Zitat von iron im Beitrag #615Man wird doch Herrn Spier hoffentlich erst zu Gesicht bekommen, oder festgestellt haben, dass er ein Mann war, ehe er die Sprechrolle bekam!?:o
Natürlich Aber wer weiß: Vielleicht hatte er diese beiden Anekdoten mal jemandem aus der Branche erzählt und man kam daher auf die Idee, ihn hier zu besetzen.
In "Die Schuldigen mit den sauberen Händen" synchronisierte Spier ja nochmal eine (hexenartige, steinalte) Frau - und diese stellte auch eine Frau dar!
In der Hörspielserie "Gabriel Burns" gibt es eine Folge, in der eine weibliche Rolle von Santiago Ziesmer gesprochen wird. Eine Erklärung dafür gibt es nicht.
Michael von Rospatt spricht in der "???"-Folge "Das Geheimnis der Särge" die Rolle der "Höhlenfrau". Hier ist der Grund aber nachvollziehbar: Laut Buch soll nicht eindeutig erkennbar sein, dass die Frau wirklich eine ist. Die drei Detektive halten sie zuerst für einen Mann.
Wenn es um einer der kuriosesten Synchronbesetzungen geht, ist für mich Platoon ganz weit oben auf der Liste. Schauspielerisch 1+, aber die Besetzung ist wirklich mehr als schräg und absonderlich und stellt fast schon Band of Brothers in den Schatten. Ich glaube außer Matthes (Charlie Sheen), Meister (Bob Orwig) und Rohrbeck (Chris Pedersen) ist keiner irgendwie annähernd altersgerecht besetzt, hier ein paar meiner Besetzungs-Highlights
Tom Berenger (1949) – Uwe Friedrichsen (1934) Willem Dafoe (1955) – Christian Brückner (1943) John C. McGinley (1959) – H.W. Bussinger (1941) Johnny Depp (1963) – Helmut Gauß (1944) Corey Glover (1964) – Uwe Paulsen (1944) Forest Whitaker (1961) – Helmut Krauss (1941) Mark Moses (1958) – H.J. Dittberner (1945)
Vorweg: Dafoe mit Brückner ist eine tolle Besetzung und kommt mit ihm viel gebrochener und emotionaler rüber als Dafoe im Original. Auch Matthes weiß zu gefallen, auch wenn er hier und da etwas zu leise spricht. Aber der Rest schwebt ganz übel über den Leuten, vor allem Gauß, Dittberner und Bussinger wirken wie aus einem anderen Film „reingeschnitten“ und liegen überhaupt nicht drauf. Friedrichsen fängt die Rolle zwar wunderbar ein und keift sich auch die Seele aus dem Leib, aber er lässt Barnes zu alt und zu reif wirken, als die Rolle (um die 30 oder jünger) eigentlich vorgibt. Gleicher Effekt auch bei Krauss auf Whitaker (hier: der von Geburt an kettenrauchende Private [wie man bei Whitaker überhaupt auf Krauss kommt, der klang doch schon mit 25 wie 65]), auch er tönt quasi aus dem Off.
Bei der Anzahl der ungewöhnlichen Besetzungen habe ich bei der Bearbeitung sofort an Horst Balzer gedacht und nach einem Blick in die Synchronkartei sollte ich recht behalten; er hatte die Dialoge und die Synchronregie inne. Balzer hat desöfteren außer der Reihe besetzt, wodurch mitunter Kombinationen entstanden, die teils außerordentlich schräg wirken. Mir fallen da z.B. die Besetzungen Udo Schenk für Keanu Reeves, Norbert Langer für Cary Elwes (der Robin Hood aus der Mel Brooks-Parodie) und Christian Brückner für Gary Oldman in "Bram Stoker's Dracula" ein.
Ja wobei mir Udo Schenk auf dem jungen, etwas schleimig wirkenden Keanu Reeves in Dracula recht gut gefallen hat (besser als Tennstedt ein Jahr später in "Viel Lärm um Nichts", der auf Reeves wie Voice-Over wirkte - auch Balzer) Aber es stimmt, Balzers Arbeiten weisen immer eine Reihe von kuriosen und total schrägen Besetzungen auf: Er soll ja auch (laut SK) in Memphis Belle Volker Brandt (1935) auf Billy Zane(1966)!!! besetzt haben. Allerdings habe ich den Film noch nicht zu Gesicht bekommen, wollte das aber immer mal nachholen, weil vorstellen kann ich mir das ganz und gar nicht.
Da sind wir ganz unterschiedlicher Meinung. Ist ja okay, aber so sehr ich mich seinerzeit geärgert habe, dass man Vespermann nicht holte, als er noch Pflicht gewesen wäre - Ziesmer wäre mir viel lieber gewesen als Plate (tut mir leid).
Gleich fünfmal kurios ist Reinhard Brock auf Morgan Freeman in Bruce Allmächtig. Erstens ist Reinhard Brock 14 Jahre jünger als Freeman, zweitens ist er stimmlich auch ganz woanders angesiedelt als die bereits festen Stammsprecher Jürgen Kluckert und Klaus Sonnenschein, drittens ist er ohne irgendeine Kontinuität hier der einzige Münchner in einer sonst reinen Berliner Produktion, viertens hatte Freeman schon mit Sonnenschein und Kluckert zwei etablierte, mehrere Blockbusterproduktionen vorzuweisende Stammsprecher (KS: Verurteilten, Sieben, Amistad; JK: Robin Hood, Outbreak, Erbarmungslos) und fünftens verbinde ich Brock persönlich auch eher mit in München synchronisierten Zeichentrickserien (Simpsons o.ä.) als mit „realen“ Schauspielern. Wie man da auf Brock kam, find ich schon interessant, vor allem weil es ein ziemlich mutiger Besetzungsstunt ist.
Zitat von Klaus im Beitrag #421In dem Film "Wildgänse 2" aus dem Jahre 1985 wurde Patrick Stewart als russischer General von Herbert Weicker synchronisiert. Captain Jean-Luc Picard sprach also mit der Stimme von Mr. Spock, auch wenn es sich hierbei um eine "Pre-TNG-Synchro" handelt. Ich konnte mir jedenfalls ein Schmunzeln nicht verkneifen... GrußKlaus
In "Robin Hood – Helden in Strumpfhosen" ist es sogar GGH auf Stewart , bzw. Cpt. Kirk auf Cpt. Picard.
Und weil ich gerade dabei bin: Viggo Mortensen wurde in "God's Army" von Torsten Michaelis und in "Albino Alligator" hingegen von Philipp Moog gesprochen. Also ist Aragorn einmal mit der Stimme von Boromir und einmal mit der von Legolas zu hören... Und Laurence Fishburne hat in "Die Farbe Lila" Benjamin Völz, das muss für Matrixfans auch verwirrend sein, Morpheus mit der Stimme von Neo zu hören.
"Zwei Superflaschen räumen auf" (1983) fährt gleich zwei sehr kuriose Besetzungen auf: Willi Röbke für Rick Moranis und Gernot Duda für Max von Sydow. Passt aber irgendwie auch zum Film, der ebenfalls extrem kurios ist.
Laut SK wurde Tommy Lee Jones angeblich in seinem Debütfilm "Love Story" (1970) von Rolf Schult gesprochen. Hab den Film noch nicht gesehen, aber wie konnte das überhaupt funktionieren?
Man stelle sich nur mal vor, man hätte die Besetzung in späteren Jahren (z. B. in "Men in Black") beibehalten...