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Dieses Thema hat 161 Antworten
und wurde 11.259 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

07.05.2017 00:53
#151 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Danke fürdie info leipzig, STEFAN. nun also weiter ausführungen von HANS ALEXANDER FREIHERR VON RÜXLEBEN, dem langjährigen zweiten
vorsitzenden des SYNCHRONVERBANDES der Bundesrepublik. dieser damalige verband gehörte zur DACHO (Dachorganisation der filmschaffenden)
mit zweigniederlassungen in münchen, hamburg, wiesbaden und berlin/west. der verband ist später in der gewerkschaft medien im DGB aufge-
gangen.
herr VON RÜXLEBEN wurde also 1920, wie gesagt , geboren. er war 1939 bis 1941 kamera-assistent bei der TOBIS in berlin-johannisthal, dann
ab 1941 als kameramann und regisseur in berlin-ruhleben unterrichtsfilme für die wehrmacht gedreht. danach soldat im 2. weltkrieg, nach
entlassung aus sowjetischer gefangenschaft wohnhaft in münchen. dort bis zur währungsreform 1948 regie-assi an den kammerspielen.
dann aufnahmeleiter in münchen bei der MPEA-synchro, danach in mehreren funktionen bei verschiedenen synchron- und spielfilm-firmen
(alles münchen, zuletzt in der leitenden funktion eines film-produktionsleiters).
seit 1957 war er selbständig und hat industrie- und ausbildungsfilme sowie noch 1998 zum zeitpunkt meiner korrespondenz mit ihm
tourismusfilme fürs privatfernsehen.
die funktion des zweiten vorsitzenden des synchronverbandes hat er ehrenamtlich ausgeübt, langjährig, ohne jahreszahlen mir zu nennen.
bis bald mal wieder. opa hans.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

10.05.2017 14:37
#152 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

hallo, JOHN CONNOR und alle anderen millionen interessierten, wie z.b. JEANNOT : DER AUS DEM REGEN KAM...........
stimme von CHARLES BRONSON sowie TREIBJAGD... stimme von robert ryan (beides synchron bundesrep.
anfang der 70er) : der entdecker von HANS PUTZ (war vor kurzem thema hier) hat sich gemeldet. er ist
ja im gegensatz zu mir faulen sack noch volltags beruflich beschäftigt. er will nächste woche reinhören.
da bin ich echt gespannt. gruß hans.

John Connor



Beiträge: 4.659

10.05.2017 14:53
#153 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Da bin ich sehr, sehr gespannt! Drücken wir uns die Daumen.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

10.05.2017 19:58
#154 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

hallo synchronfreunde ! heute wiedermal buntgemixt zum thema synchron.
der allseits geschätze, leider schon verstorbene schauspieler und synchronsprecher HARTMUT RECK
hatte immer seinen Wohnsitz in BERLIN/WEST, auch während seiner zeit bei der defa und seiner theater-
tätigkeit in Ost-berlin bis einschl. 1959.
das ist bei vielen sicher nicht bekannt, die meisten denken, daß er 1959 "nach dem westen abgehauen"
wäre. ist aber nicht der fall. er hat im gegensatz zu anderen wie uwe-jens pape oder kurt oligmüller
ganz normal "tschüß " gesagt, und dann im westen sein künstlerisches glück gesucht und auch gefunden,
wie wir heute wissen.da dieser wechsel halt normal war, wurde sein name auch in seinen letzten ost-
arbeiten nicht getilgt (zwischen drehzeit und aufführung vergehen ja immer monate.
jetzt zu WILLY A. KLEINAU, einem der besten deutschen schauspieler bis zu seinem viel zu frühen tod 1957
auf der bühne, im film , funk und bei synchron.
ich hatte gelegenheit, mit seiner witwe, TILLA KLEINAU, mehrmals zu telefonieren. sie sagte mir . daß
er freiwillig die DDR-staatsbürgerschaft angenommen hatte, er wollte es so, meinte, daß das keine rolle
spiele und er eh aufgrund seines hohen standings als berühmter künstler keine grenzen in seiner kunst
fürchten müsse. (bei seinem wechsel 1949 von westdeutschland nach ost-berlin hätte er die brd-staatsbürger-
schaft behalten können, wie so viele, die im osten arbeiteten.) und er hatte recht: als er 1955 begann , in
westdeutschland/westberlin filmrollen anzunehmen, ohne zu unterlassen, weiterhin am DT und bei der defa zu
spielen und zu synchronisieren, hat man ihm keine steine in den weg gelegt. kunststück, man kann sich denken,
warum. so kamen also 8 Westfilmrollen und einige synchron-aufgaben zustande (dervollständigkeit halber sei
gesagt: er spielte bereits 1949 2 kleine filmrollen in hamburg und synchronisierte im selben jahr 1-2 filme.
WILLY A. KLEINAU war in der gewerkschaft kunst der ddr oder so ähnlich engagiert.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

10.05.2017 20:33
#155 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

ich hab noch einen oder zwei, jetzt zu KARL-HEINZ BRUNNEMANN, berühmter autor, regisseur, firmenchef und
SPRECHER, den meisten am ehesten bekannt durch seine zus-arbeit mit reiner brandt bei "DIE ZWEI" und folgend
BUD SPENCER UND TERENCE HILL - filmen. zu unrecht, denn er hat sehr viel mehr geleistet; aber wie das halt
so ist: roy black hat ja auch nur einen hit gehabt, ganz in weiß, haha. er hat , also herr brunnemann, 1953
bei der defa 1-2 große rollen synchronisiert. ob es sein debut war, weiß ich allerdings nicht. vielleicht
kann das ein brunnemann-"forscher sagen..........
ARNOLD MARQUIS, der ungekrönte, was sag ich, der GEKRÖNTE KÖNIG aller deutschen synchronsprecher
(der ostdeutsche GERRY WOLFF war zwar einige jahre länger "dabei", aber hat eine weit geringere anzahl von
einsätzen gehabt).
also, "mein" ARNOLD, haha, hat in den jahren 1948 und 1949 2 DEFA-Filme gedreht und da auch synchronisiert,
das ist sicher bekannt. der erste, "UND WIEDER 48" spielt 1948 und hat das thema 100 jahre deutsche revolution
1848. der film ist künstlerisch leider nicht gelungen. die rolle MARQUIS´s ist mittelgroß.
empfehlen kann ich seinen zweiten film "QUARTETT ZU FÜNFT", der auch auf kauf-videokassette, vielleicht dann auch
auf DVD, herausgekommen war. ARNOLD spielt da einen zeitungsreporter, der eine nicht geringere als INGE KELLER
(im film) zum traualtar führen darf. das ist nicht vielen gelungen.
viele grüße. hans, der opa.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

16.05.2017 09:00
#156 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

hallo synchronfans, im nachkrieg hatten sich eine reihe von (kleineren und größeren) SYNCHRONFIRMEN
gegründet. eine davon war die JUPITER-FILM in BERLIN. ich hatte gelegenheit, mit der tochter der
gründer dieser Firma, frau gabriele fritze, mehrmals zu telefonieren.
die gründer der JUPITER-FILM waren DORIS und KLAUS EMISCH, berlin. ihre enge mitarbeiterin war
CHRISTINE KOLLER. alle 3 leben leider nicht mehr . KLAUS EMISCH hatte beim deutschen film gearbeitet.

die beiden EMISCH´s waren widerstandskämpfer und hatten so keine probleme kurz nach kriegsende, also
noch vor dem einmarsch der westalliierten in berlin, die gebäude in berlin-lankwitz, mühlenstraße zu
mieten, mit einverständnis der sowjetischen kulturoffiziere.
zunächst gründeten sie die MOSAIK-FILM, dann die JUPITER-FILM . in Lankwitz waren sie also um diese
zeit und auch noch etwas später die einzigen mieter.
es wurden von der JUPITER-FILM sowjetische filme in nicht geringer anzahl synchronisiert.
die EMISCH´s waren für den künstlerischen part zuständig, ERICH WÖLFFER für den kaufmännischen.

es gab probleme mit den sowj. kulturoffizieren, denn die EMISCH´s wollten nicht nur sowjetische
filme bearbeiten. es kam folgerichtig zu auseinandersetzungen.
o.g. frau fritze wies aber darauf hin, daß dies nicht der grund für die auflösung der JUPITER-FILM
im jahre 1947/48 und für den rückzug aus berlin-lankwitz war.
ein synchronhase der ersten stunde, ich möchte den namen nicht sagen, bootete die EMISCH´s aus, hinter-
ging diese und brachte die firma in amerikanischen besitz. die EMISCH´s zogen sich daraufhin zurück,
und der name der firma wurde dann auch getilgt.
bei dieser firma haben übrigens heinz drache und peer schmidt als synchrondarsteller debutiert, und zwar
in dem puschkin-film "Die jugend des dichters" (synchro 1947). peer schmidt hatte mir das mitgeteilt.
tschüß! der opa

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

16.05.2017 14:20
#157 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

zu og. künstlerehepaar DORIS und KLAUS EMISCH hab ich noch was übersehen hier in meinen aufzeichnungen.
vielleicht ist es noch interessant: die sowj. kulturoffiziere boten den EMISCH´s nach auflösung der JUPITER-
FILM die lizenz zur führung einer SPILELFILM-firma an. sie lehnten jedoch ab, da sie eine zu einseitige
weltanschauliche orientierung fürchteten.
diese lizenz erhielt dann artur "atze" brauner. (aber seine "CCC" kann damit nicht gemeint sein, denn die
war doch westlich lizensiert, oder ? vielleicht weiß jemand von euch etwas darüber).

kinofilmfan


Beiträge: 2.199

17.05.2017 10:34
#158 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Zitat
diese lizenz erhielt dann artur "atze" brauner. (aber seine "CCC" kann damit nicht gemeint sein, denn die
war doch westlich lizensiert, oder ? vielleicht weiß jemand von euch etwas darüber).



Der gute Atze war ja immer sehr einfallsreich. Seine ersten Filme drehte er jedenfalls mit französischer Lizenz. Sein Büro hatte er allerdings im britischen Sektor. Worüber sich der amerikanische Filmoffizier (ein gewisser Peter van Eyck) sehr aufregte. Und sein Prestigeprojekt "Morituri" drehte er mit Hilfe der Russen- ohne allerdings dafür eine russische Produktionslizenz zu benötigen. Womöglich ist also die russische Mithilfe bei "Morituri" beim Fall Emisch gemeint...?!?


https://dievergessenenfilme.wordpress.com/

Jens


Beiträge: 1.560

17.05.2017 16:51
#159 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Hallo!

Ist inzwischen eigentlich das Rätsel gelöst worden, wer Stanley Baker in HÜGEL DES SCHRECKENS gesprochen hat? Leider erwiesen sich ja alle Thesen mit Martin Held, Hans Emons, Wolfgang Eichberger und Götz Claren als unrichtig. Wäre schon interessant nach all den Jahren den richtigen Sprecher zu erfahren. Vielleicht lässt sich da ja noch eine Spur finden?


Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

17.05.2017 19:29
#160 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

ja, KINOFILMFAN, die russischen kulturoffiziere, übrigens lt. prof. dr. kurt maetzig, kultregisseur
der defa und anderen, die sie damals kennenlernten, hochgebildete männer, haben beim spielfilmerstling
von atze brauner "MORITURI" gute unterstützung gegeben. atze hat in interviews selbst erzählt, daß
in mehreren nächten der strom in prenzlau, einer kleineren stadt in der damaligen SBZ, jetzt bundesland
brandenburg, abgeschaltet wurde, um diesen für die MORITURI-dreharbeiten zu benützen.

JENS, ich guck mal, ob ich da unterlagen habe. ich glaube nicht, aber gucken kost` ja nix. gruß. opa.

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 131

19.05.2017 09:29
#161 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

JENS, hab in meine unterlagen geguckt, auch ins filmprogramm: keinerlei synchronangaben dort
enthalten. tut mir leid. ein hörgenie bin ich leider nicht, das ist keine koketterie, sondern
eine für mich erschütternde wahrheit, hahaha. es gibt aber solche genies ! da ich weiß, daß
diese meine beiträge hier im "opa" lesen und also deine anfrage kennen, wissen sie die antwort auch nicht,
sonst hätten sie hier oder unter "spielfilmklassiker" mitteilung gemacht. vielleicht sind solche
fragen unter letzterer genannter rubrik besser aufgehoben. ich hab eine ähnliche frage zu DER AUS DEM
REGEN KAM auch schon dorthin "verlagert".
ansonsten immer her mit fragen oder nachfragen, die zum "opa"- thema passen. gruß .opa.

Jens


Beiträge: 1.560

19.05.2017 09:54
#162 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Da kann man leider nichts machen. Trotzdem vielen Dank für deine Bemühungen. So bleibt uns dieses Synchronrätsel auch in Zukunft erhalten.

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