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Dieses Thema hat 197 Antworten
und wurde 14.270 mal aufgerufen
 Spielfilmklassiker
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Aristeides


Beiträge: 1.519

12.10.2017 22:48
#196 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

63 Jahre hat Mellies mindestens. Laut Martins Synchronkartei hat er dieses Jahr Michael Gambon in "Victoria & Abdul" die Stimme geliehen, einen frühen Einsatz habe ich für 1954 notiert: Im französischen Abenteuerfilm "Der Geliebte einer Königin" (Ruy Blas) von 1947, Anlaufdatum am 13. August 1954, Synchronregie: Helmut Brandis. Da er aber mit Jean Marais den Titelhelden verkörpert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies sein erster Einsatz gewesen sein sollte...

Hab gerade dazu noch einen Artikel aus der "Neuen Zeit" vom 19. August 1954 gefunden. Darin heißt es:
Die von der DEFA hergestellte Synchronisation entfernt sich von der bizarren Art der Filmgestaltung, die Cocteau liebt, und nähert den gesprochenen Text wieder mehr dem Original des Hugoschen Dramas an.

Dabei kann sie sich auf vorzügliche Sorecher wie Otto Mellies, Agathe Poschmann, Hans-Rüdiger Renn, Werner Pledath, Hermann Dieckhoff u. a. stützen. Denn es ist nicht einfach, solch ausgezeichneten weltbekannten Darstellern wie Jean Marais und Danielle Darneux, die durch ihren wundervollen Ausdrucksreichtum bestechen, sprachlich in etwas zu entsprechen.


"Was war eigentlich schlimmer - die miesen Schauspieler oder die furchtbare Synchronisation?"
Philipp Moog in Highlander: Unsichere Helden

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 9.787

13.10.2017 08:46
#197 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

Nun, Blumhagen hat ja mit "Rot und schwarz" auch einen Senkrechtstart hingelegt: Hauptrolle und für einen Weltstar - könnte bei Mellies durchaus auch so gewesen sein.

Gruß
Stefan

Hans-Joachim Albrecht


Beiträge: 251

13.10.2017 09:05
#198 RE: Der Synchronopa erzählt... Zitat · antworten

HALLO ! heute also zur synchron-firma PHÖNIX-FILM HELMUT BRANDIS, die im nachkrieg viele sowjetische und einige britische
filme synchronisiert hat.
vorher will ich noch schreiben, welche firmen unmittelbar nach dem krieg sowjetische filme in die deutsche fassung brachten:

ES SIND 7 FIRMEN, DIE IM UNMITTELBAREN NACHKRIEG SOWJETISCHE FILME SYNCHRONISIERTEN ODER UNTERTITEL HERSTELLTEN:

1.) TOBIS-FILMKUNST BERLIN-JOHANNISTHAL(ost).............sowjetische lizenz

2.) DEFA DEUTSCHE FILM AG , selber ort (ab mai 1946 nachfolger der TOBIS)..........sowjetische lizenz

3.) PHÖNIX-FILM HELMUT BRANDIS GMBH ----------------siehe hier im anschluß genaueres

4.) FILM-UNION POTSDAM-BABELSBERG ; Chefs: eugen york, willy zeyn................sowjetische lizenz

5.) MOSAIK-FILM BERLIN-LANKWITZ (west)......ich habe 1,2 filmprogramme, wo diese als synchronfirma angegeben ist

6.) JUPITER-FILM BERLIN-LANKWITZ (west).....................sowjetische lizenz (hier im forum bereits "behandelt")

7.) KAUDEL-FILM.................westliche lizenz (?)

jetzt also zur PHÖNIX-FILM GMBH HELMUT BRANDIS :

diese firma existierte von 1946 bis 1951. der filmschaffende HELMUT BRANDIS gründete diese film-firma. er lebte von
1904 bis 1986. seine ehefrau war die schauspielerin ILSE STOBRAWA, die auch im nachkrieg rollen sprach, synchronautorin
und -regisseurin war.
diese firma fußte auf einer britischen lizenz, der sitz war berlin -wilmersdorf,südwestkorso 45, das war der britische
berliner sektor. das synchronstudio hatte brandis in berlin-ruhleben (west) angemietet, wo auch die uns allen sehr gut
bekannte MARS-FILM-Synchro-firma ihr studio hatte.
die PHÖNIX synchronisierte zunächst britische filme, dann bald auch sowjetische.
ich habe in meinen unterlagen 3 britische filme gefunden,
CÄSAR UND CLEOPATRA
DIE FLUCHT VOR SCOTLAND YARD
DREI EHEN
aber es waren auf jeden fall mehr. wer weiß noch welche ?

auf bitte von HELMUT BRANDIS, der kommunist war, erhielt er am 7.7.47 auch die sowjetische lizenz.
er zog dann mit seiner firma im august 1948 in den sowjetischen sektor von berlin, nach schöneweide,
schnellerstr.104, das war vorher der sitz des ehemaligen ruderclubs "wiking".
etwa um die zeit wohl, ich weiß es nicht genau, synchronisierte die PHÖNIX nur noch sowjetische filme,
und etwas später dann auch tschechische und polnische.

die PHÖNIX hat auch selbst filme produziert, kurzfilme .

als geschäftsführer hatte brandis GERHARD RIEDEL angestellt. die firma hatte am schluß fast 30 mitarbeiter-/innen,
die alle vom DEFA -synchronstudio übernommen wurden, als HELMUT BRANDIS seine PHÖNIX freiwillig und entschädigungslos
am 10.5.1951 an die DEFA übergab.

HELMUT brandis und seine gattin ILSE STOBRAWA arbeiteten dann im DEFA-Synchronstidio in Bln.-Johannisthal als regisseure
und autoren.
BRANDIS schied dann altersbedingt im jahre 1970 aus. außer seiner schon genannten tätigkeit hat er sich sehr um den syn-
chron-nachwuchs im studio gekümmert und war hochgeachteter arbeitsgruppenleiter. er war halt ein könner vor dem herrn...
so verzieh man ihm auch so manche sache, die vor allem seiner frau nicht gefiel.........................................

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