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Dieses Thema hat 177 Antworten
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berti


Beiträge: 15.160

02.11.2012 11:03
#106 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Jürgen Kluckert für Telly Savalas in "Im Geheimdienst ihrer Majestät"

Wegen eines einzigen fehlenden Satzes wurde (wahrscheinlich, um einen Bruch zu vermeiden) eine komplette Dialogszene neu aufgenommen. Natürlich lag durch Hirthes Glanzleistung im gesammten Film die Messlatte schon ziemlich hoch. Aber Kluckert klingt in dieser Szene so träge, lustlos und schläfrig, als hätte man ihn aus dem Bett direkt vors Mikro gezerrt.


Moviefreak


Beiträge: 460

02.11.2012 13:33
#107 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Aber noch schlimmer finde ich die Lazenby-Nachsynchro. Das zieht einem ja die Schuhe aus. Als wenn das mal soeben auf der Toilette des Synchronstudios aufgenommen wurde. Ich habe selten eine so unpassende und schlecht ausgesteuerte Nachsynchro gehört, ganz abgesehen davon, daß vorhandene Sätze neu synchronisiert wurden. Das macht den Film auf deutsch wirklich kaum anschaubar.

smeagol



Beiträge: 3.537

02.11.2012 14:00
#108 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Zitat von Moviefreak im Beitrag #107
Aber noch schlimmer finde ich die Lazenby-Nachsynchro. Das zieht einem ja die Schuhe aus. Als wenn das mal soeben auf der Toilette des Synchronstudios aufgenommen wurde. Ich habe selten eine so unpassende und schlecht ausgesteuerte Nachsynchro gehört, ganz abgesehen davon, daß vorhandene Sätze neu synchronisiert wurden. Das macht den Film auf deutsch wirklich kaum anschaubar.

Amen! Keine Ahnung, was das gekostet hat aber es klingt nach 50,- EUR inklusive MWSt.

berti


Beiträge: 15.160

06.12.2012 23:05
#109 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Zitat von berti im Beitrag #1
Edigrieg hat auf seiner Homepage geschrieben, dass die Reaktion des von Arnold Marquis gesprochenen Jägers auf den Mordbefehl ("Aber Majestät, die kleine Prinzessin") ein Schwachpunkt der 66er-Synchro von "Schneewittchen" sei.

Nachdem mir diese Fassung nun untergekommen ist, würde ich noch Klaus Miedel als Zauberspiegel hinzufügen: Als die Königin ihn am Anfang herbeiruft, klingt er nicht mystisch, sondern nur aggressiv und genervt. Da war Hermann Ebeling in der Drittsynchro im Vergleich deutlich treffender, so wie Klaus Sonnenschein das Entsetzen des Jägers besser rüberbrachte.
Aber ansonsten enthält die 94er Synchro mehrere Beispiele für schwache Sprecherleistungen. Selbst ein Friedrich Schoenfelder als Erzähler klingt am Anfang und Ende absolut müde und unmotiviert, im Unterschied zu Heinz Petruo. Über Manja Dörings Piepsen möchte ich hier kein weiteres Wort verlieren. Aber am schwächsten war Gisela Fritsch (oder doch Kerstin Sanders-Dornseif?) als Königin, die keinerlei Bedohlichkeit mehr ausstrahlt. Natürlich konnte sie im Vergleich zu Gisela Reißmann nur schlechter abschneiden, ganz zu schweigen von Dagny Servaes (die Beispiele bei Edigrieg und einige Youtube-Clips dürften Beweis genug sein). Als die Königin mit dem Kästchen in der Hand ihr Laboratorium betritt und dieses mit den Worten "Dieser niederträchtige Narr!" weg schleudert, würde es in der Drittsynchro vom Tonfall her nicht überraschen, wenn sie ein "Menno!" hinzufügen und sich schmollend in die Ecke verziehen würde, statt einen heimtückischen Mordplan auszuhecken. Sie klingt eher nach einer "beleidigten Leberwurst". Aber auch beim Mordbefehl geht ihr jede Unerbittlichkeit ab, die hier unbedingt nötig wäre.


Silenzio
Listenpfleger

Beiträge: 16.450

18.12.2012 21:50
#110 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Renate Danz für Tina Aumont in "Mit Django kam der Tod".

Neben einem ziemlich unpassenden Christian Brückner für Kinski die schwächste Leistung der ohnehin wirklich unangebrachten "Kneipensynchro". Absolut kein Vergleich mit Karin Reif.


berti


Beiträge: 15.160

31.01.2013 12:49
#111 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Zitat von Silenzio im Beitrag #61

Zitat von berti
Bekanntlich sprach er gerade in Western (egal, ob Italo- oder Karl May) öfter Bösewichter. Mir selber ist er da nicht so unangenehm in Erinnerung geblieben, aber meine Kontakte mit diesen Rollen liegen schon etwas länger zurück. Klang er dort öfter so?


Unangenehm ist er mir auch mal als Held aufgefallen: in "Sein Wechselgeld ist Blei", wo er für Peter Lee Lawrence spricht. Sein Versuch dort hart zu klingen, finde ich geradezu lächerlich.


Als ich neulich "Winnetou I" wieder gesehen habe, ist er mir dort besonders unangenehm wirkte: Nicht genug, dass er absolut nicht zu Mario Adorf passte, klangen seine Versuche, gefährlich zu klingen, eher nach einem Großmaul, das auf hart macht, aber nicht nach jemandem, der wirklich zur Gewalt fähig ist. Beispiele dafür wären die Szene zu Beginn, als Santer aus dem gefangenen Indianer herauszubekommen versucht, woher dessen Gold stammt, oder wenn er später seinen "Partner" Bancroft einschüchtert. Seine Drohung, jeden umzubringen, der ihn daran hindere "viel Geld" zu bekommen, wirkt absolut lasch.
Was hätte Adorf selber aus solchen Szenen stimmlich herausgeholt, wenn er verfügbar gewesen wäre!


dlh


Beiträge: 11.824

24.03.2013 11:32
#112 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Joachim Kerzel für Dennis Hopper in "Unspeakable - Der Todestrip"

Dieser merkwürdige Genre-Mix ist zwar durch und durch ein B-Movie, sorgt aber, auch dank der Starbesetzung, trotzdem für Unterhaltung. Die OV punktet besonders durch Hoppers fieses und gleichzeitig komplett überdrehte Spiel. Der geht stellenweise ab wie ein Flitzebogen. Leider wird Hoppers Performance in der deutschen Fassung durch Kerzels (den ich ansonsten sehr schätze) etwas lustloses und merklich weniger verrücktes Spiel stark abgeschwächt. Ich weiss nicht, ob es eine bewusste Regieentscheidung war, die Rolle etwas "realistischer" zu gestalten oder ob eine schwache Regie dafür verantwortlich war. Denn, dass Kerzel es drauf hat, beweist diese Szene aus "Frankie the Fly" sehr schön.
Andererseits darf man sich bei Best Entertainment (die "Unspeakable" auf DVD veröffentlicht haben) tatsächlich darüber freuen, dass der Film mit "richtigen" Sprechern wie Kerzel, Bussinger, Fredrich, Urbschat-Mingues etc. synchronisiert wurde. Sonst waren bei deren Synchros nämlich oftmals Laien am Werk, zumindest klang es so.


Vielen Dank für Ergänzungen, Korrekturen und sonstige Informationen.
"Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie dort. Im Kopf dieses Mannes." (Michael Telloke in "MillenniuM")

berti


Beiträge: 15.160

24.03.2013 11:46
#113 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Ein Beispiel, dass Mücke vor Jahren in einem anderen Thread erwähnt hat und mir neulich ebenfalls untergekommen ist, wäre GGH für Stewart Granger als Sherlock Holmes in "Der Hund von Baskerville".
Mücke meinte seinerzeit, er habe "GGH im Prinzip nie blasser" als hier gehört. Mir kam es ähnlich vor. Im selben Zusammenhang wies er darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Synchronisation (der Film wurde im Oktober 1988 in der ARD erstaufgeführt) Grangers frühere Sprecher entweder nicht mehr lebten oder nicht mehr bzw. kaum noch aktiv waren.
Die Stimmen der Detektive (4) (Beitrag vom 1. November 2005)
Für mich ließe sich GGHs auffallende Lustlosigkeit gleich mit drei Gründen erklären, die ihm wahrscheinlich bewusst waren:
a - er war nur eine Verlegenheitslösung,
b - er passte nicht zu Granger
c - dieser wiederum war als Holmes eine alberne Fehlbesetzung


berti


Beiträge: 15.160

20.04.2013 11:05
#114 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Komischerweise wurde Jochen Striebeck als König Triton in der Zweitsynchro von "Arielle" noch nicht genannt. Im Vergleich mit Edgar Ott zieht er klar den Kürzeren: Weder die autoritären noch die liebevollen Momente kommen bei ihm auch nur annähernd ähnlich rüber, teilweise klingt er geradezu unmotiviert.


fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2013 22:34
#115 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

An und für sich ein sehr lieber Film mit hochwertiger TV-Synchronisation:

"Jede Frau braucht einen Engel"

Von Anfang an hört man, daß G. G. Hoffmann verschnupft ist. Kommt ja öfters mal vor und manchmal ist es sogar amüsant, wenn ein braungebrannter vitaler Strandschönling verschnupft ist und keiner Notiz davon nimmt.
Besagter Film spielt im Winter, da fällts weniger auf. Nur ist Cary Grant ein Engel und "pumperlg'sund", wie man in manchen Gegenden sagt. Zudem ging's GGH offensichtlich auch abgesehen von der verstopften Nase nicht so besonders, weil er oft richtig lahm absackt und unkonzentriert wirkt. Und klingt auf Grant so aufgesetzt locker, als würde er seine angeschlagene Gesundheit überspielen wollen, nur um dann wieder abzudriften. Wie's halt ist bei grippalen Effekten-man ist lustlos. Und das merkt man hier deutlich. GGH kann hier Grants Rolle nichts abgewinnen, aber wer geht nicht öfters krank zur Arbeit?
Seltsamerweise ist es auch Friedrich Schoenfelder auf David Niven, der auch nicht so recht überzeugen kann. Das war ja ein Film, der zum Zeitpunkt dieser Neu-Synchro schon über 30 Jahre alt war und Schoenfelders Stimme auf einem im Film knapp 40-jährigen Niven natürlich ein wenig alt klingen könnte. Das tut sie in meinem Ohr auch, aber nicht etwa, weil Schoenfelder normal spricht. Sondern weil er, aus welcher Motivation auch immer, seine Stimme zu verjüngen versucht. Dabei hätte er ganz normal drauflossprechend sicher jünger gewirkt als so. Er versucht hier, die Stimme etwas tiefer zu setzen und das hört sich einfach irgendwie gekünstelt an. In meinem Ohr zumindest.

berti


Beiträge: 15.160

19.06.2013 15:09
#116 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Für mich klang Friedrich Schoenfelder in diesem Film eigentlich nicht anders als sonst. GGHs Erkältung war tatsächlich in manchen Szenen nicht zu überhören, so dass man sich manchmal fragen könnte, warum ein Engel verschnupft sein sollte. Ansonsten fand ich ihn relativ routiniert. Dass er aus der Rolle nicht mehr herausholte, lag wahrscheinlich daran, dass sie für ihn nicht so viel hergab, dass sich ein größeres Engagement gelohnt hätte.

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.371

19.06.2013 16:53
#117 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Verschnupft war GGH auch in "Im Schatten des Zweifels" - und hier war er grandios. Jemand sagte mal über Edgar Wallace: Wer in Massen produziert, hat ein unaufgeregtes Verhältnis zum gehobenen Mittelmaß.
Da GGH zu dieser Zeit praktisch gar nicht mehr aus den Studios rauskam (hat er überhaupt mal Tagessonne gesehen?), könnte dieser Satz vielleicht auch auf ihn zutreffen. Wobei er eine erstaunliche Menge an Meisterleistungen vollbracht hat.

Gruß
Stefan

berti


Beiträge: 15.160

19.06.2013 17:13
#118 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Zitat von Stefan der DEFA-Fan im Beitrag #117
Da GGH zu dieser Zeit praktisch gar nicht mehr aus den Studios rauskam (hat er überhaupt mal Tagessonne gesehen?)

Was ist dann erst mit Arnold Marquis, über den es vor Jahren mal hieß, er habe gerüchtehalber zeitweise im Studio geschlafen?

Stefan der DEFA-Fan


Beiträge: 11.371

19.06.2013 17:43
#119 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

Irgendwie muss ja sein plötzlicher Stimmbruch um 1968 zustande gekommen sein ...

Gruß
Stefan

fortinbras ( gelöscht )
Beiträge:

19.06.2013 17:49
#120 RE: Schwache Leistungen von Top-Sprechern Zitat · antworten

@ Stefan der Defa-Fan:

Schön, dass du GGH's viele Meisterleistungen betonst. Üblicherweise wird er von einem nicht unerheblichen Teil der Mitglieder eher pauschal kritisiert.
Ich finde es sogar faszinierend, wieviel Vielseitigkeit und meisterhafte Arbeiten er trotz seiner Dauerbeschäftigung abgeliefert hat. Und wirklich "schlecht" fand ich ihn nie, auch wenn er zu manchen nicht passte (Vincent Price, for example).
"Im Schatten des Zweifels" ist eine meiner Lieblingsrollen von ihm-trotz Schnupfen. Dennoch hätte ich es besser gefunden, er wäre bei "Jede Frau braucht einen Engel" in den Krankenstand gegangen-weil er m. E. nur reinspricht.


"Was ist mit der Gelantine, die wir an dem Pfahl gefunden haben?"

G. G. Hoffmann in "Dracula jagt Frankenstein"

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