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Dieses Thema hat 129 Antworten
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 Allgemeines
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berti


Beiträge: 13.656

19.09.2013 21:23
#76 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

"Theater des Grauens" wurde eigentlich sehr liebevoll synchronisiert, aber ausgerechnet die Hauptrolle stört mich: Wolf Ackvas reichlich wuchtige und harte Stimme will nicht recht zu Vincent Price´ Mimik und Spielweise passen, selbst wenn man das (natürlich sowieso unerreichbare) Original nicht im Ohr hat.
Schade, dass man es hier trotz München als Standort nicht einmal mit Holger Hagen probierte! Aber auch sonst hätte es sicher einige Alternativen gegeben, die die Rolle weitaus besser getroffen hätten.

berti


Beiträge: 13.656

25.09.2013 13:47
#77 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Ebenfalls sehr gelungen lief eigentlich alles bei "Mord im Orientexpress" ab, bis auf Anthony Perkins: Da dessen Rolle dermaßen in Richtung Norman Bates angelegt war (einschließlich Stottern), hätte man unbedingt Eckart Dux besetzen müssen. Stattdessen nahm man Joachim Kerzel, dessen damals schon recht dunkle Stimme nicht so recht mit Perkins´ Milchgesicht harmonieren will.
Der Grund war wohl schlicht, dass Dux zu dieser Zeit überwiegend in München arbeitete.


Deak Ferance


Beiträge: 183

25.09.2013 20:18
#78 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Mit Kerzel konnte ich persönlich gut leben. Ich hatte eher ein Problem mit Ute Meinhardt für Vanessa Redgrave. Das kam mir so farb und leblos vor.

berti


Beiträge: 13.656

25.09.2013 20:26
#79 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von Deak Ferance im Beitrag #78
Ich hatte eher ein Problem mit Ute Meinhardt für Vanessa Redgrave. Das kam mir so farb und leblos vor.

Wen hättest du an ihrer Stelle denn lieber gehört?

Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 13.644

25.09.2013 20:30
#80 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #77

Der Grund war wohl schlicht, dass Dux zu dieser Zeit überwiegend in München arbeitete.

Ich hab eher den Eindruck überwiegend schon in Hamburg wie später dann, wobei vereinzelt auch München.

Deak Ferance


Beiträge: 183

26.09.2013 00:31
#81 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #79
Zitat von Deak Ferance im Beitrag #78
Ich hatte eher ein Problem mit Ute Meinhardt für Vanessa Redgrave. Das kam mir so farb und leblos vor.

Wen hättest du an ihrer Stelle denn lieber gehört?


Da Renate Küster ja schon für Jacqueline Bisset besetzt war, wäre mir am liebsten Bettina Schön gewesen.
Da die Redgrave ja in dieser Rolle ja einen ziemlich selbstbewussten, emanzipierten Charakter dargestellt hat, wäre meiner bescheidenen Meinung nach Bettina Schön eine passende Alternative gewesen.

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

17.10.2013 00:15
#82 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Ich habe mich (wie andere auch) da und dort schon ausgelassen über "Die brennenden Augen von Schloß Bartimore".
Andernorts fällt mir kein Platz ein, wo ich eine "Generalbeschimpfung" niederschreiben könnte...

Die Synchronisation dieses Filmes ist, was den Dialog anbelangt, durchaus gelungen. Aber ich kenne kaum einen Film, mit so vielen merkwürdigen Besetzungen und einer absolut danebengegangenen Synchronregie.

Da wäre einmal Arnold Marquis. Da er für Peter Cushing spricht, fällt das schon mal negativ hervor. Positiv ist zwar zu vermerken, daß er sich zurücknimmt, aber allein die Besetzung von ihm für Cushing ist haarsträubend!!!

Fritz Tillmann-oh ja, er füllt die Rolle gut aus. Allerdings fehlt ihm die Ernsthaftigkeit, mit der Christopher Lee im Original spricht. Gut, auch Tillmann hat getragenere Szenen, aber er spricht den Professor Meister wesentlich "kauziger", als es der Rolle gut tut. Weil Lee etwas auf älter gemacht wurde und einen großen Schnurrbart trägt, ist das noch lange nicht ausreichend als Grund, Fritz Tillmann zu besetzen!

Alexander Welbat für Patrick Troughton als Polizeichef. Der Mann hat Angst und diese Angst sorgt gelegentlich für etwas aggressiv vorgetragene Autorität. Ist Troughton im Original glaubwürdig, ist es Welbat nicht-weil er sich anhört, als wäre er ein etwas hohler preussischer Polizist, der unterwegs ist, um Hubert von Meyerinck den Diener zu machen!

G. G. Hoffmann für Michael Goodliffe als Prof. Heitz. Goodliffe war damals 50 Jahre alt, Hoffmann um einiges jünger. Auch klang seine Stimme eben so jung. Goodliffe war zudem auf älter geschminkt, GGH hatte aber nicht mal ansatzweise versucht, etwas älter zu klingen. Zudem dreht er ein paar Mal ein wenig zuviel auf. Leider sticht er für mich auch negativ hervor.

Sigrid Lagemann für Barbara Shelley ist ganz gut besetzt, aber irgendwie leblos. Gut, die Figur ist nicht übermäßig charakterisiert, aber es fehlt ihr völlig die Dramatik, mit der etwa Agi Prandhoff oder Eva Katharina Schultz Shelley ein akustisches Gesicht gaben. Immerhin eine Stimme, die neutral ist.

Bleibt noch Michael Chevalier für den wunderbaren Richard Pasco. Hier passt das Alter, hier passt die Rolle. Und hier passt das Synchronschauspiel!!! Chevalier gibt dieser interessanten, tragischen Figur Wärme, Gefühl, Angst, Einsamkeit und auch Willensstärke, aber besonders zum Schluß hin ist er fast depressiv und verzweifelt. So ein richtig gebrochener Held. Chevalier ragt hier als einziger wirklich positiv heraus!

Eine Synchronisation mit ausgezeichneten Sprechern, die aber nahezu alle fehlbesetzt sind oder die Rollen sehr eigenartig sprechen. Vielleicht sollte ich mal eine Alternativ-Synchronisation auf die Beine stellen...die leider Wunschgedanke ist.


"Ist jemals an Ihren Knochen gekratzt worden, Captain? Ein wenig schönes Gefühl, glauben Sie mir!"

Friedrich Joloff-Terror der Tongs

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2014 11:20
#83 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

"Ernst sein ist alles" (1952)

Oscar Wilde deutsch zu übertragen ist an sich schon eine schwere Arbeit, weil die Musikalität seiner Sprache zu einem wesentlichen Teil verloren geht. Zumeist liegt es an den Schauspielern, diese Musikalität wieder einzufangen.

Der Film im Original ist für mich quintessentieller Wilde und ein absoluter Klassiker, eine mustergültige Adaption, die von einer hervorragenden Theateraufführung nicht zu unterscheiden ist.

Interessant ist Benjamin Frankels Musik-denn sie setzt den Ton zu Beginn fest und schließt am Ende den Kreis. Diese Komposition war bewußt auf die Musikalität der Sprache und ihrer Interpreten abgestimmt. Das funktioniert deutsch wenig.

Die deutsche Übersetzung presst die damalige Theaterfassung in den Film, da und dort zu einer gewissen Silbenzahl justiert. Das hört sich teilweise sehr schwerfällig an. Die deutsche Fassung hat ein auf den ersten Blick hervorragendes Ensemble, aber es hält nicht, was es verspricht.

Ernst von Klipstein fehlt absolut der jungenhafte Charme und die Ironie, mit der Michael Redgrave spielt. Er wirkt viel zu kratzbürstig lümmelhaft. Edith Evans ist ähnlich unsynchronisierbar wiie Bela Lugosi-eine voluminöse, herrisch-kratzige Stimme allein macht das noch nicht gut. Eva Eras, eine ausgezeichnete Sprecherin, ist nicht unbedingt schlecht, aber wenn sie auch ein guter "alter Drachen" ist, so fehlt es ihr dennoch an Tante Augustas Bestreben, noch aristokratischer als aristokratisch zu sein.

Es sind auch die Stimmen von Margaret Rutherford und Joan Greenwood nur ein schwacher Abglanz der Originale. Vielleicht mit den Sprechern selbst als Film hätte es funktioniert, aber teilweise widersprechen die akustischen Leistungen den zu sehenden Schauspielern und ihrer Spielfreude.

Allerdings ist es keineswegs eine schlechte Synchronfassung, sie ruiniert den Film nicht-sie verlangsamt ihn nur und reduziert den Spaß. Kein Vergleich zu den jegliche Atmosphäre vermissenden Synchronisationen späterer Wilde-Adaptionen mit Rupert Everett.

Eine Ausnahme allerdings gibt es: Axel Monje. Er spricht Michael Denison als Algernon mit einem Charme, einer Leichtigkeit und einer Musikalität, als hätte er zeitlebens nichts anderes gemacht. Er wäre sicher auch ein idealer Kandidat für Redgrave als Ernest gewesen-schade, daß er nicht beide sprach!

Monje reißt die deutsche Fassung sozusagen heraus. Die Szenen mit ihm sind deutlich schneller und "wilde'scher" als der Rest des Filmes. Als einziger trifft er absolut den Tonfall des Originales und verschmilzt auch mit Frankels Musik.

iron


Beiträge: 1.826

06.01.2014 21:05
#84 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von fortinbras im Beitrag #82
Ich habe mich (wie andere auch) da und dort schon ausgelassen über "Die brennenden Augen von Schloß Bartimore".
Andernorts fällt mir kein Platz ein, wo ich eine "Generalbeschimpfung" niederschreiben könnte...



Der Thread "Charakterveränderungen in der Synchronisation" wäre zu diesem Zweck möglicherweise ganz passend gewesen...

Dass die Stimmen von Margaret Rutherford (ich meine jetzt Agnes Windeck und Ursula Krieg) für dich "nur ein schwacher Abglanz" des Originals waren, kann ich nicht recht nachvollziehen. Mit dem Schauspiel bzw. Mimik und Sprechweise von Rutherford können sie meiner Ansicht nach locker mithalten (habe ihre Stimme mit den beiden deutschen Stimmen verglichen und ich erinnere mich noch ganz gut an sie in den vier Marpel-Filmen). Beide treffen die Kautzig- und Schrulligkeit dieser Figur mMn. perfekt. Besonders Ursula Krieg kommt Margaret Rutherfords Stimme obendrein ziemlich nahe.


"Ich hab' vier Postings geschrieben und zwar allein heute...!"
"Das sind keine Postings, das sind Kommentare. Kommentare!"
(Bodo Wolf und Daniela Hoffmann in "Larry Crowne")

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

07.01.2014 00:19
#85 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

@ Iron:

Meine Kritik bezog sich ausschließlich auf "Ernst sein ist alles", in dem Margaret Rutherford weder von Ursula Krieg noch Agnes Windeck gesprochen wurde. Mir fällt gerade die Sprecherin nicht ein (Eva Fiebig?).

Ursula Krieg für Rutherford und Agnes Windeck für Edith Evans (der es trotz des stimmlichen Unterschiedes als einziger gelang, diese faszinierende Person akzeptabel zu synchronisieren) hätte dem Film deutsch sicher sehr geholfen.

Ich gehöre übrigens zu denjenigen, die Agnes Windeck für Margaret Rutherford favorisieren. Nebenbei bemerkt, aber das habe ich andernorts schon geschrieben...


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

07.01.2014 00:20
#86 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

gelöscht


BladeRunner2007



Beiträge: 15

07.01.2014 23:31
#87 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

In jüngster Zeit sind mir zwei Filme aufgefallen, wo jeweils ein Schauspieler imo total schlecht synchronisiert wurde, was den Film dann leider auch ruiniert hat. Daher O-Ton Pflicht. Einmal Tobis Kluckert auf Tom Hardy als Bane in The Dark Knight Rises und Rolf Zacher auf Robert De Niro als Johnny Boy in Hexenkessel/Mean Streets.

Lammers


Beiträge: 3.452

08.01.2014 08:16
#88 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von BladeRunner2007 im Beitrag #87
Einmal Tobis Kluckert auf Tom Hardy als Bane in The Dark Knight Rises und Rolf Zacher auf Robert De Niro als Johnny Boy in Hexenkessel/Mean Streets.


Tobias Kluckert auf Tom Hardy kenne ich noch nicht, allerdings stimme ich dir bei der Kombi Zacher / DeNiro größtenteils zu. Diese Kombi ist äußerst gewöhnungsbedürftig und man braucht auch erstmal eine Weile um damit klar zu kommen, da man ja Christian Brückner für DeNiro gewöhnt ist. Auf den zweiten Blick muss ich aber doch sagen, dass diese Kombi (also eben Zacher / DeNiro) rollenbezogen vielleicht gar nicht mal so schlecht funktioniert, da DeNiro hier einen ziemlich freakigen, realitätsfernen, hochverschuldeten Typen spielt, wo Zachers Stimme in diesem Sinne gar nicht mal sooo schlecht wirken mag. Man hätte es allerdings doch besser treffen können, z.B. wenn statt Harvey Keitel Robert DeNiro die Stimme von Andreas von der Meden gehabt hätte, der m.E. übrigens eine gute Alternative zu Christian Brückner bei Hamburger Synchros gewesen wäre. Ich glaube, dann wäre auch vielen Leuten nicht aufgefallen, dass es sich nicht um Brückner handelt.


Chow Yun-Fat


Beiträge: 3.769

08.01.2014 11:16
#89 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Damals brauchte Brückner ja noch gar keine Alternative, da er ja noch gar nicht die Feststimme De Niros war. Lt. SK sprach dieser ihn zu diesem Zeitpunkt lediglich ein einziges Mal.



"Du magst meinen Reis nicht?"


Lammers


Beiträge: 3.452

08.01.2014 11:41
#90 RE: Wenn einzelne Stimmen besonders positiv oder negativ herausstechen Zitat · antworten

Zitat von Chow Yun-Fat im Beitrag #89
Damals brauchte Brückner ja noch gar keine Alternative, da er ja noch gar nicht die Feststimme De Niros war. Lt. SK sprach dieser ihn zu diesem Zeitpunkt lediglich ein einziges Mal.


Schon klar, ich meinte das mit den Hamburger Synchros auch nur generell.

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