnbare Aston Martin wohl am ehesten Richtung Science-Fiction geht. Sämtliche andere Q-Spielereien konnte man ja über einige Ecken noch halbwegs sinnvoll erklären. Viel hanebüchener fand ich ohnehin den Ikarus-Satelliten mit seinem 100 m breiten Pulverisierungsstrahl, das grenzt an kompletten Grössenwahn.

Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich als (ehemaliger) Trekkie grossen Gefallen an Tarntechnologie finde und erstaunt war, sowas mal in einem Bond zu sehen. Letztlich ist "Stirb an einem anderen Tag" für mich aber wirklich einer der schlechteren Teile.


Slartibartfast



Beiträge: 6.181

03.11.2012 17:37
#454 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Das Problem war (um auch mal meinen Senf dazu zu geben), das DAD brutal und dramatisch anfing und damit in die ernste Schiene von LTK einschwenkte. Dann aber wurde der Film zu belanglosem albernem Trash quasi zu einem völlig anderem Film.


Gruß
Martin
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Mücke


Beiträge: 172

03.11.2012 18:39
#455 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von weyn im Beitrag #453
Erster Punkt: Doch. Zweiter Punkt: Ja.


Das unsichtbare Auto ist deswegen Schwachsinn, weil es Bond auch in jedem weiteren Film (danach) zu quasi unbesiegbarer Macht verholfen hätte. Ein solches Gadget - ob es nun von Q ist oder nicht - macht diese Filme völlig sinnlos, da es Bond auf eine Ebene erhebt, die ihm seinen Reiz nimmt.

Bond schaltet die Bösewichter auch so aus. Er braucht keine Gadgets, die ihn derart eintönig und unrealistisch bevorteilen. Das nimmt den Filmen die Spannung und ihren Restbestand an Realismus, mit Blick auf die Spionagestories.

Genauso gut hätte man ihn auch mit einer Waffe ausstatten können, die auf Knopfdruck jeden sofort tötet, der sich ihm gegenüber befindet. Das macht einfach keinen Sinn.
Das unsichtbare Auto ließ Bond wie einen Cheater erscheinen. Das war einfach total hohl. Hohler als hohl.

Und trashige Computer-Effekte haben deswegen nichts in einem Bond-Film zu suchen, da Bond-Filme seit jeher durch ihr Engagement für besondere technische Spielereien gepunktet haben. Das ist eine Qualitätsfrage und für Bond-Filme stilistisch unter aller Sau, da spottbillig runtergekurbelt.

Von der grundsätzlichen Story und den Welten her war "Stirb an einem anderen Tag" vielleicht sogar der klassischste Brosnan-Bond, aber er hatte einige Versatzstücke, die der Reihe wirklich böse Image-Schäden zugefügt haben. Die anderen drei Filme waren von den Stories her zwar im Grunde noch unsympathischer, aber wenigstens der 1. und zum Teil auch der 3. einfach wesentlich besser gemacht (zumindest für einen Brosnan-Film).
Lee Tamahori war für die Brosnan-Phase halt auch wirklich sowas wie Marc Forster bei Craig. Ging gar nicht. Tamahori ist ein Trash-Action-Regisseur. Ich mochte seinen "Triple X"-Film wesentlich lieber als den ersten, aber die Bond-Reihe hat er wirklich um ein Haar der Lächerlichkeit preisgegeben.

"GoldenEye" wiederum war wahrscheinlich auch nur deswegen als einziger Brosnan-Film vertretbar, weil Martin Campbell in der Regie saß.


weyn


Beiträge: 1.831

03.11.2012 19:31
#456 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Bond war schon immer der Unbesiegbare - Technik hin oder her. Man hätte lieber an der Figur selbst was geändert - was man letztlich ja auch getan hat. Craig erst war das Paradebeispiel für einen menschlichen, verletztlichen 007 (trotz seiner kaltschnäuzigen Mimik).

In der Thematik des hochtechnologisiert angesetzten Tamahori-Bonds fand ich den Aston Martin durchaus passend und witzig. Man sieht auch, dass die Tarnfunktion ihre Macken hat. Und letztlich musste 007 ja selbst Hand anlegen, um die Welt zu retten. Da konnte er sich eben doch nicht auf sein Auto oder seine Superwaffe, die auf Knopfdruck tötet, oder was auch immer verlassen.

In den Craig-Filmen fänd ich eine solche High-Tech-Karre allerdings fehl am Platz. Sam Mendes hat das richtig erkannt und sich für den klassischen Aston Martin DB5 entschieden.


Mücke


Beiträge: 172

03.11.2012 19:47
#457 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von weyn im Beitrag #456
Bond war schon immer der Unbesiegbare - Technik hin oder her.

Aber auf eine Art und Weise, die trotzdem etwas mit Können zu tun haben schien.
Das ist übrigens auch der Grund, warum die alte "Mission: Impossible"-Serie trotz der Absurdität mit den Masken funktionierte. Die Plots waren gut durchdacht und dadurch konnte man es sich leisten, Rollin Hand und Paris in die Gesichter anderer Leute schlüpfen zu lassen, was ja selbst in den Cruise-Filmen später zum Teil nochmal aufgegriffen wurde.

Das unsichtbare Auto jedoch war einfach nur ein Gadget, mit dem jeder Idiot unbesiegbar geworden wäre, zumal es in keinster Weise plausibel zu erklären war.

Q-Gadgets punkteten immer dadurch, dass sie total futuristisch, aber irgendwie plausibel wirkten. Man verstand quasi kein Wort, von dem was Q erklärte, aber dachte sich: Okay, mag vielleicht irgendwann mal klargehen.
Das unsichtbare Auto wirkt da nur wie ein flacher Witz, insbesondere da es quasi der erste Kunstgriff von John Cleese in der Rolle war. An der Idee, Unsichtbarkeit zu erzeugen, ist überhaupt nichts Geniales - sie ist immer gleich und immer gleich zu erklären...egal was unsichtbar gemacht wird... und daher billig. Ein fleischgewordenes Klischee, das besser in einen Austin-Powers-Film gepasst hätte. Aus dem genialen Q wurde damit ein dämlich-verrückter Professor.

Bond war auf dem besten Wege, sich lächerlich zu machen. Die Idee war so scheiße, dass sie nur in einem Klo richtig aufgehoben war, aber nicht in einem Bond-Film.
Selbst Pierce Brosnan scheint das ja erkannt zu haben.


Brian Drummond


Beiträge: 2.895

03.11.2012 19:49
#458 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

In der "Aktuellen Stunde" auf dem WDR war gerade ein Beitrag zu Carlos Lobo und seiner Rolle in Skyfall. Danach war er auch im Studio kurz zu Gast.
Ironischerweiser wurde am Meisten der Clip aus dem Trailer mit Petruo gezeigt ...

John Connor



Beiträge: 4.883

04.11.2012 00:57
#459 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Tja, so kann man sich täuschen. Ich hatte einen zumindest im Actionbereich auftrumpfenden Film erwartet, eine weitere Bourne-Kopie befürchtet, mich in Bezug auf Lobo auf ein Fiasko eingestellt. Nichts von alledem! Zunächst: Lobo zieht sich ziemlich gut aus der Affäre. Da ich die Vorlage noch nicht kenne, weiß ich nicht, ob Bardem die Figur anders angelegt hat als sie in der deutschen Fassung rüber kommt – jedenfalls wirkt Silva in der Synchro nicht bedrohlich/diabolisch, eher wie ein …, nun ja Joker-Klon. Wenn man sich die gesamte Anlage des Films anschaut, scheint dies wohl auch in der Vorlage so intendiert worden zu sein. Denn…

… Bond wandelt nicht mehr auf den Spuren Bournes, das kann man dem Film in der Tat nicht vorwerfen. Ob das alternative Vorbild, an dem man sich nun orientiert, geeigneter ist als Bourne, wage ich aber stark zu bezweifeln. Insofern wundere ich mich sehr, dass Starbuck etwas weiter oben als Positivum von SKYFALL im Besonderen, der Craig-Bonds im Allgemeinen angemerkt hat, Craigs Bond sei kein Superheld, kein Comic. Das Gegenteil ist der Fall (auch wenn Starbuck etwas ganz anderes im Sinn hatte, als er diesen Vergleich anstellte )!!!

Die (neuerdings) zerrissenen und neurotischen Comic-Superhelden Batman und Spiderman sind ganz eindeutig die Ahnherren dieses Craig-Bonds – deutlich wird das nicht nur auf der psychologischen Ebene, in Bezug auf die hier mustergültig reproduzierten Psycho-Klischees, sondern auch auf der Dialogebene, wo M den Fortbestand des MI6 damit legitimiert, dass der Feind nicht mehr auf kollektiver, auf Nationenebene operiere, sondern auf individueller Ebene. Tja, wenn das stimmt, braucht man aber wirklich keinen Geheimdienst (zumal er seine Feinde selbst produziert), sondern einen schizophrenen Superhelden in der Comic-Tradition.

So gesehen finde ich das Drehbuch von SKYFALL zugleich mutig und dumm. Mutig, weil der Film in erster Linie Bond-Aficionados adressiert und es dem durchschnittlichen Blockbuster-Publikum nicht sonderlich leicht macht. Wo z.B. PSYCHO II sowohl als Referenz an PSYCHO als auch als generell als Psychothriller gut funktionierte, werden Nicht-Bond-Kenner SKYFALL trotz der Batman-Anleihen ziemlich langweilig finden, weil er als Agententhriller einfach nicht funktioniert. Dafür hat er einfach zu viel Leerlauf und zu wenig mitreißende Action (Letzteres unbedingt ein Aktivposten von CASINO ROYALE). Dumm ist das Drehbuch, weil es sich völlig unnötigerweise selbst ins Fleisch schneidet. Es fantasiert sich ganz offensichtlich einen reflektierenden Zuschauer, der dann aber in letzter Konsequenz die ganze Bond-Prämisse in Zweifel ziehen müsste. Die Bond-Filme der 60er haben ja nicht willkürlich die Polit-Ideologie der Fleming-Bonds über Bord geworfen und den hedonistischen Playboy-Charakter von Bond betont. Die Verbrechen, gegen die Bond kämpfte, waren MacGuffins im besten Hitchcock’schen Sinn. Wenn jetzt die Drehbücher anfangen, Bonds Tätigkeit überhaupt zu problematisieren, bringt das den imaginierten liberalen Zuschauer doch erst ins Grübeln. Ein seiner Mysteriosität beraubter Bond ist nicht weniger fatal als ein unsichtbares Auto.

Zu guter Letzt verstehe ich nun auch, warum Craigs Mienenspiel so eingeschränkt ist, so, als ob er … eine Maske trüge. Natürlich! Alle Superhelden tragen doch Masken! Dann passt’s ja! . Ändert aber nix daran, dass ich Craigs Bond nach wie vor extrem unsympathisch finde. Ich kann’s nicht ändern: Craig ist einfach nicht mein Bond.

Grüße,
Fehmi

Starbuck


Beiträge: 83

04.11.2012 02:05
#460 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Zitat von John Connor im Beitrag #459
Ich kann’s nicht ändern: Craig ist einfach nicht mein Bond.

DEN Teil habe ich verstanden. Das Problem hatte ich in anderen Bond-Phasen auch. Keine Sorge: Irgendwann kommt der nächste Darsteller, dann geht's wieder bergauf.

Zitat von John Connor im Beitrag #459
Insofern wundere ich mich sehr, dass Starbuck etwas weiter oben als Positivum von SKYFALL im Besonderen, der Craig-Bonds im Allgemeinen angemerkt hat, Craigs Bond sei kein Superheld, kein Comic. Das Gegenteil ist der Fall (auch wenn Starbuck etwas ganz anderes im Sinn hatte, als er diesen Vergleich anstellte )!!!

Mendes hat ja bereits eingeräumt, dass er in Nolans Richtung geschielt hat. Das macht Skyfall aber noch lange nicht zu einem verfilmten Comic. Denn das sind Nolans Filme auch nicht. Sie zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie Batman in eine Realität holen, die der unserigen zumindest ähnlich ist - nur eben leicht überhöht. Nichts anderes hat man in den Bond-Filmen von jeher auch immer schon gemacht. Abgesehen davon schließt sich da gerade ein Kreis. Nolan hat sich für Batman bei Bond bedient, jetzt bedient sich Bond eben auch ein bißchen bei Batman. Aber eben nur, was die Vielschichtigkeit der Figuren angeht, nicht in Bezug auf ein Comic-Universum.

Zitat von John Connor im Beitrag #459
... deutlich wird das nicht nur auf der psychologischen Ebene, in Bezug auf die hier mustergültig reproduzierten Psycho-Klischees, sondern auch auf der Dialogebene, wo M den Fortbestand des MI6 damit legitimiert, dass der Feind nicht mehr auf kollektiver, auf Nationenebene operiere, sondern auf individueller Ebene. Tja, wenn das stimmt, braucht man aber wirklich keinen Geheimdienst (zumal er seine Feinde selbst produziert), sondern einen schizophrenen Superhelden in der Comic-Tradition.

Ich kann nichts Falsches daran finden, in einem Agentenfilm die Rolle der Geheimdienste in der heutigen Zeit zu thematisieren - statt eine Realität zu behaupten, die es gar nicht mehr gibt. Denn dann würde Mr. Bond zwangsläufig zum wandelnden Anachronismus verkommen (was er in der letzten Brosnan-Phase m.E. auch war) und nicht mehr lange unter uns weilen.

Wir haben die gleiche Debatte doch gerade im eigenen Land, was den Verfassungsschutz und die NSU angeht. Der Feind ist nur noch schwer auszumachen. Das macht die Geheimdienste nicht obsolet, sie müssen umdenken. Genau das wird in Skyfall auch thematisiert.

Abgesehen davon ist dieses Thema der sich verschiebenden Fronten so alt, wie die Bondfilme selbst. In den Romanen tritt Bond gegen den Auslandsgeheimdienst der Russen an. Ein klares Ziel. Ein klarer Gegner. In den Filmen wurde daraus SPECTRE. Eine schattenhafte Organisation mit zunächst gesichtslosem Anführer, die keiner Ideologie verhaftet ist.

Zitat von John Connor im Beitrag #459
Es fantasiert sich ganz offensichtlich einen reflektierenden Zuschauer, der dann aber in letzter Konsequenz die ganze Bond-Prämisse in Zweifel ziehen müsste.

Wie sagt man so schön: Der größte Fehler eines Filmemachers ist es, sein Publikum zu unterschätzen. Das angeblich so simpel gestrickte Blockbuster-Publikum hat sich schließlich zu Hauf Nolans Batman-Trilogie oder auch Inception angsehen. Auch nicht gerade unreflektierte Kost.

Skyfall kann bisher an den Kinokassen, bei den Kritikern und beim Publikum eine durchweg positive Bilanz ziehen. Das zeigt, dass der Film seine Zuschauer erreicht. Er verströmt aus meiner Sicht gerade die richtige Menge an Bond-Magie und erzählt mir daneben ein durchdachte Geschichte, die etwas mit der Realität zu tun hat, in der wir heute leben.

James Bond will return - weil er sich für jede neue Zeit auch wieder neu definiert.

Mücke


Beiträge: 172

04.11.2012 08:14
#461 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Klar wird es wahrscheinlich auch irgendwann mal Bond-Filme geben, die noch besser sind als die von Craig, trotzdem verbietet sich das Gebashe, meiner Meinung nach, absolut, da Craigs Filme nunmal wesentlich besser sind als die beiden vorausgegangenen Epochen.

Vorausgesetzt es folgen jetzt nicht vier Filme auf dem Niveau von "Quantum Prost".

PeeWee


Beiträge: 1.652

04.11.2012 08:21
#462 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

"Und trashige Computer-Effekte haben deswegen nichts in einem Bond-Film zu suchen, da Bond-Filme seit jeher durch ihr Engagement für besondere technische Spielereien gepunktet haben. Das ist eine Qualitätsfrage und für Bond-Filme stilistisch unter aller Sau, da spottbillig runtergekurbelt."

Da muß ich leider ein wenig widersprechen. So beschissen die Bluescreen-Effekte in diesem Film auch sind, sie fügen sich in die Tradition schlechter Rückproduktionen in Bond-Filmen ein. So gesehen ist es also nur konsequent - auf eine ungewollte Weise.

Mücke


Beiträge: 172

04.11.2012 09:06
#463 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Das halte ich für einen Irrtum.

Rückprojektionen sind ein traditionelles Verfahren. Sie wurden in den alten Bond-Filmen nicht absichtlich schlecht gemacht. Es waren Rückprojektionen - keine schlechten Rückprojektionen.

Die Computeranimationen in "Stirb an einem anderen Tag" hingegen waren handwerklich unter aller Sau, gemessen an dem, was bei Computeranimationen sonst möglich ist.
Abgesehen davon fehlt einer Komplettanimation im Gegensatz zur Rückprojektion nunmal der reale Bildinhalt.

Das sind zwei wesentliche Unterschiede, die das Feeling entscheidend beeinflussen.


Slartibartfast



Beiträge: 6.181

04.11.2012 11:16
#464 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

So, jetzt habe ich den Film auch gesehen. Nachdem ich anfänglich hin und her gerissen war, überwiegt heute Morgen leider die Enttäuschung (was ich bis gestern niemals gedacht hätte!)
Ich war nach allen Vorschusslorbeeren darauf eingestellt, dass mich der Film als Bondfan versöhnen würde. Statt dessen fühle ich mich im Regen stehen gelassen und das mehr, als es nach "Quantum" der Fall war.
Waren die ersten zwei Craigs im Grunde Experimente, die mit der Figur gespielt haben, um sie vermeintlich zu dem Bond zu entwickeln, den wir von früher kennen, so muss SKYFALL sich als erster Craig-Film komplett ernst nehmen lassen. Leider hat er die Bondfans nicht ernst genommen.
Es beginnt damit, dass einfach JEDER in den Fankreisen scharf drauf war, das Gunbarrel wieder am Anfang zu sehen (so sehr, dass ganze Websites mit eigenen Versionen aus dem Boden geschossen sind). Den Produzenten ist das egal, sie behandeln eins der wichtigsten Markenzeichen weiterhin stiefmütterlich, fast so als würden sie sich bewusst von der Tradition distanzieren. Dieses winzige Detail setzt beriets am Anfang negative Maßstäbe, die sich durch den gesamten Film ziehen.
Dabei versteht der Film sehr wohl, was die Bondfans lieben, doch sie werden nicht bedient, sondern abgespeist. Die zahlreichen Anspielungen sind zwar liebevoll gemacht, aber sie drücken stets vor allem eines aus: Dass diese Zeiten vorbei sind. Warum müssen sie das sein? Glauben die Macher so wenig an ihre eigene Figur?
Das Vorgehen erinnert mich an den Disney-Konzern, der plötzlich seinen Figuren Witze über die Musical-Ära in den Mund legte, um sich an die "neue Zeit" anzubiedern. Blöderweise hat Disney nie mehr den Erfolg dieser Tage erreicht.

Was wird als nächstes über Bord geworfen? Der Bond-Song und damit die Main-Titles, weil es ja en vogue ist, Filme komplett ohnen Vorspann zu bringen?
Der Vorspann gehört mit zu den wenigen perfekten Momenten von SKYFALL, zusammen mit der Szene in Macau und der Jagd in der U-Bahn. Aber anstatt konsequent auf solche Elemente zu setzen (die funktionieren), bemüht man sich krampfhaft, der Bondfigur einen psychologisch-realistischen Background zu verpassen, der schon zu sehr an BATMAN BEGINS erinnert, als das es Zufall sein kann. Damit bekommt die Handlung nicht nur Längen, sondern reibt sich vor allem mit dem traditionellen Bondimage.

-Wo ist das Bondgirl, das 007 begleitet und mit dem er "am Ende in den Sonnenuntergang reitet"? Hier wird die Rolle im Grund von M eingenommen.
-Das Ende im Gutshaus hatte eher den Charme eines HARRY POTTER-Films, als dass er einen Bond-Showdown verkörpert.
-Bond ist also "zu alt"? Das Motiv gab es schon in "Sag niemals nie", aber bei Jungspund Craig? Der Mann will noch zwei Filme drehen, Herrgott!

Was den Verrat an der Bondtradition am besten ausdrückt, ist für mich (leider) die Figur von Ben Wishaw. Nicht nur, dass er eine offensichtliche Mischung aus dem neuen(!) Spock und Dr. Reed aus "Criminal Minds" ist.
Er distanziert sich lauthals von den Gadgets der früheren Ära! Was vielleicht witzig sein sollte, hat bei mir nur Verägerung ausgelöst. Warum führt man Q überhaupt wieder ein, wenn er am Ende nur das gleiche tut wie Tanner (nämlich auf Bildschirmen rumdeuten)?

Es kann nun sein, dass mit SKYFALL der Prequel-Mist abgeschlossen ist (auch wenn alle dies schon nach QUANTUM erwartet haben) und man im nächsten Teil wieder mehr auf Tradition setzt. Aber da die Produzenten offenbar lieber Marktanteile anderer Franchiser an sich reißen wollen, ist damit wohl nicht mehr zu rechnen.


Gruß
Martin
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berti


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04.11.2012 12:03
#465 RE: James Bond 007 - Skyfall (2012) Zitat · antworten

Da ich in der nächsten Zeit wohl nicht ins Kino kommen werde, einige den Film aber schon auf Deutsch gesehen haben: Kam der "Agent?" - "Provokateur!" - Dialog aus dem Trailer dort in dieser Form auch vor? Und wenn: Wurde er dort wieder wörtlich übersetzt?

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