Völlig unsinnig ist auch der deutsche Titel des Sergio Leone Italo-Westerns "Giù la testa" - deutsch "Todesmelodie", der wohl vom Titel her an "Spiel mir das Lied vom Tod" anknüpfen wollte. Der Filmtitel "Todesmelodie" hat jedenfalls keinerlei Bezug zum Film.
Kleine Anekdote zum Klassiker der unsinnigen Titel "Zwei glorreiche Halunken". Gestern abend war ich mal wieder in meiner alten Schule um mir die Veranstaltung "Schlag den Lehrer" anzusehen. Titel sagt alles - war toll. Im 2. Spiel gab es allerdings einen Fauxpass: Beim Titelmelodienraten nannte der Kandidat (der Schüler) "Spiel mir das Lied vom Tod" zum bekannten Thema aus "Zwei glorreiche Halunken". Der Moderator rief sofort "richtig", bekam aber doch etwas von der Unsicherheit im Publikum mit, sodass er hinzufügte, nachzusehen. Dummerweise hatte das Team aber zur Auflösung ein englischsprachiges Filmplakat herausgesucht, sodass der Filmtitel "The Good, The Bad and The Ugly" noch mehr Verwirrung stiftete. Ich habe dann den korrekten Titel laut reingerufen. Wurde erhört, der Punkt ging aber trotzdem an den Schüler (der übrigens den Abend gewann).
Mein Beispiel für unglückliche Titelübersetzungen: Knocked Up (2007) heißt auf deutsch ganz platt "Beim ersten Mal"...der englische Titel triffts doch einfach mal zehn mal mehr auf den Punkt...meiner Meinung nach, müssten viel viel öfter die Originaltitel beibehalten werden... LG, Tomek
Genau, und auch die Originaldialoge! Man sollte mit deutschen Synchronsprechern 1:1 die englischen Texte nachsprechen, dann hätte jeder was davon und alle Verständigungsprobleme wären gelöst!
Das erinnert mich daran, wie ich der 10. Klasse Deutschunterricht mal in Bezug auf zwei Lustspielfiguren - ganz grob gesagt: Affäre mit Kindesfolge, Mann lässt Frau sitzen - erläutert habe, er habe ihr ein Kind "zugesteckt".
Zitat von Lammers Born to be wild - Saumäßig unterwegs. Ich meine, wie kommt man denn auf so einen Titel ? Gut, mit dem Originaltitel Wild Hogs kann nicht jeder etwas anfangen aber nun mit einem neuen "denglischen" Filmtitel zu kommen ist irgendwie auch unlogisch. O.K. in dem Titel wird zwar verraten worum es geht, aber man hätte doch einen etwas anderen Titel nehmen können.
Entschuldigung, dass ich erst jetzt auf diesen alten Kommentar eingehen kann! In diesem Fall halte ich einen englisch-deutschen Titel für gerechtfertigt. Im Film sagt nämlich Tim Allens Figur so ungefähr, als die drei Aussteiger, beschließen, eine Motorradgang zu gründen: "Wir nennen uns 'Wild Hogs'- die Wildschweine!" Der Originaltitel wird in der deutschen Synchronfassung also erwähnt und ist deshalb ein Eigentame. In z.B. so einem Fall würde ich einen englischen Titel (mit einem deutschen Zusatztitel) gelten lassen. Genau so wie bei The Rock- Fels der Entscheidung: auch in der deutschen Synchro fällt der Name der Gefängnisinsel, von der die Filmfigur von Sean Connery nach Alkatraz überstellt wird. Der Film hätte besser "Wild Hogs"- Saumäßig unterwegs" heißen sollen. Damit wäre ein Bezug zum deutschen Titel hergestellt worden. Mit dem englischen Titel "Born to be wild" entsteht vielleicht der Eindruck, es handle sich hier um ein Remake von "Easy Rider". Damit dieser Titel passt, hätte zumindest der gleichnamige Song in diesem Film zu hören sein müssen.
Roger Cormans in drei Episoden unterteilte Poe-Verfilmung "Tales of Terror" hieß bei ihrem Kinostart hierzulande "Schwarze Geschichten". Als der Film Jahre später im Auftrag des ZDF neu synchronisiert wurde, erhielt er den Titel "Der grauenvolle Mr. X", der völlig idiotisch ist. Zunächst natürlich, weil er nicht den geringsten (!) inhaltlichen Bezug zu auch nur einer der drei Geschichten hat; aber auch, weil er beim Zuschauer völlig falsche Erwartungen weckt. War der (zusätzlich auch noch nach einem billigen Krimireißer klingende) Titel eventuell für einen anderen Film gedacht?
"The Vagrant" -> "Scary - Horrortrip in den Wahnsinn"
Es scheint so, als hätte man mit dem Originaltitel gar nichts anzufangen gewusst. Eine 1:1-Übersetzung des Originaltitels ("Der Landstreicher") wäre vermutlich zu langweilig gewesen bzw. hätte sich schlecht vermarkten lassen. Der dt. Titel passt zwar ansich schon (Bill Paxtons Charakter zweifelt an seinem Verstand und droht tatsächlich, dem Wahnsinn zu verfallen), trotzdem ist er auffallend plump gestaltet. Man hat das "Scary" reingebracht - aha, geht also gruselig zu - dann den "Horrortrip" - ah, also ein Horrorstreifen - der dann im "Wahnsinn" endet - scheint also ordentlich zur Sache zu gehen, bei dem Film.
Zitat von bertiRoger Cormans in drei Episoden unterteilte Poe-Verfilmung "Tales of Terror" hieß bei ihrem Kinostart hierzulande "Schwarze Geschichten". Als der Film Jahre später im Auftrag des ZDF neu synchronisiert wurde, erhielt er den Titel "Der grauenvolle Mr. X", der völlig idiotisch ist.
Das wäre mir neu. Soweit ich weiß, hatte der Film bei der WA (OmU) in der 80ern diesen Titel. Bei der Erstaufführung 1964 trug er den Titel "Der grauenvolle Mr. X", was für mich auch besser in die Zeit passen würde, in der die Verleiher versuchten, durch reißerische Filmtitel möglichst viele Zuschauer in die Kinos zu locken.
Dass "Schwarze Geschichten" der ursprüngliche Titel war, habe ich daraus geschlossen, dass die Kinosynchro bei Arne unter diesem aufgelistet ist, die des ZDF dagegen unter dem anderen. Auch hier im Forum wurde vor Jahren etwas Ähnliches geschrieben: Das ZDF, seine Restaurationen und die Synchros Ich weiß, im "Lexikon des Internationalen Films" werden die Titel genau umgekehrt zugeordnet. Allerdings fällt die dortige Inhaltsangabe trotz ihrer Knappheit ziemlich fehlerhaft auf: http://www.kabeleins.de/filmlexikon/yy/filmnr/39166 Kann jemand etwas dazu sagen, wann der Film wie hieß?
Da gibt's noch einen ganzen Haufen illustrer Titel:
- Was macht der Tote auf der Wäscheleine? - Kennst du das Land, wo blaue Bohnen blühn? - Ich polier dir Deine Glatze - Ich werde dich töten, Darling - Ein Dampfhammer unter 1000 Nieten - Zwei Dreschflegel schlagen alles kurz und klein - Hurra, die Knochenbrecher sind da - Der Dampfhammer von Send-Ling - Kung Fu - Zwei Handkanten aus Granit - Zwei Schlitzohren in der gelben Hölle - Vier fröhliche Rabauken - Zehn gelbe Fäuste für die Rache
Nicht zu vergessen, diese ganzen Billig-Sexfilmchen der 70er.
- Das Rasthaus zur SEX-ten Glückseligkeit - Robinson und seine wilden Sklavinnen - Graf Victor, der Sexjäger - Wacko ... da wackelt die Bude - Ekstase - Der Prozess gegen die Satansmädchen - Wehe, wenn die Lust uns packt - Skihasen-Report - Grimms Märchen von lüsternen Pärchen - Zeig mir, wie man's macht - Snow Bunnies - Die lüsternen Betthäschen - Lass uns knuspern, Mäuschen - Das Gasthaus zur Wolllust
Gleich zwei reichlich trashige Euro-Produktionen, in denen Stewart Granger kurz nacheinander mitspielte, hat es erwischt: Sie hatten jeweils zwei Titel, die beide nicht recht zum Film passen bzw. albern klingen. Bei dem Episodenfilm "Gern hab ich die Frauen gekillt" ergibt der Titel nur in Bezug auf die Rahmenhandlung Sinn (und auch bei dieser nur ganz am Schluss, bei der reichlich hanebüchenen "Auflösung"). Der Alternativtitel "Karneval der Killer" passt allenfalls zur dritten Episode, aber nicht zum Film als Ganzem. Ähnlich liegt der Fall bei "Wie tötet man eine Dame/Das Geheimnis der gelben Mönche": Beim ersten Titel erwartet man eine schwarze Komödie, nicht jedoch einen vor unfreiwillig komischen Szenen und Dialogen nur so strotzenden Agentenfilm. Der Alternativtitel suggeriert dem unwissenden Zuschauer, der Film könnte ein Wallace-Epigone sein oder sogar zu dieser Serie gehören; stilistisch bestehen allerdings kaum Parallelen.